Titel: Wakefiel über Verbesserungen im Baue der Oefen für Kessel.
Autor: Wakefield, John
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XL. (S. 304–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/ar008040

XL. Ueber gewisse Verbesserungen im Baue der Oefen für Kessel von allen Formen, und in der Methode, dieselben zu heizen, wodurch sowohl Ersparung an Brennmateriale, als Verbrennung des Rauches bezwekt wird, und worauf J. Wakefield, Maschinist zu Manchester in der Grafschaft Lancaster, am Ancoats-Plaze unter dem 6. Juni 1820 ein Patent erhielt.

In dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. Nr. 240. Mai 1822. S. 321.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Gegenstände in den Abbildungen.

|305|

aaa ist die Brust (die man auch öfters die Brüke nennt) hinter dem Feuer: sie hilft die Flamme und die erhizte Luft, während diese vom Feuer weg in die Züge steigen, aufwärts treiben, und in innigste Berührung mit dem Boden des Kessels bringen. Sie findet sich an vielen Oefen für Kessel, die auch nur mit einiger Umsicht gebaut sind. Die besagte Brust läuft von einer Seite bis an die andere quer über, und ist parallel mit der Vorderseite des Ofens. bbbbbb sind die Dämmer hinter der Brust a, welche, so wie diese Brust selbst, die Flamme und die erhizte Luft aufzuhalten streben, damit diese desto mehr Zeit gewinnen, ihre Hize dem Kessel mitzutheilen. Vor dem Datum dieses Patentes pflegte ich die Dämmer hinter der Brust in rechten Winkeln auf die Seiten des Bettes (oder Grundes des Zuges) anzubringen; gegenwärtig lasse ich aber den Dämmer, welcher zunächst an der Brust steht, von dieser sich entfernen, so wie er von der Seite hervortritt, die entfernteren Dämmer lasse ich aber der Brust sich nähern, wie D zeigt. Diese Dämmer erstreken sich von der Seite an etwas über die mittere Längenlinie des besagten Bettes. Die oben beschriebene Neigung derselben gegen die Brust läßt sie ihren Zwek besser erfüllen, als wenn sie unter rechten Winkeln auf die Seiten da stehen, und dieß ist eine der Verbesserungen, worauf ich mein Patent erhielt. Wenn der Kessel bedeutend lang ist, so kann die Zahl dieser Dämmer auf vier, fünf, ja sogar bis auf sechs vermehrt werden. cc ist die Krümmung. Diese Krümmung, welche auf der Brust a ruht, und von derselben weg über das Feuer hervorragt, hindert die Entweichung des noch unverzehrten Rauches, welcher sonst zu schnell zugleich mit der erhizten Luft (die während ihres Durchganges durch das Feuer ihren Sauerstoff verlor, und nicht mehr länger im Stande ist Verbrennung zu unterhalten) in den Zug hinausfahren, und |306| durch denselben entweichen würde, ohne seine Schuldigkeit gethan zu haben. Der auf diese Weise zurükgehaltene Rauch stößt aber hier zugleich wieder auf frische Luft, welche durch die Luftzüge mmmmmmm, welche weiter unten beschrieben werden sollen, herbeigeführt wird, wird in das Feuer zurükgeworfen, und findet auf diese Art dort Oxigen genug zu seiner Verbrennung. dddddd sind die gewölbten Seiten des Ofens, welche aus dem Boden desselben aufsteigen, gegen den Mittelpunkt des Ofens sich gegeneinander neigen, und so, gegen die gewöhnliche Weise, den Ofen an seinem Boden weiter machen. Durch diese Vorrichtung wird die Flamme und der Rauch während des Aufsteigens (durch den mit ihnen zugleich in die Höhe fahrenden Stromm der erhizten Luft) gezwungen, etwas quer durch das Feuer und an dem Boden des Kessels hinzulaufen, statt daß sie, wie sonst, auf einmal in gerader Linie nach dem Zuge hingiengen; auf diese Weise wird die Temperatur des Rauches erhöht, und derselbe dadurch in einen Zustand versezt, in welchem er sich, wenn er noch irgendwo unzersezte Luft trift, theilweise während seines schnellen Durchganges durch das Feuer entzünden kann. Diese Verbesserung habe ich vor dem Datum dieses Patentes, aber öffentlich, zuerst eingeführt, und mache daher keinen Patent-Anspruch auf dieselbe. Der Kürze wegen werde ich diese gewölbten Seiten geradezu die Wölbung (the curves) nennen. eeee sind die Füße (jambs) welche hinten an dem inneren oder hinteren Ende des Rostes an den Seiten des Ofens hervortreten, dicht an der Seitenwölbung ddd, und senkrecht von der Spize derselben bis auf den Boden des Ofens. Diese Füße unterstüzen die Wirkung der Seitenwölbung, indem sie die Flamme von der Seite her zwingen durch das Feuer durchzugehen, ehe sie in den Zug entweichen kann. ffffff sind die Züge. Ich baue meine Seitenzüge (diejenigen nämlich, |307| welche an den Seiten des Kessels umher ziehen) am Grunde weiter, und oben enger (siehe B) als gewöhnlich, und gebe hiedurch dem Ruße mehr Spielraum, sich auf dem Boden anzulegen, damit er den Zug nicht verlegt, und drüke die heiße Luft, während sie zum Schornsteine hinauszieht, in dem oberen horizontalen Theile des Zuges, der gerade über denjenigen Theil des Kessels hinzieht, der von der unmittelbaren Einwirkung des Feuers am meisten entfernt ist, desto dichter an die Seiten des Kessels. Da ich indessen die Züge schon vor dem Datum des Patentes, auf diese Weise öffentlich baute, so nehme ich sie nicht als Patent-Recht in Anspruch, und wünsche nur die Aufmerksamkeit des Erbauers eines solchen Ofens auf diesen Umstand hingelenkt zu haben, indem er dazu beiträgt, den Zwek eines gut gebauten Ofens zu fördern. gg ist der Kessel. hh der Rost. Ich lege die Stangen des Rostes an ihrem hinteren Ende weiter auseinander, und an ihren vorderen näher zusammen, als gewöhnlich, wo sie in der Regel parallel liegen. Ich war der Erste, der diese Verbesserung an dem Roste vornahm, nehme dieselbe aber nicht als Patentrecht in Anspruch, da ich sie vor dem Datum des Patentes bekannt machte. Der Vortheil, der durch diese Verbesserung entsteht, ist folgender. Da die Roststangen vorne näher an einander liegen, so ist weniger Gefahr dabei, daß die kleineren Kohlen, wenn das Feuer angeschürt wird, durchfallen; sie werden überdieß noch zusammenpaken (coke), ehe sie auf dem Roste nach hinten zurük gestoßen werden, und da die Stangen an diesem hinteren Theile des Rostes weiter von einander stehen, lassen sie desto mehr Luft durch, und man darf um so weniger besorgen, daß die Kohlen durchfallen, da sie auf dem vorderen Theile des Rostes eher zu größeren Massen zusammengeflossen sind, als sie das weitere Hintertheil desselben erreichen. Ich habe aber zeither eine andere Verbesserung |308| angebracht, die einen Theil des gegenwärtigen Patentrechtes ausmacht. Statt daß ich nämlich alle Stangen des Rostes so lege, daß sie nach hinten zu immer weiter voneinander stehen, als vorne, wie die Zeichnung in D ausweiset, lege ich jezt drei bis sechs (je nachdem der Rost breit ist) an jeder Seite des Ofens parallel nebeneinander, und nur die mittleren so, wie sie in der Zeichnung dargestellt sind. Die Ursache, warum ich drei, vier, oder mehrere Stangen an jeder Seite parallel neben einander lege, ist diese, damit die Zähne des Instrumentes, welches ich die Rost-Harke nenne, (grate-rake, und welches weiter unten beschrieben wird), sich frei zwischen den Stangen des Rostes an den Seiten des Ofens bewegen können.118) iii sind Thüren, welche die horizontalen Züge öffnen, wenn dieselben gereiniget werden sollen. kk ist die Ofenthüre (das Schürloch). ll sind Oeffnungen für die Stangen, durch welche die Schieber oder andere Vorrichtungen die Oeffnungen, durch welche die äußere Luft, in die Luftzüge oder in die unten zu beschriebenen Blaßbalge zugelassen wird, öffnen, oder schließen. mmmmmmm sind Luftzüge oder Gebläse auf die Brust a unter dem Gewölbe cc, welche aus dem queren Luftzuge 11 frische Luft herbeiführen, um Sauerstoff zur Entzündung des Rauches zu liefern, welcher sonst unversehrt durch die Züge abgehen würde. Dieser lezteren können nun so viele da seyn, als man braucht, ihre Oeffnungen können enger oder weiter seyn, oder man kann statt mehrerer eine lange Oeffnung anwenden. mmmm sind Seiten-Luftzüge oder Seitengebläse zu demselben Zweke. 11 ist der quer laufende Luftzug, der frische Luft aus der Aschengrube erhält. An dem oberen Theile dieses Luftzuges |309| befinden sich Oeffnungen (welche ich die Bläser (blowers) mmmmmmm nenne), welche die Luft aus dem Luftzuge in den Ofen gelangen lassen, und frische Luft zur Entzündung des Rauches herbeiführen, wie oben bemerkt wurde. 2, 2, sind Seiten-Luftzüge, welche Luft aus der Aschengrube erhalten, und sich mit ihren oberen Enden in die Bläser mm öffnen, um an den Seiten des Ofens Luftströme herbeizuführen, und dadurch Sauerstoff zum Verbrennen des Rauches zu liefern. Zuweilen habe ich bloß einen von diesen Seitenzügen (mm Fig. D) an jeder Seite des Ofens, einige Zolle vor dem hintern Ende des Rostes; wenn aber der Ofen groß ist, so bringe ich noch einen zweiten (nn) zu jeder Seite und noch weiter vorwärts aus demselben Grunde an. 3 ist die Aschengrube. Nachdem ich nun (um die gegenwärtige Erklärung vollkommen verständlich zu machen für jeden, auch nur mittelmäßigen, Ofenbaumeister) eine allgemeine Beschreibung eines Ofens gegeben habe, an welchem jene Verbesserungen, für welche ich das Patent erhielt, angebracht sind, gehe ich jezt zur Aufzählung dieser Verbesserungen über, und zwar zuerst zu dem Gebläse oder den Bläsern mm mm mm (Fig. B) und m (Fig. C). Hier muß ich bemerken, daß dieses Gebläse weit größere Wirkung thut, wenn es gegen das Feuer gerichtet ist, als wenn Oeffnungen aus dem Querzuge (11) gerade gegen den Boden des Kessels blasen sollen; denn in dem lezteren Falle wird der Rauch, wenn er nicht, ehe er bis zur Krümmung (c) hinaufgelangte, stark genug erhizt ist, um entzündet werden zu können, ungeachtet dieses Zutrittes der Luft unverzehrt in den Zug gelangen, und die gegen den Boden des Kessels gerichteten Luftströme werden nur Unheil, statt Vortheil, erzeugen, da sie dieselben kühlen. Wenn man ferner diesem, von solchen an dem Boden des Kessels anschlagenden Luftströmen herrührenden, Abkühlen dadurch abhelfen |310| will, daß man Ziegel über die Oeffnungen des Querluftzuges legt, so wird, wenn auch dadurch diese Luftströme an dem geraden Anprellen gegen den Boden des Kessels gehindert werden, doch immer noch ein Theil des Rauches unverbrannt entweichen, weil er nicht gehörig erhizt wurde. Durch die Richtung hingegen, welche ich meinem Gebläse gebe, wird die Luft, welche durch dasselbe in den Ofen gelangt, den Rauch zurükjagen; dieser wird, nachdem er die Brust erreicht hat, über die Krümmung müssen, und die Richtung der Luftströme wird, vereint mit dieser, den Rauch in das Feuer zurüktreiben, wo er eine hinlängliche Temperatur erhält, um vollkommene Verbrennung und Verwandlung in Flamme, ehe er in die Züge abgeht, zu sichern. Durch dieses vollkommene Verbrennen wird der Rauch selbst zu Feuer-Materiale, und erzeugt hiedurch Ersparung an Kohlen. Was Zweitens die schiefstehenden Dämmer betrifft (bbb in Fig. C und bbb in Fig. D) so gestattet der erstere oder vorderste der heißen Luft und der Flamme mit weniger Unterbrechung durchzugehen, als die mehr rükwärts hinter dem Kessel befindlichen, indem er der unmittelbaren Einwirkung des Feuers und der über die Brust und die Krümmung hinschlagenden Flamme näher ist; die hinteren, von dem Feuer mehr entfernten, haben eine entgegengesezte Richtung, damit sie die Flamme desto kräftiger zwingen können, ihre Hize an dem von dem Feuer am weitesten entfernten Theile des Kessels abzusezen. Diese Dämmer sind, (so wie die Brust) mit Krümmungen an ihrem oberen Ende versehen, welche gegen das Feuer hin, hervorragen, damit sie desto kräftiger ihre Wirkung zu leisten im Stande sind. Drittens sind die Stangen des Rostes zu jeder Seite desselben parallel gelegt: ihre Vorrichtung wurde oben so deutlich beschrieben, daß kein Mißverständniß möglich ist. Obschon aber die Stangen an jeder Seite parallel gegeneinander liegen, |311| so sind sie doch nicht parallel mit jenen an der gegenüberstehenden Seite: denn diese müssen nothwendig an ihrem hinteren Ende von jenen an der anderen Seite sich entfernen, da die Lage der mittleren Stangen es nicht anders gestattet. Viertens: die Rost-Harke. Sie sieht etwas dem Werkzeuge gleich, von welchem sie den Namen führt, und besteht aus einer eisernen Querstange am Ende eines langen und hinlänglich starken eisernen Stiels. Diese Querstange ist mit drei oder sechs eisernen Zähnen versehen (nach der Größe des Rostes) deren Entfernungen voneinander mit jenen Stangen des Rostes und ihrer vertikalen Lage im Verhältniße steht, und die so lang sind, daß, wenn diese Querstange so eingebracht wird, daß sie die untere Seite der Stangen des Rostes berührt, diese Zähne drei Zoll und darüber über die obere Seite derselben emporragen. Der Kopf dieser Harke (diese Querstange nämlich mit ihren Zähnen wird, wenn sie gebraucht wird, ungefähr ein Drittel von dem hintern Ende der Roststangen angesezt; die Zähne werden dann zwischen den Stangen des Rostes in das Feuer durchgeschlagen, und wenn sie rükwärts gestoßen werden, schieben sie die bedeutendsten, auf dem Rostwagen liegenden, Kokes auf das hintere Ende des Rostes zurük, wo ich sie liegen lasse, bis ich das Feuer nachschüre oder neu anschüre. Ich unterhalte das Feuer auf folgende Weise. Nachdem ich, wie gesagt, das Feuer, welches an den beiden Seiten des Ofens auf den parallelen Stangen des Rostes lag, gegen das hintere Ende dieser Stangen zurükgeschoben habe, breite ich das Feuer auf der Mitte des Rostes gegen die Seiten und nach der Brust hin aus, und bringe dann frisches Feuer-Materiale auf die Mitte des Rostes. Auf diese Weise unterhalte ich die Flamme an den Seiten des Rostes, wo sie unter der Wölbung (ddd) aufsteigt, herüberschlägt, und den Rauch erhizt und entzündet, welcher allzeit bei dem Nachschüren sich |312| am häufigsten entwikelt. Diese Harke wird auf einer Walze hin und hergeschoben, ganz so, wie der gewöhnliche Schürer, dessen man sich seit längerer Zeit bedient, um die Zwischenräume zwischen den Stangen des Rostes zu öffnen, und Luft zu dem Feuer gelangen zu lassen. Zuweilen jedoch, wenn der Ofen so groß ist, daß mechanische Beihülfe nöthig wird, hänge ich die Zapfen der besprochenen Walze in senkrechte Falzen, so, daß die Walze mittelst eines Hebels gehoben oder gesenkt werden kann, und an einem Ende der Walze bringe ich ein Zahnrad an, welches von einem Triebstoke getrieben wird, der entweder durch die Hand, durch eine Kurbel oder irgend eine schikliche Vorrichtung in dem Vorhause in Bewegung gesezt wird, oder ich bediene mich anderer wohlbekannter mechanischer Hülfsmittel um Achsen zu heben oder zu senken. In diesem Falle ist der Rüken des Stiels der Harke gezähnt, und greift ihn ein an der Walze (oder an der, statt dieser, vorhandenen Achse) befindliches Zahnrad, so daß, wenn die Walze umgetrieben wird, die Harke dadurch mit fortgerissen wird. Die Ursache, warum die Harke so eingerichtet seyn muß, daß sie steigt und fällt, ist, um ihre Zähne zwischen den Stangen des Rostes durchzubringen, und dieselben herauszubringen, oder hinabzuziehen, nachdem sie das auf den parallalen Stangen des Rostes an der Seite befindliche Feuer zurükgeschoben haben, oder, statt eines gesammelten Rükens am Stiele der Harke bediene ich mich irgend eines andern mechanischen gewöhnlich gebräuchlichen Mittels, wodurch eine genaue abwechselnde Bewegung an irgend einem ähnlichen Apparate hervorgebracht wird. Meine Verbesserungen beziehen sich indessen nur auf diese Harke, und nicht auf die Art und Weise sie zu heben oder zu senken, vorwärts oder rükwärts zu schieben, was auf mehrere den Mechanikern wohlbekannte Weisen geschehen kann. Wenn der Ofen groß ist, so bediene |313| ich mich zuweilen zweier Querstangen mit Zähnen auf demselben Stiele parallel neben einander, und 6 bis 7 Zoll und darüber von einander, und zuweilen, wenn der Ofen sehr groß ist, habe ich für jede Seite des Rostes eine eigene Harke. Fünftens: die Art der Feuerung, die zur Erläuterung des Gebrauches der Harke so umständlich beschrieben wurde, daß hier nur wenig mehr zugesezt werden darf. Wer nur immer mit der Behandlung der Kessel-Oefen bekannt ist, weiß, daß nach der gewöhnlichen Methode bei dem Nachschüren das Feuer so ziemlich gleichförmig über die Stangen des Rostes ausgebreitet wird; wenn man aber dieses Verfahren nicht aufgibt, und das meinige, welches ich oben beschrieben habe, dafür annimmt, wird man von meinen Verbesserungen nie vollen Vortheil ziehen können; jeder fähige Arbeiter wird aber sehr leicht im Stande seyn, meine Verbesserungen auf Kessel von andern Formen nach Umständen anzuwenden. Wenn der Boden des Kessels kreisförmig, und vorzüglich wenn er klein ist, dann können die Dämmer bbb wegbleiben. Was endlich leztens meine Züge und andere Theile an dem Ofen betrifft, welche eine besondere Form von Ziegeln nöthig haben, so halte ich es für viel besser den Thon in den gehörigen Möbeln vor dem Brennen zu formen, statt daß man die gebrannten Ziegel erst in die verlangte Form haut. Denn dadurch wird nicht bloß dem Erbauer des Ofens Zeit und Mühe erspart, sondern er gewinnt auch den Vortheil, daß er nicht Gefahr laufen darf, die Ziegel zu sprengen. Ueberdieß bin ich der Meinung, daß die Feuerseite der Ziegel von was immer für einer Form dem Feuer weit länger zu widerstehen vermag, als eine neue Fläche an denselben, die man durch Zuhauen oder Absägen erzeugt hat, und Oefen aus Ziegeln erbaut, welche vor dem Brennen die gehörige Form erhielten, werden länger dauern ohne einer Ausbesserung zu bedürfen, als solche, die auf die gewöhnliche Weise |314| erbaut wurden119). Dieß gilt, wie es sich von selbst versteht, nur von Oefen, welche Ziegel erfodern; denn meine übrigen Verbesserungen lassen sich auch auf solche Oefen anwenden, zu welchen Eisen oder anderes Metall oder andere Materialien angewendet werden, wie zuweilen bei Kesseln für Dampfböthe der Fall ist.

|308|

Es ist offenbar, daß diese Bemerkungen über den Bau des Rostes nur für Steinkohlenfeurung passen können. A. d. Ueb.

|314|

Wir glauben unsere hochdeutschen Landsleute auf diese sehr richtige Bemerkung des Hrn. Wakefield nicht genug aufmerksam machen zu können: unsere nieder deutschen Landsleute verstehen das Ziegelbrennen hundertmal besser wie wir, und selbst besser als die Engländer. Ob unsere Maurer und Baumeister mit der Bemerkung des Hrn. Wakefield zufrieden seyn werden, wissen wir nicht; denn die ersteren vertändeln gern ihre Zeit mit Steinpiken, die lezteren aber das Geld des Bauherrn, und wollen durchaus nicht, daß irgend eines ihrer Meisterwerke lang dauere, damit man ihrer hülfreichen Hand bald wieder bedürfe. A. d. Ueb.

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