Titel: Wie man Abdrüke von Gemmen, Siegeln, Medaillen in leicht schmelzbaren Metall-Kompositionen nehmen kann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XXXIV./Miszelle 6 (S. 255)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/mi008034_6

Wie man Abdrüke von Gemmen, Siegeln, Medaillen in leicht schmelzbaren Metall-Kompositionen nehmen kann.

Das geschmolzene Metall wird in eine Kapsel von Pappendekel gegossen, und während es in derselben erkaltet, beständig umgerührt, bis es eine breiartige Konsistenz erhält, wo sodann die Gemmen schnell darauf abgedrukt wird, indem das Metall nun nicht mehr so, wie wenn es noch heiß und flüßig wäre, unter dem Druke wegfließen kann.

Auf diese Weise werden Abdrüke von französischen Medaillen, selbst von weichen, genommen, und dann bronzirt und in Tabakdosen etc. eingesetzt, und so können auch Graveurs, ohne besorgen zu dürsen, daß ihr Prägestok bei dem Härten springt, mit aller Bequemlichkeit die schärfsten Abdrüke von demselben während des Fortschreitens ihrer Arbeit nehmen102)

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Dieser Methode, Siegel abzuklatschen bediente man sich in Deutschland schon vor 50 Jahren auf der T. Post zu R., und noch jezt auf mehreren Postämtern. Den gelehrten Herren, die über das Eröffen der Briefe als „einer Schmach unserer Zeit“ klagen, dient zur Nachricht, daß die Kunst und die Sitte, Briefe zu eröffen so alt ist, als die Kunst Briefe zu siegeln. Lucian beschreibt in seinem Alexander Pseudomantis (Edit. Bipont. V. p. 83, 12) die drei verschiedenen Methoden, deren man sich zu seiner Zeit, (also schon vor 1700 Jahr) unter dem beßten aller Kaiser, (unter Trajan,) ex offo bediente, um Briefe zu eröffnen. A. d. Ueb.

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