Titel: Beitrag zur näheren Kenntniß der Hefen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1821, Band 4, Nr. XXX./Miszelle 4 (S. 254–255)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj004/mi004030_4

Beitrag zur näheren Kenntniß der Hefen.

Die Chemiker waren bisher noch nicht im Stande sich über die chemische Beschaffenheit der Hefen zu verständigen, und konnten noch nicht zu einem bestimmten Schlusse über jenen Theil in dem sehr zusammengesezten Körper, den man Hefen nennt, gelangen, welcher eigentlich als Gährungsmittel wirkt. Kirchoff's Versuche scheinen wirklich zu dem Schlusse zu leiten, daß die Hefen ihre Wirkung der wechselseitigen Einwirkung des Gluten und der Stärke auf einander verdankt, und daß diese beiden Körper in der Hefen (wahrscheinlich in irgend einem besonderen Zustande) vorhanden seyn müssen, ehe sie Gährung zu erzeugen vermag. Daß reiner Gluten allein nicht als Gährungsmittel wirkt, war lang bekannt, und jeder kann sich leicht überzeugen, daß Gluten einen sehr bedeutenden Theil in dem gemeinen Porter Hefen bildet. Man pflegte seit einigen Jahren |255| Porter Hefen zu trocknen, und in diesem Zustande nach Westindien und wahrscheinlich auch nach anderen Pläzen zu verführen, wo man dieselbe mittelst Wassers auf ihren ursprünglichen Zustand, oder wenigstens soviel möglich auf denselben zurückführt, und dann als Gährungsmittel anwendet. Wenn Hefen getrocknet wird, so bekommt sie den Geruch, und zum Theile auch den Geschmack von Käse; nun ist es aber eine charakteristische Eigenschaft des Gluten, daß er durch fortschreitende Gährung in Käse verwandelt wird. Es ist daher klar, daß Hefen, insoferne sie diese Veränderung auf eine auch für den sorglosesten Beobachter hinlänglich fühlbare Weise erleidet, eine Menge Glutens enthalten müsse. (Ebendaselbst.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: