Titel: Ueber einen mißlungenen Versuch, dem Eisen eine Legierung zu geben, wodurch es dem Roste zu widerstehen vermag.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XXXIV./Miszelle 2 (S. 253)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/mi008034_2

Ueber einen mißlungenen Versuch, dem Eisen eine Legierung zu geben, wodurch es dem Roste zu widerstehen vermag.

Bekanntlich hat die Sociétè d'Encouragement zu Paris einen bedeutenden Preis auf eine Eisen-Legierung gesezt, wodurch dieses Metall noch hart genug bliebe, weiche Viktualien zu zerkleinen, ohne vom Roste angegangen zu werden. Man sandte ihr eine Komposition, welche, nach dem hierüber erstatteten Berichte des Hrn. Bréant, in ihrem Bulletin Nr. 211. Jäner 1822, S. 18. aus 14 Theilen grellen Roheisen oder sogenannten weißen Guß, (fonte blanche) 1 Theile Borium, und 2 Th. Zinn bestand, und welche dadurch erhalten wurde, daß man in einem Tiegel 7 Pfund weißen Guß und 2 Pfund Boraxsäure, beide, zur Vermeidung des Zutrittes der Luft, mit etwas feinem Thone bedekt, in einem Gießer-Ofen schmolz, und während sie im Flusse waren, was in einer halben Stunde geschah, ein Pfund Zinn zusezte, gut mischte, und dann ausgoß.

Diese Komposition wurde der Prüfung unterzogen, mit Aepfelsaft gerieben und dann aus Aepfelmark gelegt, und 45 Tage lang liegen gelassen: sie war nicht stark oxidirt. Eben dieß war auch der Fall, als sie den Dämpfen der Hydrochlor-Säure ausgesezt wurde. Allein, der Luft und dem Regen ausgesezt, ward sie bald mit Rost bedekt. Gußeisen mit Zinn hatte schon Herr Molard versucht und weniger oxidirbar als reines Eisen, und selbst als den weißen Guß gefunden; Hr. Déscotils hat in dieser Hinsicht Borium mit Platinna und Eisen verbunden.

Herr Bréant bemerkt, daß ein Versuch, den er mit grauem Gußeisen und mit Kohlen anstellte, ihm eine sonderbare Erscheinung gab; um nämlich einen sehr gekohlstofften Guß zu erhalten, gab er Stüke von grauem Guße in einen mit Holzkohlen gefüllten Tiegel, und wiederholte denselben Versuch mit Ofenruß: in beiden Tiegeln fand er statt des Sazes das Metall in gleich großen Körnern in der Kohle zerstreut; die in der Kohle erzeugten Körner oxidirten sich in der Atmosphäre des Laboratoriums; die im Ofenruße aber behielten ihren Glanz, und eingeschmolzen mit 9 p. C. Zinn, schien ihm diese Komposition nur sehr wenig oxidirbar.

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