Titel: Akerbau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1821, Band 5, Nr. XXV./Miszelle 10 (S. 127–128)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj005/mi005025_10

Akerbau.

Herr Cadet de Baux empfahl neulich, als eine wichtige und nüzliche Entdekung, das Korn ehe zu schneiden, als es vollkommen reif ist. Dieses Verfahren hat Hr. Salles, Mitglied der Akerbau-Gesellschaft zu Beziers, zuerst angewandt. Solches, acht Tage vor seiner Reife nämlich geschnittenes, Korn ist voller, größer und schöner, und wird niemals von dem Kornwurme angegangen. Man erwies dieß durch einen Versuch, in welchem die Hälfte eines Kornfeldes auf die empfohlene Weise, die andere zur gewöhnlichen Zeit geschnitten wurde. Die früher abgemähte Hälfte gab ein Hectolitre Kornes mehr auf einem halben Hektar Lande, als das spätere reife. Man machte gleiche Mengen Mehles von beiden zu Brod, und das von dem grün abgemähten Korne bereitete Brod wog, bei sechs Decalitren, um sieben Pfund mehr. Der Kornwurm griff das reife Korn an; nicht aber das Grüne. Die eigentliche Zeit zum mähen ist, wann das Korn, zwischen den Fingern gedrükt, teigartig scheint, so wie Krumme von eben frisch aus dem Ofen ausgenommenen Brode, wenn man dieselbe eben so drükt. Es wäre zu wünschen daß dieses Jahr in verschiedenen Gegenden Deutschlands durch mehrere raziollelle Landwirthe Versuche hierüber angestellt würden, um über diesen so äußerst wichtigen Gegenstand ganz ins Klare zu kommen.

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General Major Beatson hat auf einem Pachtgute von 300 Acres zu Knowle, Tunbridge Wells, seit dem Jahre 1813 bewiesen, daß durch seichtes Pflügen (shallow ploughing) auf einem harten (stiff) Boden mit Einem Pferde, ohne Kalk oder Dünger und ohne Brache er mit 5 Pfund Sterl. Auslage für einen Acre eben so gute oder noch bessere Weizen- oder Kornernten erzielen kann, als seine Nachbarn mit einer Auslage von 16 Pfund für einen Acre mit Kalk und aller Arbeit des Viehes.

Man hat lang schon geglaubt, daß Blätter von Hohlunder in die Gange der Maulwurfe gestekt diese Thiere vertreiben, es ist aber nicht so allgemein bekannt, daß, wenn Obstbäume, blühende Sträucher, Korn und andere Pflanzen mit den grünen Blättern von Hohlunder-Zweigen gestrichen werden, dieselben von Insekten verschont bleiben. Es ist sehr gut, wenn man einen Aufguß von Hohlunder Blättern über Rosenknospen und andere Blumen sprizt, die dem Mehlthaue und den Verheerungen der Raupen ausgesezt sind. (Daß auf dem Hohlunder keine Insekten sich aufhalten, ist richtig. Anmerk. d. Uebers.)

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