Titel: Winter über Verbesserungen an Schornstein.
Autor: Winter, Johann
Fundstelle: 1821, Band 5, Nr. LIII. (S. 303–304)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj005/ar005053

LIII. Beschreibung des dem Johann Winter, Esquire zu Acton, Middlesex ertheilten Patentes auf gewisse Verbesserungen an Schornstein-Kappen und ihre Anwendung. Dd. 20. November 1820.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. II. Series. N. CCXXIX. Junius 1821. S. 3.

Ich erkläre, daß meine Erfindung in Folgendem beschrieben ist. Die Kappe kann aus Eisen, Kupfer, Zinn, Holz, gebranntem Thone oder irgend einem anderen brauchbaren Materiale bestehen. Die Form, die ich an derselben für die beste halte, ist die kegelförmige, so daß man sie auf einet Achse über den Mittelpunkt der Oeffnung des Schornsteines stellen, und durch eine oder durch mehrere kleine eiserne, oder andere brauchbare Stangen, welche ein Dreiek als die beste hier anzuwendende Form bilden, stüzen kann. Diese Stüzen müssen so an der Oeffnung des Schornsteines, oder an dem Sake oder Trichter desselben angebracht werden, daß die Kappe der Einwirkung des Windes nachgeben kann. Die Basis der auf diese Weise aufgesezten Kappe muß über die Oeffnung des Schornsteins oder seines Sakes oder Trichters herabreichen, und ihrem Umfange nach weit genug seyn um dem Rauche zu gestatten frei unter derselben hinauszuziehen: sie kann daher nach der Größe der Oeffnung des Schornsteines oder des Sakes oder Trichters desselben größer oder kleiner seyn. Urkunde dessen etc.

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Bemerkungen des Patentträgers.

Die Vortheile, welche man durch diese Kappe erhält, sind folgende: sie gibt, zu Folge ihres Baues, dem Winde oder Luftzuge, mag er leicht oder stark oder wie immer veränderlich seyn, nach, schließt ihn immer auf der Windseite aus, und gibt folglich dem Rauche Zug auf der dem Winde entgegengesezten Seite; sie schüzt gegen Hagel, Schnee, Regen, Nebel und zu dichte Atmosphäre, auch gegen den Rauch anderer Schornsteine, der den Meubeln so verderblich und dem Menschen so lästig ist. Da die Aufsäze auf den Kaminen, die Pyramiden und anderen Zierrathen so schnell vom Rauche schmuzig werden, so ist es räthlich den Sak und Trichter des Schornsteines, an welchem die Kappe aufgesezt ist, auf dem Mauerwerke des Schornsteines anzubringen. Die Kappe wird nie russig, da sie stets in Bewegung ist. Auf Schiffen wird sie dem Winde in allen Richtungen widerstehen, und auch der Wirkung der Segel des Schiffes entgegen streben; an niedrigen Gebäuden, welche in dieser Hinsicht von benachbarten höheren leiden, so wie sogar von hohen Bäumen, von benachbarten Hügeln und Bergen, wird die Kappe stets die gewünschte Wirkung leisten. Alle höheren Schornsteine können also unter diesen Umständen, so wie in den meisten übrigen ähnlichen Verhältnissen, niedriger angelegt werden116).

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In vielen Städten Deutschlands haben wir lang schon ähnliche Kappen, ohne daß es einem Baumeister oder Kaminfeger eingefallen wäre, darauf ein Patent zu nehmen. Auch wurden solche Vorrichtungen in Augsburg und in andern Städten schon längst auf Straßenlaternen angebracht. Man sollte glauben, daß man in England in den praktischen Bauwesen noch weit zurük ist, da man auf solche Gegenstände jezt noch Patente ertheilt, welche in Deutschland schon lange und allgemein bekannt sind. G. Haevel.

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