Titel: Analyse des indischen Kornes oder Mais (Zea Mais).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1821, Band 5, Nr. XLIV./Miszelle 4 (S. 256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj005/mi005044_4

Analyse des indischen Kornes oder Mais (Zea Mais).

Dr. Joh. Gorham, an der Harvard Universität zu Cambridge in den vereinigten Staaten, analysirte neulich das indische Korn (bei uns türkischer Weizen, auch Kukuruz, Türken genannt) in den beiden Abarten, deren eine kleine gelbe Körner, die andere große, weiße, flache bringt, welche leztere man virginisches Korn nennt. Die Resultate beider Analysen stimmten so sehr überein, daß nur jenes der ersteren Abart angegeben wurde. Dieser zu Folge besteht der indische Weizen

im gewöhnlichen Zustande: im trokenen Zustande:
aus Wasser 9, 0 – –
Stärkmehl 77, 0 84, 599
Zeine 3, 0 3, 296
Eyweißstoff 2, 5 2, 747
Gummistoff 1, 75 1, 922
Zukerstoff 1, 45 1, 593
Extraktivstoff 0, 8 0, 879
Haut- und Holzfaßerstoff 3, 0 3, 296
Gephosphorten und gekohlstofften Schwefelkalk und Verlust 1, 5 1, 648
–––––– –––––––
100 99, 980

Die Zeine ist eine dem Wachse der Bienen ähnliche gelbe, weiche, zähe, dehnbare, elastische, geschmaklose, beinahe geruchlose Materie, welche schwerer ist als Wasser. Erhizt bläht sie sich auf, wird braun, riecht wie gebranntes Brod, schmilzt unter einem Geruche thierischen Stoffes, und läßt eine voluminöse Kohle zurük. Sie brennt an der Flamme einer Lampe, aber nicht schnell. Bei der Distillation scheint sie kein Ammonium zu geben. Sie ist unauflöslich im Wasser, auflöslich im Alkohol, im Terpenthinöle und im Schwefeläther, nur wenig auflöslich in Mineralsäuren und in kaustischen Alkalien. Sie ist unauflöslich in festen Oelen, vermengt sich aber mit Harz. Diese Zeine scheint von allen bisher bekannten vegetabilischen Stoffen verschieden zu seyn, und unterscheidet sich von dem etwas ähnlichen Kleber durch die Abwesenheit des Stikstoffes, durch ihre große Auflöslichkeit in Alkohol, und ihre Unwandelbarkeit, indem sie wohl sechs Wochen lang sich unverändert erhält. Auf der anderen Seite ist sie den Harzen durch ihre Auflöslichkeit in Alkohol, in wesentlichen Oelen, Alkalien, und zum Theile auch in Säuren ähnlich. Sie ist entzündlich, und besteht wahrscheinlich aus Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff. Man kann sich dieselbe leicht verschaffen, wenn man einige Unzen gelben Maismehles in einer Flasche mit Alkohol digerirt, dann durch einige stunden ruhen läßt und hierauf filtrirt und abraucht. (Aus Tilloch's Philosophical Magazin. April 1821, S. 311.)

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