Titel: Fikell über einen Weker zur Entdekung von Dieben.
Autor: Fikell, Joh. Ambros
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. X. (S. 48–50)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/ar008010

X. Ueber einen Weker und eine Vorrichtung zur Entdekung von Dieben in Häusern und Nebengebäuden, worauf Joh. Ambros Fikell, Gentleman in Little Park-place, Lambeth, in der Grafschaft Surrey, dd. 1. Juli 1813 ein Patent erhielt.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. N. CCXL. Mai 1822. S. 340.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Fig. 21. Tab. II. zeigt die Klaus-Schildwache (domestic sentinel) für 3 Zimmer von Innen. Sie kann für jede Anzahl von Fenstern oder Thüren verfertiget, und an denselben oder an jeden andern schiklichen Ort angebracht werden, a, a, a, a, a, a, a, a, sind Drähte, welche frei durch die Bretter BB auf und nieder steigen. b, b, b, b, b, b, b, b, sind Gewichte, welche an den Drähten befestiget sind, um die Reibung der Drähte mit der Kette, welche durch die verschiedenen Thüren und Fenster des Hauses läuft, zu überwältigen. c, c, c, c, c, c, c, c, sind Stüke, welche an den Drähten befestiget sind, den Hebel C losschlagen, sobald sie auf denselben fallen, und ihn aus dem Stifte an dem Ende desselben in dem Rade des Wekers herausheben, welcher dadurch alsogleich frei wird, und anzeigt, daß irgend eine Thür, oder ein Fenster geöffnet wurde.

Fig. 22 zeigt diese Schildwache für ein Zimmer von der Seite, und wird hinreichen, um die Wirkung von a zu versinnlichen, da der Draht mit seinen Anhängseln bereits in der |49| ersten Figur beschrieben ist. A ist der Schlitten, welcher durch das hervorstehende Stük B das auf dem Gewicht b ruht, gehalten wird. Wenn dieses Gewicht bei Eröffnung einer Thüre oder eines Fensters fällt, fällt auch der Schlitten A, und zeigt, in welches Zimmer jemand getretten ist, indem die Namen der Zimmer unter den Schlitten hingeschrieben sind, wie in Fig. 3, welche diese Schildwache von Vorne dargestellt, zu sehen ist. C, C, C, C, ist der Draht, oder die Schnur mit der Spiralfeder D, um diese immer gespannt zu halten, da sie sich durch Länge der Zeit streken, und nachlassen könnte.

Fig. 3. stellt die Wache von der Vorder-Seite mit dem Schlitten an derselben dar: A, A, A, A, A, A, A, A. Der zweite und der vierte Schlitten ist herabgefallen, und zeigt, daß Jemand in diese Zimmer hineingegangen ist.

Fig. 4. zeigt die Entladungs-Tabelle, welche an dem Thürstoke, oder an irgend einem andern schleichen Orte angebracht ist. C ist der Draht, der von der Schildwache herkommt, und an irgend einem Stüke befestiget ist, welches in dem Falze b auf und nieder steigt, und den Fanger c mit sich nimmt, welcher durch den Stift b13) so lange gehalten wird, bis die Thüre aufgeht.

In Fig. 5. ist aa ein Cylinder, der in seinem Gehäuse b, b, b, b, sich schiebt. e ist eine Spiral-Feder, welche den Cylinder vorwärts treibt, während er mittelst des durch ihn laufenden Stiftes db in dem Gehäuse ruhend erhalten wird. Dieser ganze Apparat wird an der Kante der Thüre, wie Fig. 6 im Kleinen zeigt, befestiget, sobald nämlich die Falle gestellt werden soll, was Nachts geschieht, wo Niemand mehr in das Zimmer zu gehen hat. Der Fänger c in Fig. 4. wird herabgezogen, und an dem Stifte d (in |50| der Figur des Originales e ii.) eingesezt. Wenn nun die Thüre geschlossen wird, wird der Cylinder aa, Fig. 5, durch den Stift d in Fig. 4 zurükgetrieben, bis er hinter d durchgeht, und vorwärts schießt, so wie aber die Thür geöffnet wird, stößt der Cylinder aa, Fig. 5, den Fänger aus dem Stifte d, der dadurch frei und von dem Gewichte in der Schildwache in die Höhe gezogen wird: der Schlitten fällt zu gleicher Zeit herab, und zeigt, daß jemand in das Zimmer getreten ist.

Ich beschränkte mich indessen nicht auf den hier vorgelegten Plan allein, sondern änderte denselben nach Umständen ab, ohne übrigens von dem Hauptgrundsaze meiner Erfindung abzuweichen. Die Schlitten, vorne an der Maschine, z.B. können durch Thüren und Fenster oder irgend eine beliebige Oeffnung vertreten werden, durch welche mittelst Buchstaben, Zeichen und Zahlen, die Thüre oder das Fenster welches geöffnet wurde, angedeutet werden kann; statt der Drähte und Gewichte können Schnüre angewendet wen den, und statt der Ketten, Rollen und Gewichte, Glokenzüge, Drähte und Federn, und das ganze kann auf mannigfaltige Weise abgeändert, und in so vielen Formen, als die Phantasie zu schaffen vermag, dargestellt werden: es kommt nur darauf an, daß, wo der Weker das Zeichen gibt, man sieht, welche Thüre, oder welches Fenster geöffnet wurde, und welche der Dieb im Fortschreiten seines Raubens noch weiter öffnet14).

|49|

In der Zeichnung des Originales ist e, nicht b. A. d. Ueb.

|50|

Sind durch diese Schildwache die 16,000 Spizbuben arretirt worden, die seit 6 Jahren aus England nach Neu-Holland deportirt werden mußten? A. d. Ueb.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: