Titel: Eine Methode, harte und weiche Bleistifte für Zeichner zu verfertigen. Von Cornel. Varley.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XXXIV./Miszelle 4 (S. 254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/mi008034_4

Eine Methode, harte und weiche Bleistifte für Zeichner zu verfertigen. Von Cornel. Varley.

Man verfertigt diese Bleistifte aus feinem Kumberland'schem Reißblei, welches fein gepulvert wird, und aus Schellak, mit welchem man jenes Pulver bei gelinder Hize zusammenschmizt. Diese Mischung muß neuerdings nach dem Schmelzen gepulvert werden, und zwar entweder auf gewöhnliche Weise in einem Mörser, oder mittelst einer walzenförmigen Feile, die sich schnell um ihre Achse dreht, (wie bei den Nadlern), und dann noch einmal geschmolzen werden, um eine so viel möglich gleichförmige Masse zu liefern. Dann wird die Masse in Stifte gesagt, und auf gewöhnliche Weise in Cederholz eingeleimt. Diese Bleistifte können härter und weicher gemacht werden, je nachdem man das Verhältniß der Bestandtheile derselben absondert: Sehr weich werden sie jedoch durch diese Komposition niemals werden, außer man nimmt reines gediegenes Reißblei allein. Der Vortheil, den diese Komposition gewährt, besteht vorzüglich in der Stärke und Gleichförmigkeit, welches man dadurch den Bleistiften verschaffen, und in der Leichtigkeit, mit welcher man die bei der Fabrikation derselben entstehenden Bruchstüke und Abfälle, und selbst den Staub zur Bildung einer neuen Masse benüzen kann. Herr Varley erfand diese Komposition um das Jahr 1814; Herr Banks, zu Keswik, bedient sich derselen (ohne jedoch von Herrn Varley dieselbe erhalten zu haben) zur Verfertigung seiner härtesten Bleistifte, die ganz vortrefflich sind101). Aus Th. Gill's technic. Repository. April 1822. S. 286.

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Baiern hatte zu Hafnerzell, drei Stunden unter Passau, wo Graphit in Menge bricht, noch vor zwei Jahren eine, auf k. Kosten betriebene, Bleistiftsfabrik. (Siehe Schultes baierischen Donaustrom.) Sie ist wie wir hörten, zeither eingegangen und verkauft worden. Wir wünschen nichts sehnlicher, als daß der neue Käufer dabei besser fahre, als das Aerarium je bei derselben fahren konnte. Baiern besizt eine solche Menge von Reißblei, zu Hafnerzell, daß, verstünden unsere Landsleute die kleine Kunst, dasselbe gehörig zu benüzen, sie ganz Deutschland mit den wohlfeilsten und beßten Bleistiften versehen könnten. Indessen ging die einzige und uralte Bleistiftfabrik, die wir in Baiern hatten, zu Grunde, und wir Baiern werden dem gewerbfleißigen Auslande sogar für Bleistifte tributär.

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