Titel: Was eigentlich Rost am Eisen bildet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1821, Band 4, Nr. XLIX./Miszelle 10 (S. 383–384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj004/mi004049_10

Was eigentlich Rost am Eisen bildet.

Hr. Marschall Hall, M. D., hat in einem Aufsaze (Memoir on the combined Agencies of Oxygen Gas et of Water in the Oxydation of Iron) im Quarterly Journal (auch im Repertory of Arts etc. II. Series. CCXII. Jänner 1820. S. 99.) durch eine Reihe von Versuchen erwiesen: |384| „Daß das Wasser durch das Eisen nicht, wie die angesehensten Chemiker bisher lehrten, zersezt wird; daß sein Sauerstoff sich nicht mit dem Metalle verbindet, und der Wasserstoff dadurch frei wird; sondern daß reines Wasser bei der gewöhnlichen Temperatur der Atmosphäre von dem Eisen nicht zersezt werden kann, sobald es von allem verschlungenen Sauerstoffgase frei, und von der Berührung mit der atmosphärischen Luft vollkommen abgesperrt ist. Eben so wenig vermag Sauerstoffgas oder atmosphärische Luft, von aller Feuchtigkeit beraubt, bei der gewöhnlichen Temperatur das Eisen zu oxydiren. Oxydirung des Eisens fordert die vereinten Kräfte des Sauerstoffes und des Wassers, und Wasser scheint bloß das Medium zu bilden, durch welches der Sauerstoff auf das Wasser wirkt: vielleicht, daß der Sauerstoff gar nur als Hydrat auf das Eisen wirken kann.

Wenn gewöhnliches lufthaltiges Brunnen-Wasser, gegen den weiteren Zutritt der atmosphärischen Luft gesichert, auf Eisen wirkt, so bildet es ein schwarzgrünes Oxyd, das rostbraun wird, sobald man der atmosphärischen Luft den Zutritt zu diesem Wasser neuerdings gestattet.

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