Titel: Wirkung des Eisens auf Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1820, Band 1, Nr. XXXVII./Miszelle 8 (S. 377–378)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj001/mi001037_08
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Wirkung des Eisens auf Wasser138).

Guibourt hat durch eine Reihe von Versuchen dargethan, daß das Eisen die Eigenschaft besizt, das Wasser bei der gewöhnlichen Lufttemperatur zu zersezen, indem es sich mit dem Sauerstoffe desselben verbindet, und den Wasserstoff frei macht. Die Zersezung erfolgt sehr schnell, wenn das Eisen dem Wasser eine große Oberfläche darbietet. In diesem Falle erhöhet sich die Temperatur beträchtlich, und die Wasserzersezung und Oxydation des Eisens erfolgt um so rascher, je beträchtlicher die Warme ist, welche sich dabei entwickelt, Uebrigens ist es bekannt, daß sich das reine Eisen weder in wasserfreier Luft, noch in luftfreiem Wasser oxydiren kann, und daß die Oxydation nur dann schnell erfolgt, wenn Wasser und Luft gleichzeitig auf das Eisen einwirken.

Nobiquet hat sich durch Versuche überzeugt, daß das schwarze Eisenoxyd, welches durch diese Einwirkung des Wassers bei der gewöhnlichen Temperatur gebildet wird, gar nicht verschieden ist von dem, welches durch Einwirkung des Wasserdampfes auf rothglühendes Eisen entsteht. Man weiß, daß dieses Oxyd zusammengesezt ist aus einem Massentheil Protoxyd und einem Massentheil Peroxyd. Das octendrische Eisenerz der Mineralogen stellt genau dieselbe Zusammensezung dar.

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Journal de Pharmacie. Juny 1818

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