Titel: Walker über stärkeres Wachsth. des Selleri's.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1820, Band 1, Nr. XXII. (S. 245–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj001/ar001022

XXII. Darstellung einer Methode zur Beförderung des Wachsthumes des Selleri's, welche von Joh. Walker, Gärtner des E. Thomas Walker, Esq. Langford, in Anwendung gebracht worden82).

Folgendes ist eine kurze Darstellung der zu Langford bei Manchester angewendeten Methode, das Wachsthum des Selleri's zu befördern.

Der Same, welcher gebraucht wird, ist der vom rothen Selleri; einer von der Gattung, welche man in der Nachbarschaft von Manchester baut, ist vortrefflich.

Das Saatbeet wird von frischem, dunkelleimigem Boden, zur Hälfte mit altem Mistbeetdünger vermischt, bereitet. Eine Quantität frischer Erde bringt man, wie gewöhnlich, in einen mit einem Mistbeete versehenen Kasten. Der Same für die Früherndte wird gegen den 1sten März, der für die Späterndte gegen den 1sten April gesäet.

Das Versezbeet wird mit altem, gut zerriebenem, sieben bis acht Zoll dick aufgeschichteten Mistbeetdünger, auf einem längere Zeit hindurch ruhig gelegenen oder durch Zusammendrücken hart gemachten Grundstücke hergerichtet. Die Lage soll sonnig seyn. In diesen Dünger ohne Erde sezt man die Pflanzen sechs Zoll von einander, und deckt sie mit Hand-Gläsern zu. Sie müssen beim Sezen sowohl |246| als auch hernach gut gewässert werden. Wenn die Erde unterhalb des Düngers, in welchem die Pflanzen stehen, hart wird, wächst die Wurzel in einen Büschel von Fasern auseinander; und da man hiedurch das Treiben einer Bodenwurzel verhindert, so schießt die Pflanze nicht vor dem nächsten Frühlinge in Samen.

Die Abtheilungen macht man in einer Entfernung von vier Fuß, acht Zoll weit, zwölf tief, und neun Zoll mit einer Mischung von 1/4 frischer guter Erde, und 3/4 wohl abgefaulten Düngers gefüllt. Alter Mistbeetdünger ist der beste. Die Pflanze wird mit so viel Dünger, als an der Wurzel hängen bleibt, herausgenommen, worauf man zuerst die Seitentriebe von den Stämmen entfernt, und dann sie mit der Hand neun bis zehen Zoll von einander im Mittel jeder Abtheilung sezt, und bis zum Einpflanzen, jedoch dann nicht mehr, gut begießt.

Das Einpflanzen geschieht auf folgende Art. Nachdem die Nebenschüsse abermals weggenommen worden, hält man die Pflanzenblatter mit der einen Hand zusammen, und streut mit der andern fein zerriebne Erde um die Pflanze, wobei man sich aber in Acht nehmen muß, daß das Beschütten mit Erde nicht auf einmal zu hoch oder zu gepreßt geschehe. Das Herz wird ganz frei gelassen. Diese Verrichtung mag man ungefähr alle vierzehn Tage einmal wiederholen, bis die Pflanze gebraucht werden kann. Bei der Venüzung einiger Pflanzen für den Samen ist wohl zu merken, daß hiezu die stärksten, von der röthesten Farbe und dem kleinsten Wuchse die besten sind. Man nimmt sie vom Versezbeete, schneidet die Seitentriebe hinweg, und sezt sie dann in eine trockne warme Lage, wo der Same schnell reift.

Auf diese Art wächst der Selleri bis zu 10 Pfund an Gewicht, und im Durchschnitte das Stück zu 6 Pfund. Im leztern Jahre hatte man am 4ten Oktober zu Langford einen |247| Selleri-Kopf ausgegraben, welcher nach dem Abwaschen mit den Wurzeln und Blättern 9 Pfund wog, und vier Fuß, sechs Zoll in der Höhe hatte. Er war durchaus gediegen und fest, und hatte einen ausgezeichnet guten Geschmack.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures and Agriculture. Second Series N. CCXIII. Februar 1820. From the transactions of the Caledonian Horticular Society.

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