Titel: Voit über die Bereitung eines guten Mörtels etc.
Autor: Voit, Richard Jakob August
Fundstelle: 1821, Band 4, Nr. XL. (S. 293–303)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj004/ar004040

XL. Ueber die Bereitung eines guten Mörtels durch Anwendung des richtigen Verhältnisses des Sandes zum Kalk; auch über die Quantität des Mörtels zum Mauerwerk. Von dem k. b. Kreisbau-Inspektor Voit.

Von der Güte der Materialien hängt die Dauerhaftigkeit unserer Bauwerke ab; daher jeder gründliche und sorgfältige Architekt die Auswahl und Bereitung derselben zu einem besondern Augenmerk machen wird.

Auch in dieser Hinsicht müssen wir die Baumeister der Griechen und Römer noch in den Trümmern ihrer Bauwerke bewundern, so wie die kühnen, der Zeit trozenden Schöpfungen des Mittelalters anstaunen. Die Alten stellten uns in |294| ihrem Gemäuer, durch dauerhafte künstliche Steine, und durch äußerst festen Mörtel ein Muster auf; aber lange wurden wir nicht zur Nachahmung gereizt, sondern vernachlässigten aus übel angebrachter Sparsamkeit die Hauptsache. – Endlich nahmen sich nicht nur Baumeister, sondern auch Regierungen dieses Gegenstandes an; und es wurde die Bereitung eines guten, schnell bindenden Mörtels zu einer Preisaufgabe gemacht. So entstanden denn mehrere gründliche Abhandlungen und Vorschriften hierüber. Demohngeachtet blieb im gemeinen Leben das Mörtelmachen ein unbeachtetes Geschäft, das man meistens nur Taglöhnern, überließ.

Unzeitige Sparsamkeit hat überhaupt, vornemlich aber bei der Bereitung des Mörtels einen nachtheiligen Einfluß auf unsere Gebäude.

Es wird jedoch zur Bereitung eines guten bindenden Mörtels mehr Fleiß und Aufmerksamkeit, als Kostenaufwand erfordert.

Auch nach meinen Erfahrungen und angestellten Versuchen hängt die Dauerhaftigkeit des Mörtels großentheils von dem richtigen Verhältnisse des Sandes zum Kalk, und von der Güte dieser Materialien ab. Es läßt sich aber kein allgemeines Verhältniß angeben, sondern es beruht dasselbe bei jeder Kalk- und Sandgattung auf besonders anzustellenden Versuchen, auf Beobachtung und Erfahrung.

Da dieser Gegenstand von großer Wichtigkeit in der Baukunst ist, so glaube ich, daß die hierüber angestellten Versuche den Baumeistern nicht gleichgültig seyn werden.

Man weiß, daß nicht jeder Sand sich gleich gut zum Mörtel eignet, und daß nicht jeder gleich viel Kalk verträgt. Der beste ist der von allen fremden Theilen gereinigte Sand; es kommt aber auch darauf an, ob die Körner desselben rund |295| geschliffen oder ekig sind; und nicht weniger macht hier die Größe der Körner einen Unterschied.

Je mehr Berührungsflächen die Körner einander darbiethen, desto größer wird die Kohäsion des Mörtels, vorausgesezt, daß zwischen jeder Berührungsfläche so viel Kalkmasse ist, als zu der nothwendigen Fermentation gehört. Jedes einzelne Korn muß sich demnach in Kalk einhüllen; aber diese Hülle darf nicht zu dick seyn. Kalk allein erhärtet ewig nicht zu Stein, wohl aber Kalk mit Sand in einer richtigen Proportion vermischt.

Rund geschliffene Sandkörner berühren einander nur in Punkten; die vielen leeren Räume zwischen den Körnern füllt denn der Kalk aus, wenn man solchen Sand zu Mörtel verwendet. Es ist daher meine Erfahrung, daß Mörtel aus eckigem Sande, mit der gehörigen Menge Kalk vermischt, schneller trocknet und bindet, als Mörtel aus rundgeschliffenen Sandkörnern.

Bloße Praktiker in der Baukunst glaubten das Kennzeichen eines guten Mörtels darin zu finden, wenn er mit der Mauerkelle gestrichen und gewendet nicht sehr rauscht, sondern vielmehr speckig ist. Ein scharfer Sand aber kann hinlänglich mit Kalk gesättiget seyn, und mehr rauschen als ein runder, welcher das gehörige Quantum Kalk noch nicht hat. Dieses Kennzeichen ist daher immer trüglich.

Aus dem bisher Gesagten erhellt, daß das Verhältniß des Sandes zum Kalk sehr wichtig ist.

Es ist bekannt, daß man in ein mit Sand angefülltes Gefäß noch eine Menge Wasser schütten kann, ohne daß die Masse einen größern Raum im Gefäße einnimmt. Das Wasser füllt nämlich die. Zwischenräume aus, welche die Sandkörner unter sich lassen. Auf diese Art kann man also erfahren, wie viele Zwischenräume eine Sandgattung habe, es ist aber leicht einzusehen, daß es dabei sowohl auf die |296| Größe, als auf die Form der Sandkörner ankomme, weswegen sich auch kein allgemeines Verhältniß ausmitteln läßt. Zu bemerken ist auch, ob der Sand vollkommen ausgetrocknet ist, oder ob er noch seine Grubenfeuchtigkeit hat. Daß er bei einem anzustellenden Versuche keine fremden Theile mehr enthalten dürfe; wird hier vorausgesezt. –

Dieß alles scheint nun freilich im gemeinen Leben von gar keiner Bedeutung zu seyn; es ist jedoch wichtig, wenn das richtige Verhältniß des Sandes zum Kalk erzielt, und besonders für große Bauwerke ein vorzüglich guter Mörtel, ein schnellbindendes Cement bereitet werden soll.

Zu zwei von mir angestellten Versuchen wählte ich ganz trockenen Sand, und zwar zu dem ersten Grubensand, der vorher durch Schlemmen war gereinigt worden, zu dem zweiten aber gereinigten Flußsand, von rund geschliffenen Körnern. Beide Sorten hatten, dem Auge nach zu urtheilen, gleich große Körner.

Diese Versuche nahm ich in einem Kasten von Eichenholz vor, welcher vollkommen wasserdicht, und ganz genau winkelrecht bearbeitet war; er hielt 12 Kubikfuß. Zwei Tage vor wurde der Kasten, um die Poren des Holzes auszufüllen, mit Wasser voll gegossen. Nachdem dieses wieder weggeschüttet worden, ließ ich den Kasten ganz wagerecht stellen, und so dann mit eckigem Grubensand füllen, und die Oberfläche ebnen. Zur Einfüllung des Wassers diente ein genau gearbeitetes blechernes Gefäß, welches im Licht 6 Zoll dick und breit, und 1 Fuß hoch war, und genau den vierten Theil eines Kubikfußes betrug; mit diesem wurde das Wasser dem Sande zugemessen. Der mit Sand angefüllte Kasten nahm noch 4,31 Kubikfuß Wasser in sich auf.

Zum zweiten Versuch füllte ich diesen Kasten mit reinem Flußsand an, der rund geschliffene Körner hatte. Dieser Sand sog 4,99 Kubikfuß Wasser ein. Das Resultat der |297| angestellten Versuche war also, daß der scharfe Sand weniger Zwischenräume habe, als der rund geschliffene.

Die Zwischenräume der Sandkörner müssen ganz mit Kalk ausgefüllt werden, um einen guten Mörtel zu erhalten. Ist der Kalk in ein ganz feines Pulver verwandelt, so läßt sich nach dem Inhalt der beobachteten Zwischenräume leicht der erforderliche Zusaz an Kalk dem Sande zumessen, und zwar mit demselben Gefäß, mit welchem das Wasser gemessen wurde. Hat man aber den Kalk naß abgelöscht, so macht das Zumessen desselben mehr Schwierigkeiten, wovon weiter unten die Rede seyn wird.

Im Anspach'schen, vielleicht auch in manchen andern Gegenden, wird eine Gattung Kalk von grauer Farbe zu einem Mörtel, welcher vorzüglich gut und schnell bindend seyn soll, verwendet. Dieser Kalk verliert auch im Brennen seine Farbe nicht, und wird daher schwarzer Kalk genennt. Man löscht ihn trocken ab, das heißt, man taucht jeden Kalkbrocken einzeln auf kurze Zeit ins Wasser, und wirft so einen Haufen von ohngefähr 4 Fuß auf einen trockenen Plaz zusammen. Dieser Haufe wird denn noch etwas mit Wasser besprengt, und nun mit Sand etwa zwei Zoll hoch bedeckt. Während dieser Arbeit erhizt sich der Kalk; es entwickeln sich Dampfe, und die Sandbedeckung bekommt Risse. Nach einigen Stunden ist der ganze Haufe Kalk in ein feines Pulver zerfallen, und man kann denselben zu Mörtel verarbeiten. Soll nun dieß mit Anwendung des eckigen Grubensandes geschehen, so wird, nach obigem Verhältnisse, unter 3 Kubikfuß Sand 1,07 C. F. von dem abgelöschten Kalkpulver gemischt. Von der zweiten Sandgattung mischt man unter 3 Kubikfuß Sand 1,24 Kubikfuß Kalkpulver. Man gießt sodann unter beständigem Umrühren nach und nach Wasser hinzu, und verarbeitet diese Masse zu einem Mörtel von gehöriger Konsistenz. Bei der Bereitung |298| eines guten Mörtels kommt es auch hauptsächlich darauf an, daß Sand und Kalk vollkommen mit einander gemengt, und jedes Sandkorn von Kalkmasse umwickelt werde. Die Mörtelmacher haben also Fleiß und Mühe anzuwenden, damit keine theilweise Mischung entstehe101). Dieser Mörtel taugt vorzüglich zum äußern Verpuz, zur Dacharbeit, und dergleichen, weil er schnell trocknet und sehr hart wird. –

Aller zu Kalk gebrannter Marmor kann auf diese Art trocken abgelöscht und behandelt werden; nur kommt ein solcher Mörtel theurer als der gewöhnliche, hat aber auch dagegen größere Bindkraft und Dauer.

Wird der Kalk vor der Mischung abgelöscht, so ist es schwerer die gehörige Quantität Sandes, welche beigemengt werden soll, zu treffen.

Kalk aus Marmor gebrannt, vermehrt sich durch das Löschen um etwas mehr als die Hälfte, das heißt, aus einem Kubikfuß gebrannten Kalks bekommt man durch das Ablöschen etwas über zwei Kubikfuß gelöschten Kalk, von solcher Dichtigkeit, daß er wie Speck aus der Grube gestochen werden kann. Löscht man aber den Kalk nicht gleich nach dem Brennen ab, und läßt man ihn vorher eine Zeit lang der Luft ausgesezt, so gibt er weniger aus.

|299|

Diejenigen Kalkarten, welche fremde Theile z.B. Thon bei sich haben, vermehren sich nicht um die Hälfte durch das Löschen.

Der abgelöschte Kalk schwindet wieder, wenn er ganz eintrocknet. Da ohne Zusaz von Sand der Kalk nicht erhärtet, so kann er vollkommen trocken leicht zu Pulver gemacht werden.

Der abgelöschte Kalk, welcher die Zwischenräume des Sandes ausfüllen soll, muß in dem Maße beigemischt werden, in welchem er nach dem Löschen wieder getrocknet erscheint. Man sollte daher wissen, wie viel der Kalk, wenn er aus der Grube gestochen ist, schwindet, oder welchen kubischen Raum er in wieder getrocknetem Zustand einnimmt.

Nach meinen Erfahrungen und Versuchen ist das Schwinden der verschiedenen Kalksorten sehr ungleich; und sie schwinden um so mehr, je besser sie sind. Guter Kalk aus Marmor oder marmorartigen Steinen schwindet beim Trocknen um 3/4; schlechter mit Thon vermischter Kalk nur um 1/4 des Betrags, den er abgelöscht in der Grube hatte. Sollen also 3 Kubikfuß Sand, welcher 1,24 Kubikfuß Zwischenräume hat, die gehörige verhältnißmäsige Menge Kalk bekommen, so muß man 2,17 Kubikfuß Kalk in dem speckigen Zustande, wie er in der Grube liegt, nehmen. Da der schlechte Kalk im Löschen weniger ausgibt, aber auch weniger schwindet, als der gute, so wird man dabei nach diesem Verhältniß immer richtig verfahren.

Eine auf diese Art zusammengesezte, und recht gut durchgearbeitete Masse gibt einen sehr guten, bindenden Mörtel, welcher aber nicht so bald erhärtet, als der aus trocken abgelöschtem schwarzen Kalk.

Zu Wasserbauten dient folgender Mörtel, welcher sehr schnell bindet, und äußerst hart wird.

Man nimmt zu oben beschriebener Mischung, welche aus trocken abgelöschtem Kalk und eckigem Sand zusammengesezt wird, 1/0 Kalk weniger, als dort angegeben ist, und läßt die |300| Masse zu einem Mörtel von gewöhnlicher Konsistenz bearbeiten. Nachdem dieser etliche Tage gelegen, von Zeit zu Zeit aber durchgearbeitet worden ist, sezt man vor dem Verbrauche desselben 1/6 gebrannten, ungelöschten, zu Pulver gestoßenen Kalk zu, und arbeitet die Mischung durcheinander. Da dieser Mörtel schon in wenig Stunden erhärtet, so darf davon nicht wehr angemacht werden, als man sogleich verarbeiten kann. Will man nicht gestoßenen ungelöschten Kalk nehmen, weil derselbe sehr theuer kommt, oder mehr Mühe verursacht, so kann man auch trocken abgelöschten Kalk dem Mörtel beimischen, welcher dann sehr hart wird, aber nicht so schnell anzieht, als wenn ungelöschter Kalk zu der Mischung gebraucht wird. Wenn das ungelöschte Pulver unter den Mörtel kommt, so erwärmt es, indem es abgelöscht wird, die ganze Masse, und dadurch entsteht nach chemischen Gesezen eine schnelle Erhärtung. Meiner Meinung nach ist der aus eckigem Grubensand, und aus trocken gelöschtem schwarzen, mit einem Zusaz von gepulverten ungelöschten Kalk zubereitete Mörtel der beste, welcher aus Sand und Kalk zusammengesezt werden kann. In unserer Gegend müssen wir uns auf diese Ingredienzen beschränken, weil uns keine Puzzolanerde, kein Traß, keine vulkanische Asche u.s.w. zu Gebote stehen.

Die bisher beschriebenen Versuchs stellte ich an, um einen besonders guten Mörtel zu Wasserbauten, überhaupt zu Bauten an feuchten Orten, zum äußern Verpuz und zu Dacharbeiten zu erhalten. In den meisten Fallen wird jedoch die Bereitung eines solchen Mörtels zu umständlich und zu theuer seyn. Ich habe mich daher bemüht, noch einen andern, und doch guten Mörtel zu bereiten. Bei einem großen Bauwesen ist es nicht wohl möglich, den Sand zu reinigen; man sollte aber immer, wenn man zu wählen hat, den |301| besten wählen, ohne den vielleicht etwas größern Aufwand zu scheuen.

Hat man den Kalk aus der Grube in die Mörtelpfanne gebracht, so muß er zuerst breiartig durchgearbeitet werden, ehe man Sand und Wasser dazu thut. Der breiartigen Masse mischt man nur nach und nach Sand bei, unter beständigem Durcheinanderarbeiten. Wird sie zu trocken, so gießt man Wasser in kleinen Portionen daran. Dabei ist noch zu bemerken, daß man nie zu viel Kalk auf einmal in die Mörtelpfanne bringen darf, weil sonst die Masse zu schwer wird, und das Durcheinanderarbeiten hindert. Ein recht sorgfältiges Durcharbeiten aber ist das beste, was man hier thun kann, und ich habe gefunden, daß diese Mühe und Arbeit nicht vergeblich ist, sondern einen guten Mörtel zum Mauerwerk liefert.

Auch bei den gewöhnlichen Sandgattungen nehme ich Rücksicht auf das Verhältniß, welches der Sand zum Kalk haben soll, und ich brachte dabei das in Augsburg gebräuchliche Kalkmaß in Anwendung.

Ein bairischer Mezen hält 1 Kubikfuß und 490 Decimal-Kubikzolle, und verträgt 4 1/8 Kubikfuß Sand. Diese vollkommen durcheinander gearbeitete Mischung gibt nicht mehr als 4 1/2 Kubikfuß Mörtel. Bei der Berechnung des Kalkes und des Sandes ist nöthig zu wissen, wie viel davon in einer gewissen Menge Mörtel enthalten ist. Wollte man z.B. den Mörtelbedarf zu einer Klafter ansezen, so muß man die Größe der zu verarbeitenden Steine, und wie viel davon auf eine Klafter gehen, in Betracht ziehen. Die hiesigen Steine sind 15'' lang, 7 1/2'' breit, und 3'' dick. Auf eine Klafter von 6' Länge, 6' Breite, und 1' Dicke rechnet man 250 Steine. Der zwischen den Fugen der Steine befindliche Mörtel wird 1/2 Zoll dick angenommen. Um nun |302| den Bedarf an Mörtel zu finden, müssen zuerst die Fugen eines Steines berechnet werden.

Ein Stein hat 15'' Länge
7 1/2 Breite.
––––––––––
105
7 1/2
––––––––––
112 1/2.
Die lange Seite 15 Zoll,
die Dicke 3''
––––––––
45.
Die schmale Seite 7 1/2''
die Dicke 3''
––––––––
21
1 1/2
––––––––
22 1/2.
Diese zusammengezählt, nämlich 112 1/2
45
22 1/2
––––––––
180.

180 Fugen 1/2 Zoll dick macht, 90c' Fugen auf 1 Stein. Nun aber gehen auf 1 Klafter 250 Steine, 250 × 90 = 22500c' Mörtel.

Diese Zahl mit 1728 zu Fußen gemacht gibt 13 1/43 Kubikfuß Mörtel.

Nun aber stecken in 4 1/4 Kubikfuß Mörtel 1 Mezen Kalk, und 4 1/8 Kubikfuß Sand, daher entsteht folgendes Verhältniß:

Mörtel. c' Mörtel. Mez. Mez.
4 1/2 : 13 = 1 : x = 3 Mez.

Folglich rechnet man auf eine Klafter Mauer 3 Mezen Kalk, und beinahe 13c' Sand.

Der Bedarf an Mörtel zum Brockengemäuer ist schwer zu berechnen, weil die Steine von so ungleicher Größe sind. Es bleibt nichts anderes übrig, als eine Probe anzustellen. Man läßt nämlich von derjenigen Gattung Steine, welche |303| auf einem Bauplaze am häufigsten vermauert werden soll, eine Stück Mauer 6' lang, 6 breit, und 1 Fuß dick aufführen; oder wenn die Mauer eine andere Dicke hat, so verändert man auch das Längen- und Höhenmaß so, daß der Mauerstock immer 36c' oder eine Klafter beträgt. Zu dieser Arbeit muß man aber dem Maurer den Mörtel nach kubischen Inhalt vormessen, wodurch man erfährt, wie viel Mörtel bei einer Brockengattung zu einer Klafter Mauer erforderlich ist. Bei großen lagerhaften Brocken brauchte man 9', bei kleinem 12 Kubikfuß Mörtel. Daher rechne ich gewöhnlich auf eine Klafter Brockengemäuer 2 bis 2 1/2 Mezen Kalk.

Wo man zweierlei Sandgattungen haben kann, eine schlechtere und eine bessere, unter denen diese auch die theurere seyn wird, da macht man gewöhnlich zur Verpuzarbeit einen bessern Mörtel. Ueberhaupt wird ein sorgfältiger Baumeister alles anwenden, um seinen Bauwerken die möglich größte Dauer zu geben; zu diesem Behufe habe ich denn die beschriebenen Versuche angestellt, und ich werde auch in Zukunft keine günstige Gelegenheit vorbei gehen lassen, ohne sie zu solchem und ähnlichen Zwecke zu benuzen, und die gefundenen Resultate mitzutheilen.

|298|

Zur Bereitung des Mörtels habe ich eine Rührmaschine erfunden, welche Sand- und Kalk vollkommen mit einander verbinden soll. (Das Modell derselben war auf der lezten Industrie-Ausstellung des Oberdonau-Kreises in Augsburg zur Beurtheilung ausgestellt.) Auch hatte ich sie schon einmal im Großen machen lassen, und bemerkt, daß sie wirklich gute Dienste leiste. Da ich sie aber noch nicht auf Baupläzen in Anwendung bringen, und ihre Wirkung durch anhaltenden Gebrauch im Großen vollkommen erproben konnte, so will ich nur erinnern, daß eine Mörtelmaschine, mittelst welcher besserer Mörtel bereitet würde, sehr erwünscht wäre, wenn auch nicht Arbeiter dadurch erspart würden.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: