Titel: Universal- oder Parolik-Kitt (Parolic Cement). Von Th. Gill.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XXXIV./Miszelle 19 (S. 260)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/mi008034_19

Universal- oder Parolik-Kitt (Parolic Cement). Von Th. Gill.

Dieser Kitt, den man Universal- oder Parolik-Kitt nennt, weil er beinahe zu allem, was gekittet werden soll, gebraucht werden kann, gehört unter die käseartigen Kitten, weil der geronnene (käseartige) Bestandtheil der Milch die Haupt-Masse desselben bildet. Der Herausgeber des technical Repository hat denselben im Jahr 1811 erfunden, und eine bedeutende Menge desselben wurde zeither von Hrn. J. J. Hawkins unter diesem Namen verfertigt und verkauft: seine Bereitung blieb aber bisher ein Geheimniß. Er ersezt Bancouver's Kitt, der allgemein gesucht wird, vollkommen: dieß ist alles, was man zu seiner Empfehlung sagen kann.

Man nimmt den geronnenen (käseartigen) ungesalzenen Bestandtheil der abgenommenen Milch (curd), preßt die Molken aus demselben aus, und bricht ihn sodann in kleine Stüke, die man auf Leinwand-Fleken ausbreitet, und auf einem luftigen Gange hinlegt, um ihn daselbst troken werden zu lassen. Wenn er anfängt anzuziehen und fest zu werden, kehrt man ihn von Zeit zu Zeit um, und bricht ihn in kleinere Stüke entweder mit der Hand, oder mit einem hölzernen Spathel oder Spahne, und, wenn er troken genug worden ist, schüttet man ihn in eine Kaffee-Mühle, und reibt ihn durch, so daß er so fein, wie das feinste Schießpulver, wird. Man troknet ihn hierauf in einer Darrstube vollkommen aus, und hält ihn getroknet zum Gebrauche auf. Ein Zentner solchen (käseartigen) Bestandtheiles der Milch gibt, vollkommen getroknet, dreißig Pfunde Kittmasse.

Zu neunzig Theilen dieser Kittmasse sezt man zehn Theile ungelöschten Kalkes, der aus bläulichem Marmor gebrannt, zu feinem Pulver gerieben, und durchgesiebt wird, nebst Einem Theile Kämpfer. Diese Mischung wird auf einem Reibsteine fein, wie Mahlerfarbe gerieben, und in Fläschgen von ungefähr einer Unze (2 Loth), wohl verschlossen, damit keine Luft eindringen, und dieselbe zersezen kann, aufbewahrt.

Auf diese Weise läßt dieser Kitt sich sehr lang aufbewahren, und wo man desselben bedarf, wird etwas davon auf einem flachen irdenen Teller ausgeschüttet, und mittelst eines Mahler-Spathels mit so viel Wasser gemengt, als nöthig ist, demselben die, zu dem Gebrauche, den man davon machen will, gehörige Konsistenz zu geben.

Das Gefäß wird, nachdem man den Bedarf aus demselben herausgenommen hat, sogleich wieder sorgfältig geschlossen, indem sonst der Kalk seine Kausticität verlieren würde, worauf die auflösende Kraft desselben gegen den käsigen Bestandtheil vorzüglich beruht. Diesen Kitt vermag selbst heißer Dampf nicht zu lösen, nachdem er einmal erhärtet ist. (Gill's technical Repository. April 1822. S. 261.)

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