Titel: Herrn Grothuß's Bereitung einer rothen Farbe, die den Carmin an Feuer übertrifft.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1821, Band 4, Nr. XLIX./Miszelle 7 (S. 382–383)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj004/mi004049_7

Herrn Grothuß's Bereitung einer rothen Farbe, die den Carmin an Feuer übertrifft.

Wenn man Carmin bei 12° R. mit flüssigem Ammonium digerirt, so nimmt derselbe den Farbestoff, den er anflößet, in sich auf, und läßt einen blaßrothen erdig scheinenden Rükstand zurük. Concentrirte Essigsäure bis zur Sättigung nach und nach in die kalische Auflösung eingetröpfelt, schlägt den Färbestoff nieder, welcher dem Ammonium die prächtigste Farbe mittheilte, und bildet einen brennend rothen Niederschlag. Da er außerordentlich zart ist, so muß man Alkohol zusezen, um denselben sich weniger verdichten zu lassen. Man gießt die Farbenloß gewordene Flüssigkeit ab, wascht den Niederschlag mit Alkohol, und troknet ihn ab. Diese herrliche Farbe dient vorzüglich zur Miniatur-Mahlerei, bei welcher man den Carmin seiner Dichtigkeit wegen nicht immer gebrauchen kann129). (Annal. gen. de sciences physiques. Sept. 1820. Giornale di Fisica Seite 467.)

|382|

Die Mahler und Deßinateurs lößten den Carmin zum Coloriren bisher mit Vortheil in Aez-Ammonium auf. Da aber das Aez-Ammonium |383| auch die Metalloxyde und Erden mit denen der Carmin bei seiner Bereitung niedergeschlagen wird, auflöset, welches das kohlensaure Ammonium nicht thut, so verdient Hr. Grothuß's Verfahren den Carmin aufzulösen den Vorzug. Das Sättigen des Ammonium mit Essigsäure um den Farbstoff wieder niederzuschlagen, ist nicht immer nöthig, da man die Lösung auch vortheilhaft so verwenden kann, indem sich nach dem troknen das Ammonium verflüchtigt und das rothe Pigment rein zurük läßt. Verdiken läßt sich die Ammonikalische Lösung des Carmin mit etwas Tragantschleim. Die Lösung des Carmin in mildem Ammonium gibt die allerschönste rothe Tinte. D.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: