Titel: Collins Verbesserungen an Kutschen-Laternen.
Autor: Collins, William
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XXXIX. (S. 299–304)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/ar008039

XXXIX. Ueber einige Verbesserungen an Kutschen- und anderen Laternen und Lampen, worauf Wilhelm Collins, Lampenmacher in George-street, Hannover-Square, in Middlesex dd. 10. März 1820 ein Patent erhielt.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. N. CCXLI. Juni 1822. S. 7.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Meine Erfindung und Verbesserung an Kutschen-Laternen läßt sich an allen Arten von Laternen und Lampen anwenden, |300| welche mit einem Reflektor oder mit einer Reverbere versehen sind, wodurch die Lichtstrahlen gesammelt und in bestimmter Richtung zurükgeworfen werden sollen. Dieser leztere Zwek wird bei meinen Lampen mit der größten Leichtigkeit erreicht; ein Umstand, der bei Kutschen-Laternen von hoher Wichtigkeit ist. Der Kutscher kann bei meinen Laternen, ohne von dem Size aufstehen zu dürfen, die Lichtstrahlen auf irgend einen zu beleuchtenden Gegenstand werfen, und dieselben wieder beinahe augenbliklich in ihre vorige Richtung zurükführen. Und dieß geschieht auf folgende Weise. Das Metallstük, oder, was man immer als Reflektor brauchen will, steht an meinen Lampen, wie gewöhnlich, hinter der Flamme der Lampe oder der Kerze; statt daß aber dieser Reflektor, wie gewöhnlich, in dieser Lage befestigt ist, dreht er sich an meinen Laternen und Lampen um die Flamme herum, so, daß die Lichtstrahlen in jeder beliebigen Richtung zurükgeworfen werden können. Folgende Zeichnung stellt die hiezu nöthige Vorrichtung, auf eine gewöhnliche Kerzen-Kutschen-Laterne angepaßt, dar.

Fig. 11. Tab. VI. zeigt diese Kutschen-Laterne in ihrem vollkommenen Zustande, die beiden Glasthürchen SS geöffnet, um die inneren Theile derselben darzustellen. Die Fig. 12, 13, 14, 15, 16 und 17 weisen die einzelnen Theile derselben, und dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Gegenstände. Die Kerze stekt in der Röhre A, welche an dem Boden des Lampengehäuses FF befestiget ist. Diese Röhre ragt innenwendig etwas über den Boden FF empor, und ist daselbst mit einer flachen runden Büchse B, umgeben, durch deren Mittelpunkt eine kurze Röhre läuft, welche sich um den oberen Theil der Röhre A mit Leichtigkeit bewegen läßt. Diese Büchse B enthält eine stählerne Spiralfeder, von der in P, Fig. 13 und 14 dargestellten Form. Diese Feder P würde noch besser wirken, wenn sie in einer, der in der Zeichnung |301| dargestellten Richtung entgegengesezten, Direktion zusammengerollt wäre. Das innerste Ende i dieser Feder ist an der Röhre befestigt, welche durch den Mittelpunkt der Büchse b läuft, und das äußerste Ende ist mittelst eines Füßchens k an dem Boden des Gehäuses der Laterne angeschraubt (Siehe Fig. 11, 12, 14.) Auf diese Weise muß nun, wenn die Büchse B um die Röhre gedreht wird, in welcher die Kerze stekt, die Feder P aufgewunden werden, deren Elastizität wieder entgegen wirken und nöthigen Falles, die Büchse B in ihre vorige Lage zurükbringen wird. An dieser Büchse B ist nun der Reflektor C mittelst zweier Griffe bb, Fig. 12 so befestigt, daß er, wenn er gepuzt werden soll, leicht aus dem Laternengehäuse genommen werden kann. D, in Fig. 11 und 12, ist eine kleine Röhre, welche in einer Eke des Laternengehäuses senkrecht steht, und durch ein rundes Loch p an dem Dekel desselben so läuft, daß sie sich um einen metallnen Stift oder um ein Stängelchen r, Fig. 15 und 13, das an dem Boden des Laternengehäuses befestigt ist, drehen kann. Diese Röhre enthält, wie Fig. 15 zeigt, eine Spiralfeder, welche um den Stift r gewunden ist; ein Ende dieser Feder ist an dem Stifte r befestigt, das andere an der Röhre D. Diese Feder wirkt auf ähnliche Weise, wie die oben beschriebene Feder P. Die Büchse B ist mit einem Bogen oder mit einer Kehre E versehen, welche an ihr befestigt ist, und dieselbe zum Theile umgibt. Dieser Bogen hat an seiner Kante eine Rinne oder Vertiefung zur Aufnahme einer kleinen Schnur oder Kette c, um die Büchse B und den Reflektor C um die Röhre zu drehen, in welcher die Kerze stekt. Ein Ende dieser Schnur c ist in der Rinne des Bogens E befestigt, und das andere Ende derselben an dem unteren Theile der aufrechten Röhre D. Wenn daher die Röhre D mittelst des kreuzförmigen Griffes G an ihrem oberen Ende gedreht wird, windet sie die Schnur c auf, und macht, daß die |302| Büchse B und der Reflektor C sich gleichfalls um die Flamme drehen, und ändert dadurch die Richtung, in welcher die Lichtstrahlen zurükgeworfen werden. Durch diese Bewegung wird zugleich die Feder P aufgewunden, welche durch den kleinen Sperrkegel e, der oben auf dem Stifte r befestigt ist, an dem Zurükschnellen gehindert wird. Der Sperrkegel e greift nämlich in die Zähne eines kleinen Zahnrades t ein, welches an dem oberen Ende der Röhre D angelöthet ist, und wird durch die Kraft einer kleinen Feder n, Fig. 17, zwischen diesen Zähnen eingedrükt erhalten, so, daß, wenn die Röhre D gedreht wird, um, wie oben bemerkt wurde, die Feder P etc. aufzuwinden, der Sperrkegel in dieser Lage bleiben muß. Wenn nun aber der Reflektor C in seine vorige Lage zurükgebracht werden soll, so wird der Sperrkegel e dadurch aus den Zähnen des Zahnrades gehoben, daß man mit dem Finger auf seinen Schweif f drükt, oder eine Schnur an f befestigt, um den Schweif zurük zu ziehen, wo sodann die Röhre D alsogleich von der Feder P zurükgetrieben wird, und zwar so lang, bis das Stük m an der Kante der Büchse B, Fig. 11 und 12 mit dem an dem Boden des Gehäuses befestigten Hälter o in Berührung kommt, wo dann die Lichtstrahlen wieder in ihre vorige ursprüngliche Lage zurükgeworfen werden. Die in der Röhre D enthaltene Spiralfeder dient, diese Röhre zurükzutreiben, so bald der Sperrkegel e ausgehoben ist, und wenn diese Feder hiezu zu schwach wäre, so kann äußerlich noch eine zweite Feder, wie H in Fig. 12 angewendet werden.

Fig. 12 stellt einen Theil der Laterne besonders dar. Der Aufsaz auf der Federbüchse B ist hier abgenommen, um die Feder P selbst zu zeigen. Diese Büchse hat unten keinen Boden, sondern ist ganz offen, damit das Füßchen k, welches die Feder stüzt, frei auf den Boden des Gehäuses der Laterne hinab kann. m ist der an der Kante der Büchse B |303| befestigte Hälter. bb sind die zwei Griffe, welche den Reflektor C, Fig. 11, an seiner Stelle fest halten. E ist der an dem Umfange der Büchse B befestigte Bogen; c ist die an dem unteren Theile der Röhre D und an dem Bogen E befestigte Schnur; t zeigt das kleine Zahnrad oben auf der Röhre und G den kreuzförmigen Griff, durch welchen dieselbe gedreht wird. k ist ein Stük Metall an dem äußersten Ende der Feder P, welches auf dem Boden des Latern-Gehäuses angenietet werden muß.

Fig. 13 zeigt einen Theil des Latern-Gehäuses, mit dem oberen Ende der Röhre A, in welcher die Kerze stekt, die gegen das verschmälerte obere Ende der Röhre a, so wie sie allmählich sich verzehrt, mittelst einer unten in dieser Röhre befindlichen Spiralfeder auf die bei Kutschen-Laternen gewöhnliche Weise heraufgedrükt wird. Die Büchse B läuft zwischen den beiden Ringen vv, so, daß sie sich leicht auf denselben drehen läßt. o ist ein feststehender Hälter für das Stük m an der Büchse B, welches sich dagegen stemmt. r ist ein Theil des senkrechten Stiftes, der in der Eke des Laternen Gehäuses befestigt ist, und auf welchem sich die Röhre D dreht. d ist ein befestigter Ring, durch welchen die Schnur c läuft, und gehindert wird aus der Rinne, die um den Bogen E sich hinzieht, auszuspringen.

Fig. 14 stellt die Feder P, aus ihrer Büchse B herausgehoben, einzeln dar. k ist das Stük, durch welches sie an dem Boden des Laternengehäuses befestigt wird.

Fig. 15 zeigt den Stift r, einzeln, mit seiner ihn umwindenden Spiral-Feder; e ist der kleine Sperrkegel, der an dem oberen Ende desselben befestigt ist, und in die Zähne des Zahnrades t eingreift.. Fig. 12.

Fig. 16 zeigt eine kreisförmige Metallplatte, welche in ihrer Mitte mit einem Loche von solcher Weite versehen ist, daß sie genau auf das obere Ende der Röhre A paßt, in |304| welcher die Kerze stekt. Diese Platte bewirkt nämlich, daß das Wachs, welches vielleicht über das obere Ende der Röhre von der Kerze abläuft, nicht hinab zu jenen Theilen gelangen kann, auf welchen die Büchse sich dreht, und dadurch das freie Spiel derselben hindert.

Fig. 17 stellt das Gehäuse dar, welches den kleinen Sperrkegel e und die Feder n enthält, und zwar von Unten; das vierekige Loch in der Mitte desselben paßt auf den vierekigen Zapfen des Stiftes r unmittelbar über dem Zahnrade t in Fig. 12.

Meine Erfindung, auf welche ich das Patentrecht in Anspruch nehme, besteht in jenen Theilen, welche zu der sich drehenden Federbüchse gehören, durch welche der Reflektor um die Flamme der Kerze so gedreht werden kann, daß die Lichtstrahlen in jeder beliebigen Richtung zurükgeworfen werden können. Größe, Form und auch die Materialien, aus welchen diese Theile verfertigt werden, hängen von dem Belieben des Arbeiters ab.

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