Titel: Von Baaders neue Dampf- und Dreschmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1821, Band 4, Nr. XXX./Miszelle 7 (S. 256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj004/mi004030_7

Von Baaders neue Dampf- und Dreschmaschine.

Das Wochenblatt des landwirthschaftlichen Vereins in Baiern vom 6. dieses Monats Februar zeigt vorläufig die Erfindung einer neuen Dampfmaschine von Hr. Oberst-Bergrath R. von Baader an, welche auf dessen Einladung von einer aus sechs Mitgliedern des General-Comité hierzu ernannten Kommission vom 7. Jänner dieses Jahres untersucht worden ist. Die Kommission bezeugt durch ihre Unterschriften, „daß sie sich von der einfachen und wohlfeilen Konstruktion dieser Maschine, so wie von ihrer vortheilhaften Wirkung überzeugt habe, und sie glaubt daher, daß die Anwendung derselben in unserm Vaterlande, welches an Holz, Torf und Steinkohlen einen so beträchtlichen, größtentheils noch unbenüzten Reichthum von Brennmaterialien besizt, von den wichtigsten und wohlthätigsten Folgen für den Gewerbfleiß für Fabriken aller Art, insbesondere aber für die Landwirthe werden könne.“

Dem sichern Vernehmen nach ist diese Erfindung, von welcher Hr. von Baader zu Numphenburg die erste Probe auf seine eigne Kosten, zwar nur im Kleinen, aber doch mit dem glüklichsten Erfolge hergestellt hat, dazu bestimmt, statt der für unser Vaterland, besonders auf dem Lande noch immer viel zu kostbaren und künstlichen englischen Dampfmaschine, die bewegende Kraft des Wasserdampfes mittelst eines ganz verschiedenen Apparates, welcher aller Orten von gemeinen Arbeitern leicht, und mit geringen Kosten hergestellt, und unterhalten werden kann, zur Hebung des Wassers, und zum Betriebe von Mühlen und anderen Maschinen-Werken aller Art zu benüzen. Eine höchst wichtige Aufgabe, durch deren befriedigende Lösung der Erfinder um Staat und Vaterland, so wie um das Maschinenwesen im allgemeinen sich sehr verdient machen wird. – In der lezten am 10. Februar gehaltenen Versammlung des General-Comité legte auch derselbe das Modell einer von ihm neuerfundenen Dreschmaschine vor, deren äußerst einfache, wohlfeile, und zwekmäßige Konstruktion den vollständigsten Beifall aller Anwesenden erhielt. Diese Maschine zeichnet sich vor allen bis jezt bekannten Dreschmaschinen besonders dadurch sehr vortheilhaft aus, daß dieselbe leicht von einem Orte zum andern geführt, auf jeder gewöhnlichen Tenne ohne irgend einer Veränderung an den Scheunen oder Stadeln angebracht, und dabey durch Pferde oder Ochsen betrieben werden kann. Das General-Comité hat eine Kommission ernannt, um über diese sehr interessante Erfindung, und über einen damit im Großen zu veranstaltenden Versuch Bericht zu erstatten. Es ist sehr erfreulich, daß Hr. von Baader die Muße, welche ihm unlängst durch Enthebung von seinen eigentlichen Berufsgeschäften im Bergwerks-, Hütten und Salinenwesen zu Theil geworden ist, auf eine so thätige, uneigennüzige und zwekmäßige Art dazu verwendet, durch feine vielfach erprobten Kenntnisse und Talente seinem Vaterlande und der Welt auf einem andern Wege nüzlich zu werden. (Eos.)

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