Titel: Ueber Brand im Weizen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 8, Nr. XLVIII./Miszelle 25 (S. 388–389)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj008/mi008048_25

Ueber Brand im Weizen.

Es ist doch fürwahr unbegreiflich und unglaublich, wie man in der Perrüken-Insel, in Alt-England, bei so vielem Schönen, Großen und |389| Herrlichen, so sehr an altem Brauche und Herkommen hängen und kleben kann, wie ein Gimpel auf der Leimstange. Nachdem Bank's in den Annals of Botany den Rost oder Brand im Weizen seinen Landsleuten hundert tausendmal vergrößert abbilden ließ, (freilich nicht durch einen Engländer, sondern durch einen Mährer, Baner aus Eisgrub) und ad oculum bewies, daß der Nost oder Brand ein Pilz ist, beschreibt Hr. Baker diese Krankheit am Weizen nach uraltem Wahne als ein Insekt. Wenn Hr. Baker in seinem Treatise so etwas schreiben oder glauben konnte, so mag es hingehen; denn schreiben oder glauben ist Eins, sagt ein schwer bezahlter deutscher Philosoph; wenn aber Hr. Tilloch in seinem Philosoph. Magazine et Journal. März 1822. S. 229. so etwas aufnimmt, so ist es, wenigstens in dem älteren Bacon'schen Sinne des Wortes, nicht philosophisch, die Welt mit erwiesener und anerkannter Unwahrheit zu täuschen, damit sie auf's Wort glaube, auf den Pfiff komme, wie der Gimpel. So wollen es aber jezt die Herren, deren Willen gebenedeit seyn will.

Suche im Journal   → Hilfe
Stichwortwolke
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: