Titel: Tyer's Kettenpumpe.
Autor: Tyer, Georg
Fundstelle: 1820, Band 1, Nr. XXXIX. (S. 402–404)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj001/ar001039

XXXIX. Erklärung des dem Georg Tyer, Gentleman, von Hamerton in der Grafschaft Middlesex ertheilten Patentes auf eine Ketten-Pumpe. Den 2ten May 1818148).

Mit Abbildungen. Tab. IX.

Ich G. Tye erkläre, daß meine Verbesserung in der Einrichtung einer Kettenpumpe in einer Vorrichtung zur Verminderung der Reibung besteht, und durch ein besonders gebautes Stirnrad, worin die Kette läuft, so daß die Stämpel in einer weiteren Entfernung zu stehen kommen, folglich ihrer Zahl nach vermindert werden, bewirkt wird.

Fig. 1. stellt das Stirnrad dar, welches die Kette ohne Ende führt. An den Gliedern dieser Kette sind Stämpel oder Eimer befestigt, welche aus Lederstreifen verfertiget sind. Diese Stämpel oder Eimer müssen in den Raum der aufsteigenden Wassersäule A passen, und können innerhalb eines Raumes von 32 Fuß, der Höhe einer Wassersäule, auf welcher diese durch den Druck der atmosphärischen Luft in luftleerem Raume erhalten wird, in beliebiger Entfernung von einander angebracht werden; ich stelle sie indessen nach Umständen nie in eine größere Entfernung als 28 Fuß von einander, indem ich weiß, daß der Raum der aufsteigenden Wassersäule nur sehr unvollkommen luftleer ist.

|403|

Fig. 2. stellt das Rad von einer anderen Seite mit seiner Kurbel oder Handhabe dar, durch welche dasselbe gedreht wird.

Fig. 3. zeigt Form und Bau der Kette. Ich ziehe eine Kette, die aus einfachen und doppelten Gliedern besteht, welche durch Nieten unter einander verbunden sind, vor. Die Zähne des Stirnrades, welche in die Oeffnungen der doppelten Glieder der Kette fallen, führen die Kette herum, und bringen folglich die Stämpel oder Eimer durch den Raum der aufsteigenden Wassersäule in gehörigen Abständen mit einer Säule Wassers herauf. Die Stämpel werden an die Kette, wie die Gelenke derselben, befestigt, indem sie, wie die einzelnen Glieder Fig. 4. zeigen, mit Zapfen zum Annieten versehen sind. Die Kette ohne Ende muß von hinlänglicher Länge seyn, um in einige Tiefe unter die Oberfläche des Wassers hinab zu reichen. Wenn sie durch den Raum der aufsteigenden Wassersäule (der an seinem unteren Ende sich glockenförmig öffnet) durchläuft, und die Stämpel und die Wassersäule in den Wasserbehälter oder in die Cisterne hinauf führt, so lassen die Ausschnitte oder Höhlungen an dem Stirnrade die Stämpel, wahrend sie über das Rad hinlaufen, in dieselben hinein fallen. Auf diese Weise erspart man eine große Menge von Stämpeln oder Eimern, die man bisher an Kettenpumpen brauchte, vermindert die Reibung um ein Beträchtliches, und zieht eine mächtige Säule Wassers aus einer beliebigen Tiefe mit verhältnißmäßig weniger Arbeit herauf.

Bemerkungen des Patentinhabers.

Diese Pumpe schöpft in einer gegebenen Zeit mehr Wasser, als irgend eine andere bisher gebräuchliche. Sie ist vorzüglich anwendbar auf Schiffen, in Bergwerken, Brauhäusern, Ziegeleien und bei Abzugs-Canälen. Da hier eine |404| Radbewegung angebracht ist, so kann durch eine einfache Vorrichtung ein Schiff mittelst derselben sich selbst auspumpen. Wenn man diese Pumpe in Brauhäusern anwendet, so kann die siedende Würze den Stämpeln nicht schaden, und da sie keine Ventile hat, so kann sie sich auch nicht durch den Hopfen verlegen. Frost kann nicht auf sie wirken, indem das Wasser nicht in der Vorrichtung bleibt, wenn die Pumpe ruht. Aufträge empfängt Herr Stratton, Maschinist in Gutterlane, Cheapside.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. Second Series. No. CCXI. Decemb. 1819. p. 8.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: