Titel: Nachricht über Herrn F. M. von Heythuysen's Patent, um Bothe oder andere Fahrzeuge auf Knälen fortzutreiben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XXXIV./Miszelle 12 (S. 257–258)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/mi008034_12

Nachricht über Herrn F. M. von Heythuysen's Patent, um Bothe oder andere Fahrzeuge auf Knälen fortzutreiben.

„Herr von Heythuysen bringt hier Menschenkraft an die Stelle von Pferdesstärke. Er befestigt an dem Vorder- und Hintertheile des Bothes, oder an beiden zugleich, ein Tretrad, in welchem getreten wird. |258| Die Achse dieses Tretrades steht an beiden Seiten ungefährt 20 Zolle vor, und an dieser befindet sich ein Ruder-Rad welches auf ähnliche Weise, wie an den Dampfböthen, gebaut ist: jedes Rad hält 6 Ruder. Nimmt man nun an, daß der Mann, welcher tritt, 135 Pfund schwer ist, und zieht man 35 Pfund für die Reibung ab, so treibt dieser Mann die Achse mit einer Kraft von 100 Pfund. (? Uebers.) Der Vorzug dieser Vorrichtung vor der gewöhnlichen Methode besteht darin, wenn ein Mann rudert, so zieht er das Ruder 24 mal in einer Minute an,104) und die Kraft eines solchen Ruderschlages wird auf ungefähr 30 Pfund geschäzt. Auf Kanälen kann man, wegen der Enge des Wasserraumes das Ruder nicht gebrauchen, wohl aber diese Maschine, die einfach und so leicht ist, daß sie jeden Augenblik abgehoben werden, und ein Mann damit fortgehen kann, ohne daran schwerer zu tragen, als wenn er ein paar Ruder trüge. Zwei Männer können mit dieser Masche ein Kanal-Both fünf englische Meilen (ungefähr 3/4 deutsche) in einer Minute treiben. Die Kosten der Erhaltung des Treppel-Weges für Pferde, und die Unterhaltungskosten der Pferde selbst, fallen hier weg.“

In dieser Nachricht macht Herr Dr. Tilloch im Philosoph. Magaz. et Journal. März 1822. die gegründete Bemerkung: „daß, wenn die Pferde an den Bothen im Kanale zu schnell ziehen, die Ufer des Kanals von dem Anschlagen der Wellen allein schon nur zu sehr leiden, die die Wirkung eines solchen Ruders noch weit weniger werden ertragen können.“ Könnte jedoch diese Maschine, wenn sie so leicht und einfach ist, nicht auch auf unsern binnenländischen Seen, und auf Flüssen, von welchen man kaum weiß, ob sie auf- oder abwärts fließen, wie am Main, an der Redniz, mit Vortheil angewendet werden?

|258|

Bei uns in Südteutschland kaum 12 mal, außer wenn auf dem Königs-See eine Streit- oder Wett-Fahrt gehalten wird. A. d. Ueb.

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