Titel: Laccin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1821, Band 4, Nr. XXX./Miszelle 3 (S. 254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj004/mi004030_3

Laccin.

Ich habe diesen Namen einer besondern Substanz gegeben, welch vor einigen Jahren von Dr. John als einer der Bestandtheile des Stangenlacks beschrieben wurde, und ich habe bisher keine Nachricht hierüber in englischer Sprache gefunden. Man erhält dieses Laccin durch wiederholte Digestion des Stangenlakes in Alkohol und Wasser, bis nichts mehr davon ausgezogen werden kann. Das was übrig bleibt, ist das Laccin. Es besizt folgende Eigenschaften:

Es ist hart und brüchig, gelb von Farbe und besizt einen gewissen Grad von Durchscheinbarkeit. In kaltem Wasser ist es unauflösbar, in heißem Wasser aber wird es, obschon es sich nicht auflöset, weich. In kaltem Alkohol erweicht es sich, nimmt an Umfang zu, und fühlt sich endlich schlüpfrig an. Auch heißer Alkohol vermag es nicht aufzulösen. In Aether und in wesentlichen Oelen schwillt es ein wenig auf, und wird beinahe durchscheinend, löst sich aber nicht auf. In Pottaschenlauge löset es sich sehr leicht auf, und die Auflösung hat eine lichtbraune Farbe. Salzsäure macht die Auflösung milchicht, und das Laccin schlagt sich langsam nieder. Konzentrirte Schwefelsäure löst es sehr schnell auf; die Auflösung hat eine Amethystfarbe, und wird, wenn man Wasser zugießt, trübe und wolkig. Wenn man es lang mit Wasser kocht, welches 1/16 bis 1/8 seines Gewichtes enthält, so wird nur ein kleiner Theil davon aufgelöset. Und diesen Theil erhält man in dem Zustande eines gelblichen Gummi, wenn die Säure durch Kalk abgeschieden und die Auflösung abgeraucht wird. Diese Eigenschaft unterscheidet das Laccin leicht vom Cerasin. Konzentrirte Salpetersäure löset es mit Beihülfe der Wärme langsam auf. Die Auflösung ist klar, gelb von Farbe und ohne bitteren Geschmack. Allmählig sezt sie einige Kristalle von Sauerkleesäure ab. Verdünnte Salpetersäure wirkt weder kalt noch warm auf dasselbe.

Das Laccin verbreitet, wenn es erhizt wird, einen aromatischen Geruch, und wird weich. Es schmilzt nicht, sondern wird allmählig verkohlt. Wenn man es destillirt, so erhält man Wasser, eine Säure die, mit Soda gesättigt, salzsaures Eisen weiß niederschlägt, und gelb und braunes Oel. Kein Ammonium läßt sich in der Produktion der Destillation entdecken. (Vergleiche John's chemische Untersuchungen. IV. 12.) Ebendaselbst S. 392.

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