Titel: [Aubele's Beschreibung einer Falle.]
Autor: Aubele, Lorenz
Fundstelle: 1821, Band 4, Nr. XX. (S. 179–180)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj004/ar004020

XX. Beschreibung einer Falle, durch die man alle Gattungen Raubthiere mittelst lebendiger Lockspeise lebendig fangen kann. Von Lorenz Aubele in Elze, k. b. Landgericht Unter-Günzburg.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Diese Falle hat vor den gewöhnlichen den großen Vorzug, daß bei ihr keine Spring- und Schlagfedern angebracht sind, wodurch bei dem Richten die Gefahr beseitigt ist, Hände oder Füße hinein zu bringen und vor Verlezungen zu bewahren, welches bei den gewöhnlichen sogenannten Schlageisen aus Unvorsichtigkeit schon oft geschehen ist. Auch wird hier das Lockthier lebendig eingesperrt, das man darinnen auf längere Zeit durch Fütterung erhalten kann.

Fig. 14. Tab. II. zeigt diese Falle in ihrer ganzen Zusammenstellung. a ist die Fallthüre zu dem Käfig, in welchem das Raubthier gefangen werden soll. Diese ist vermittelst eines Seiles b, welches über die Rolle c läuft, und an dem Sperrhacken d befestigt ist, aufgezogen; der Sperrhacken d wird durch einen andern e, welcher in den Käfig hineingeht, und an dessen unterm Ende ein Querstük f sich befindet, festgehalten, damit die Fallthüre offen stehen bleibt. An dem entgegengesezten Ende befindet sich eine kleinere Abtheilung g, worin das lebendige Lockthier eingesperrt wird. Dieses Thier wird von der Seite h, wo sich eine Thür befindet, hineingelassen. Sobald das Raubthier die Lockspeise wittert, läuft es um die Falle um es zu bekommen, wo es denn am Ende zur Fallthüre hineinschlüpft, und inwendig an den Sperrhacken stößt, wodurch die Fallthüre augenbliklich niederfällt, und das Raubthier so gefangen ist.

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Diese Falle muß entweder ganz von Eisen gemacht, oder doch von innen so mit Eisen verwahrt werden, daß sich das Raubthier nicht heraus beißen kann. Der kleine Käfig, in dem das Lockthier aufbewahrt ist, muß so eng vergittert seyn, daß es den Kopf nirgends hinausstrecken und von dem Raubthier nicht umgebracht werden kann, um es noch zum weiten Gebrauch verwenden zu können.

Fig. 15. zeigt die Seite h, oder eigentlich die Thür derselben, durch welche man das Lockthier hineinläßt; i ist ein kleines Thürlein, um dem Thier das Futter zu reichen.

Fig. 16. zeigt zu mehrerer Deutlichkeit die Fallthüre mit den daran befindlichen Sperrhacken im geometrischen Aufriß. k ist die Fallthüre, l das Seil, m die Rolle, n der erste, und o der zweite Sperrhacken42).

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Durch eine solche Falle wurde in diesem Monat Februar im k. Landgericht Weiller ein Luchs lebendig gefangen, und an das Kreisforstamt nach Augsburg geliefert. D.

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