Titel: Evans über Verbesserungen an dem Triebwerke der Mühlen.
Autor: Evans, Samuel
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XVIII. (S. 134–139)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/ar008018

XVIII. Ueber gewisse Verbesserungen an dem Triebwerke der Mühlen oder Maschinen überhaupt, welche auch zur Gewältigung des Wassers in Bergwerken anwendbar sind, worauf Samuel Evans, Pächter zu Brynrywen in der Grafschaft Denbigh, Pfarre Dexham, am 1. Mai 1813 ein Patent erhielt.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. N. CCXL. Mai 1822. S. 330.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

In Fig. 9. Tab. III. ist AB ein Hebel zwischen zwei Pfosten CC, der sich um seine Achse D dreht: die Länge des kürzern Armes A muß nach der Stärke des zu führenden Streiches bemessen werden, und die Länge des längeren B nach der Größe des Widerstandes. Am Arme A ist ein bogenförmiger Kopf E, an dessen oberem Ende eine Kette oder mehrere Ketten befestigt sind, woran ein Gewicht F und eine Stämpel-Stange angehängt ist, welche in dem Cilinder, dem Werkgefäße oder der Pumpe G, durch welche das Wasser aus Bergwerken oder großen Tiefen in den Behälter H heraufgefördert wird, arbeitet. H ist ein Cilinder, Werkgefäß oder eine Pumpe, durch welche das Wasser aus dem Behälter H in den Behälter K hinaufgetrieben wird, L ist ein Balken, welcher durch die Stange M mit dem Balken AB in Verbindung steht, und den Stämpel in dem Cilinder H treibt. N ist ein kleiner Schieber oder ein Fallbrett, welches sich in dem Behälter K befindet, |135| und an einer Kette XX befestigt ist, welche über eine horizontale Walze läuft, die senkrecht bei N aufgestellt ist, und über die Walze h nach i läuft, wo sie befestigt werden kann: dieses Fallbrett dient dazu, um das Wasser aus dem Behälter k in den Trog OOO auslaufen zu lassen, oder von demselben abzusperren. Das Wasser läuft aus diesem Troge OOO in das Gefäß P, in den Speiser, welcher zwischen zwei kleinen Pfosten S58), die über den horizontalen Latten ZZ befestigt sind, angebracht ist, und sich um seine Achse C dreht: an einem Ende desselben ist sein Sporn d befestigt. S ist eine kleine, an dem Speiser P neben dem Sporen befestigte Kette, welche über eine horizontale Walze läuft, die bei Q senkrecht steht, und an dem Fallbrette k befestigt ist. Dieses Fallbrett dient zur Absperrung des Wassers in dem Troge OOO, wenn der Speiser sein Wasser durch die Schütte TT, welche zwischen den Latten ZZ und dem Aufnehmer U befestigt ist, ausgießt: U ist zwischen zwei horizontalen Latten an dem äußersten Ende des Armes B am Hebel AB, und dreht sich um seine Achse g. e ist ein Sporn am Ende des Aufnehmers. a ist ein kleiner aufrechter Zapfen, der an dem Arme B des Hebels AB nahe an dem Aufnehmer U angebracht ist, und eine horizontale Rolle an seinem oberen Ende trägt. f ist eine Walze, welche von einem aufrechten Zapfen neben dem Aufnehmer WW getragen wird, durch welchen das Wasser in den Behälter H abfließt. Der Arm A muß so abgewogen werden, daß er den Arm B, wenn der Aufnehmer leer ist, bis zu den Latten ZZ hinaufbringt, und zwar in hinlänglicher Starke für den Schläger a, damit dieser, wenn er unter dem Sporne d hinrollt, den Speiser P umzukehren vermag, und |136| der Speiser sein Wasser durch die Schütte in den Aufnehmer U ausleeren kann, worauf dieser Aufnehmer U sogleich herabsteigt, und der Sporn e, der an die Walze f schlägt, denselben umkehrt, und seine Ladung dem Aufnehmer WW mittheilt, durch welchen sie in den Behälter H fließt, und mittelst der Pumpe II wieder in den Behälter K hinaufgepumpt wird. Wenn der Speiser P sein Wasser entleert, dreht er sich innerhalb des oberen Endes der Schütte TT und der untere Theil dieser Schütte ist innerhalb des Aufnehmers U. Man muß wohl bemerken, daß, wenn das Grubenwasser durch die Pumpe G in den Behälter H herausgefördet wurde, der Empfänger WW nicht nöthig ist, und daß, wenn unter solchen Umständen ein hinlänglich großer Behälter hoch genug angebracht werden kann, um den Speiser zu bedienen, man davon Gebrauch machen kann. In diesem Falle ist der Trog OOO, der Behälter K, der Balken L und die Stange M, der Cilinder oder die Pumpe II nicht nöthig.

Fig. 10. und 11. sind verschiedene Ansichten derselben Maschine. Fig. 10. ist eine transparente Ansicht von 4 Cilindern, deren jeder ungefähr 20 bis 30 Fuß lang ist. Der Mittelpunkt eines jeden dieser Cilinder ist der Mittelpunkt der Achsen; sie sind aber nicht verbunden. An jedem Ende eines jeden Cilinders ist, an den entgegengesezten Enden, ein kleines Werkgefäß angebracht, dessen Durchmesser ungefähr vier mal so groß, als jener des Cilinders ist. In jedem dieser Werkgefäße befindet sich ein Taucher ABCD: diese Taucher sind durch eine Stange II verbunden, welche durch den Cilinder beinahe von einem Ende bis zu dem andern reicht, und welche an jedem Ende mit einer kleinen Handhabe versehen ist, die sich um einen Zapfen dreht, welcher an dem äußersten Ende des Cilinders zwischen diesem und dem Werkgefäße befestigt ist. Das andere Ende der Handhabe ist mit dem |137| Mittelpunkte des Tauchers mittelst eines Stiftes verbunden, der in dem Taucher befestigt ist; dieser Stift läuft durch einen langen Einschnitt, oder durch ein Loch an dem Ende der Handhabe. Von dem Mittelpunkte des Tauchers bis an seine Kante läuft ein Einschnitt gegen den Mittelpunkt des Cilinders hin, worin die kleine Handhabe liegen kann, und wodurch der Taucher dicht an den Dekel des Werkgefäßes zu liegen kommt. Ein Cilinder und ein Werkgefäß wird mit Wasser gefüllt; das andere Werkgefäß hat nur seinen Taucher und seine Handhabe; das übrige ist luftleerer Raum. Die Luft muß aus GGGG in den Werkgefäßen 2, 3, 5, 7 herausgezogen werden, so, daß in den Cilindern HHHH ein luftleerer Raum bleibt. Da 1, 4, 6, 8 voll Wasser sind, so wird dieß dadurch die schwerste Seite des hiernach gebildeten Rades, und wird so, wie jeder Cilinder senkrecht wird, hinabsteigen. Der Taucher in dem oberen Gefäße wird auf die Stange in dem Cilinder mittelst seiner Handhabe wirken, und der Taucher in dem unteren Werkgefäße wird auf das Wasser drüken und dieses aus demselben durch den Cilinder in das obere Werkgefäß hinauf treiben. Da nach und nach jeder Cilinder, so wie ihn die Reihe trifft, zugleich mit seinen Werkgefäßen in Folge der Umdrehung um die Achse senkrecht wird, so wird nach und nach jeder sein Wasser durch den Mittelpunkt der Achse von unten nach oben bringen59).

Fig. 11. zeigt die Lage der Achse, die horizontal auf ihren Stüzen ruht; nur ein Cilinder mit seinen Gefäßen ist hier im Mittelpunkte der Achse dargestellt.

In Fig. 12. ist N eine horizontale Achse zwischen zwei |138| Stüzen MM. OO sind Zapfen, um welche die Achse sich dreht; AA sind zwei gleich schwere Gewichte an den Enden der beweglichen Stange BB, welche in einem Loche oder Einschnitte durch den Mittelpunkt der Achse N in senkrechter Lage angebracht, und durch die Werkstangen CC, welche an ihrem Ende L doppelt oder gabelförmig sind, in dieser, Lage erhalten wird. Die bewegliche Stange BB befindet sich zwischen den Gabeln, und wird durch einen Stift, welcher durch die Löcher in ihr und in den Werkstangen durchläuft, gehalten. FF sind zwei an der Achse N befestigte Arme, auf jeder Seite einer; sie springen von der Achse N unter rechten Winkeln auf BB hervor. GG sind zwei kurze Arme, welche an den Armen FF befestigt, und bei KK verdoppelt oder gabelförmig sind. Die Werkstangen CC befinden sich zwischen diesen Gabeln, und drehen sich um einen Stift K, welcher durch die Werkstangen und die Doppelende an den äußersten Enden der Arme FF läuft. Bei HH sind Zapfen befestigt, welche aus der Seite der Arme FF hervorspringen, um welche die Hebel DD sich drehen. An der Seite eines jeden der Hebel DD, bei II, ist ein Zapfen befestigt, welcher durch ein langes Loch oder durch einen Einschnitt in den Werkstangen CC läuft; die Hebel DD mit ihren Gewichten EE laufen über und unter der Achse N in jeder Entfernung innerhalb des gedachten Kreises. Man kann jede beliebige Anzahl von diesen beweglichen Stangen mit ihren Gewichten anwenden; jede Stange muß durch den Mittelpunkt der Achse N laufen, und sich in allen Richtungen mit jeder andern unter rechten Winkeln kreuzen; jede muß mit ihren Werkstangen, Stüzen und Hebeln versehen seyn. Wenn das Gewicht A 2 durch die Bewegung der Achse N vertikal wird, werden die Hebel auf die Werkstangen wirken, und die beweglichen Stangen aufsteigen machen, und A 2 wird dann in derselben Lage sich befinden, in welcher jezt das Gewicht A 1 erscheint.

|139|

In Fig. 13. ist DD eine horizontale Achse zwischen den Stüzen FF, die sich um ihre Zapfen EE dreht. CC ist ein in dem Mittelpunkte der Achse DD befindlicher Cilinder. An jedem Ende des Cilinders ist ein Dekel durch die Stange GG befestigt, welche durch ein in dem Mittelpunkte eines jeden dieser Dekel angebrachtes Loch läuft. In dem Mittelpunkte der Stange GG ist ein dünnes hohles Gefäß von Eisen, Kupfer oder irgend einem andern hiezu schiklichen Metalle befestigt, aus weichem die Luft ausgepumpt ist, und welches die luftleere Kugel heißt (Vacuum ball). Wenn der Cilinder CC durch die Umdrehung seiner Achse DD senkrecht wird, und sich mit Wasser füllt, so steigt die luftleere Kugel in dem Wasser bis an den obern Dekel in die Höhe, und treibt die Stange GG über ihren Mittelpunkt hinaus. Die Halsbänder von Leder etc. bei HH, an der Stange GG, und bei II neben der luftleeren Kugel, sollen auf die Löcher an den beiden Dekeln drüken; das Band bei H von Außen auf den Dekel, das Band bei I von Innen auf das entgegengesezte Loch, um das Ausfließen des Wassers zu hindern. Man kann eine beliebige Anzahl von Cilindern in derselben Achse anbringen, sie müssen sich aber zunächst an einander unter rechten Winkeln aus die Achse kreuzen.

Fig. 14. ist beinahe einerlei mit Fig. 9., und eine Erklärung aller ihrer Theile würde nur eine Wiederholung Desjenigen seyn, was bei Fig. 1. gesagt wurde. Hier sind keine kurzen Arme, der Balken ist ein Wagbalken, jeder Arm ist gleich stark, und seine Achse oder sein Stüzpunkt ist im Mittelpunkte gelegen. Sie hat einen Aufnehmer und einen Schlager am Ende eines jeden Armes, auch einen Speiser und eine Schütte, welche beide in gehöriger Lage rüksichtlich auf jeden Aufnehmer gestellt sind. Jeder Arm ist mit den Stangen M verbunden, wovon jede an besondere Balken läuft, welche die Stämpel besonderer Pumpen treiben.

|135|

Diese sind im Originale nicht deutlich. Auch kommt unter S später die Kette vor. A. d. Ueb.

|137|

Es ist weder die Schuld des Uebersezers noch des die Abbildung kopierenden Künstlers, wenn dieser Absaz unverständlich ist, die Kopie ist eben so genau, als die Uebersezung treu.a. d. Ueb. u. d. Redakt.

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