Titel: Erdäpfel statt der Seife zum Reinigen der Wäsche angewandt, von Cadet de Vaux.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1821, Band 5, Nr. XXV./Miszelle 4 (S. 124–125)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj005/mi005025_4
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Erdäpfel statt der Seife zum Reinigen der Wäsche angewandt, von Cadet de Vaux.

Küchen- und Leibwäsche kann ohne alle Seife und Lauge ausfolgende Weise gereinigt werden. Die schmuzige Wäsche wird 24 Stunden lang in einer großen Menge kalten Wassers geweicht, und soviel auf irgend eine Weise möglich ist dafür gesorgt, daß dieses alle Unreinigkeit wegschaffen könne. Man taucht hierauf die Wäsche auf eine halbe Stunde in heißes Wasser, nimmt ein Stük nach dem anderen heraus, drükt es aus, breitet es aus, und bestreicht die schmuzigen Stellen mit einem reinen Erdäpfelbrey, der zur Consistenz der Seife gekocht wurde. Hierauf taucht man das Stük etwas in heißes Wasser, bürstet und klopft es mit der platten Seite des Klopfholzes, damit der Schleim der Erdäpfel das ganze Gewebe durchdringe, und bringt die gesammte auf diese Weise behandelte Wäsche in reines Wasser, in welchem man sie eine halbe Stunde oder drei viertel Stunden lang kochen läßt. Nöthigen Falles kann diese Operation wiederholt werden. Nachdem die Wäsche aus dem lezten Sude herausgenommen wurde, wird sie in kaltem Wasser gut durchgewaschen, um allen Erdapfelschleim wegzubringen, und die Reinigung ist vollendet.

Die Versuche wurden zu Paris unter Aufsicht der Polizey gemacht, und die schmuzigste Wäsche ward dadurch binnen zwei Stunden gereinigt. Küchenwäsche verlor allen Geruch, was beim Waschen mit Seife nicht der Fall ist, und aus der Kindswäsche giengen alle Fleken aus. Vergl. Annal. gen. des scienc. phys. Avril. 1820.63)

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In unserer oberen Pfalz bedient man sich seit undenklichen Zeiten der Erdapfel zum Reinigen der Wäsche. Man reibt sie zu einem Breye, und bedient sich derselben roh statt Seife. Anm. d. Ueb.

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