Titel: Accum über Verfälschung der Lebensmittel.
Autor: Accum, Friedrich
Fundstelle: 1820, Band 1, Nr. XXXV. (S. 362–372)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj001/ar001035

XXXV. Ueber Fälschungen der Lebensmittel und über Küchengifte; als: Brod, Bier, Wein, Thee, Kaffee, Rahm und Milch, der geistigen Getränke, Käse, Senf, Baumöl, Weinessig, Pfeffer, Salz, Konfekt, und andern Artikeln, welche man im Hauswesen braucht, und die Mittel, sie zu entdecken.

Von Friedrich Accum 130).

Unter allen Betrügereien, welche sich geldsüchtige Krämer erlauben, ist keine tadelnswerther und zugleich gewöhnlicher, als die Fälschung der verschiedenen Lebensmittel.

Diese unsittliche und schändliche Gewohnheit, welche in dem Maaße zunimmt, als die Entdeckung derselben schwer ist, ergreift gegenwärtig fast jede Waare, welche entweder zu den Bedürfnissen oder zu den Bequemlichkeiten des Lebens |363| gerechnet wird, und hat in jedem Theile des vereinten Königreiches eine wahrhaft beunruhigende Ausbreitung erhalten.

Menschen, welche nach der Wichtigkeit und scheinbaren Achtungswürdigkeit ihrer Verhältnisse am wenigsten in Verdacht gerathen würden, treiben diesen Unfug; und ihr ermunterndes Beispiel ist es, was eine Menge Kleinhändler angelockt hat, auf derselben schändlichen Bahn zu wetteifern.

Die Schlauheit hat diesem Fälschungssysteme einen so hohen Grad von Ausbildung gegeben, daß man dergleichen gefälschte Artikel jeder Art überall antrifft; die sinnige Bereitung derselben macht es auch den geübtesten Richtern zu einer schweren Aufgabe, sie unterscheiden zu können.

Unter den jezt gewöhnlich verfälschten Gegenständen des häuslichen Bedarfes mag man Thee, Kaffee, Brod, Bier, Wein, geistige Getränke, Salat, Oel, Pfeffer, Weinessig, Senf, Rahm u.a. Artikel bezeichnen.

Wahrlich, es würde schwer fallen, einen einzigen Nahrungs-Artikel anzugeben, der nicht gefälscht wäre; es giebt einzelne Dinge, welche man kaum jemals einmal ächt erhalten kann.

Einige dieser verfälschten Gegenstande sind beim Genusse |364| unschädlich; in diesem Falle, sofern blos minder gute Ingredienzien anstatt der kostbarern und ächten gewählt werden, drohet unserer Gesundheit keine Gefahr, wenn auch unsere Börse leidet. Dahin gehört die Bereitung des nachgemachten Pfeffers, die Fälschung des Senfs, Weinessigs, Rahms. Andere dagegen sind sehr schädlich, wie das Fälschen des Biers, der Weine, geistigen Getränke, Salzbrühen, Salat und der gleichen.

Es giebt besondere Chemiker, welche einen regelmäßigem Handel mit solchen Ingredienzien oder heillosen Präparaten treiben, und mit denselben gewissenlose Brauer, die Porter oder Ale bereiten, versehen; andere leisten dergleichen Dienste den mit Wein oder geistigen Getränken Handelnden; noch andere den Gewürzkrämer oder Oelhändlern. Diese Menschen treiben die Sache im Geheimen oder unter irgend einer täuschen den Firma mit der vorgeblichen Anzeige eines schönen gesezmäßigen Unternehmens.

Ihre unerlaubten Geschäfte haben die Ordnung und Art eines regelmäßigen Handels angenommen; man spricht dabei auch von Kunst, von Geheimniß; denn die Hülfsarbeiter, welche dabei gebraucht werden, kennen oft die Gegenstände, die durch ihre Hand gehen, eben so wenig, als den Zweck, wozu sie verwendet werden.

Um die Wachsamkeit der Untersuchenden zu täuschen, und die Forschungen der Accisebeamten zu vereiteln, auch das Geheimhalten dieser Mysterien zu sichern, wird die Operation unter die verschiedenen Arbeiter getheilt und unterabgetheilt; auch wird deswegen die Bereitung selbst in mehreren Etablissements besorgt. Die Aufgabe, das Verhältnis der Ingredienzien für den Gebrauch zu bestimmen, ist einem Einzigen gegeben, während die Zusammensezung und Bereitung derselben einen besonderen Geschäftstheil ausmacht, und einem andern Arbeiter übertragen ist.

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Die meisten Artikel werden dem sie Verbrauchenden m einer versteckten oder solchen Gestalt überreicht, daß ihre wahre Beschaffenheit von dem Unkündigen unmöglich entdeckt werden kann. Dahin gehört der Extrakt von coculus indicus, welchen die Fabrikanten als Walz-Liqueur gebrauchen, um dem Porter oder Ale eine berauschende Kraft zu geben; man kauft den Extrakt auf dem Markte unter dem Namen: schwarzer Extrakt er ist scheinbar für den Gebrauch der Gärber und Färber bestimmt. Man bereitet ihn durch Kochen der Beere des coculus indicus in Wasser, welches durch die nachfolgende Abdampfung in eine steife, schwarze, zähe Masse verwandelt wird, und in hohem Grade die narkotische und berauschende Eigenschaft der giftigen Beere, aus der sie bereitet wurde, behält. Eine andere Substanz, ein Extrakt von Quassia und Liquirizensaft wird von betrügerischen Brauern angewendet, um Malz und Hopfen zu sparen; technisch heißt sie multum 131).

Die Quantitäten der indischen Coculus-Beeren und des sogenannten schwarzen Extraktes, welche zur Fälschung des Malz-Liqueurs eingeführt werden, sind ungeheuer. Es bildet dies einen ansehnlichen Handlungszweig, der sich in den Händen einiger wenigen Mäkler befindet. Mag es sonderbar scheinen, noch hat wegen des Gebrauches dieser Waare von Seite der Accisebeamten keine Untersuchung statt gehabt. So giebt es auch manche andere zur Fälschung des Biers, Ale und geistigen Getränke angewendete Stoffe, die man absichtlich versteckt hält; eine bedeutende Zahl jener Personen, |366| die sich mit dem Verkaufe solcher Artikel beschäftigen, kennt nicht einmal die Beschaffenheit oder Zusammensetzung derselben.

Ein Extrakt, von dem man behauptet, daß er sehr unschuldig sey, und welcher von den Brauer Drogisten in Fässern verschiedener Größe verkauft wird, bekannt unter dem Namen bittere Sohle, bestehet aus kalcinirtem schwefelsauren Eisen (Vitriol), aus einem Extrakte aus indischen Coculus-Beeren, und einem Extrakte von Quassia und spanischen Liquirizen.

Zum Belege dieser Bemerkungen wäre es mir ein Leichtes, das Zeugniß vieler Individuen beizubringen, durch die ich ersucht wurde, gewisse als unschuldig erklärte Mischungen, welche in jeder großen Manufakture von oben beschriebener Art gebraucht werden, zu untersuchen. Wahrend meiner langen Praxis habe ich mich wirklich durch hinlängliche Erfahrungen überzeugt, daß eine ansehnliche Zahl von ganz achtbaren Kaufleuten an ihre Kunden absolut giftige Artikel verkauften, die sie selbst für unschädlich hielten, und die sie nicht zum Verkaufe angeboten haben würden, wenn sie die verfälschte und verderbliche Beschaffenheit dieser Zusammensetzungen, oder die Zwecke, für welche sie bestimmt sind, gekannt hätten.

So z.B. weiß ich Fälle, wo Branntweinhändler nicht wußten, daß die unter dem täuschenden Namen Klärung verkaufte Substanz, welche dient, die geistigen Getränke zu stärken und hell zu machen, und wovon man glaubt, daß sie aus gebrannten Zucker und Fischleim in Extrakt-Form bestehe, in der That ein Extrakt von Capsicum (spanischen Pfeffer) sey, und daß von der scharfen und stechenden Eigenschaft des spanischen Pfeffers der Hochgeschmack des Branntweins und Rumms komme, wenn man die obige Materie zur Färbung gebraucht.

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In andern Fallen versuchten die Ale-Brauer ihrem Gebräue durch frisch gemahlene Koriander-Körner, nach vorgängiger Mischung mit einer Portion Krähnaugen (nux vomica) und Quassia einen bittern Geschmack und eine narkotische Eigenschaft zu geben. So scheinen auch die Kleinhändler, welche Senft verkaufen, nicht zu wissen, daß der Senft-Same nach dem Mahlen kein Pulver von so starker und glänzender Farbe gebe, wie das des gewöhnlichen Senftes ist. Auch würde das Pulver des wahren Senftes, wenn es mit Salz und Wasser gemischt wird, ohne Zuthat einer Portion spanischen Pfeffers nicht so lange sich halten, wie dies bei dem gewöhnlich zum Verkaufe kommenden Senfe der Fall ist.

Andere Beweise von unwissentlich durch wackere und ehrliche Leute verübten Betruge ähnlicher Art könnten leicht angeführt werden.

Es ist ein schmerzlicher Gedanke, daß die Theilung der Arbeit, welche so wesentlich mitgewirkt hat, die Manufakturen dieses Landes zu den gegenwärtigen blühenden Zustande emporzuheben, vorzüglich auch dazu beigetragen haben soll, die in Frage stehende Betrügerei zu verschleiern und zu erleichtern, und daß bei der korrespondirenden Handels-Vereinigung, vornehmlich in der Hauptstadt und in den großen Städten des Reiches, der Handel mit gefälschten Lebensartikeln in die mannigfaltigsten Abtheilungen durch so viele Schlangengänge auslaufe, daß es selbst der ängstlichen Untersuchung nicht mehr möglich wird, zur eigentlichen Quelle zurückzuführen.

Nicht minder zu beklagen ist es, daß die ausgedehnte Anwendung der Chemie für die nüzlichen Zwecke des Lebens in ein Hülfsmittel für diesen schändlichen Handel ausarten soll. Doch zum Glücke für die Wissenschaft kann man sie sonder Beschwerde in ein Mittel umwandeln, jenen Mißbrauch |368| aufzudecken; wozu sogar wenig chemische Kenntniß erfordert wird.

Der Bäcker versichert keinen Alaun zum Brod anzuwenden; allein er weiß wohl, daß er beim Ankauf eines Quantums feinen Mehls, auch einen Sack starkes Weiß (so benennt man das mit Alaun gemischte Mehl) nehmen müsse, weil er sonst kein leichtes, weißes und lockeres Brod von einem halb verdorbenen Material bereiten könnte.

Der Mehlhändler, welcher diese Art von Handel im Großen treibt, kauft nicht selten solche verdorbene Waare (was ein eigenes Geschäft in den Händen einiger Individuen bildet) um selbst sein halb verdorbenes und halb gutes Mehl verkaufen zu können.

Andere liefern dem Bäcker Alaun mit Salz gemengt, unter der dunkeln Benennung Stoff (stuff). Es giebt im Großen manufakturirende Chemiker, welche sich ausschließend damit beschäftigen, den Alaun auf eine Art zu krystallisiren, durch die das Vermischen mit den gewöhnlichen Salzkrystallen möglich gemacht wird, um den eigentlichen Karakter dieser Zusammensezung dem Auge zu entziehen. Diese, Stoff genannte, Mischung bestehet aus einem Theile Alaun, in kleinen Krystallen, und drei Theilen gewöhnlichen Salzes. Bei manchen andern Handelsartikeln ist eine ähnliche Prozedur im Gange. So werden die Kartoffeln in Wasser geweicht, um ihr Gewicht zu vergrößern.

Die Gewandheit im Fälschen der Lebensbedürfnisse ist demnach zu einer systematischen Regelmäßigkeit gebracht, und wird selbst durch die öffentliche Meinung in die Reihe der übrigen merkantilen Bestrebungen gezählt; ja man betrachtet dies keineswegs mehr mit dem ehemaligen Mißfallen; man rechnet es bereits zu den erlaubten Erwerbsmitteln.

Unbegreiflich ist es, daß das Strafgesez gegen diese, dem öffentlichen Wohle so sehr entgegenwirkenden Kunstgriffe |369| nicht mehr geschärft wird. Ein Mensch, welcher eine unbedeutende Sache von etlichen Schillingen an Werth auf der Hochstraße raubt, wird zum Tode verurtheilt; während derjenige, welcher einer ganzen Gemeinde langsam wirkendes Gift giebt, ohne Strafe durchkommt.

Manche behaupteten, es sey dies bei dem weitgreifenden Großbrittanischen Finanzsystem ein Hülfsmittel, die Revenue in reichlichen Beträgen zu sammeln, und es müsse daher die Strenge des Gesezes zu Gunsten der Handels-Interessen im Verhältnisse ihrer Wichtigkeit nachlassen; große Kapitalisten hätten Ermunterung nöthig, und wo eine ausgedehnte Brauerei oder Brennerei eine bedeutende Abgabe liefere, da bedürfe es in Hinsicht auf Qualität des zu einer Abgabe verpflichteten Artikels keiner so kleinlichen, Nachforschung, wenn nur die Abgabe selbst nicht durch den Betrug leide.

Allein die Grundsäze der Verfassung billigen nicht eine solche Begünstigung, und die wahren Interessen des Landes fordern die Aufhebung; eine Taxe, die auf Täuschung beruhet, kann nur wandelbar seyn, und sie muß früher oder später durch die unwiderstehliche Verbreitung der Sach-Kenntniß verlieren. Es ist Pflicht einer guten Polizei, daß das Gesez in allen Fällen mit Unparteilichkeit geltend gemacht werde; und gewiß werden die Revenuen gewinnen, wenn die Strafen auf jene Mißbräuche ausgedehnt werden, von denen man jezt keine Kenntniß nimmt.

Eine andere Art von Betrug, auf die ich hier nur kurz hinweise, und welche wirklich eine so beunruhigende Ausdehnung erhalten hat, daß man laut die Dazwischenkunft der Regierung verlangt, stellt sich bei Fälschung der Apotheker-Waaren und Arzneimittel dar.

Neun Zehntheile der wichtigsten Apotheker-Waaren und chemischen Präparate, die in der Pharmazie gebraucht |370| werden, pflegen im verfälschten Zustande verkauft zu werden, und zwar durch die Händler, welche die Lezten sind, auf die Verdacht fällt. Man weiß, daß die Fieberrinde in verschiedenen Abarten, welche der ächten nachstehen, vorhanden ist, daß die Einsammler dieses vortrefflichen Arzneimittels wenig Unterschied machen, daß es sorglos sortirt, häufig in grüne Häute gepackt, und ein großer Theil desselben schon halb verdorben und vermengt mit Stücken anderer vegetabilischen und fremden Stoffe nach Spanien gebracht, und in diesem Zustande durch ganz Europa versendet werde.

Allein bei dieser Verschlechterung bleibt es nicht; das Publikum wird häufig mit einer falschen Mischung von Mahagony-Sägspänen und Eichenholz zu Pulver gemahlen, mit einem Theile guter China vermengt, und als ächtes Fieberrinden-Pulver verkauft, bedient.

Jeder Chemiker weiß, daß es in dieser Hauptstadt Mühlen giebt, die immer thätig sind, China-Pulver zu einem Preise zu liefern, um den man den Stoff im natürlichen Zustande nicht zu geben vermag. Der Preis der besten ächten Chinarinde ist im Durchschnitte nicht weniger, als zwölf Schilling das Pfund; und ungeheure Quantitäten von jenem Pulver kommen in die Apotheken das Pfund zu drei bis vier Schilling. Unläugbar giebt es auch Leute, welche falsches Rhabarber-Pulver, Ipekakuanha-Pulver132) James (Jakobs)-Pulver, und andere einfache und zusammengesezte |371| Medizinen von großer Wirksamkeit bereiten, und ihren teuflischen Handel bis zu einer schwindelnden Höhe treiben. Die Menge der so verfälschten medizinischen Präparate übersteigt allen Glauben. Wohlfeilheit, nicht Echtheit und Vortrefflichkeit, ist bei den gewissenlosern Verkäufern der Apothekerwaaren und Medizinen das, was sie suchen.

Wer mit der Chemie vertraut ist, kann sich vom Dasein des Betruges leicht überzeugen, wenn er Hirschhorngeist, Magnesia, kalcinirte Magnesia, Calomel oder andere gewöhnliche chemische Präparate einer chemischen Untersuchung unterwirft.

Hirschhorngeist wird nachgemacht, indem man äzenden Salmiakgeist (caustic ammonia) mit destillirten Hirschhorngeist vermischt, um den stechenden Geruch zu erhöhen, und zugleich dadurch möglich zu machen, daß er einen Wasserzuguß ertragen kann.

Thut man Weingeist zu dem verfälschten Spiritus, so entdeckt sich der Betrug sogleich; denn wenn keine bedeutende Gerinnung erfolgt, so ist die Fälschung erwiesen.

Dies ist auch der Fall, wenn der mit Salz oder Salpetersäure gemischte Hirschhorngeist nicht schnell aufbrauset.

Die Magnesia enthält gewöhnlich eine Art Kalk; er entstand dadurch, daß bei ihrer Bereitung statt weichen Wassers hartes gebraucht wurde.

Um sich über die Reinheit der Magnesia Gewißheit zu verschaffen, darf man nur zu einer Portion derselben etwas Schwefelsäure thun, welche mit zehnmal soviel Wasser verdünnt wird. Löst sich die Magnesia vollständig auf, und bleibt die Auflösung durchsichtig, dann kann man sie rein nennen, sonst aber nicht. – Oder man löse einen Theil Magnesia in Salzsaure auf, und füge eine Auflösung von basischen kohlensauren Ammonium hinzu; ist Kalk vorhanden, |372| so bildet sich ein Präzipitat; reine Magnesia dagegen löst sich ganz auf.

Kalzinirte Magnesia trifft man selten rein an. Man kann sie auf dieselbe Art wie gewöhnliche Magnesia untersuchen. Sie darf mit verdünnter Schwefelsäure durchaus nicht brausen; auch wird, wenn Magnesia und die Säure in einer Waagschale vereinigt werden, bei der Zusammenmischung keine Gewichtsverminderung eintreten. Die kalzinirte Magnesia ist übrigens sehr selten so rein, daß sie sich in verdünnter Schwefelsäure ganz auflöst; sie läßt immer einen geringen unauflöslichen Rückstand zurück, welcher hauptsachlich aus Kieselerde, die von dem zu ihrer Bereitung gebrauchten Kali herrührt. Wird die Auflösung der Magnesia in Schwefelsäure stark mit Wasser verdünnt, so darf sich bei einem Zusaz von kleesaurem Ammonium kein Präzipitat bilden.

Die Aechtheit des Calomels kann man dadurch prüfen, wenn man einen Theil mit 1/32 von salzsaurem Ammonium in zehen Theilen destillirtem Wasser kocht. Wird zu der filtrirten Auflösung kohlensaures Kali gegossen, so darf keine Präzipitation erfolgen, wenn das Calomel rein war.

Aus dieser Schrift, welche erst kurz im Buchhandel unter nachstehendem Titel: „A Treatise on Adulterations of Food and Culinary Poisons, exhibiting the fraudulent sophistications of Bread, Beer, Wine, Spirituons Liquors, Tea, Coffee, Cream, Confectionary, Vinegar, Mustard, Pepper, Cheese, Olive oil, Pickles and other Articles employed in Domestik Economy, and Methods of detecting them, by Frederic Accum. Sold by Longman, Hurst, Rees, Orme and Brown, Paternoster row, London. 1 Vol.“ erschienen ist, liefert das Repository of Arts, Literature, Fashions, Manufactures etc. publ. by Ackermann. London February and March 1820 und das Philosophical Magazine etc. by Alex Tilloch. February 1820 Auszüge, die wir ihres großen Interesse wegen hier mittheilen. Diese Aeußerungen, welche mit so vieler Lebendigkeit und Offenheit gegeben werden, verschaffen uns einen eignen Begriff von manchem englischen Gewerbsmanne, und von den zahllosen Verfälschungen, denen doch wohl das Prädikat englisch bei uns nicht zur Empfehlung oder zum Schuze gereichen wird. Da das Werk selbst für Regierungen Polizeybehörden, Aerzte, Chemiker, Apotheker, Kaufleute, Gewerbsleute etc. von großem Interesse ist, so hat sich ein Mitarbeiter dieses Journals entschlossen, eine vollständige Uebersezung zu besorgen, wovon das Nähere noch angezeigt wird. Dingler.

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Nach den Times vom Mai 1818 wurde ein Brauer, welcher solches multum und Vitriol besaß, zu einer Geldbuße von 200, und ein anderer, der capsicum (spanischen Pfeffer), Vitriol gebrauchte, in die Strafe von 20, dann 200, und wieder 200 Pfund verurtheilt.

|370|

Von dieser Wurzel werden mehrere Arten eingeführt. Die weiße (welche keine Mackeln hat, keine merkbare Bitterkeit auf der Zunge äußert, und auch in großer Dosis genommen, fast keine Wirksamkeit hat) wird nach der durch betrügerische Drogisten veranstalteten Pulverisirung mit einer Portion Brechweinstein vermischt, und zu geringen Preisen als ächte Ipekakuanha-Wurzel verkauft.

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