Titel: Shorthouse's verbesserte Strohschneidemaschine.
Autor: Shorthouse, Samuel
Fundstelle: 1821, Band 5, Nr. XLVII. (S. 269–282)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj005/ar005047

XLVII. Erklärung des dem Samuel Shorthouse, Gentleman zu Dudley in Gloucestershire ertheilten Patentes auf eine Maschine, welche Stroh in beliebiger Länge schneidet, wodurch dasselbe zugleich ein besseres und brauchbareres Futter für Hornvieh, und der dadurch erzeugte Dünger zum unmittelbaren Gebrauche geschikt wird; auch auf die Weise, das trokene Stroh zum bequemen Dünger zu machen; ferner auf die Weise, das Stroh zu schneiden, damit es mit dem Kernfutter für Pferde gemengt werden kann; endlich auf die Weise Stroh in jeder gegebenen Länge zu irgend einem Zweke zu schneiden. Dd. 4. November 1819.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. II. Series. N. CCXXVIII. Mai 1821. S. 1.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Ich erkläre, daß meine Erfindung in Folgendem besteht: das Gestell derselben besteht großen Theils aus gegossenem Eisen, aus zwei Säulen, zwei Trägern, einem Verbindungs-Stüke und zwei Ekstüken.

Fig. 12. Tab. VI. stellt eine der beiden Säulen vor: A von vorne, B von der Seite.

Fig. 13. ist der vordere Träger, A zeigt denselben von vorne, und B in der horizontalen Ansicht.

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Fig. 14. ist der hintere Träger, A zeigt ihn von der hinteren Seite, und B ist eine horizontale Ansicht desselben.

Fig. 15. ist das Verbindungsstük, wovon A die Ansicht von rükwärts, und B die horizontale ist.

Fig. 16. zeigt die ganze Maschine im Aufrisse von vorne, und Fig. 17. von der Seite.

Fig. 18. zeigt das Gestell von rükwärts und Fig. 19. ist ein horizontal Plan der Strohlade etc.

Die zwei Träger, Fig. 13. und 14. sind mit Schraubenstiften an dem oberen Ende der Säulen befestigt, wie man bei a und E in Fig. 16. sieht, wo ab der vordere Träger ist; in Fig. 18. ist ab der hintere Träger, so daß die beiden Träger einander gegenüber stehen, während die oberen Enden der Säulen CD, Fig. 16. zwischen denselben liegen. Jede Säule hat einen Vorsprung vorne an dem oberen Theile derselben, wie in c, Fig. 12. wodurch der vordere Träger vorwärts kommt, und ein größerer Raum zwischen den Trägern erhalten wird. Jede Säule hat auch an dem unteren Theile derselben einen Vorsprung, wie bei d, Fig. 12. woran das Verbindungsstük Fig. 15. mit Schraubenstiften, die durch die Säule gehen, wie ee in Fig. 16. und cc in Fig. 17. befestigt ist. Der Träger Fig. 14. und das Verbindungsstük Fig. 15. haben jeder zwei Vorsprünge oder Ohren, wie cc Fig. 14, und dd Fig. 15. auch aa Fig. 17. Eines der vorerwähnten Ekstüke des Gestelles ist in Fig. 17. durch cdefgh dargestellt. Die unteren Erden dieser beiden Ekstüke sind gegen die Vorsprünge oder Ohren des Verbindungsstükes gestellt, und an denselben mit Schraubenstiften befestigt, wie gg in Fig. 16. und e in Fig. 17. auch ee in Fig. 18. Die oberen Enden der Ekstüke legen sich an die correspondirenden Ohren der Träger Fig. 14. und sind daran mit Schraubenstiften befestigt, wie bei c Fig. 17. und gg Fig. 18. die beiden Ekstüke stehen also parallel mit einander und in rechtwinkeliger |271| Richtung mit den beiden Säulen CD, Fig. 16. Ein vierekiger Flügel oder eine hervorstehende Rippe ist an jedem Ekstüke angebracht zwischen g und h, Fig. 17. wie Fig. 18. kk zeigt. Ein Stük Holz oder Eisen ist an diese Flügel mit Stiften befestigt, und dient zur Verbindung der beiden Ekstüke, wie i, Fig. 18. kleine Ribben oder Vorspränge befinden sich noch überdieß an den Säulen, an dem Verbindungsstüke und an den Ekstüken, um sie dadurch stärker zu machen, wie zzzz in Fig. 12, 15, 16, 17 und 18.

Jeder der oben erwähnten Vorsprünge oder jedes Ohr besteht aus zwei Hervorragungen, welche einen Trog bilden, und ein Stük Holz zur Ausfüllung des Raumes zwischen denselben aufnehmen, wie Fig. 20. zeigt, welches einen Durchschnitt durch das Holz u und das Eisen darstellt: cc sind die eisernen Hervorragungen und b ist das Holz. Das obere Ende der beiden Träger Fig. 13 und 14. hat einen Flügel, oder eine Rippe, wie b zeigt in Fig. 13. und b in Fig. 14. Diese Flügel oder Rippen bilden horizontale Flächen an den Trägern, welche dazu dienen, zwei Mittelstüke aus Holz zu tragen, welche mit Schraubenstiften befestigt sind, wie mm in Fig. 16. mm, Fig. 18. und mm, Fig. 17. n, Fig. 16. ist ein Rad mit Zähnen an seinem unteren Umkreise. o Fig. 16. und o Fig. 17. sind zwei Ansichten eines Kniees; dieses Rad und das Knie arbeiten zwischen den zwei Trägern ab, Fig. 16. und ab, Fig. 18. und werden von denselben getragen: die Läufe des Knies und der Spindel des Rades sind in den hölzernen Mittelstüken mm, Fig. 16. und mm, Fig. 18. eingefügt. Der Mittelpunkt des Kniees ist erhoben, damit er Spielraum gewinnt, wie in n, Fig. 18. und in q, Fig. 16. Das Knie o und das Rad n, Fig. 16. sind mittelst einer eisernen Stange, wie pp zeigt, durch bewegliche Gelenke pp verbunden.

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Fig. 21. ist ein horizontaler Aufriß der Stange pp. Das Ende der Spindel des Kniees bei q, Fig. 16. ist mit einem Flugrade, rrr versehen: die Verbindung dieses Rades mit dem Kniee ist noch deutlicher bei p, Fig. 17. zu sehen. Der Griff q in Fig. 17. dient zum Treiben der Maschine, und kann in irgend eines der Löcher s, Fig. 16. gestekt werden. Durch jede der beiden Säulen CD, Fig. 16. läuft eine längliche Oeffnung, ee in Fig. 12. und ss in Fig. 17. in die längliche Oeffnung der Säule D kommen zwei Walzen, und eine in jene von C, wie die punktirten Kreise ttu, Fig. 16. und von der Seite in ss, Fig. 17. zeigen. Ein Balken von gegossenem Eisen vv, Fig. 16. geht durch die Oeffnungen in beiden Säulen, und ruht auf den Walzen tt. Der Balken vv hat auf jeder Seite an der oberen und unteren Kante kleine Flügel oder Rippen, welche bis an die Seiten der Oeffnungen in den Säulen reichen, in welche er eingesezt ist, aber Spielraum genug geben, um denselben frei arbeiten zu lassen, wie in ss, Fig. 17. x in Fig. 16. ist das Messer, welches in Fig. 22. noch deutlicher dargestellt ist. Der Rüken des Balkens vv ist von w zu w schief abgedacht oder allmählig dünner werdend, wie t in Fig. 17. zeigt. Das Messer ist an der schief abgedachten Seite des Balkens angebracht, und mit Schraubenstiften daran befestigt, wodurch die Schneide des Messers schief gegen die Vorderseite der Strohlade geneigt wird, gegen welche sie arbeitet.

Oben an dem Balken befindet sich ein Reker y, Fig. 16. in dessen Zähne die Zähne an der unteren Seite des Rades n eingreifen. Wenn das Schwungrad mittelst des Griffes q gedreht wird, so bewegt dasselbe den Balken vv rük- und vorwärts auf den Rollen tt, und sezt so das Messer in Bewegung: die Rolle u verwahrt den Balken vor dem Aufsteigen, wenn das Stroh gegen die Schneide des Messers drükt. A, Fig. 17. ist ein Seitenaufriß der Strohlade, oder der |273| Trog, in welchem das zu schneidende Stroh liegt, und Fig. 19. ist ein horizontaler Aufriß derselben. Ein Flügel oder eine Rippe befindet sich an der inneren Seite eines jeden Ekstükes von z bis g. Fig. 17. wie es in aa und bb, Fig. 19. und in oo, Fig. 18. dargestellt ist. Auf jedem dieser Flügel befindet sich ein Mittelstük von Holz, das durchlaufende Einschnitte besizt, wie vv, Fig. 17. und cc und dd, Fig. 19. Diese Mittelstüke sind an den Flügeln mit Schraubenstiften befestigt, und werden gelegentlich vor- und rükwärts bewegt, um die Vorderseite der Strohlade dem Messer anzupassen. Ein Läufer oder eine Achse, w, Fig. 17. ist an dem Boden der Strohlade mittelst Schraubenstiften befestigt: ee, Fig. 19. stellt dasselbe vor. Da die Enden dieser Achse sich in den Mittelstüken cc, dd, Fig. 19. bewegen, so wird die Strohlade ein Hebel, der von den beiden Ekstüken des Gerüstes gestüzt wird, und zwischen denselben arbeitet.

Das Vordertheil der Lade ist mit einer Vorderseite von Eisen, Stahl, oder gehärtetem Eisen versehen, und an den Seiten kreisförmig, wie cats, Fig. 17. zeigt; der Boden ist, wie ff in Fig. 19. ausweiset, und A in Fig. 16. gerade Die innere Kante des Bodens ist abgefeilt, um zu vermeiden, daß das Messer nicht auf dieselbe auffällt: die kreisförmige Krümmung der Seiten ist von der Achse w, Fig. 17. als von dem Mittelpunkte aus, beschrieben. Ein kreisförmiger, mit Eisen ausgefütterter, Einschnitt, dessen Mittelpunkt gleichfalls die Achse w ist, Fig. 17. ist durch jede Seite der Lade geschnitten, wie x in Fig. 17. zeigt. Die Lade wird zwischen den vorderen Ekstüken durch ein Stük Holz, welches an jeder Seite derselben, wie bei HH, Fig. 16. befestigt ist, geleitet. Eine Platte, oder ein längliches Stük gegossenes Eisen, welches als Drukgewicht dient, ist unter der Lade angebracht, und seine Enden ruhen in den Oeffnungen der Ekstüke: diese Oeffnungen können von beliebiger Höhe und Weite |274| seyn, je nachdem das Drukgewicht dik und breit ist; ein Ende dieses Drukgewichtes sieht man bei b, Fig. 17. wo es in der Oeffnung y ruht, und seine Länge ist mit d, Fig. 16. bezeichnet.

Am Grunde dieses Drukgewichtes kann ein Brett befestigt werden, wie c, Fig. 16. Fig. 25. zeigt ein Drukbrett, mit einem quer durch dasselbe oben hin laufenden Stifte h, welchen man auch in h, Fig. 19. sieht. Dieses Drukbrett hat einen durch dasselbe laufenden Durchschnitt, welcher mit seiner Oberfläche parallel ist, wie Fig. 23. als Seitendurchschnitt desselben zeigt. Das Drukbrett ist hinter der Vorderseite der Lade bei B, Fig. 17. und der Stift g, Fig. 19. läuft durch Löcher an den Seiten der Lade, und durch den Einschnitt in dem Drukbrette, wie bei C, Fig. 17. und die Enden des anderen Stiftes h, Fig. 19. laufen durch die kreisförmigen Einschnitte x, Fig. 17. an den Seiten der Lade. Zwei eiserne Stangen, wovon eine in DE, Fig. 17. dargestellt ist, befinden sich zu jeder Seite des Stiftes h, Fig. 19. (an jeder Seite der Lade nämlich einer), und das untere Ende dieser Stangen ist an das Drukgewicht, mittelst beweglicher Gelenke an beiden Enden, wie D und E, Fig. 17. befestigt.

Quer über dem oberen Theile der Lade (in beliebiger Lage über dem Drukgewichte) ist ein Stift befestigt, an welchem sich eine Rolle dreht, wie F, Fig. 17. und K in Fig. 19. Eine Walze an einer Spindel (welche Spindel in Fig. 24. dargestellt ist) ist oben auf der Lade bei G, Fig. 17. quer übergelegt, und noch deutlicher bei m, Fig. 19. dargestellt. Da die Läufe aa, Fig. 24. quer über die Lade in die Löcher derselben als ihre Mittelpunkte der Bewegung zu liegen kommen, wie oo, in Fig. 19. zeigt, so ragen die Enden der Spindel aus den Seiten der Lade hervor, wie pp zeigt. An einem Ende dieser Spindel ist das Stellrad H, Fig. 17, befestigt, |275| und an dem anderen Ende sind die vier Griffe IIII Fig. 17. angebracht. L Fig. 17. ist ein Balken, der sich an dem Stifte S, Fig. 17. dreht, und von der Eisenplatte M geleitet wird. An dem einen Ende dieses Balkens ist der Haken N befestigt, an welchem eine Kette aufgehängt ist, deren unteres Ende an dem Gewichte Q angebracht ist. Der Treibhaken T ist an dem Balken bei P eingefügt, so daß er sich um einen Stift dreht, und an demselben Stifte, (welcher durch den Balken läuft) ist der Wagbalken U, dessen oberes Ende hinter den Treibhaken T, bei P, gekehrt ist, und dazu dient, das obere Ende des Treibhakens gegen das Stellrad anzudrüken. W ist ein Fänger oder ein Stellhaken. Das Ende des Balkens L ruht auf dem Stüke R, welches mit Stiften an der Seite der Lade befestiget ist. Das Stük R hat einen durch dasselbe laufenden Einschnitt, wie n in Fig. 19. zeigt. Durch den Balken V, Fig. 17. läuft ein Loch, über welchem eine eiserne Schraubenmutter befestigt ist; der Stift O, welcher durch den Einschnitt n in dem Stüke R und durch das in dem Balken unmittelbar über demselben befindliche Loch läuft, wird durch die weibliche Schraube gedreht, und mittelst eines Knopfes oder einer Nuß an seinem oberen Ende, wie v in Fig. 17. in jeder verlangten Lage befestigt. Der Stift O ist mit einem runden Kopfe versehen, und hat einen Wäscher an demselben; auch ist er mit einem kleinen gekrümmten Stifte, der an seinem Kopfe befestigt ist, und als Handhabe beim Drehen desselben dient, ausgerüstet. Der Schieber ist eine Art von hohler Lade, von welcher Fig. 26. ein Seitendurchschnitt ist, und Fig. 27. der horizontale Grundriß derselben. Dieser Schieber ist innenwendig in der Strohlade angebracht, und muß Spielraum genug erhalten, um mit Leichtigkeit in derselben fortgeschoben werden zu können: er hat, wie man bei aa, Fig. 27. sieht, zwei Füße: eine Seitenansicht des |276| einen dieser Füße sieht man bei ab, Fig. 26. Der Boden dieses Schiebers ist über dem Grunde seiner Füße, wie man bei cb, Fig. 26. sieht, und dadurch erhält man einen kleinen Raum zwischen dem Boden der Lade und dem Boden des Schiebers. Oben an dem Schieber ist ein Loch b, Fig. 27. angebracht, welches auf einem Stüke Holzes aufgesezt ist. Oben an der Lade, längs den Kanten, sind Leisten oder Falze von Holz, wie rrrr, Fig. 19. diese Leisten halten den Schieber in der Lade: auch an dem oberen Ende des Schiebers ist an jeder Seite eine Leiste von Holz befestigt, wie dd in Fig. 26. zeigt. Diese Leisten laufen unmittelbar unter den Leisten rrrr, welche, zugleich mit den oberwähnten Füssen, den Schieber aufrecht erhalten. s, Fig. 19. ist ein Zug, durch welchen die Lade in Bewegung gebracht wird. Ein Ende eines Seilstükes ist an der Walze oo, Fig. 19. befestigt, das andere Ende an einem Haken, welcher mit dem Schieber verbunden ist: wenn die Lade mit Stroh gefüllt ist, (der Schieber befindet sich dann bei a, Fig. 28), läuft das Seil von der Walze oo über die Rolle k, Fig. 19. und kehrt zu dem Schieber zurük, an welchem dasselbe mittelst eines Hakens in dem Loche b, Fig. 27. befestigt ist: die Lage dieses Seiles sieht man bei b, c, d, e, f, g, Fig. 28.

Wenn der Zug X, Fig. 17. (dasselbe Stük, welches in Fig. 19. s ist), gehoben wird, so senkt sich das Ende der Strohlade nieder, und erlaubt dem Strohe unter dem Drukgewichte den Durchgang bis zur Schneide des Messers. Wenn der Zug X oder s hierauf niedergedrükt wird, so drükt das Gewicht b auf das Stroh vorne in der Lade, indem dasselbe zu gleicher Zeit durch die Gewalt der Lade gegen die Schneide des Messers gedrükt wird: da dieses sich gleichzeitig vor und rükwärts bewegt, so schneidet es das Stroh unmittelbar durch. Das Stroh wird in der Lade auf folgende Weise vorwärts geschoben: wenn der Zug X, wie oben gesagt |277| wurde, in die Höhe gehoben ist, so wird der Balken bei N durch die Kette und durch das Gewicht Q niedergedrükt, und zwar so lang, bis der Kopf des Stiftes bei O mit dem Stüke R in Berührung kommt. Der Treibstok T treibt zugleich das Stellrad um ein, zwei, drei Zähne über den Punkt, wo der Fänger W das Rad festhält, je nachdem nämlich die Entfernung von O bis R, welche durch das auf- oder abwärts Schrauben des Stiftes so bestimmt wird, größer oder geringer ist. Das Stellrad dreht die Walze oo Fig. 19. um, welche sich an derselben Spindel befindet, und die Rolle bewegt, mittelst des oben erwähnten Seiles, den Schieber, welcher das Stroh vorwärts bringt. Wenn aber das Stroh in größerer Länge geschnitten werden soll, als man dasselbe dadurch erhält, daß man das Rad nur um drei Zähne bewegt, so muß die Walze mittelst der Griffe IIII gedreht werden, wodurch das Stroh vorwärts geschoben und in jeder beliebigen Länge abgeschnitten werden kann. Die Länge des kürzesten Schnittes steht in Verhältniß des Durchmessers der Walze und der Zahl der Zähne an dem Stellrade.

Wenn diese Maschine in großem Maßstabe erbaut wird, um bloß lange Schnitte zu schneiden (eine große Menge oder eine bedeutende Tiefe von Stroh in der Lade erlaubt keine seinen Schnitte) so muß die Säule D, Fig. 16. bei b statt bei E befestigt werden, wie man dieß bei a, Fig. 29. sieht. Der horizontale Theil der Ekstüke muß länger seyn, im Verhältnisse der Länge der Lade, wie bei AB, Fig. 30. Die Ekstüke müssen in größerer Entfernung von einander angebracht werden, im Verhältnisse zur Weite der Strohlade, wie man bei AA, Fig. 20. sieht. Der Balken bb, das Messer d, und das Drukgewicht f, muß in demselben Verhältnisse länger seyn, wie man bei Fig. 29. sieht. Das Knie h muß kürzer, und im Verhältnisse zur angewandten |278| Kraft seyn. Die Walze muß größer seyn, wie bei a, Fig. 31. Der Zug an der Lade kann so, wie man bei b, Fig. 31. sieht, angebracht seyn. Der Balken L, der Treiber T, der Stift O, und Kette und Gewicht Q, Fig. 17. müssen wegbleiben. Das Stellrad und die Griffe können an einem und demselben Ende der Spindel, wie bei C, Fig. 31. und bei C, Fig. 30. angebracht werden; oder die Griffe können an einem Ende der Spindel, und das Stellrad an dem anderen angebracht werden. Ein beweglicher Rahmen von Holz, wie in d, e, f, g, h, i, Fig. 31. muß oben auf die Lade gelegt werden, um das Stroh niederzuhalten, so daß es sich sachte der Länge nach fortbewegen kann: es wird bei hi durch zwei Stüke Holzes kk niedergehalten, die an den Latten befestigt sind, und bei de durch Stüke Holzes, die an den Seiten der Lade angebracht sind, wie man an D in Fig. 30. sieht, und durch andere Stüke Holzes, die unter den Enden de, Fig. 31. befestigt sind, wie man bei aa, Fig. 32. sieht, wo die lezteren unter die vorigen laufen. Die Verhältnisse der Theile dieser Maschine, so wie die Materialien, aus welcher sie gemacht werden kann, können abgeändert werden, so wie die Arbeiter es gut finden, ohne jedoch von meiner ursprünglichen Anreihung und meinem Baue abzuweichen. Urkunde dessen etc.

Bemerkungen über den Bau der größeren Maschine.

Wenn Stroh in gehöriger Länge zu Dünger oder zu Winterfutter für mageres Vieh geschnitten werden soll, so kann die Lade in vier Minuten gefüllt und ausgeschnitten seyn, und wird acht Striche (Strike109)) eingedrükt und aufgehäuft liefern.

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Die Maschine braucht einen Mann zur Führung des Messers, und einen zur Leistung der Strohlade. Diese beiden Leute können des Tages an tausend Striche schneiden, und hierbei noch Zeit genug zum Essen, zum Messerwezen, und zum Entfernen des geschnittenen Strohes an der Vorderseite der Maschine finden, so daß die Auslage für das Strohschneiden zu diesem Zweke nur sehr gering seyn kann.

Die Länge des zu obigem Zweke geschnittenen Strohes ist vier und einen halben Zoll; diese Länge kann aber, nach Gutbefinden, abgeändert werden.

Man kann wohl nicht daran zweifeln, daß dieselbe Menge Strohes, die man dem Hornviehs geschnitten gibt, dasselbe mehr nährt und gesünder erhält, als wenn man ihm das Stroh ganz und lang, wie es ist, verfüttert.

Wenn man dem Hornviehs geschnittenes Stroh füttert, so kann der Dünger desselben alsogleich gebraucht werden.

So würde auch der Stalldünger alsogleich gebraucht werden können, wenn das zur Streue verwendete Stroh vorläufig geschnitten wäre.

Wenn ein Pächter bei seinem nicht in Mästung stehenden Viehe keine andere Absicht hat, als sein Stroh zum bequemen Dünger zu machen, so wird er finden, daß diese Maschine von großer Wichtigkeit ist. Sie erspart die Nothwendigkeit der Anwendung eines Kapitales, und die Gefahr die man läuft, wenn man in dieser Hinsicht Vieh hält: denn auf diese Weise kann Stroh am besten als Dünger sowohl auf Garten- als Akerland angewendet werden.

Wenn verfaulter vegetabilischer Dünger auf Wiesenland ausgestreut wird, und es kommt trokenes Wetter, so wird der Dünger hart und hindert das Wachsthum; kommt aber nasses Wetter, so wird der größte Theil des Nahrhaften in dem Dünger weggewaschen und geht für den Boden verloren. Wenn man hingegen trokenes Stroh anwendet, so |280| werden diese beiden Nachtheile vermieden, und der Boden bei weiten mehr verbessert, indem er nach und nach die ganze Wohlthat des Düngers, ohne allen Verlust, empfängt.

Wenn, nachdem man Weizen gesäet hat, eine gehörige Menge Strohes auf der Oberfläche des Landes ausgestreut wird, so schüzt dieses Stroh die jungen Pflänzchen vor Frost und kalten Winden, und wird zugleich Dünger für die nächste Ernte.

Die schöne und üppige Grasernte, welche man an jenen Stellen erhält, wo Stroh und Heu lang aufgeschobert steht, und kein andere; Dünger angewendet wird als trokenes Stroh oder Heu, welches von den Schobern umher verstreut wird, ist ein deutlicher Beweis der guten Wirkung des trokenen Strohes, wo man dasselbe als Dünger verwendet.

Wenn diese Art von Wirtschaft angenommen würde, so würde man eine weit größere Fläche Landes mit derselben Menge Strohes düngen können, als bei dem gegenwärtigen Verfahren nicht möglich ist.

Herr Humphry Dary sagt in seiner Agricultural Chemistry110), wo er vom Dünger spricht: »Trokenes Stroh von Weizen, Hafer, Gerste, Bohnen, Erbsen, auch verdorbenes Heu und jede andere ähnliche Art trokener vegetabilischer Materie ist in jedem Falle ein nüzlicher Dünger. Man läßt zwar im Allgemeinen solche Substanzen gähren, ehe man sie anwendet; allein es läßt sich noch zweifeln, ob dieses Verfahren allgemein befolgt werden soll.«

»Es unterliegt keinem Zweifel, daß Stroh von allen Ernten, wenn es unmittelbar untergepflügt wird, den Pflanzen |281| Nahrung gibt: allein, ein Einwurf, den man gegen diese Methode das Stroh als Dünger anzuwenden, machen kann, ist die Schwierigkeit langes Stroh unterzugraben, und die Unsauberkeit, die dadurch auf den Gründen entstünde.«

»Wenn man das Stroh gähren läßt, so wird es ein bequemerer Dünger; allein man verliert hier zugleich wieder sehr viel an nährender Materie. Man erhält dadurch vielleicht mehr Dünger für eine einzelne Ernte, allein der Bos den selbst wird dadurch weniger verbessert, als es geschehen seyn würde, wenn alle vegetabilische Materie klein zertheilt und mit dem Boden gemengt worden wäre.«

»Man wirft gewöhnlich alles Stroh, welches man zu nichts Besserem brauchen kann, auf einen Misthaufen um es daselbst gähren und sich zersezen zu lassen; es wäre aber des Versuches werth zu sehen, ob es nicht wirtschaftlicher wäre, dasselbe durch eine zwekmäßige Maschine klein schneiden zu lassen, und dann troken aufzubewahren, bis es als Dünger für die künftige Ernte untergepflügt wird. Auf diese Weise würde es, obschon es sich um vieles langsamer zersezte und Anfangs weniger Wirkung hervorbrachte, einen weit anhaltenderen Einfluß auf die Verbesserung des Bodens äußern.«

Bemerkungen über die Wirkungen der kleineren Maschine.

Diese Maschine verrichtet die längeren Schnitte auf dieselbe Weise, wie die größere Maschine, und die Menge Strohes, die sie schneidet, steht im Verhältnisse zu ihrer Größe. Sie schneidet aber auch zugleich das Stroh so klein und fein, daß man es mit dem Kernfutter für Pferde mengen kann, und zwar sowohl in Bezug auf Quantität als auf Qualität auf eine ganz ausgezeichnete Weise.

NB. Diese Maschinen sind sehr einfach (? Uebers.) und stark, sowohl in dem Gerüste als in ihren Bewegungen; sie gerathen also nicht leicht in Unordnung. Das Messer kann |282| mit einem gemeinen Wezsteine gewezt werden, ohne daß man nöthig hätte, dasselbe aus der Maschine zu nehmen111).

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Ein Strike ist soviel als 2 Bushel. Der Bushel enthält 1801 Franz. Cubikzoll. Anm. d. Uebers.

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Lecture the Sinth. S. 417.

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Daß unsere bisherigen Strohschneide-Maschinen zu einfach sind und zu wenig leisten, ist vielleicht eben so wahr, als daß diese Maschine, wie Abbildung und Beschreibung beurkundet, zu zusammengesezt ist. Sie enthält jedoch mehrere sehr schöne Ideen, die zur Vervollkommnung unserer gewöhnlichen Maschine dienen könnten. Wenn wir auch, solang nicht wiederholte Versuche im Grossen für die größeren Vortheile trokener Strohdüngung gesprochen haben, an den Vorzügen derselben vor der gewöhnlichen, wenn gleich noch mangelhaften, Art zu düngen zweifeln, so würde doch bei jedem stärkeren Pferdestande, vorzüglich bei Cavallerie-Regimentern, ein Ersparniß in den nicht unbedeutenden Ausgaben für Strohschneider höchst wünschenswerth seyn, und es wäre der Mühe werth, auch bloß des Versuches wegen, eine solche Maschine verfertigen zu lassen, um ihren Ertrag mit unseren gewöhnlichen Maschinen nach Abzug aller Kosten vergleichen zu können. Anmerk. d. Uebers.

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