Titel: Barry's Apparat zur Distillation, Abdampfung u. Austroknung etc.
Autor: Barry, John Thomas
Fundstelle: 1821, Band 5, Nr. XXXII. (S. 156–167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj005/ar005032

XXXII. Erklärung des dem Joh. Thom. Barry, Chemiker und Specereyhändler in Plough-court, Lombard-street, zu London, ertheilten Patentes auf einen verbesserten Apparat zur Distillation, Abdampfung und Austroknung, auch zur Farbenbereitung und zur Zukerraffinerie. Dd. 24. May 1819.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. II. Series. N. CCXXVII. April 1821. S. 257.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Ich erkläre, daß meine Erfindung in Folgendem erklärt und beschrieben ist: Mein verbesserter Apparat besteht aus |157| einer Distillirblase oder aus einem Abdampfer A. (Fig. 8.) Tab. IV, welche so eingerichtet ist, daß die Luft in derselben ausgezogen werden kann. Sie ist an ihrem Halse b mittelst der Leitungsröhre c mit dem Verdichter D verbunden, welcher geräumiger ist, als sie selbst, und aus welchem die Luft gleichfalls ausgezogen werden kann. Dieser Verdichter befindet sich in einer angemessenen Cisterne E, welche eine hinlängliche Menge kalten Wassers oder anderer abkühlender Flüssigkeit enthält, um den Lüftungshahn f und den Sperrhahn g zu bedeken, welcher die Verbindung zwischen der Blase A und dem Verdichter D sperrt. h ist eine Röhre mit einem Sperrhahne i zur Entleerung der verdichteten Flüssigkeit. k ist eine Dampfröhre mit ihrem Sperrhahne l, durch welche der Verdichter D nach Belieben aus einem Dampfkessel oder aus irgend einem anderen in einer bequemen Lage angebrachten Dampfgefäße mit Dampf gefüllt werden, kann. Wenn es die Umstände erlauben, kann der Dampf aus einer benachbarten Dampfmaschine, oder auf irgend eine andere bequeme Weise herbeigeleitet werden, da es sich bloß darum handelt, denselben in hinlänglicher Menge zu erhalten. N ist ein anderer Verdichter, gleichfalls so eingerichtet, daß die Luft aus demselben ausgezogen werden kann, und mit der Blase mittelst des Halses und der Röhren w und x und dem verbesserten Abkühler y, (der in der Folge umständlich beschrieben werden wird) verbunden. Dieser Verdichter befindet sich in einer passenden Cisterne I, welche eine hinlängliche Menge Wassers oder anderer abkühlender Flüssigkeit zu halten vermag um den Lüftungshahn v zu bedeken. Es ist mit einem Abzugshahne z versehen.

Um mit diesem Apparate zu distilliren, wird die Blase A, nachdem sie mit den zu distillirenden Materialien gefüllt ist, luftdicht geschlossen, und die Hähne p, v und z werden |158| gesperrt, die Cisterne I wird mit kaltem Wasser oder mit einer anderen abkühlenden Flüssigkeit gefüllt, während die Cisterne E leer bleibt, die Hähne f und g werden geschlossen, und hierauf die Hähne i und l geöffnet, und so lange offen gehalten, bis alle in dem Verdichter D enthaltene Luft durch das Durchblasen des Dampfes ausgetrieben ist. Nun schließt man i und hierauf alsogleich l, und läßt so viel kaltes Wasser über die Oberfläche des Verdichters, bis es kalt bei m abläuft. Man öffnet jezt den Sperrhahn g, und ein Theil der in der Blase A und dem Verdichter N enthaltenen Luft wird in den im Verdichter D gebildeten leeren Raum stürzen. Man schließt g wieder, und wiederholet die vorigen Operationen so lang, bis der Schwimmer s in dem offenen Schenkel des Queksilber-Heberwächters, welcher mit dem Halse der Blase verbunden ist, anzeigt, daß der gehörige Grad von Ausziehung der Luft erreicht wurde. Wenn diese Ausziehung auf ihren äußersten Grad gebracht ist, (was ich jedes mal thue), fällt der Schwimmer um vierzehn bis fünfzehn Zoll (was von dem Druke der Atmosphäre während der Operation abhängt). Dieser Queksilber-Heberwächter, der gewöhnlich aus Eisen gemacht ist, ist zu bekannt, als daß er einer Beschreibung bedürfte. Nun muß der Hahn g geschlossen, und die Blase A erhizt werden, so daß jezt die Distillation in einem mehr oder minder vollkommenen Vacum geschieht, und die distillirte Flüssigkeit sich in dem Verdichter N sammelt.

Es ist einige Aufmerksamkeit nöthig, damit der Einsaz in der Blase oder in dem Abdampfer nicht in den Verdichter überläuft: in dieser Hinsicht ist es nöthig, den Anfang des Aufsiedens in der Blase durch die kleinen Glasfensterchen zu beachten, welche ich oben an der Blase anbringe. Die Figur zeigt sie bei rr; sie sind gut in Hanf und Bleyweiß mit Oel eingebettet, und fest niedergeschraubt. |159| Wenn bloß abgedampft werden soll73), wird die Flüssigkeit in die Blase oder in dem Abdampfer gebracht, und der Proceß, wie oben bei der Distillation gesagt wurde, geleitet, so daß der Dampf sich in dem Gefäße N verdichtet. Um diesen Proceß zu erleichtern und zu beschleunigen, muß die Cisterne E mit kaltem Wasser gefüllt werden, so daß das Gefäß D bei der Verdichtung mithelfen kann, wenn der Hahn g in dieser Absicht geöffnet wird. Da das Austroknen nur der höchste Grad von Abdampfung ist, so geschieht es auf dieselbe Weise, und wird so lang fortgesezt, bis der Rükstand den verlangten Grad von Trokenheit erhalten hat.

Bei der Farbenbereitung läßt sich mein Apparat zur Verdampfung eines Theiles oder alles Wassers, oder jeder anderen Flüssigkeit anwenden, worin die Farben aufgelöset oder schwebend erhalten worden sind, oder mit welcher sie vereinigt und gemischt wurden. Da diese Abdampfung in einem mehr oder minder vollkommen leeren Räume geschieht, so dürfen die Farben nicht jenem hohen Grade von Hize ausgesezt werden, der zum kochen auf die gewöhnliche Weise nöthig ist, und bei welchem einige zärtliche Pflanzen bekanntlich leiden. Es ist wesentlich, daß nicht bloß die Blase oder der Abdampfer und Verdichter, sondern daß alle Theile meines verbesserten Apparates, aus welchen die Luft ausgezogen |160| wird, von hinlänglicher Stärke seyen, um den Druk der äußeren Atmosphäre zu ertragen, wenn die Luft aus denselben ausgezogen wird, und es ist durchaus nothwendig zum gelingen der verschiedenen Operationen, die mit diesem Apparate vorgenommen werden, daß die verschiedenen Theile desselben luftdicht gearbeitet und luftdicht verbunden werden. Wenn also die Verbindungen der Blase oder des Abdampfers nicht hinlänglich luftdicht sind, stelle ich entweder das ganze Gefäß unter Wasser, oder unter eine andere Flüssigkeit, oder in eine bei niedriger Temperatur flüssig werdende Substanz, oder ich richte die verschiedenen Verbindungen so ein, daß sie, während der Operation, vor dem Zutritte der Luft leicht geschüzt werden können entweder dadurch, daß ich sie mit einem aufstehenden Rande oder Gehäuse umgebe, oder, wenn ihre Lage es erlaubt, unter die Oberfläche des sie umgebenden Theiles niederdrüke. Ein Durchschnitt eines hervorstehenden Randes, der in dieser Hinsicht angebracht ist, findet sich bei tt, wo er so gelegen ist, daß er eine hinlängliche Menge Flüssigkeit enthält, um alles Gefüge an dem oberen Theile der Blase oder des Abdampfers A zu deken. Wenn der ganze oder größte Theil der Blase oder des Abdampfers so eingesenkt ist, so ist es am besten die denselben umgebende Flüssigkeit zu dem Medium zu machen, welches dieses Gefäß heizt, in welchem Falle es rathsam ist eine Ausleerungsröhre mit einem Hahne an der Blase oder dem Abdampfer anzubringen.

Jeder Theil des hier beschriebenen Apparates kann von solcher Form, von solchem Umfange und von solcher Materie gefertiget seyn, welche sich für den Umfang und für die Natur der Operationen, zu welchen er bestimmt ist, am besten schikt. Die Blase oder der Abdampfer kann von jener Materie verfertigt werden, welche bei den gewöhnlichen Distillations- und Abrauchungs-Prozessen angewendet wird, da der |161| Umstand, daß die Luft aus diesem Gefäße ausgezogen werden muß, keinen Unterschied macht, außer dem, daß dasselbe vollkommen luftdicht und stark genug seyn muß, um den Druk der Atmosphäre zu ertragen, wenn die Luft ausgezogen ist; eben dieß gilt auch von den Verdichtern, welche ich jedoch vorzugsweise aus verzinntem Kupfer verfertigen lasse. In einigen Fällen wird es sehr gut seyn, die Blase oder den Abdampfer mit einem Loche zu versehen, durch welches ein Mann aus- und einkriechen kann, oder mit einer anderen hinlänglich großen Oeffnung, um dieses Gefäß leeren und füllen zu können: in anderen Fällen wird es besser seyn, dieses Gefäß erst dann zu füllen, wann die Luft aus demselben mittelst einer Röhre oder eines Hebers ausgezogen ist, welcher mit dem einen Schenkel sich in die Blase öffnet, und mit dem anderen in jene Flüssigkeit taucht, mit welcher die Blase gefüllt werden soll, so daß diese Flüssigkeit durch den Druk der Atmosphäre auf ihre Oberfläche in die luftleere Blase oder den Abdampfer getrieben wird, wenn man den Sperrhahn p an dem Schenkel des Hebers öffnet. Auf diese Weise kann dieses Gefäß wiederhohlt gefüllt werden, ohne daß es deßhalb nöthig wäre, die Operation zu unterbrechen und den Apparat wieder luftleer zu machen.

Der verbesserte Abkühler, von welchem oben die Rede war, kann aus verschiedenen Materialien gefertiget werden, von verschiedenen Dimensionen und von verschiedener Form seyn. Seine relative Lage ist in Fig. 8. bei y gezeigt. In seiner einfachsten Form ist er auf folgende Weise gebaut. Eine Platte von verzinntem Kupferbleche von solcher Dike, daß ein Quadratfuß vier und zwanzig Unzen wiegt, ist an einer ihrer beiden Flächen mit dichten Metallknöpfen beschlagen, welche, wie Fig. 10. zeigt, reihenweise so in Linien stehen, daß von dem Mittelpunkte eines Knopfes bis zu jenem seines Nachbars die Entfernung einen Zoll beträgt. Diese |162| Knöpfe werden durch weiches Schlagloth an der Platte befestigt, und sind etwas abgeplattet, wie a zeigt in Fig. 9; jeder hat drei Achtelzoll im Durchmesser und ein Viertelzoll in der Dike. Auf diese Knöpfe kommt eine andere Platte von derselben Größe und Dike, und die Kanten dieser beiden Platten sind mittelst eines Saumes, wie b in Fig. 9. zeigt, verbunden, und dieser Saum wird durch weiches Schlagloth luftdicht. Dieses Gefäß ist so gebildet, daß, wenn die Luft aus demselben ausgezogen ist, die beiden Wände mittelst der Knöpfe, welche jedes weitere Zusammenfällen hindern, auf einander ruhen. Sollte man weniger Knöpfe wünschen, so müßte die Dike der Platten verhältnißmäßig stärker seyn. In der Nähe eines seiner Enden ist eine Oeffnung, f in Fig. 10, von einem Zoll im Durchmesser, durch welche der Dampf aus der Blase eindringt, und an dem entgegengesezten Ende ist eine andere Oeffnung g, durch welche derselbe austritt, wenn er verdichtet ist. Die Weise, auf welche diese Oeffnungen mit der Blase verbunden sind und mit der Vorlage, zeigt ccc im Längen-Durchschnitte Fig. 9, wo d die, der Oeffnung e gegenüberstehende Concavität zeigt. Wenn die Platte, wie in Fig. 8. zwei Fuß lang und einen Fuß breit ist, so ist eine Oeffnung an jedem Ende hinreichend; wenn aber die Platte bedeutend größer ist, so ist noch eine oder es sind mehrere besondere Oeffnungen nöthig um die Dämpfe eindringen zu lassen. Statt der aufgesehen dichten Knöpfe, die ich oben beschrieb, können dieselben Hervorragungen auch dadurch erzeugt werden, daß die eine dieser Platten sorgfältig zahnförmig eingeschnitten wird: in diesem Falle müssen die Hervorragungen an ihrer Basis ungefähr einen halben Zoll im Durchmesser haben, und kaum mehr als ein Achtelzoll hervorstehen, wodurch die Platten also näher, als in dem vorigen Falle, an einander kommen. Oder, statt aller dieser |163| Methoden, kann man dieselbe Menge von Stüzpunkten auch dadurch erhalten, daß man Streifen von verzinnten Kupferplatten anwendet, deren jeder in Halbkreise mit dazwischen angebrachten Füßen rrr, ausgetrieben ist, mittelst welcher sie, wie Fig. 11. zeigt, fest an eine dieser Platten angelöthet sind, in zeigt diese Halbzirkel in natürlicher Größe, wenn der Kupferstreifen drei Achtelzoll breit, und das Metall so dik ist, daß ein Quadratfuß vier und zwanzig Unzen wiegt. Diese Streifen sind in Linien so gereiht, daß sie fünf Achtelzoll von einander entfernt stehen. Findet man es besser, so können auch Metallrüken, ein Viertelzoll breit, an der inneren Fläche einer dieser Platten befestigt werden, nur mit der Vorsicht, daß die Zwischenräume nicht über drei Viertelzoll in der Breite betragen. Diese Rüken können auch dadurch erzeugt werden, daß man die Platten an ihrer Außenseite ausflütet, und zwar so, daß die der einen Platte die anderen durchkreuzen, und auf denselben ruhen. Oder wenn man es besser findet, daß diese Mittelstüzen gar nicht an den Platten befestigt sind, so können diese aus vierekigen Drähten gebildet werden, die sich durchkreuzen und in Entfernung von drei Viertelzoll an einander gelöthet sind. Dieses Gitterwerk kann so groß gemacht werden, als es der Raum zwischen den beiden Platten erlaubt. Die Drähte müssen wenigstens ein Viertelzoll breit seyn. Oder, statt dieses Gitterwerkes, kann dieselbe Stüze auch dadurch hervorgebracht werden, daß man eine Platte verzinnten Kupfers von bereits erwähnter Dike auf die in Fig. 12. dargestellte Weise biegt (diese Figur zeigt einen Theil dieser Platte in natürlicher Größe im Querdurchschnitte) und dieselbe zwischen die beiden Platten des Refrigerators bringt: an dem oberen und an dem unteren Ende macht man einen oder mehrere Einschnitte um die distillirten Dämpfe durchzulassen. Andere Mittel, diese Platten sowohl zu stüzen, als zu verbinden, |164| sind der Discretion des Mechanikers überlassen, da meine Erfindung nicht in den angezeigten Mitteln, sondern in dem Grundsaze besteht die zwei Seiten des Abkühlers an sehr vielen Punkten auf einander ruhen zu lassen, und zwar entweder unmittelbar, oder mittelst eines oder mehrerer dazwischen eingesezter Körper, so daß sie, wenn die Luft aus dem Abkühler ausgezogen wird, und derselbe einen Druk der Atmosphäre von 15 Pfund auf jeden Quadratzoll zu erleiden hat, nicht ganz zusammenfallen. Mehrere dieser Refrigeratoren können in derselben kalten Wasser-Cisterne eingesezt, und alle oben mit einer Röhre oder einem Leiter verbunden werden, der aus der Blase oder dem Abdampfer abführt, und unten mit einer anderen Röhre, welche abwärts nach einem oder mehreren luftleeren Vorlagen von hinlänglicher Weite leitet. Auf diese Weise kann eine große Menge Dämpfe schnell verdichtet werden ohne sich in den Abkühlern anzuhäufen. Da die zahlreichen Stüzpunkte, welche die Seiten dieser Refrigeratoren gegen einander haben, die Stärke des Gefäßes vermehren, so kann man demselben eine sehr ausgedehnte Oberfläche von dünnem Metalle geben, während sein kubischer Inhalt nur sehr klein ist; dadurch wird die Auslage für dasselbe vermindert, die Luft läßt sich leicht ausziehen, und man erhält dadurch schnelle Verdichtung des Dampfes bei dem Processe der Distillation und Abrauchung in luftleeren Gefäßen.

Ich nehme das Distilliren, Abrauchen oder Austroknen in Gefäßen, aus welchen die Luft ausgezogen ist, nicht als meine Erfindung in Anspruch; auch nicht die Methode die Luft aus den Gefäßen durch das Durchblasen des Dampfes ohne Luftpumpe auszutreiben; noch die Verdichtung des Dampfes mit oder ohne Injection; noch die Erhaltung eines Vacuums durch Schüzung des ganzen Gefäßes, aus welchem |165| die Luft ausgezogen ist, oder eines Theiles desselben gegen den Zutritt der Luft mittelst einer Flüssigkeit, wie oben angegeben wurde; noch die Methode, diese Gefäße mittelst der sie umgebenden Flüssigkeit zu hizen; denn jede derselben ist, für sich betrachtet, nicht neu; auch nehme ich keinen der einzelnen Theile des hier beschriebenen Apparates als meine Erfindung in Anspruch, außer dem verbesserten Refrigerator, und keine der besonderen Formen dieser Theile. Was ich aber als meine Erfindung in Anspruch nehme, und als den Haupttheil meiner Verbesserungen, dieß ist die Verbindung der Haupttheile der Blase oder des Abdampfers, des Verdichters, und des Dampfgefäßes, welche so vorgerichtet sind, daß sie die drei folgenden Eigenschaften besizen: 1) den Apparat hinlänglich von Luft zu befreyen, ohne daß man die Luftpumpe oder irgend eine ähnliche Maschine hierzu nöthig hatte; 2) den Dampf durch die Anwendung von Kälte zu verdichten; 3) zu distilliren und abzudampfen beim Aufwallen, ohne die Materie einer höheren Temperatur auszusezen als nöthig ist, um im luftleeren Räume zu sieden.

Ferner nehme ich als meine Erfindung in Anspruch, und als den zweiten Theil meiner Verbesserungen: die Verbindung an diesem Distillir, Abdampfungs- und Austroknungs-Apparate, die Einsenkung der ganzen Blase oder des ganzen Abdampfers, oder eines Theiles desselben nebst dem Austreiben der Luft mittelst des Dampfes (ohne alle Luftpumpe oder ähnliches Werkzeug), sey es nun daß der Dampf bei diesem Apparate in der Blase oder in dem Abdampfer, oder anderswo erzeugt wird, oder daß seine Verdichtung mit oder ohne Einsprizung geschieht.

Und endlich, nehme ich noch als meine Erfindung und als den dritten Theil meiner Verbesserungen den oben beschriebenen Refrigerator in Anspruch. Urkunde dessen etc.

|166|

Bemerkungen des Patentträgers.

Für Zukerraffineurs und Andere.

Oben beschriebener Apparat läßt sich bei einigen Manufakturen gut gebrauchen, bei welchen die bearbeiteten Substanzen öfters durch das Sieden leiden, wie besonders der Zuker: er verdient besonders die Aufmerksamkeit jener Zukerraffineurs, welche Howard's Patente zu befolgen gesonnen sind, indem er ihnen einige sehr bedeutende Vortheile gewähren kann.

Diese Vortheile bestehen vorzüglich in folgenden:

1tens. Die geringen Kosten des Apparates, da keine Luftpumpe, oder ähnliche Maschine nöthig ist.

2tens. Die Ersparung großer jährlicher Ausgaben, die man bloß zum Herbeischaffen der Kraft nöthig hat, welche die schweren Maschinen, die die Pumpen bewegen, in Thätigkeit sezen müssen.

3tens. Als Folge hiervon, kostbare Reparaturen vermieden.

4tens. Vermeidung der Gefahr eines Stokens in der Maschine und folglich auch in der Arbeit, als weitere Folge.

5tens. Große Ersparung an Wasser durch den Gebrauch eines besonderen Refrigerators, welcher eine der Verbesserungen dieses Patentes ausmacht.

6tens. Die Leichtigkeit, mit welcher der leere Raum erhalten wird, indem diese Operation in weniger als fünf Minuten vollendet ist, und nicht mehr wiederholet zu werden braucht: – und die Vollkommenheit dieses leeren Raumes: der Patentträger hat bei seinen Versuchen |167| selbst bei einer niedrigeren Temperatur Zuker gesotten, als auf Howard's Scala angegeben ist.

Von der Richtigkeit dieser Bemerkungen kann man sich durch Versuche am Modelle überzeugen, welches der Patentträger mit Vergnügen jedem Manufakturisten zeigt, der zur Einführung dieser Verbesserung geneigt seyn möchte, und der sich in Briefen an ihn unter der Addresse:

Wilh. Allen et Comp. Plough-court, Lombard-street wenden will.

Das Patent wurde für Schottland und Irrland, so wie für England und die Colonien genommen.

Da dieser Apparat nicht allgemein im Publikum bekannt ist, so erlaubten mir folgende Herren, welche ihn sahen und gut hießen, die Anfügung ihrer Namen:

W. T. Brande, Sek. R. S.

W. H. Pepys, F. R. S.

W. Babington, M. D. F. R. S.

Ar. Aikin, F. L. S. und Sek. Soc. of. Arts etc.

J. F. Daniell, F. R. S.

Will. Allen, F. R. S.

Rich. Phillips, F. R. S. E.

|159|

Schon vor mehr als 20 Jahren hat der k. k. Salinenbeamte, Herr v. Ployer, in Tirol einen Plan entworfen, Kochsalz in luftleerem Räume zu sieden. Es scheint nicht, daß dieser Plan ausgeführt wurde; indessen glauben wir es in der Geschichte der Abdampfungs-Methoden bemerken zu müssen, daß die Idee wenigstens in luftleerem Räume zu sieden schon vor 20 Jahren in Deutschland im Umlaufe war. Herr Barry's Vorrichtung kann wohl nirgendwo nützlicher werden, als bei den Salinen. A. d. Ueb.

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