Titel: Peckston's Gasbeleuchtungsgeräthschaften.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1820, Band 1, Nr. XL. (S. 404–414)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj001/ar001040

XL. Beschreibung einer Methode, fünf Cylinder-Retorten zur Gasbereitung in einen Ofen mit drei Feuern einzusezen, nebst Durchschnitten des hydraulischen Behälters und der Zugröhren149).

Mit Abbildungen Tab. X.

Aus Peckston's Werke über Theorie und Praxis der Gasbeleuchtungen150).

Mit einem Zusaz des Herausgebers.

Fig. 10. Tab. X.151) stellt die Retorten AAAAA von vorne als eingesezt, und im Zustande der Vollendung dar. Die beiden oberen Retorten sind ohne Deckel an ihren respektiven |405| Mundstücken, die beiden unteren und äußeren mit denselben, aber ohne das sichernde Kreuzband, dargestellt, welches an der mittleren sichtbar ist.

Das Lager dieser Retorten wird von einem aus Backsteinen aufgemauertem Bogen BB getragen. Er springt so weit vor als nöthig ist, um den Arbeitern (Stokers) Raum genug zu lassen, damit sie die Retorten füllen und herausziehen können, und eine auf zwei bis drei Füllungen hinlängliche Menge Kohlen nebst dem nöthigen Feuerungs-Materiale, Geräthe, Kitt etc. zu fassen.

Unmittelbar vorne unter den Retorten ist, statt eines Theiles des Schlußsteines des Bogens ein Behälter von Gußeisen von beiläufig vierthalb Fuß Länge und zwei Fuß Breite an seiner oberen Wand, nebst einer eisernen passenden Thüre. Der Boden dieses Behälters ist senkrecht auf dem Halbmesser des Bogens, folglich müssen seine Seiten verhältnißmäßig innerhalb dieses Halbmessers fallen. Die Oeffnung zeigt sich bei C.

Diese Oeffnung dient die rothglühenden Coks152), wenn sie aus den Retorten gezogen werden, in den Bogengang bei D fallen zu lassen,

aaa sind die Thüren an den Schürlöchern;

bbb die Thüren an den Aschenherden.

Diese lezteren sind mit drei senkrechten Schlizen von beinahe zwei. Dritteln der Lange derselben und fünf achtel Zoll Weite versehen, um der Luft freien Durchzug zu dem Feuer zu verschaffen. Die Weite dieser Schlize kann mittelst eines anderen Stückes, welches mit correspondirenden Oeffnungen |406| versehen ist, und horizontal in einem Falze in gleicher Richtung mit denselben hinschleift, vermindert, und dadurch der Zutritt der Luft so geleitet werden, wie der Arbeiter es wünscht.

ccccc sind die leitenden Röhren, welche das Gas, so wie es sich entwickelt, aus den Retorten in den hydraulischen Behälter leiten.

ddddd sind Durchschnitte der H Röhren von vorne; eben so

eeeee Durchschnitte der Zugröhren mit ihren Sätteln, durch welche sie in den hydraulischen Behälter eingebolzt sind.

E der hydraulische Behälter;

F die große Röhre um die gasartigen und übrigen entwickelten Produkte nach ihren respektiven Behältern zu leiten.

GGGG Säulen aus gegossenem Eisen, oben mit Krücken versehen, um den hydraulischen Behälter zu stüzen und zu tragen.

Fig. 11. zeigt dieselben Retorten von oben nach unten, beinahe in ihrer Mitte durchschnitten. Der hydraulische Behälter; die Leitungs- und Zugröhren sind aber in diesem Durchschnitte nicht dargestellt.

AAAAA sind die Retorten.

aaaaaa ist jener Theil des Bogens, welcher den Ofen und das Mauerwerk zunächst den Feuerherden bildet, die alle aus Gewölb-Ziegeln, welche nach Walliser Art gebrannt sind153), gebaut seyn müssen.

|407|

Die Krone des Ofens bei b ist mit Walliser Ziegeln ausgelegt.

An dem äußersten Ende des Ofens sind zwei Oeffnungen, welche in die zwei engen Züge cc führen. Diese zwei engen Züge laufen oben über dem Ofen nach der Vorderseite der Retorte, und kehren dann jeder nach dem Mittelzuge d, und wenn sie diesen erreicht haben, führt sie derselbe nach dem Hauptzuge H, in welchen er durch die Oeffnung e tritt

fff sind die Schürherde, u.

ggg die Aschenherde.

hhh sind Feuerschirme unter den untersten Retorten, um diese gegen die Einwirkung des Feuers zu schüzen.

Die beiden oberen Retorten werden ungefähr in ihrer Mitte durch Bolzen von geschlagenem Eisen getragen, welche durch den oberen Theil des Ofens eingeschoben, und, indem sie durch eine über denselben gestellte Tragstange von gegossenem Eisen durchlaufen, durch Nüsse in der erwünschten Stellung erhalten werden.

Als der Plan zu diesen Oefen anfangs eingeführt wurde, hat man die Retorten auf Lagern von gegossenem Eisen in dem Mauerwerke eingebettet: die Lager waren an ihrem oberen Ende wie eine Krücke gebildet, und stiegen bis zu jener Höhe empor, wo sie dieselben fassen konnten. Gegenwärtig sind sie außer Gebrauch, und daher auch auf dieser Tafel nicht dargestellt.

Fig. 12. zeigt den Bau der cylindrischen Retorten, wie sie in dem Ofen eingesezt sind, im Längendurchschnitte.

AA sind die Retorten; das Mundstück der unteren ist mit dem Deckel und mit dem Kreuzbande geschlossen; die obere ist ohne Deckel.

f ist der Feuerherd und zeigt die Lage der Stangen des Rostes.

g ist der Aschenherd.

|408|

Die Wirkung des Feuers ist dieselbe in diesem Durchschnitte, wie sie bereits in Fig. 10.beschrieben wurde. Die Flamme steigt, nachdem sie bereits ihre Kraft in dem Ofen geäußert hat, durch die an dem äußersten Ende der Retorte angedeutete Oeffnung auf, und geht durch den Zug gegen den Mund derselben, bis sie nach d; kommt, wo sie in den mittleren Zug eintritt, welcher parallel mit dem Zuge c läuft; dieser führt sie in den aufsteigenden Theil e, und von da in den Hauptzug H.

h ist die Leitröhre, welche die gasartigen und anderen Produkte aus den Retorten zu der H Röhre i führt, und diese leitet sie in die Zugrohre k, welche in den hydraulischen Behälter E tritt.

In diesem Durchschnitte des hydraulischen Behälters ist die Flüssigkeit, durch welche die Zugröhre geschlossen wird, bei l angezeigt, wo das Gas durchsprudelt, so wie es sich entwickelt, und längst dem oberen Theile des hydraulischen Behälters nach der Hauptröhre F (wie in Fig. 10.) seinen Weg nach dem Condensator hinnimmt.

Der hydraulische Behälter ist in diesem Durchschnitte eben so, wie in Fig. 10.gestüzt; allein statt des Bogens aus Backsteinen, um das vordere Mauerwerk zu stüzen, zeigt m nur eine Lage von Balken, um das Flöz aus gegossenem Eisen zu tragen.

n ist die Oeffnung, durch welche die Coks, wenn sie aus der Retorte genommen werden, auf den Boden o fallen. Diese Oeffnung ist mit einer eisernen Thüre versehen, welche stets geschlossen ist, außer wenn die Retorten ziehen.

Zusaz des Herausgebers.

Wir glauben unsern Lesern einen Dienst zu erweisen, wenn wir sie auf eine erst kürzlich erschienene Schrift des Herrn Accum aufmerksam machen; sie führt den Titel:

|409|

Description of the process of manufacturing Coalgas. for the lighting of streets, houses and public Buildings, with elevations, sections and plans of the most improved sorts of apparatus now employed at the Gasworks in London, and the principal provincial towns of Great-Britain; accompanied with comparative estimate, exhibiting the most economical Mode of procuring this species of Light, with seven plates. By Frederic Accum, operative Chemist. London 1819, printed by Green Leicester Street, 15, 334 S. in gr. 8.

Von diesem Interessanten Werke veranstaltet das Bertuch'sche Institut in Weimar eine deutsche Uebersezung, welche die genaueste Nachrichten über die mächtigen Fortschritte der Gasbeleuchtung in Großbrittanien giebt. Die Leipziger Literatur-Zeitung giebt in den Nummern 17 und 18 folgende beurtheilende Anzeige:

„Der würdige Verfasser derselben, unser Landsmann Accum aus Bückeburg, ist dem Publiko hinreichend bekannt aus: a practical Treatise upon Gaslight, welche Schrift in England in zwei Jahren 4 Auflagen, und in das Deutsche übersezt 2 Auflagen in kurzer Zeit erlebte. Das vorliegende Werk kann, obgleich es der Titel nicht andeutet, als eine Fortsezung des eben genannten betrachtet werden. Der Verf. liefert hier, mit rühmlichem Fleiß und deutlichem Vortrage in einem zierlichen Gewande die neuern Vervollkommnungen des Gasbeleuchtungs-Apparats. Er war, vermöge der Verbindungen, in welchen er mit diesem Geschäfte steht, so glücklich, die neuen Erfindungen aus den vorzüglichsten Gaswerken Englands mitgetheilt zu erhalten. Das Verdienst dieser Schrift besteht daher zum Theil in der klaren und deutlichen Mittheilung fremder Erfahrungen, zum Theil in der Bekanntmachung eigener, so wie in der richtigen theoretischen |410| Behandlung beider. Unter den Männern, welche sich um die Vervollkommnung der Gasbeleuchtung in Britannien ausgezeichnet verdient machen, müssen wir, wie es vorliegendes Werk beweist, ausgezeichnet des Herrn Clegg Erwähnung thun. Bei weitem der größte Theil der in dieser Schrift bekannt gemachten neuen Apparate und Maschinen sind sinnreich von ihm erfunden. Mit wahrem Vergnügen werden die Leser, denen dieses Werk gewidmet ist, die so mannigfaltigen Fortschritte in der Bereitung und Anwendung des Steinkohlengases kennen lernen. Man muß erstaunen, wie viel hier in wenigen Jahren geschehen ist. Die frühere Schrift des Verfassers war mehr theoretisch; die vorliegende ist vorzüglich praktisch. Hätten wir etwas an lezterer zu tadeln, so wäre es, daß sie einige schon ganz bekannte Gegenstände aus der frühern Schrift, z.B. über die Natur des Gaslichts, über die Theorie der Gaslichterzeugung, Classification der Steinkohlen und dergleichen mehr wiederholt. Wahrscheinlich nahm der Verfasser in dieser Hinsicht an, die Leser der neuen Schrift seyen mit dem Inhalte der ältern nicht bekannt. Wir glauben demungeachtet, daß beide Werke in Verbindung von demjenigen, welcher sich mit der Gasbeleuchtung genau und bis zu eigener Ausführung bekannt machen will, müssen gelesen werden.

Wir wollen nun eine gedrängte Anzeige des Inhalts dieser wichtigen Abhandlung, nachfolgen lassen.

Erster Abschnitt. Von den Vortheilen der Kunst, mit Steinkohlengas zu beleuchten. II. Erklärung des Prozesses, sich Licht durch Steinkohlengas zu verschaffen, nebst der Theorie des Gaslichts. Wir erfahren in diesen beiden Abschnitten, daß allein in London 288 englische Meilen lang Gasröhren liegen, 500,000 Gaslichter brennen, und einiges Neue über die Erzeugung der Wärme durch brennendes Steinkohlengas. |411| Das übrige ist bekannt. III. Classifikation der Steinkohlen (ziemlich unvollkommen und ganz wie in treatise upon Gaslight) und über die Menge des aus verschiedenen Arten der Steinkohlen zu erhaltenden Gases. Das bis jezt durch verbesserte Apparate erhaltene größeste Quantum ist: aus einem Chaldron = 2700 Pfund Cannelkohlen 19,890 Cubikfuß. IV. Gestalt und Inhalt der ursprünglich gebrauchten Retorten. Es sind theils Cylinder, theils Kästen, theils platt gedruckte Cylinderretorten. Leztere scheinen den Vorzug zu verdienen. Die zweiten sind ganz zu verwerfen. Es ist besser, die Retorten geradezu mit Steinkohlenfeuer zu umgeben, als durch Züge die Flamme allein auf sie wirken zu lassen. V. Unterschied zwischen der Menge des Gases, welche sich während der verschiedenen Perioden der Steinkohlendestillation entwickelt. Die stärkste Gasentbindung erfolgt in der ersten Stunde; doch ist es vortheilhafter, die Retorten acht Stunden lang im Feuer zu erhalten, als mit sechs Stunden aufzuhören. VI. Ueber die in Retortenöfen am besten anzuwendende Temperatur. Sie muß bei verschiedenen Arten der Steinkohlen verschieden angewendet werden. VII. Ueber die neu eingeführten horizontalen Drehretorten. Sie sind von Herrn Cleggs Erfindung, finden sich in der Königlichen Münze in London, und geben, da sie den größten Theil des erzeugten Theeres mit zersezten, beinahe ein Drittheil Gas mehr als die Cylinderretorten, gewähren auch sonst große Vortheile in Hinsicht der größeren Menge Coacks, Ersparung an Zeit und Arbeitslohn und dergl. mehr. VIII. Von den Waschmaschinen. Dieser Abschnitt macht uns mit einer neuen vorzüglichen Waschmaschine, so wie mit einem von Clegg erfundenen Prüfungsapparate für die Reinigkeit des gewaschenen |412| Gases bekannt. IX. Von den Gasbehältern. Hier lernen wir zwei neue sehr vorteilhafte, den drehbaren und den sich zusammenfaltenden Gasbehälter kennen. Die ältern specifischen Gewichtsapparate an den Gasbehältern sind abgeworfen, und statt deren ist ein von Clegg scharfsinnig ausgedachter Regulator zum gleichförmigen Ausströmen des Gases in die Hauptröhren und Lampen eingeführt worden. Receus. macht die Hüttenleute auf diesen Regulator als bei den Gebläsen brauchbar, aufmerksam.

X. Von dem Gasvermesser; ein vortreffliches, abermals dem Genie Clegg's zu verdankendes, Gasinstrument; eine wahre Gasuhr. Es giebt auf das genaueste jede Menge erzeugten und verbrauchten Gases an; dient dem Gasmanufakturisten sowohl, als dem Käufer des Gases als Maaß; macht einen Aufseher der Gaswerke, und treibt durch seine Kraft die Welle einer Reinigungsmaschine. Die lezten beiden Abschnitte machen uns auch noch mit einem Sicherheitsventil neben dem Gasbehälter, so wie mit einem Behälter zur Aufsammlung des sich etwa in den Gasröhren anhäufenden Wassers bekannt. XI. Ueber die Anwendung des Regulators und Gasvermessers; vorzüglich das Praktische als Anweisung für die Arbeiter enthaltend. XII. Von den Haupt- und Nebengasröhren. Enthält wichtige Anweisungen über die Durchmesser, Zusammensezungsart, über das Legen der Haupt- und Nebenröhren, so wie über ihr Gewicht und ihre Gestalt. XIII. Von den Gaslampen. Hier sind einige neue, als die Fächerlampe und der auf- und niederzuziehende Kronleuchter für Theater angegeben, auch Erfahrungen über die Menge des für verschiedene Lampen nöthigen Gases und dergl. mehr mitgetheilt worden. XIV. Ueber die Leuchtkraft des Steinkohlengases, |413| und die Ventilirung der Zimmer, in welchen eine zu große Wärme durch Gaslichter erzeugt wird. Vermöge der bewährtesten Erfahrungen ergiebt es sich, daß 1/2 Cubikfuß Steinkohlengas aus Newcastlekohlen so stark in einer gegebenen Zeit leuchtet, als ein Talglicht (6 auf das Pfund). Uebrigens weicht die Leuchtkraft des Gases vermöge der Art der Steinkohlen und der Zubereitung des Gases beträchtlich ab. XV. Von dem Gase aus Steinkohlentheer und fetten Oelen. Die aus beiden Substanzen zu gewinnenden Gasarten leuchten stärker als Steinkohlengas. Sie enthalten eine größere Menge ölgebendes Gas, und ihre Bereitung ist für manche Localverhältnisse sehr zu empfehlen. Vermöge des Rec. eigenen Erfahrungen kann in Deutschs land das Leindlgas vorteilhaft zur Beleuchtung des Billards und dergl. mehr angewendet werden.,

XVI. Dieser lezte Abschnitt erhält außer dem Bekannten über Steinkohlentheer, Pech und Oel, genaue Anweisungen zu der Bereitung des kohlensauren Ammoniaks und des Salmiaks aus dem flüssigen Steinkohlendestillate.

Eine besondere Erklärung der sieben schönen Kupfertafeln des Werkes und ein Register schließen das Werk, dem noch eine Preisliste der Gasapparate und ihrer einzelnen Theile, wie man das Alles in London haben kann, angehängt ist. Ein vollständiger Gasapparat von der neuesten besten Art, welcher in 24 Stunden 66,000 Cubikfuß Gas liefert, kostet freilich 7079 Pfund Sterlings.“

Da man in Deutschland nicht überall gute, zur ergiebigen Gaserzeugung geeignete Steinkohlen hat, so bringe ich bei dieser Gelegenheit einen schon längst gemachten Vorschlag wieder in Erinnerung; daß man nämlich da, wo die Gasbeleuchtung wegen Mangel an brauchbaren Steinkohlen nicht auszuführen ist, sich des Holzes bediene. Das Holz giebt |414| bekanntlich beim Verkohlen im geschlossenen Raume gekohltes Wasserstoffgas, Theer und Holzsäure. Da aber das Gas, das aus dem Holze gewonnen wird, nicht so stark wie Gas aus guten Steinkohlen leuchtet, so kann man diesem Mangel sehr leicht dadurch abhelfen, daß man von dem bei dem Verkohlen des Holzes erhaltenen Theer jedesmal einen Theil mit in die Verkohlungsretorte thut, und ihn mit dem Holze verkohlt. Auf diese Art erhält das durch die Holzverkohlung gewonnene Gas dieselbe Beleuchtungsfähigkeit, wie das aus den besten Steinkohlen gewonnene Gas. Die bei dieser Verkohlung in großer Menge erhaltene Holzsaure läßt sich fabrikmäßig auf reine Essigsäure und auf mehrere essigsaure Salze bearbeiten, für die sich in den Kattun-Druckereien, Färbereien, in der Pharmacie, und in vielen andern Gewerben, so wie in Haushaltungen hinlänglicher Absaz findet. Die Einrichtung zur Erzeugung des Gases aus Holz ist dieselbe, wie zu dem aus Steinkohlen; blos die Verkohlungsretorten müßten etwas weiter und länger seyn. Hat man bei der Verkohlung nicht zur Absicht, die Holzsäure für sich oder als solche zu gewinnen, so leitet man das Destillat gleich von der Retorte in die Kalkmilch, wo man holzsauren Kalk erhält, von dem sich der Theer konsistenter absondert; wenn man aber die Holzsäure für sich gewinnen will, denn läßt man das Destillat durch eine Kühlgeräthschaft in ein Reservoir gehen, von dem aus das Gas durch Kalkmilch und von da in den Gazometer geleitet wird. Es wäre zu wünschen, daß sich jemand mit der Gaserzeugung aus Holz und dem dabei zu gewinnenden Theer durch Versuche im Großen befaßte, und die Resultate durch genaue und verläßliche Berechnungen bekannt machte, wobei die zu verwendende Holzarten nach dem kubischen Gehalte zu bestimmen, so wie auf die Stärke der Holzsäure und auf die Menge der dabei zu gewinnenden Holzkohlen Rücksicht zu nehmen wäre.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures and Agriculture. II. Series. N. CCXIII. p. 165. Febr. 1820

On the Theory and Practice of Gas-Lighting etc. Es wäre zu wünschen, daß dieses Werk ins Deutsche übersezt würde. Dingler.

|404|

Auch im Originale Tafel X.

|405|

Man wird dem Uebersezer die Aufnahme dieses englischen Wortes in die deutsche Sprache verzeihen, da diese bisher noch keines für die entschwefelten und entwasserstofften Steinkohlen besizt. Anm. d. Uebers.

|406|

„Of Welch-fire and arch-bricks.“ Wir wissen auf dem festen Lande nicht, wie die Ziegel im Walliser Lande (in dem englischen Walliser Lande) gebrannt werden. Wahrscheinlich sind es besser gebrannte Ziegel, als diejenigen, aus welchen wir, selbst in Hauptstädten, Gebäude aufführen, die über Nacht zusammenstürzen; feuerfeste Ziegel. Anw. d. Uebers.

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