Titel: Burrows, über die Auslagen beim Pferdefutter.
Autor: Burrows, Robert
Fundstelle: 1821, Band 4, Nr. XXIII. (S. 203–230)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj004/ar004023

XXIII. Ueber die Auslagen beim Pferde-Futter.

Von Hrn. Robert Burrows, von Thorpe bei Norwich.

Aus einer Mittheilung an die Akerbau-Versammlung. (Board of Agriculture.)

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. II. Series. N. CCXXI. Octob. 1820. S. 302. und Dec. S. 345. u. f.

Die Auslagen beim Pferdefutter haben, in einer Reihe vergangener Jahre, einen guten Theil meiner Aufmerksamkeit als Pächter in Anspruch genommen.

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Ich will hier eine Methode in der Fütterung der Zugpferde entwikeln, welche ich lange Zeit mit dem vollkommensten Erfolge angewendet habe, und die in jeder Hinsicht meinen sanguinischsten Hoffnungen entsprach, indem ich in manchen Jahren das ganze Jahr durch an dreißig Karren- und Pflugpferde ohne Hafer und irgend ein anderes Kornfutter fütterte.

Einige wenige Heller sehende Individuen, vorzüglich in Schottland, haben, wie Hrn. Joh. Sinclair's vortreffliches Werk über die Landwirthschaft65) in diesem Theile unseres Reiches beweiset, angefangen, ein verbessertes System in die Fütterung und Wartung der Zugpferde einzuführen; allein dieser Beispiele sind nur wenige; sie stehen noch einzeln da, u. es scheint nicht, daß man bereits eine bestimmte Meinung über die eigentlichen |205| Futter-Artikel, und über die Mittel, eine ununterbrochene Aufeinanderfolge nahrhafter Grasarten zu erhalten, ausgesprochen habe.

Ich werde hier solche Futterpflanzen aufführen, auf welche man sich, wie lange Erfahrung mich gelehrt hat, vollkommen verlassen kann. Im Winter bediene ich mich der Möhren (gelben Rüben), der schwedischen weißen Rüben (swedish Turnips),66) und der Kartoffeln; ich ziehe indessen die ersteren vor, nicht blos wegen ihrer höheren ernährenden Kraft, sondern auch wegen der beinahe vollkommenen Gewißheit ihres Ertrages, wenn sie auf einem für sie tauglichen Boden gezogen werden. Gemeine Turnips (Brassica Rapa, Rüben) können den Pferden mit Vortheil gefüttert werden, wenn man zugleich dafür sorgt, eine hinlängliche Menge guten, kunstmäßig gezogenen Grasheues zu bekommen, welches man zu Häksel schneiden läßt, in welcher Form ei am vortheilhaftesten verfüttert wird. Für den Sommer biethet sich uns eine Menge sehr brauchbarer, künstlich gezogener Grasarten und Pflanzen dar, unter welchen ich die Luzerne,67) dort, wo sie mit Vortheil gebaut werden kann, oben an sezen muß; auf ärmeren Gründen ist Esparsette;68) |206| dann folgen rother Klee,69) (red clover), Cichorien,70) (chicory), Becherblume;71) (burnet), Klee72) (trefoil), und gemeine Wiken73) (tares), nebst manchen anderen, die man zum Pferchen gebraucht. Nicht blos Pferde, sondern auch Wollen- und Hornvieh, (neat cattle) sollten während der Sommermonate gepfercht werden: der Pächter würde sich dabei reichlich für seine Mühe und Auslagen durch das große Ersparniß in Hinsicht der Kosten des Unterhaltes der Pferde und des größeren Viehstandes, den er dadurch noch nebenher halten könnte, entschädigt finden. Hiezu kommt noch (was ein Gegenstand von nicht geringer Bedeutung ist) die ungeheuere Menge vortrefflichen Düngers, die dadurch für die Grundstüke gewonnen wird, und die bei der gewöhnlichen Weise, die Pferde und das Hornvieh den Sommer über zu weiden, nur wenig, und wie ich aus langer Erfahrung sagen |207| zu dürfen glaube, gar nicht in Betrachtung gezogen werden kann.

Folgender Versuch wurde auf sechs und einen halben vermessenen Acres (statute acres) Luzern- und vier Acres74) Möhrenfeld von mir im Frühjahre 1807 angefangen, und unter meiner persönlichen Aufsicht fortgeführt, um auf eine positive Weise zu bestimmen, mit wie wenig Land es möglich ist, auf meinem Pachtgute (Farm) von 250 Acres akerbaren Grundes meine Zugpferde das Jahr über so zu erhalten, daß sie stets in gutem Zustande und zu jeder Jahreszeit ihr Tagewerk mit Kraft und Feuer zu verrichten im Stande sind. Meine Luzerne war in ihrem dritten Jahre gesund und schön. Eben so schön standen die Möhren. Beide wuchsen auf demselben Felde, und der Grund war überall derselbe. Ich sah wohl ein, daß die Arbeit, der ich mich unterzogen hatte, mit vielen Schwierigkeiten verbunden war, und einen großen Zeitaufwand erforderte: allein sie betraf meinen Lieblings-Gegenstand, und ich beschloß, die Leitung derselben selbst zu übernehmen; das Futter zu wägen, dasselbe gehörig in Portionen zu vertheilen, aller Verwüstung desselben vorzubeugen, und alles Uebrige in dem Versuche so zu leiten, wie es zu der vollkommensten Bestimmtheit des Resultates nöthig war. Ich war während dieser freiwillig unternommenen Arbeit nicht dreimal vom Hause abwesend, und selbst das eine oder andere Mal, als dieses geschah, hatte ich die Beruhigung, einem Baumanne dieses Geschäft überlassen zu können, der mit allem jenen Eifer, den ich von einem Diener erwarten konnte, sich der Sache annahm, der aber auch, obschon er sehr verständig war, doch nicht umhin konnte, von Zeit zu Zeit auszurufen: »daß dieses |208| Verfahren wieder eine neue Mode ist, die zu nichts führt.“ Es geschieht nur zu oft, daß Versuche, Verbesserungen in der Landwirthschaft einzuführen, einzig und allein durch den Widerwillen der Dienstbothen mißlingen, die fast alle einstimmig einer Maßregel abgeneigt sind, welche eine Störung ihrer alten Gebräuche bezwekt. Viele bekannte Thatsachen beurkunden, daß manches Verfahren blos deßwegen aufgegeben, und manche nüzliche Verbesserung blos deßwegen vernichtet wurde, weil die Hand des Herrn sie nicht länger schüzte.

Den 28. Mai 1807 fing ich den ersten Schnitt meiner Luzerne an, und stellte neun Zugpferde und eine Stute mit einem Fohlen an ihre Seite in eine offene, gut eingestreute Pferche, und versah sie mit den hierzu verfertigten Barnen, welche so eingerichtet waren, daß nicht mehr, als zwei Pferde zugleich aus einem derselben fressen konnten. Die Köpfe der Pferde wurden mit einem leichten Schattendache gegen die Hize der Sonne und die Plage von den Insekten geschüzt: zugleich wurde dadurch auch die Luzerne troken erhalten, so daß der Regen sie weder beschädigen, noch verderben konnte. Ich muß hier nothwendig in Hinsicht des Nuzens dieser Bedachung bemerken, daß ich oft wahrnahm, wie in den heissesten Sommertagen ein Pferd an seinem ganzen Leibe über gegen die Einwirkung der Sonnenstrahlen gleichgültig ist, und ruhig fortfrißt, wenn nur sein Kopf gehörig beschattet ist: wenn aber dieser der Sonne ausgesezt ist, so sucht es alsogleich denselben in Schatten zu bringen, und leidet lieber Hunger, als daß es dieses Sengen ertrüge. Meine Pferde mußten zweimal des Tages zur Arbeit, und wurden an einem Bache in der Nähe der Pferche getränkt, so oft sie zu und von der Arbeit gingen; hierdurch wurde das Wasser in der Pferche selbst überflüßig: indessen mag es gut seyn, Wassertröge in der Pferche selbst aufzustellen, da es besser ist, wenn die Thiere Gelegenheit haben, sich selbst zu bedienen, |209| als daß sie in Hinsicht ihres Bedarfes an diesem Elemente von der eitlen Willkühr ihrer Fütterer abhängen. So lang das Gras noch jung und saftig ist, ist es besser, wenn sie nicht zu viel Wasser bekommen, vorzüglich bei kalter und feuchter Witterung: es macht den Leib zu los, und erzeugt eine allgemeine Schwache am Körper, wodurch das Thier zur harten Arbeit unfähig wird. Diese Bemerkung findet vorzüglich bei dem Futter mit jungen Wiken Statt, welche von vielen Pächtern, dieses Umstandes wegen, als durchaus untauglich zu Pferdefutter verdammt wurden, während doch wahrscheinlich alle üblen Folgen derselben, oder wenigstens eine bedeutende Verschlimmerung der lezteren, durch die unvorsichtig dargereichte Menge Wasser herbeigeführt wurden.

Die Menge der in jeder Woche aufgezehrten Luzerne wurde täglich zu Mittags gewogen, und auf folgende Weise bestimmt: zwei □ Ruthen (perches)75) wurden von dem täglich bestimmten Futter genau abgemessen und abgewogen, und der Betrag als Durchschnitt des Gewichtes für das ganze verzehrte Futter angenommen.

Textabbildung Bd. 4, S. 209
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Der erste Schnitt der Luzerne begann am 28. Mai, und hörte mit dem 17. Julius auf. Er lief über 3 wohlgemessene Acres (statute acres), da das übrige Feld für den Winterbedarf als Heu abgemäht wurde, und nährte die neun Pferde mit der Stute und ihrem Fohlen (auf welches ich in der Folge nicht Rüksicht nehmen, und meinen Pferdestand zu 10 Pferden rechnen werde) sieben Wochen und zwei Tage. Der Ertrag dieser drei Acres war 101, 164 Pfund grünes Futter, war also im Durchschnitte 210 3/4 Pfund auf jede □ Ruthe oder Perch. Jedes Pferd verzehrte, in einem Durchschnitte von 51 Tagen, täglich 198 1/2 Pfd. grünes Futter, oder etwas mehr, als 14 Steine, den Stein (Stone) zu 14 Pfd. Allerdings wird dieß ein starker Tages-Bedarf scheinen: einiges darf indessen auf einen unvermeidlichen Verlust gerechnet werden, dem ich nicht wohl abhelfen konnte, sobald die Luzerne alt und hart geworden war. Dieser Verlust würde unter anderen Umständen nicht Statt haben, sobald nämlich das Futter im gehörigen Zustand herbeigeschafft werden könnte, so daß es kein Verschmähen von Seite des Thieres erlitte. Ich beschrankte mich aber, des Versuches wegen, auf dieses Feld, und konnte deßhalb nicht weiter gehen. Dieser Nachtheil hatte auch bei den beiden andern Schnitten nicht mehr Statt. In den lezten drei Wochen ward es mir sehr schwer, die Pferde vor dem Abfallen vom Fleische zu erhalten, und ich war vorzüglich darauf bedacht, ihnen ihr Futter in geringen Gaben, aber oft zu geben: würde ich nicht darauf geachtet haben, so wäre der Verlust noch größer gewesen. Allein, wo das Pferchen allgemein eingeführt ist, und reichlicher Vorrath da ist, um es auf einem größeren Fuße (vielleicht würde ich mich besser ausdrüken, wenn ich sagte allgemein) zu treiben, dann würde der oben angedeutete Nachtheil wahrscheinlich nicht zum Vorscheine kommen. Denn sobald als das Futter, sey es nun |211| Luzerne, oder Wiesenklee, oder was immer, zu hart und zu holzig zu werden anfängt, dann lasse man den Ueberrest des Feldes zu Heu abmähen; und ist der zweite Abschnitt noch nicht ganz herangewachsen, so kann man sich auf acht oder zehn Tage Vorrath von Wiken, oder von irgend einem andern zur Hand stehenden Futter sammeln. Abwechslung im Futter kann sogar vortheilhaft, und für das Thier selbst wohlthätig seyn, indem es bekannt ist, daß Futterwechsel sowohl im Sommer, als im Winter sehr vortheilhaft auf die Thiere wirkt. Umstände dieser Art, obschon vielleicht unbedeutend an sich selbst, sind von hoher Wichtigkeit für das Wohl der Thiere, und über diese Verhältnisse lassen sich keine allgemeinen Regeln ertheilen; Erfahrung ist in diesen Fallen der beste Führer.

Der zweite Schnitt begann am 18. Julius auf 3 Acres; jeder Tagesverbrauch wurde nach dem Maaßstabe von 2 □ Ruthen gewogen; jeden Abend wurde das abgeräumte Land mit einer in Yards abgetheilten Schnur gemessen, und am Ende der Woche das Ganze während derselben abgeräumte Flek Landes. Dieß hieß zwar die Mühe noch größer machen; ich fieng aber an, täglich zu messen, um das Gewicht des täglich verzehrten Futters bestimmt angeben zu können, und wollte dieses Verfahren, um so genau, als möglich, zu Werke zu gehen, fortsezen: ich wollte auch sehen, wie der Appetit der Pferde von einem Tage auf den andern wechselt; allein ich fand diesen Wechsel nicht so groß, als ich denselben erwartete. Ich glaube, daß dieser Umstand Folge der Regelmäßigkeit ihres Tagewerkes, und der Aufmerksamkeit auf die Zelt und die Weise ist, in welcher ihnen ihr Futter gereicht wird. Der größte Unterschied in Rüksicht der Menge des verzehrten Futters hatte bei der Ernte Statt, und an jenen Tagen, wo sie das Korn einfahren mußten. An diesen Tagen konnte ich es nicht hindern, daß sie nicht einiges |212| Futter nahmen, wann sie zu Felde gingen, und daraus konnte ich auch nicht rechnen, eben so wenig, als auf die einzelnen Zufälle, durch welche ein Pferd zuweilen in dem Drange der Arbeit los wird, und sich, fern vom Hause, den Wanst voll füllt; indessen geschah dieß nicht oft, und war nie von der Art, um den Versuch zu unterbrechen.

Textabbildung Bd. 4, S. 212

Dieser zweite Schnitt auf drei Acres dauerte 44 Tage, gab 78,061 Pfd. grünes Futter, oder 162 1/2 Pfd. oder 11 Stein 6 Pfd. auf eine □ Ruthe (Perch). Jedes Pferd fraß täglich, im Durchschnitte von 44 Tagen, 177 Pfd. und beinahe ein halbes, oder 12 Stein 9 Pfd.

Am 31. August begann der dritte Schnitt auf den drei Acres. Ich hatte nun den Ueberrest des Feldes: nämlich die 3 Acres und 1/2, die bereits zweimal auf Heu gemähet wurden, und hatte folglich ganze 6 1/2 Acres, um meine 10 Pferde vom 31. August an, bis die Möhren zum Ausnehmen reif waren, zu füttern Die 3 1/2 Acres, von welchen das Heu abgemähet wurde, hatte ich mit 16 starken Wagenladungen Asche auf jeden Acre alsogleich nach dem zweiten Abmähen bestellt. Ich konnte also von diesem Felde einen guten Ertrag an grünem Futter erwarten: allein, ich |213| hatte mich getauscht, denn ich fand den Ertrag nicht höher, als an jenem Theile des Feldes, welchen ich zur Pferche abgeschnitten hatte. Ich schrieb dieß der vorgerükten Jahreszeit zu, in welcher ich die Asche auffuhr; denn im folgenden Frühjahre war der Vortheil dieser Zurichtung offenbar, indem die Luzerne eine Woche früher kam, als an jenem Stüke, welches ich winterlich bestellte.

Textabbildung Bd. 4, S. 213

Dieser dritte Schnitt dauerte acht Wochen und zwei Tage, oder 53 Tage; allein ich gab zugleich mit demselben 4377 Pf. Heu von der ersten Mahd. Dadurch ward ich nicht nur in den Stand gesezt auszuhalten, sondern es war auch für die Gesundheit meiner Pferde unumgänglich nöthig, indem die Witterung vorzüglich in der lezten Zeit meines Versuches sehr regnerisch und kalt gewesen ist, und das grüne Futter eine Neigung zum Durchfalle in den Unterleibe der Pferde hervorbrachte, der durch Aufsteckung des Heues in dem Verhältnisse als die Arbeit stark und das Wetter grob war, wieder gestillt wurde. In den lezten drei Wochen hatte jedes Pferd beinahe 14 Pf. Heu, und hiermit wurden diese Thiere bey dem nassen und saftigen Futter in einem zur |214| harten Arbeit tauglichen Zustande erhalten. Ich fand diese Fütterungs-Methode bei weitem vorzüglicher als diejenige, die man zu dieser Jahreszeit gewöhnlich anwendet, und die ich, als ich meine Wirthschaft zuerst anfing, selbst befolgte, nämlich einen halben Peck79) Hafer dem Pferde des Tages über zu geben, und während der Nacht, wo das Wetter zu dieser Jahreszeit gewöhnlich sehr kalt und feucht ist, auf das freie Feld hinauszutreiben. Ich fand meine Pferde nach meiner gegenwärtigen Methode bei einer gut eingestreuten Pferche, bei einer hinreichenden Menge grünen Futters, und bei so vielem Heue, als sie fressen wollten, in weit besserer Gesundheit, und konnte sie in besserem Zustande erhalten. In den 58 Tagen frassen 10 Pferde 88,116 1/2 Pf. grüne Lucerne, oder jedes Pferd den Tag über 152 Pf., und 7 1/2 Pf. vortreffliches Heu von der ersten auf 3 1/2 Acres vorgenommenen Mahd. Diese 7 1/2 Pf. Heu halte ich an Nahrungskraft 30 Pfunden grünen Futters vollkommen gleich. Wenn man diese Schäzung gelten läßt, und wenn man den Verlust bei der ersten Mahd, welcher von dem harten und klebrigen Zustande, in welchem sich dieselbe beinahe die ganze erste Hälfte der Zeit über, während wir sie grün verfütterten, befand, zu 19–bis 20 Pf. auf jedes Pferd rechnet (denn soviel mochte er nach meinem Ermessen betragen), so wird der mittlere Durchschnitt des verzehrten Futters von jeder Mahd beinahe gleich, und das täglich verzehrte Futter steht dann so:

Erste Mahd 199 Pf. für jedes Pferd; Verlust 19 Pf.; also von jedem Pferde täglich verzehrt 180 Pf.

Zweite Mahd, da der Verlust kaum geachtet zu werden verdient, 177 1/2 Pf.

Dritte Mahd 152 Pf. grünes Futter; und da 7 1/2 Pf. Heu gleich sind 30 Pf. grünen Futters, so gibt dieß 182 Pf.

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Futter täglich. Vielleicht muß man auch bei dieser Mahd einigen Verlust annehmen, der von dem Froste herrührt, welcher in den lezten 8–14 Tagen die Blätter abfallen machte, und bloß die Stengel übrig ließ, wodurch die Pferde in den lezten Tagen anfingen in dem Futter etwas herumzuklauben. Man kann diesen Verlust im Durchschnitte zu 2 Pf. rechnen, so daß 180 Pfund während der ganzen 58 Tage für jedes Pferd übrig bleiben.

Die Pferche ward jezt von dem Dünger gereinigt, der die ganze Zeit über erzeugt wurde, und dieser betrug 96 starke vierspännige Fuhren. Ich konnte das Gewicht desselben nicht mit Genauigkeit bestimmen; ich kann auch nicht das Gewicht als sicheren Maßstab des Werthes des Düngers oder irgend einer Dünger-Mischung überhaupt betrachten: denn das Gewicht hängt zu sehr von dem Grade der Feuchtigkeit ab, den der Dünger angenommen hat, ohne daß man die Natur dieser Feuchtigkeit bestimmen, und für sie stehen könnte. Der Dünger wird sehr verschieden im Gewichte seyn, sowohl frisch vom Dunghaufen her, als ausser der Pferche nach starken Regen, und dieses Gewicht wird selbst von der Lage der Pferche abhängen, je nachdem diese mehr oder minder trocken ist; überdieß kann Sand, Dammerde, oder irgend eine andere schwere Substanz dem Miste beigemengt, seyn, und weder Salze noch Schleim, noch irgend eine wohlthätige Eigenschaft enthalten. Vielleicht ist das beste allgemeine Mittel den Werth des Düngers zu beurtheilen dieses, daß man bestimmt, wieviel man davon nöthig hat um gewisse einzelne Ernten zu erlangen, indem man auf den gewöhnlichen Düngerbedarf, den man zu diesen Ernten in der Nachbarschaft nöthig hat, stete Rücksicht nimmt. Ich kann nur so viel sagen, daß meine 96 Fuhren, die ich an einen zu ihrer Aufnahme vorbereiteten Grund fahren ließ, hinreichten, um 8 Acres auf Weizen oder Rüben (Turnips) zu |216| düngen. Zu diesen obigen 96 Fuhren Mist brauchte ich ungefähr sechs Fuhren Stroh, jede zu beiläufig zu 2 Tonnen80): die übrige Streu ward durch das Abmähen der Raine rings um die Kornfelder gewonnen, indem es bei mir Gebrauch ist jährlich während des Sommers die Raine, kurz vor der Zeit wo sie in Samen treten, abzumähen und zum Dünger in die Pferche zu bringen, so wie alles grüne Unkraut, was längs den Hecken auf meinem ganzen Pachtgute ausgepuzt und abgeschnitten wird.

So wäre ich nun am Ende mit meinem Versuche mit der Lucerne, und am Anfange meines Versuches der Fütterung mit gelben Rüben. Ehe ich jedoch denselben entwikle, wird es nöthig seyn die Zeit zu bestimmen, wann die beiden Heumahden auf den 3 1/2 Acres Lucerne statt haben, so wie die bei jeder Mahd erhaltene Menge desselben, wie man sie später durch wirkliches Wägen bei dem Verfüttern gefunden hat.

Die erste Heumahd auf den 3 1/2 Acres hatte den 19. Junius statt. Man wog das Gras bei der Mahd, nachdem es zu Heu getrocknet war, und fand zehn Quadrat-Perch81) im Durchschnitte nehmend, daß ein Perch sechzehn Stein acht Pfunde, nur ein halbes Avoir du poids Gewicht liefert82); das wirkliche Gewicht des Heues bei der Verfütterung |217| war 10 Tonnen, 6 Ztr. 3 Quarters. Dieß gibt das Verhältnis von fünf und ein halbes und etwas darüber zu Eins.

Bei der zweiten Heumahd, die am 5. August auf diesen 3 1/2 Acres gemacht wurde, wurde der Ertrag von zehn Quadrat-Ruthen auf der Stelle trocken, abgewogen; um in Hinsicht der Trockenheit soviel möglich sicher zu seyn, wählte ich zum Abwägen immer die Zeit des Mittages, und fand den Ertrag eines Quadrat-Perch im Durchschnitte zu 12 Stein 3 Pf.; oder das Heu in Verhältniß von eins zu etwas mehr dann fünf und ein Viertel: die Menge des Heues von den 3 1/2 Acres 8 Tonnen, 1 Quarter, 14 Pf.

Ton. Ztr. Qrt. Pf.
Gewicht des Heues von der ersten Mahd 10 6 3 0
Gewicht des Heues von der zweiten Mahd 8 0 1 14
Tonnen 18 7 14

oder, Ertrag eines Acre: 5 Tonnen, 4 Ztr., 3 Quarter, 16 Pf. herrlichen Heues, ausser einem guten Drittel grünen Futters.

Ich fahre nun fort Nachricht zu geben, wie meine 10 Pferde während des Winters gefüttert wurden vom 28. October 1807 bis 2. Junius 1808. Dieser Theil meines Berichtes befindet sich bereits in dem Büreau (Board) in einer Mittheilung, welche ich im J. 1811 über den Bau und über die Benüzung der gelben Rüben oder Möhren zu überreichen die Chre hatte. Ich will daher hier nur kürzlich die verzehrten Quantitäten derselben angeben, den Flächeninhalt des Landes, auf welchem sie gebaut, und die Zeit und Weise, wie sie verfüttert wurden. Dann werde ich zu jenen besonderen Bemerkungen übergehen, welche zur Vollendung dieses Aufsazes nöthig sind.

Vom 28. October bis 28. December wurden jedem Pferde 65 Pf. rohe Möhren nebst so vielem Heue gefüttert, als es fressen mochte; die Möhren wurden gewöhnlich von |218| den Knechten unter das geschnittene Heu in den Barren hineingeschnittelt, auf diese Weise wurde das Heu frei und beinahe rein gefressen, und die Möhren reichten, wie ich glaube, desto weiter. Es wurde indessen den Fütterern nach Belieben überlassen, die Möhren zu schneiden oder nicht; allein Erfahrung hat mich zeither bestimmt, daß ich künftig die Möhren stets werde abschneiden lassen, und wenn ich Gelegenheit finde, die Pferde wieder im Großen mit Möhren zu füttern, so werde ich mich mit einer Maschine versehen, die einem, Rübenschneider ähnlich ist, um die Möhren in Stücke zu schneiden. Ich zweifle nicht, daß die Auslagen, die ein Mann oder ein starker Junge, der die Möhren für die Zugpferde zuschneidet, kosten mag, hierdurch wieder hereingebracht werden. Vom 25. December bis 5. April erhielt jedes Pferd täglich 70 Pf. gelbe Rüben, und von dieser Zeit bis zum 2. Junius täglich 75 Pf.; diese lezte Menge schien ungefähr soviel, als sie, bei ihrem gewöhnlichen Heu, täglich fressen konnten. Jezt war meine Lucerne wieder im Ueberflüsse, und obschon ich noch einige Möhren im Vorrathe hatte, und auch Heu, gab ich den Versuch auf, mit dessen Erfolge ich so sehr zufrieden seyn konnte.

Vom 28. October bis zum 2. Junius, durch 217 Tage wurden im Durchschnitte täglich 70 Pf. Möhren gefressen, im Ganzen 151,900 Pf., oder der Ertrag von 3 Acres, einer Ruthe (rood)83), 13 Perch Land.

Darstellung des von zehn Perden vom 28. Mai 1807 bis 2 Junius 1808 auf einem Pachtgute zu Great-Witchingham in der Grafschaft Norfolk von 250 Statute Acres gefressenen Futters

Grüne Lucerne vom 28. Mai bis zum 28. October 267,741 1/2 Pf.

|219|

Heu von zehn Pferden gefressen vom 28. Mai bis 28. October 4377 Pf.

Heu von zehn Pferden gefressen vom 28. October bis 2. Junius 34,734 Pf.

Dieß war der Ertrag von 6 Acres, 1 Ruthe, 14 Perch Land.

Möhren gefressen von zehn Pferden vom 28. October bis 2. Junius 151,900 Pf., oder der Ertrag von 3 Acres, 1 Ruthe, 13 Perch Land.

So wurden 10 Pferde bei harter Arbeit und in sehr gutem Zustande vom 28. Mai 1807, bis zum 2. Junius 1803, in einer Periode von 270 Tagen, von dem Ertrage von bloß 9 Acres, 2 Ruthen und 27 Perch Land erhalten.

Ausgaben, welche durch diese Fütterungs-Weise entstanden.

Pf. Sterl. Sh. D.
Häckselschneiden von 17 Tonnen 9 Ztr., 23 Pf., zu 12 Schilling die Tonne 10 » 16 » 0
Ausnehmen der Möhren von 3 Acres, 1 Ruthe 13 Perch 3 » 6 » 0
Einfahren derselben 2 » 10 » 0
Abschneiden der Köpfe, und Ueberziehen des Haufens im Februar und April 0 » 16 » 0
Mähen der Lucerne, und Einbringen derselben in die Perche, ein Drittel
Taglohn für einen Mann für 153 Tage, zu 8. Den. des Tages
5 » 2 » 0
–––––– ––––– –––
Summe der Auslagen 22 » 10 » 0
Werth von 96 Fuhren Dünger, die Fuhr zu 5 Shill. 6 D. 26 » 8 » 0
Ueberschuß nach Bestreitung aller Ausgaben, die mit dem Grünfutter (soiling)
|220| verbunden waren, durch den Werth des erhaltenen Mistes
3 – 18 »

Folgendes ist eine Uebersicht der vorzüglichsten von zehn Pferden vom 28. Mai 1807 bis 2. Junius 1808 verrichteten Arbeiten: 51 Acres Sommerfeld für Rüben zwei mal gepflügt; 210 vierspännige Fuhren aus den Pachthöfen, und 504 solche Fuhren von den Haufen weg; alles auf den 51 Acres umher aufgefahren, und dieselben mit Rüben besäet; fünf mal das Land beharkt; 69 Fuder Heu heim auf den Heuboden gefahren; 654 Fuhren Dammerde und Kumpost auf sumpfige Gegenden ausgefahren; die Ernte von 123 Acres in Korn, Weizen, Gerste, und Erbsen eingefahren; 54 Acres auf Weizen zugerichtet und besäet; 18 Acres drei mal gepflügt, und 56 Acres Kleestopeln nur ein mal; das nöthige Eggen und Rollen; vor Weinachten 57 Acres Stoppeln für Rüben gepflügt; 30 Acres im Winter mit Thon überfahren, jeden Acre zu 40 Fuhren; den Grund zu Düngerhaufen gelegt, 410 Fuhren Dammerde; darauf 570 Fuhren Pachthof- und anderen Dünger, von welchen 300 aus benachbarten Dörfen in einer Entfernung von zwei bis drei (engl.) Meilen hergeholt wurden; zu Markte gefahren, in eine Entfernung von 12 (engl.) Meilen 420 Quarters Korn; durch dreimaliges Pflügen vorbereitet 55 Acres, und dieselben mit Gerste bestellt; 31 Acres gedrillt, und untergepflügt mit einspännigen Pflügen; mehrere Arbeiten mit Egge und Walze: noch ein mal quer gepflügt, und viermal geeggt die 57 Acres, die zu Rüben bestimmt waren; heimgefahren während des Winters und Frühlings 21 Acres Rüben, jeden Acre zu ungefähr 27 Tonnen; die Hälfte der Ernte der 31 übrigen Acres ausgezogen, und auf die Stoppel als Futter gestreut.

Dieß ist eine Uebersicht des vorzüglichsten Theiles der Arbeit der Pferde vom 28. Mai bis zum 2. Junius (des |221| folgenden Jahres. Uebers.); mehrere andere kleinere Verrichtungen sind zu unbedeutend, als daß sie besonders angeführt zu werden verdienten, obschon sie bei einem Pachtgute von 250 Acres, dessen Gründe größten Theils eine Meile von dem Pachthose entfernt lagen, nicht unbedeutend seyn konnten.

Ich werde jezt eine vergleichende Darstellung zwischen den Ausgaben bei der Pferdefütterung auf die eben empfohlene, und auf die gewöhnliche Weise darlegen.

Die Zahl der Acres, die man braucht um 10 Pferde auf die gewöhnliche Weise vom 28. Mai bis zum 2. Junius zu füttern, wird Folgende seyn:

Aer. Rth. Prch.
Ein Pferd braucht vom 10. Oct. bis 8. Mai (die gewöhnliche Zeit,
während welcher man die Pferde in den Stall nimmt, und auf die
Weide hinaus treibt). Ein Peck guten Hafers den Tag über, was
während 210 Tage für 10 Pferde 65 Quarters84), 5 Bushels
beträgt, oder beinahe 11 Acres Landes, 6 Quarters auf den Acre
gerechnet. Ich rechne aber bloß 10 Acres
10
Dann kommen noch auf 210 Tage oder 30 Wochen für jedes Pferd
wöchentlich 2 Ztr. Heu, oder in allem 2 Tonnen Heu. Nimmt man
nun an, daß das Land von gleicher Güte mit demjenigen ist, welches
ich bei der Lucerne und den Möhren beschrieben habe; daß man Klee
zweimal mähen kann, wenn es in voller Kraft ist, und daß die erste
Mahd anderthalb Tonnen auf jedem Acre, die zweite eine Tonne gibt,
so wird man |222| für obigen Zeitraum 12 Acres Landes für
Heu nöthig haben
12
Ferner bleiben noch 22 Wochen für Grasfütterung; nimmt man
künstliche Wiesen an, und müssen die Pferde hart arbeiten, so sind
nothwendig zwei Wechsel nöthig, damit eine Wiese nachwachsen
kann, während die andere abgeweidet wird, und die Pferde stets
guten Jubiß haben. Jedes Pferd braucht also anderthalb Acre; da
jedoch noch einiges Gras übrig bleibt, so rechne ich auf ein Pferd
nur fünf Viertel Acre oder
12 2
––––– ––––– –––––
34 A. 2 Rth.

So braucht man also, alles auf das Genaueste berechnet, um 10 Pferde zwölf Monate lang auf die gewöhnliche Weise zu füttern, 34 Acres und 2 Ruthen Landes, während nach meinem wirthschaftlicheren Plane des Grün- und Winterfutters dieselbe Anzahl Pferde durch etwas mehr dann zwölf Monate mit etwas weniger dann 10 Acres Landes erhalten wurde.

Ich will nun versuchen die Kosten der auf den 34 Acres 2 Ruthen gewachsenen Artikel mit jenen, die auf den 10 Acres wuchsen, zu vergleichen: der Unterschied zwischen beiden ist der wirkliche Verlust, den der Pächter dadurch erleidet, daß er seine Arbeitspferde auf keine bessere Weise füttert. Am Ende will ich noch zeigen, was auf den 24 Acres, die man vor dem Maule der Pferde durch diese wirthschaftlichere Methode gerettet hat, in einer Pachtzeit von 21 Jahren gewachsen seyn würde, und dieser Betrag ist dann der wirkliche Verlust, welchen der Pächter durch seine eigensinnige Anhänglichkeit an das alte barbarische System von Verderbung und Verwüstung erlitten hat.

|223|
10 Acres Hafer. Pf. Sterl. Sh. D.
Zins für 10 Acres Landes 10 10
Zehend abgefunden mit 3
Pfarr-Abgaben 2
Dreimaliges Pflügen 10 10
Viermaliges Eggen 1 10
Walzen 2 6
Aussaat 8
Drillen, 2 Shill. für den Acre 1
Jäten 10
Ausziehen und Heimfahren 4 10
Dreschen, nämlich von 6 Quarters auf den Acre, zu 1 Shill. 9 D. für den Quarter 5 5
Interesse dieses Capitales 2 6 9
––––– ––––– –––––
Pf. 49 4 3
12 Acres Heu. Pf. Sterl. Sh. D.
Zins für 12 Acres Landes 12 12
Zehend 3 12
Pfarr-Abgaben 2 8
Aussaat, 16 Shill. auf den Acre 9 12
Für Aussäen 3 D. auf den Acre 3
Eggen der Saat 6
Mähen, 2 Shill. 6 D. für den Acre 1 10
Heimfahren und Aufschobern, 2 Shill. für der Acre 1 4
Interesse dieses Capitales 1 13
––––– ––––– –––––
Pf. 33
12 Acres 2 Ruthen Gras. Pf. Sterl. Sh. D.
Zins für 12 Acres und einem halben Landes 13 2 6
Zehend 3 15
Pfarr-Abgaben 2 10
|224| Aussaat 10
Für Aussäen 3 1 1/2
Eggen 6 6
Interesse des Capitales 1 9 9
––––– ––––– –––––
Pf. 31 6 10 1/2
Kosten für den Hafer 49 4 3
Kosten für das Heu 33
Kosten für das Gras 31 6 10 1/2
––––– ––––– –––––
Pf. Sterl. Sh. D.
Kosten der zur Fütterung von 10 Pferden während 12 Monate nöthigen Artikel 113 11 1 1/2

Auslagen bei der Bestellung von 3 Acres 1 Ruthe 13 Perch Möhren.

Pf. Sterl. Sh. D.
Grundzins 3 " 13 "
Zehend 1 " – "
Pfarr-Abgaben – " 14 "
Dreimaliges Pflügen 3 " 13 " 6
Sechsmaliges Eggen – " 16 "
Zweimaliges Walzen – " 1 " 6
Düngen, 14 Führen auf den Acre zu 4 Sh. 6 D. die Fuhr 10 " 13 "
Ausbreiten des Düngers – " 4 "
Aussaat, 27 Pf.; das Pf. zu 1 Sh. 1 " 7 "
Für Säen – " 3 " 6
Dreimaliges Behauen, dem Manne des Tages 2 Sh. 6 D. 5 " 3 " 3 1/2
Ausnehmen mit dreizackiger Gabel, zu 1 Pf. Sterl. auf den Acre 3 " 7 " 6
Heimfahren zu 15 Sh. auf den Acre 2 " 10 "
|225| Aufschichten auf Haufen, Abschneiden der Köpfe, und Abpuzen der verdorbenen
Theile zur bessern Aufbewahrung bis in die spätere Jahreszeit für 700 Bushel
– " 16 " 6
Interesse des Kapitales 1 " 14 " 1 1/2
––––– ––––– –––––
35 " 16 " 11

Auslagen für sechs und einen halben Acre Lucerne.

Pf. Sterl. Sh. D.
Grundzins für 6 Acres 2 Ruthen Landes 6 " 6 "
Zehend 1 " 19 "
Pfarr-Angaben 1 " 6 "
Jäten und Hauen – " 13 "
Zurichten für 3 1/2 auf Heu gemähte Acres zu 16 Fuhren Hütten-Asche auf den
Acre, die Fuhre zu 4 Sh. 6 D.
22 " 8 "
Ausbreiten des Düngers – " 8 " 8
Zweimaliges Mähen der 3 1/2 Acres, zu 3 Sh. 6 D. den Acre jedesmal 1 " 4 " 6
Heumachen zu 2 Sh. 6 D. für den Acre jedesmal 1 " 12 " 6
Heimfahren des Heues die beidenmale 4 Sh. 6 D. für den Acre 1 " 8 " 10 1/2
Abmähen des grünen Futters während 153 Tage, als ungefähr ein Drittel Tagwerk
eines Mannes, zu 2 Sh. des Tages, also 8 D. des Tages
5 " 2 "
Wenn man annimmt, daß Lucerne nur durch zehn Jahre im Grunde gut bleibt, so
fällt ein Zehntel der ursprünglichen Auslagen für diese Ernte
|226| dieser Rechnung zur Last: das gegenwärtige Feld kostete für jeden Acre,
an Pflanzung, Jäten, Hauen und Zurichten 7 Pf. Sterl. 15 Sh. 10 D.; der zehnte
Theil hiervon bei 6 1/2 Acres
4 " 7 " 6
Interessen des Capitales 2 " 6 " 9
––––– ––––– –––––
49 " 2 " 9 1/2
Auslagen für 3 Acres 1 Ruthe 13 Perch Möhren 35 " 16 " 11
Ditto für 6 Acres 2 Ruthen Lucerne 49 " 2 " 9 1/2
––––– ––––– –––––
84 " 19 " 8 1/2
Häckselschneiden von 17 Tonnen, 9 Ztrn, 23 Pf. Lucerne-Heu 10 " 16 "
––––– ––––– –––––
Totalauslage der für 10 Pferde nöthigen Artikel 95 " 15 " 8 1/2
Nach Abzug des Werthes von 96 Fuhren Dung zu 26 " 8 "
––––– ––––– –––––
Reine Ausgabe für 10 Pferde, vom 28. Mai 1807 bis 2. Junius 1808,
während 370 Tage
69 " 7 " 8 1/2
Reine Ausgabe für das Futter um 10 Pferde auf die gewöhnliche Weise
durch 12 Monate zu füttern:
10 Acres Hafer kosten 49 " 4 " 3
12 Acres Heu 33 " 0 " 0
12 1/2 Acres Gras 31 " 6 " 10 1/2
––––––––––––––– ––––– ––––– –––––
34 1/2 Acres 113 " 11 " 1 1/2
Abgezogen hiervon die Kosten des Grün-Futters 69 " 7 " 8 1/2
––––– ––––– –––––
Bleibt Unterschied 44 " 3 " 5
|227|

Zu Gunsten des Grün-Futters bloß nach dem Gestehungs-Preise des Ertrages. Nun bleiben aber noch 24 Acres 2 Ruthen Landes zu beliebigem Anbaue übrig, dessen Ertrag ich seinem Werthe nach, für eine bestimmte Reihe von Jahren angeben will. Wenn man den Betrag des Flächen-Inhaltes des Landes nur zu 24 Acres annimmt, und vier Felder-Wirthschaft (fourcourse rotation) auf demselben treibt, so erhält man 6 Acres Rüben (Turnips), 6 Acres Klee, 6 Acres Gerste, und 6 Acres Weizen.

Pf. Sterl. Sh. D.
Sechs Acres Rüben (Turnips) werden 60 Schafe durch 60 Wochen ernähren;
dieß zu 9 D. für den Kopf in jeder Woche gibt
36 " 0 " 0
Werth des von den Schafen zurückgelassenen Düngers, als reinen Gewinnes
für den Pächter, indem ohne diese verbesserte Fütterung dieser Dünger auf dem
Pachtgute nicht erzeugt worden seyn würde; zu 3 Pf. St. für den Acre
18 " – "
––––– ––––– –––––
54 " – "
Abzug für Samen und Hauen; 18 Sh. Samen, und zweimal Hauen zu 8 Sh. für den Acre 3 " 6 "
––––– ––––– –––––
Werth der Rüben-(Turnips) Ernte 50 " 16 "
Sechs Acres Gerste, zu 6 Quarters pr. Acre (welches, wenn man bedenkt, daß die
Rüben-Ernte auf dem Felde abgefressen wurde, nicht zu viel ist) und den
Quarter zu 32 Sh. gibt
57 " 12 "
|228|

Ich ziehe hier, so wie bei dem Weizen, das Saatkorn nicht ab, indem ich dagegen die jährliche Hafer-Aussaat in Anschlag bringe, welche man nöthig gehabt haben würde; und obschon ich zugebe, daß das Saatkorn für Gerste und Weizen hier mehr werth ist, als die Aussaat von 10 Acres Haferfeld, so muß ich doch bemerken, daß ich das Gersten- und Weizenstroh hier nicht in Anschlag brachte, welches sicherlich mehr werth ist, als das Haferstroh von 10 Acres Haferfeld. Ich glaube folgende Ueberschläge so ziemlich der Wahrheit nahe.

Pf. St. Sh. D.
Sechs Acres Klee zu anderhalb Tonnen auf jeden Acre, die Tonne zu 4 Pf. St. 36 " – "
Zweite Mahd oder Nachmahd auf 6 Acres zu 1 Pf. St. 10 Sh. auf den Acre 9 " – "
––––– ––––– –––––
Werth der Klee-Ernte 45 " 0 " 0
––––– ––––– –––––
Sechs Acres Weizen zu 4 Quarters auf den Acre und das Quarter zu 80 Sh. 96 " 0 " 0
––––– ––––– –––––
Werth der Rüben 50 " 14 "
Werth der Gerste 57 " 12 "
Werth des Klees 45 " – "
Werth der Weizens 46 " – "
––––– ––––– –––––
249 " 6 "

Diese Summe multiplizirt mit 21, der Dauer einer Pachtzeit, gibt die ungeheuere Summe von 5886 Pf. Sterl. als wirklichen Verlust, welchen ein Pächter während einer so schönen Pachtzeit erleidet. Und dieß würde, wenn praktische Oekonomen überhaupt sich nur bequemen wollten, hierüber |229| nachzudenken, sicherlich hinreichen, ihnen die Augen über die Verderblichkeit eines Verfahrens zu öffnen, daß schon so laut um Verbesserung gerufen hat. Obschon man nicht erwarten kann, daß die Wirthschaft im Allgemeinen und im Großen genau so geführt werden könne, wie ich sie hier beschrieben habe, so läßt sich indessen doch durch Annahme der hier empfohlenen Methode vieles leisten. Ich habe nur gezeigt, was geleistet werden kann, und, wie ich glaube, außer allem Zweifel gesezt, daß unendlich viel, sowohl für das gesammte Publikum, als für das einzelne Individuum, erspart werden könne. Ich gebe sehr gerne zu, daß man nicht erwarten dürfe, ein Pferd überall und im Allgemeinen auf einem so kleinen Raume halten zu können, als ich es hier wirklich möglich gefunden habe; allein ich fand durch eine noch mehrere Jahre lang fortgesezte Erfahrung und durch Befolgung der oben gegebenen Regeln mich in der Meinung bestätigt, daß die hier angegebene Zahl der Acres, die ich bei einem Gute von 250 Acres zu ersparen für möglich erachtete, nicht zu hoch angegeben ist; denn ich glaube, daß jeder, der mit Pferden umgegangen ist, gern zugeben wird, daß ich die Zahl der zum Unterhalte von zehn Pferden während eines Jahres nöthigen Acres nicht zu groß angenommen habe; ich würde nach der Sitte meiner Grafschaft für dieselbe Anzahl von Pferden noch mehrere Acres für Gras und Heu haben zurichten können. Jeder kluge Hauswirth fühlt die Nothwendigkeit, auf die Rechnungen der Wagner, Schmide und seiner andern Handwerksleute genau Acht zu geben, um dieselben so tief, als es füglich geschehen kann, nieder zu halten. Um zu sparen, hat unser Zeitalter sich bemüht, Verbesserungen in verschiedenen Zweigen der Akerbau-Werkzeuge anzubringen, während mit unerklärbarer Nachläßigkeit die Vortheile gänzlich übersehen werden, die aus einem klügeren und haushälterischeren Verfahren |230| mit jener lebendigen Maschine hervorgehen, die wir Pferd nennen. Ein Pferd, wenn man dasselbe in guten u. brauchbaren Zustand halten will, lostet in manchem Falle das Jahr über mehr Geld, als es bei seinem ersten Ankaufe nicht gekostet hat.

|204|

Von diesem vortrefflichen Werke besizen wir eine fleißig gearbeitete Uebersezung unter dem Titel: „Grundgeseze des Akerbaues, nebst Bemerkungen über Gartenbau, Obstbaumzucht, Forst-Kultur und Holzpflanzung, von J. Sinclair . Auf Veranlassung der k. k. landwirthschaftl. Gesellschaft in Wien. A. d. Engl. übers. von J. v. Schreibers. 8. Wien 1819. S. 762. die wir auch unseren Landsleuten nicht blos zur Lektüre, sondern zum Studium empfehlen können. A. d. Uebers.

|205|

Die gemeinen englischen Turnips oder Turneps sind, nach Smith Fl. brit. II. p. 720. Brassica Rapa: ob die schwedischen blos eine Abart sind? Wenn man doch einmal anfangen möchte, in Angabe der Pflanzen, deren man sich zu irgend einem Zweke bedient, botanisch genau zu seyn! A. d. Uebers.

|205|

Medicago sativa. A. d. Uebers.

|205|

Hedysarum Onobrychis. Obschon diese Pflanze im Französischen, wie im Englischen, Sainfoin, gesundes, oder heiliges Heu heißt, so ist es doch, zumal auf schlechten Gründen, eines der schlechtesten Futtergewächse, das nur in Büchern gelobt werden kann. A. d. Uebers.

|206|

Da so viele Kleearten roth blühen, so ist die Benennung rother Klee eine der unglüklichsten, die man wählen kann. Der Hr. Verf. versteht hier wahrscheinlich den gemeinen Wiesenklee, Trifolium pratense L. A. d. Uebers.

|206|

Chichorium Intybus L. Anhaltend und stark gefüttert, wirkt es zu mächtig auf den Darmkanal, und macht die Pferde dünn misten, und vom Fleische fallen. Der Hr. Verf. schreibt Chicory es sollte aber Succory heißen. A. d. Uebers.

|206|

Da der Hr. Verf. blos burnet schreibt, so glauben wir, er versteht den common burnet (Poterium Sanguisorba); es gibt aber auch einen great burnet (Sanguisorba officinalis), und burnet-Saxifrage, die Pimpinellen-Arten der Dolden-Gewächse): der Hr. Verf. hätte sich hier bestimmt ausdrüken sollen. A. d. Uebers.

|206|

Was der Verf. hier unter Klee, trefoil, versteht, läßt sich nicht enträthseln; es gibt über 60 Arten von Klee! A. d. Uebers.

|206|

Tares sind Wiken, Vicia sativa L. die aber botanisch-englisch Vetches genannt werden, da auch einige Cicer-Arten als tares vorkommen. A. d. Uebers.

|207|

Ein Acre ist 1125 Wiener □ Klafter: ein Wiener Fuß = 0,923 baier. Anm. d. Uebers.

|209|

Ein Perch ist nach Johnson, 5 1/2 Yards; ein Yard = 2 Sch. 10 Zoll 8 1/2 Linien Wiener Maaß; also: 16' 8'' 10 3/4''' = ein Perch. A. d. Uebers.

|209|

Der Uebersezer gab sich Mühe, die Angaben des Hrn. Verf. zur Ersparung des Raumes und leichteren Uebersicht in obige Tabelle zu bringen. A. d. Uebers.

|212|

Siehe die lezte Anm. d. Uebers.

|213|

Siehe die vorlezte Anm. d. Uebers. A. d. Uebers.

|214|

Ein Peck ist der vierte Theil eines Bushel, oder 0,14225 Wiener-Mezen, oder 2 1/2 Maßel. A. d. Uebers.

|216|

Eine Tanne ist 20 Ctr. engl. oder 1620 Wiener Pf. A. d. Uebers.

|216|

Ein Perch ist 5 1/2 Yard; ein Yard = 2', 10'', 8 1/2''' Wiener-Maß. A. d. Uebers.

|216|

Das avoir du poids Gewicht hat 16 Unzen im Pfunde, im Gegensaze des Troy-Gewichtes zu 12 Unzen, oder ein Pf. Troy = 5117 Wien. Apoth. Granen: ein Pf. avoir du poids = 6221 W. A. Gran. Ein Stein (Stone) hat in England verschiedenes Gewicht; ein Stein Fleisch oder überhaupt Nahrungsmittel (a stone of meat) wiegt 8 Pf., ein Stein (Stone) überhaupt aber 14 Pf. A. d. Uebers.

|218|

Eine Ruthe (rood) der vierte Theil eines Acre.

|221|

Ein Quarter hält 8 Bushel. A. d. Uebers.

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