Titel: Young über Bereitung des Opiums in Großbritannien.
Autor: Young, Johann
Fundstelle: 1820, Band 1, Nr. XLIV. (S. 429–439)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj001/ar001044

XLIV.  Ueber Bereitung des Opiums in Großbritannien.

Von Johann Young, Mitgliede des Kollegiums der Wundärzte in Edinburgh163).

Aus dem
Edinburgh Philosophical Journal 164).

Im Sommer des Jahres 1817 bestellte ich ein kleines Feld mit Mohn, welches ungefähr 20,000 Pflanzen von |430| Papaver somniferum Linn enthielt. Ich wählte mir daraus zwei Beete, welche einen Fall und vierzehn Quadrat-Yards165) betrugen, um zu sehen, wie viel ich darauf Opium gewinnen würde. Ich sammelte das Opium von jenem Theile, welchen ich zum Versuche bestimmte, eigenhändig, und ließ das Uebrige von Arbeitern, die ich dazu anstellte, einsammeln. Ich sammelte von dem milchichten Safte binnen einer Stunde soviel, als einem Quentchen festen Opiums gleich kommt; da es aber meine Berufsgeschäfte mir nicht gestatteten, regelmäßige Aufsicht über die Arbeitsleute zu führen, so sammelten sie auch nicht so viel, als ich von ihnen erwartete. Ich überzeugte mich jedoch, daß sie ungefähr ein Quentchen in einer Stunde sammeln konnten.

Ich hatte meinen Mohn auf dreierlei Art angebaut. Einen Theil warf ich auf Beete aus, und ließ einen drei Fuß weiten Weg dazwischen; nachdem die Pflänzchen ungefähr zwei Zoll hoch waren, verdünnte ich sie so, daß sie ungefahr |431| vier bis fünf Zoll weit von einander zu stehen kamen. Einen anderen Theil baute ich auf drei Fuß breite Beete reihemäßig so, daß sechs Reihen auf ein Beet kamen, und sechs Zoll zwischen den Pflanzen leer waren. Einen dritten zwischen Reihen von Spargel, so daß zwischen zwei Reihen Spargel zwei Reihen Mohn kamen, und acht Zoll zwischen jeder Reihe und sechs Zoll zwischen den Pflanzen blieben; zwei Fuß vier Zoll zwischen jeder Doppelreihe von Mohn blieben für den Spargel.

Auf die erste Weise erhielt ich blos eine Kapsel, auf die zweite zwei, und drei auf die dritte.

Nachdem ich mich überzeugte, daß der weiße Mohn, wenn er nach weiter Drill-Art, die ich später annahm, gebaut wird, nicht nur mehr, sondern auch größere Kapseln giebt, als wenn er blos ausgeworfen, dicht gesäet, (broad cast 166)) oder in engen Reihen gepflanzt wird; so ward es mir auch bald klar, daß man auf jene Weise sich viele Mühe und Arbeit erspart; denn es kostet eben so viel Zeit, den Saft aus einem kleinen Mohnkopfe zu sammeln, als man bedarf, um dreimal so viel aus einem größeren Kopfe zu erhalten.

Da die Pflanzen zwischen dem Spargel mehr Raum zu wachsen hatten, so hatten sie nicht bloß mehr Kapseln, sondern diese waren auch größer, als an jenen, die dicht gesäet waren, oder in engen Reihen auf den Beeten standen; und da Früh-Erdäpfel, die auf einem Stücke Grundes neben meinem Mohne gebaut wurden, noch ehe, als dieser anfing |432| zu blühen, schon für theures Geld verkauft wurden, so nahm ich mir vor im nächsten Jahre dieselbe Menge Opium, die ich dies Jahr von einem Stücke Landes, das lediglich mit Mohn besäet war, erhielt, mit Früh-Erdäpfeln zugleich zu erndten.

In dieser Absicht wählte ich mir im Jahr 1818 ein Stück Landes, das sehr gut gearbeitet, und reichlich mit Pferdemist gedüngt war, um Früh-Erdäpfel in vier Fuß weiten Reihen in demselben zu bauen. Ich ließ erst Furchen ziehen, in diese den Dünger einschlagen, dann die Schlinge ungefähr neun Zoll weit auf den Dünger fallen, und mit der Haue bedecken. Die Erdäpfel wurden in der ersten Woche des Hornungs gelegt, und der Mohn ungefähr um die Mitte Aprils in den Mittelraum zwischen die Erdäpfel-Reihen gesäet, so daß zwei Reihen Mohn auf jeden Mittelraum und zwölf Zoll zwischen diese Reihen kamen. Nachdem die Mohnpflanzen ungefähr zwei Zoll hoch waren, wurden sie zuerst mit der Haue verdünnt, und dann mit der Hand, so daß eine Pflanze acht Zoll weit von der anderen stand.

Auf diese Art zog ich eine Erndte von Früh-Erdäpfeln, die 36 Bolls auf den Acre betrug167). Obschon die Erdäpfel, ehe das Einsammeln des Opiums beginnen kann, bereits zum Gebrauche reif sind, so kann doch die ganze Erndte, die sie gewähren, nicht ehe vollends ausgenommen werden, bis nicht das Einsammeln des Opiums ganz vorüber |433| ist. Die Früh-Erdäpfel bilden blos einen dünnen Stamm; wo aber der Grund sehr fruchtbar ist, breiten sich einige derselben über das Beet hinaus; indessen können sie leicht auf die Seite geschoben werden, so daß der Opiumsammler die Beete durchstreifen kann, ohne dieselben zu zertreten.

Da die Mohn-Pflanzen dies Jahr weiter standen als im vorigen, so trug im Durchschnitte jede derselben vier ausgewachsene Kapseln, manche sogar trieben bis acht, und ich sammelte diesen Sommer ungefähr zwei Quentchen festes Opium in einer Stunde, während ich im vorigen Jahre in derselben Zeit nur ein Quentchen bekam.

Wenn man annimmt, daß ein Acre auf dieselbe Weise, wie das Stück Landes, auf welchem ich meinen Versuch gemacht habe, bestellt worden wäre, so würde der Ertrag an Opium 57 Pf., 9 1/2 Unz., 43 Grane festes Opium gegeben haben, gerade noch einmal so viel, als ich im vorigen Jahre erntete. Indessen muß auch der Umstand, daß der Sommer des Jahres 1818 weit günstiger war als der vorhergehende, bei dem Gelingen dieses Versuches mit in gehörigen Anschlag gebracht werden. Die Menge des zu gewinnenden Opiums hängt also großen Theils von der Güte des Sommers ab167): wenn man jedoch das Resultat vom Jahr 1818 mit jenem vom J. 1817 vergleicht, so wird man, so ungünstig auch der Sommer vom J. 1817 gewesen ist, es hinlänglich erwiesen finden, daß meine Methode Opium zu sammeln und zu |434| erzeugen, einen entschiedenen Vorzug vor jeder anderen bisher empfohlenen Weise besizt.

Da mein Mohn in der Mitte Aprils gesäet wurde, so war er Mitte Julius zum Schröpfen (bleeding, Aderlassen!) reif.

Um die Einschnitte gehörig zu machen, bediente ich mich eines Messers mit doppelter, an der Schneide gewölbter Klinge, und bedeckte dieselbe ganz mit Siegelwachs, so, daß nur soviel an der Schneide unbedeckt blieb, als nöthig war um die äußere Rinde der Kapsel zu verwunden, ohne in die Höhle derselben selbst einzudringen. Hiermit mache ich nun einen oder mehrere Doppelschnitte, je nachdem der Mohnkopf groß ist, und zwar zuerst der Länge nach, dann schief aufwärts vom Stängel. Diese Operation beginnt ungefähr eine Woche nach dem Abfallen der Blumenblätter, wo die Kapseln, wenn man sie drückt, einen eigenen Grad von Härte zeigen.

Das Instrument, dessen ich mich bediene, besteht aus zwei gewölbt schneidigen Scalpellen, die an ihrer Klinge bis auf ungefähr ein Sechzehntel Zoll von der Schneide mit Siegellack bedeckt, und an dem Griffe mit gewichsten Faden umwunden sind; beide Scalpelle verbinde ich an den Griffen durch neuerdings um sie gewundene Fäden, und halte dadurch ihre Klingen ungefähr einen halben Zoll von einander entfernt. Es ist einleuchtend, daß die Klingen nur deßwegen mit Siegellack bedeckt sind, um zu hindern, daß sie nicht zu tief, nicht in die Höhle der Kapsel, eindringen: man kann dasselbe leicht wegnehmen und leicht auflegen, wenn die Messer wieder geschliffen werden müssen. Man hat indessen vorgeschlagen, die Klingen in dieser Hinsicht mit einer metallnen Scheide oder mit einem Wächter zu versehen, und zugleich an dem anderen Ende mit einem Bürstchen, um den |435| milchichten Saft mit demselben aufzusammeln. Die Klinge sollte drei Zoll lang seyn.

Wenn die Kapsel auf die angegebene Weise hinlänglich geschröpft ist, schneide ich dann mit einem scharfen Messer die Narbe (oder den Stern) nebst einem dünnen Streifchen der äußeren Rinde der Kapsel um denselben weg, und erhalte durch diesen lezten Einschnitt mehr Saft als durch das Schröpfen an den Seiten der Kapsel.

Dies ist die Methode, deren ich mich bediene den milchichten Saft des Mohnes im flüssigen Zustande zu sammeln; sie ist wesentlich von jeder andern bisher versuchten verschieden, und in ihr ist der Grund gelegen, warum ich in meinen Versuchen glücklicher war als jeder andere.

In meinem Schreiben an Dr. Duncan über das Lactucarium oder Lattich-Opium, welches in der zweiten Ausgabe seiner Beobachtungen über Lungensucht (Observations on Pulmonary Consumption) abgedruckt ist, schlug ich vor, das Opium mittelst eines Badeschwammes zu sammeln. Als ich aber das Opium nach dieser Methode zu sammeln begann, fand ich gar bald, daß es auf diese Weise nicht gelingen wollte; denn, obschon der Badeschwamm den Saft weit besser einsaugt als Dr. Howison's Flasche, so kann man doch denselben nicht wieder vollkommen auspressen, indem der Schwamm die Bestandtheile des milchichten Saftes trennt oder gleichsam zersezt, die harzigen Theile an demselben hängen bleiben, und seine Poren gar bald verstopfen. Ich nahm daher zu meinem Gebrauche ein gemeines kleines Haarbürstchen, wie es die Mahler haben, und das im Handel unter dem Namen Sashtool vorkommt. Es entspricht seinem Zwecke auf das vollkommenste, und damit sammelte ich nun den milchichten Saft sowohl an jenen Pflanzen, die Wind und Regen zur Erde niedergeworfen hatte, als an denjenigen, die aufrecht |436| standen. Ich versuchte ein Bürstchen von Kemmelhaar168), fand aber bald, daß man gegen die Anwendung derselben eben das sagen kann, was vom Badeschwamme gilt. Die gemeinen Sash-tool-Bürstchen, an der Spize etwas zugerundet, ohne jedoch zu sehr abgestuzt zu werden, ziehe ich allen übrigen vor.

Um einen Versuch zu machen, sezte ich mich eines Morgens eine halbe Stunde lang dem Regen aus, und machte während desselben meine Einschnitte und sammelte mein Opium. Der Versuch gelang eben so gut, als ob es nicht geregnet hätte, und ich fand keine andere Inconvenienz bei demselben, als daß ich naß wurde, und zu meinem Opium noch obendrein etwas Wasser erhalten hatte.

Wenn das Bürstchen hinlänglich mit Saft gefüllt ist, kraze ich dasselbe an der Kante eines zinnernen Fläschchens ab, das der Sammler an seiner Brust hängen hat, und welches mehr zu fassen vermag, als er den ganzen Tag über einsammeln kann.

Dieses Fläschchen muß quer über seine Mündung einen Streifen Zinn haben, um das Bürstchen daran abzukrazen, und den milchichten Saft zu bewahren. Es muß 6 Zoll lang, vier breit, und an seiner Mündung einen Zoll weit seyn.

Die Opiumsammler folgen den Schröpfern auf dem Fuße nach. Ein Schröpfer kann zwei Sammler beschäftigen, und, versteht er anders sein Messer recht zu führen, gar wohl drey. Wo ich beide Operationen selbst vornahm, hielt ich das Messer zwischen dem Daumen und dem Zeige- und Mittelfinger und das Bürstchen zwischen dem Ring- und kleinen |437| Finger der rechten Hand, während ich mit her linken Hand die Mohn-Pflanze an ihrem Stängel hielt.

Der gesammelte Saft wird später durch Verdünstung in flachen irdenen Schüsseln zu Kuchen oder Kugeln geformt. Man stellt ihn in ein geschlossenes Seitenstübchen, rührt ihn, während seine wässerigen Bestandtheile verdünsten, zuweilen um, und bewahrt ihn hernach in Blasen auf.

Die zum Einsammeln des Opiums nöthigen Operationen können nicht öfters als dreimal in der Woche an einer und derselben Kapsel mit Vortheil vorgenommen werden; denn es fließt nicht mehr Saft aus einer Wunde, als man unmittelbar einsammeln kann, und die Pflanze bedarf wieder einer gewissen Zeit, um neuen Saft zu erzeugen. Uebrigens ist es klar, daß man auf einem großen Felde stets eine Menge von Händen beschäftigen kann, bis die Mohnköpfe gänzlich aufhören Milch zu geben. Ein Acre wird zwölf Sammler und sechs Schröpfer dreißig Tage lang in steter Thätigkeit erhalten. Diese Anzahl von Arbeitern wird in einem Tage nur den dritten Theil des Opiums eines Acre sammeln, und bis sie denselben ganz durchgesammelt haben, werden die Kapseln an jener Stelle, wo sie ihre Arbeit begonnen haben, zur Wiederholung des Schröpfens eben wieder tauglich geworden seyn, so daß, wenn der Milchsaft aufhört zu fließen, bereits fünfmal dieselbe Operation an jeder Kapsel vorgenommen worden ist169).

Wenn man annimmt, daß zwölf Sammler zehn Stunden im Tage arbeiten, und jeder derselben dritthalb Unzen sammelt (nämlich so viel Saft als nöthig ist, um aus demselben diese Menge festen Opiums zu erhalten), so werden sie in dreißig Tagen sechsundfünfzig Pfund Opium auf einem Acre gesammelt haben.

|438|

Ein Acre Landes, nach meiner Methode mit Mohn bestellt, wird 100 Pfund Mohnsaamen tragen, und hieraus können 375 Pfund Oeles gepreßt werden.

Obschon man den Ertrag einer solchen Ernte noch nicht im Großen klar und fest berechnen konnte, so mag doch Folgendes als die Schäzung des Ertrages eines Acre nach dem wirklichen Resultate meines Versuches dienen:


Schäzungswerth des Ertrages eines Acre.


50 ℔ Opium zu 36 Shilling 100 ℔ Sterl. 16 Sh. –
36 Bolls Früh-Erdäpfel zu 24 Shill. 43 ℔ Sterl. 4 Sh. –
250 ℔ Oel, kaltgepreßt, zu 1 Shill. 6 D. 18 ℔ Sterl. 15 Sh. –
125 ℔ Oel, warm gepreßt, zu 6 D. 3 ℔ Sterl. 2 Sh. 6 D.
500 Oelkuchen, das Hundert zu 18 Shill. 4 ℔ Sterl. 10 Sh. –
–––––––––––
Ausgaben: 170 ℔ Sterl. 7 Sh. 6 D.
60 ℔ Sterl. – Sh. – D.
–––––––––––
Reiner Ertrag: 110 ℔ Sterl. 7 Sh. 6 D.

Man kann aber auch so rechnen:

56 ℔ Opium zu 17 Sh. 6 D. 49 ℔ 0 Sh. 0 D.
36 Bolls Erdäpfel zu 24 Sh. 43 ℔ 4 Sh. – D.
250 ℔ Oel, kalt gepreßt zu 1 Sh. 6 D. 18 ℔ 15 Sh. – D.
125 ℔ do. warm zu 6 D. 3 ℔ 2 Sh. 6 D.
500 ℔ Oelkuchen zu 18 Sh. das Hundert 4 ℔ 10 Sh. – D.
–––––––––––
Auslagen: 118 ℔ 11 Sh. 6 D.
60 ℔ – Sh. – D.
–––––––––––
Reiner Ertrag: 58 ℔ 11 Sh. 6 D.
|439|

Opium kostet bei den Londoner Großhändlern gegenwärtig (May 1819) 17 Sh. 6 D. das Pfund, welches mit 8 Sh., 8 D. auf das Pfund Aufschlag, 1 ℔ Sterl. 6 Sh. 2 Pf. pr. Pfund beträgt. Sie geben es den Apothekern zu 36 Sh., welches der gegenwärtige Preis dieses Artikels in London ist. Dieser Preis wechselt übrigens so sehr, daß er vor ungefähr 12 Jahren 84 Sh. das Pfund war; selten fällt er auf 24 Sh. herab.

Kann das Opium und die Früherdäpfel bis Mitte Augusts abgeerntet werden, so kann man eine zweite Erdäpfel- oder Turnips-Ernte gewinnen, die zu 30 Pf. geschäzt wird.

Vergleichende Uebersicht der Versuche der Herren Ball, Howison und Young zur Bestimmung der in Brittannien zu erzeugenden Menge Opiums.

Textabbildung Bd. 1, S. 439

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. II. Series. N. CCXIII. Febr. 1820. p. 175.

Wir liefern diese Uebersezung blos um zu zeigen, wie weit die Engländer und noch mehr die schwärmerischen Schotten, speculiren, und wie sehr sie oft falsch speculiren. In England Opium gewinnen wollen, ist eben so viel, als bei uns in Baiern, um Augsburg und München, Wein bauen wollen. Non omnis fert omnia tellus! Das schottische Opium wird dem Orientalischen eben so sehr nachstehen müssen, als der herbe Landshut er Hofberger dem Würzburger u. dieser dem Tokaier, dem Frontignan, dem Malaga und dem Vend di Castello; als der Nürnberger Sandgut-Tobak dem türkischen Blatte und dem seinen antillen Canaster. Es hat auch deutsche Landwirthe und deutsche Aerzte gegeben, welche deutsches Opium erzeugen und verschreiben wollten; allein die Erfahrung zeigt sehr bald, daß deutsches Opium anders wirkt, als orientalisches; daß andere Dosen dieses neuen Arzenei-Mittels nöthig sind u. d. gl. Man mußte also, wollte man sich des deutschen Opiums, als Arzeneimittel, bedienen, wieder eine Reihe von Jahrhunderten in versuchen mit demselben hinbringen, um zu jener Sicherheit in der Anwendung zu gelangen, die wir uns nur durch eine Reihe von Jahrhunderten im Gebrauche des orientalischen Opiums erwarten konnten. Ueberdies ist auch der Gebrauch des Opiums, da der Brownianismus in der Medizin so ziemlich wieder aus der Mode gekommen ist, sehr beschränkt geworden, so daß schwerlich großer Gewinn vom Baue des Mohnes auf Opium und von Erzeugung des lezteren zu erwarten steht. Selbst vom Baue auf Oel läßt sich bei uns nicht jener Gewinn erwarten, der im südlichen Europa, besonders in Ungarn, statt hat, wo die Mohnköpfe die Größe einer Manns-Faust und darüber erreichen. In Persien hält ein einziger Mohnkopf über ein Quart.

Anm. d. Uebers.

|430|

Ein Fall ist 324 engl. □ Fuß; ein Grad hat 2,89 Wiener Fuß, oder 2 Fuß 10 7/11 Zoll. Anm. d. Uebers.

|431|

Broad cast heißt im Landbaue eigentlich: weit gesäet, in weitem Wurfe; hier auf den Mohn augewandt, muß es aber dicht gesäet heißen; denn für den Mohn ist auch der weite Wurf noch zu dicht. Anm. d. Uebers.

|432|

Ein englischer Morgen oder Acre Landes beträgt 1125 Wiener Klafter. Ein Boll, oder richtiger geschrieben Bole, ist soviel als 6 Bushels; Bushel ist aber = 0,5734 Wiener Mezen, deren das Baiersche Schaff 3,6212 hält. Der Wiener Mezen hält 1,9471 Wiener Kubikfuß. Der Baiersche Fuß ist aber 0,923 des Wiener Fußes. Anm. d. Uebers.

|433|

Nicht bloß die Menge, sondern auch die Güte. Je heißer und trockener der Sommer, desto besser, d.i. stärker, muß das Opium werden. Da es nun bei uns, auch im besten Sommer, nie so heiß ist, wie im Oriente, so kann auch im wärmsten Sommer unser Opium nie dem orientalischen gleich kommen. Anm. d. Uebers.

|436|

Gewöhnlich Kamehlhaar: das Haar kommt aber nicht vom Kamehle, sondern von der Angora-Ziege, Kemmel genannt. Anm. d. Uebers.

|437|

Dieß giebt aber nur 15 Tage Arbeit. Anm. d. Uebers.

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