Titel: Masterman über eine Maschine um andere Maschinen zu treiben.
Autor: Masterman, Thomas
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. I. (S. 1–25)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/ar009001

I. Eine Maschine um andere Maschinen zu treiben, welche mittelst Dampfes und Wassers oder eines anderen Flüßigkeit ohne Cylinder, Stämpel, Flugrad, und mit geringerem Verlust an Kraft, als bei irgend einer der jezt gebräuchlichen Dampf-Maschinen, in Bewegung gesezt wird, und worauf Thomas Masterman, Gemeinde-Brauer, Nr. 38, Broadstreet, Radcliffe, Middlessex, dd. 22. Jäner 1822 ein Patent erhielt.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. N. CCXLIII. August 1822. S. 139.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Fig. 1 Tab. I. stellt einen senkrechten Durchschnitt durch den Mittelpunkt desjenigen Theiles der Maschine dar, den ich den Tausch (troke) nenne, und der sich dreht.

Fig. 2 ist ein Querdurchschnitt dieses Tausches, und der beiden später zu erwähnenden Masken. Der Tausch besteht aus der Achse, aus dem Kerne (oder Mittelpunkte, durch welchen die Achse geht), aus dem Ringe, (welcher hohl ist, und die unten anzuführenden Klappen enthält), und aus den Halbmessern, welche die Durchgänge für den Dampf zwischen dem Kerne und den Ringen bilden.

Fig. 3 ist ein Grundriß des Kernes und desjenigen Theiles, den ich das Gesicht nenne. Das Gesicht ist jener in der Figur dargestellte Theil der Seite, welcher zwischen |2| den beiden concentrischen Kreisen eingeschlossen ist. Es ist eine vollkommene Ebene, welche mit dem Umkreise des Kernes rechte Winkel bildet. Die andere Seite des Kernes ist parallel mit dem Gesichte. Die Achse, welche dicht ist, geht unter rechten Winkeln mit der Ebene des Gesichtes durch ein Loch 1, welches gerade weit genug ist, um dieselbe aufzunehmen. Sechs Locher, 2, alle von gleicher Figur und gleicher Weite, sind in gleichen Entfernungen in dem Gesichte, in dem Raume zwischen den beiden von dem Mittelpunkte der Achse aus beschriebenen concentrischen Kreisen eingelassen. Die Durchmesser dieser Kreise sind so genommen, daß sie sowohl gegen die Achse hin, als gegen die äußere Kante des Gesichtes einen Raum übrig lassen, und jedes dieser Löcher an zwei Seiten derselben begränzen: die beiden anderen Seiten dieser Locher werden von Halbmessern begränzt, welche von dem Mittelpunkte der Achse aus gezogen sind. Die Löcher sind in einer Tiefe von 3 bis 4 Zoll, oder bis auf die Hälfte des Kernes, parallel mit der Achse eingesenkt; dann krümmen sie sich unter rechten Winkeln auf die Achse, und öffnen sich in dem Umfange des Kernes in gleichen Entfernungen von einander.

Der Ring A, in Fig. 1, besteht aus sechs gleichen Abschnitten: an jeder Einfügung derselben, und an dem Ende eines jeden Halbmessers ist eine Klappe befestigt, welche, auf ihr Lager zugeschliffen, wenn sie sich schließt, dampfdicht schließt.

Die Halbmesser 1, 2, 3, 4, 5, 6 sind Röhren, welche mit dem Kerne und mit dem Ringe verbunden sind, so daß sie dampfdichte Verbindungen zwischen jedem Loche in dem Gesichte, und der inneren Seite des Ringes bilden. Sie sind an ihren Seiten zu ihrer Verstärkung mit Rippen versehen.

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Fig. 4 ist ein Grundriß der inneren Maske einer kreisförmigen Metall-Platte von gleichem Durchmesser mit dem Gesichte, ungefähr zwei Zoll dik, und beide Flächen auf jeder Seite vollkommen parallel unter einander.

Vier Löcher gehen durch dieselbe, 1, 2, 3, 4; 1 ist gerade weit genug zur Aufnahme der Achse; 2, 3, 4 sind von solcher Form und Weite und in solcher Lage, daß, wenn die innere Maske auf die Achse und über das Gesicht aufgesezt ist, jedes derselben gerade weit genug ist, um über ein Loch in dem Gesichte, und über den Zwischenraum zwischen diesem und dem nächststehenden zu passen. 2 und 3 liegen so weit von einander, daß ein Raum zwischen beiden bleibt, der gerade hinreicht, um eines der Löcher in dem Gesichte vollkommen zu deken. 4 ist von 2 und 3 gleichweit entfernt.

Der Umfang dieser Maske ist von einem eisernen Reifen umgeben, aus welchem ein Hebel hervorspringt, der beinahe bis an den Ring reicht, und mit einer kleinen geneigten Stange, die quer über das Ende desselben läuft, versehen ist. In Fig. 4 ist der Anfang dieses Hebels, und in Fig. 1 ist er beim ganz mit dem Reifen und der Querstange durch punktirte Linien dargestellt.

Fig. 5 ist ein Grundriß der inneren Seite der äußeren Maske.

Fig. 6 ist ein Grundriß der äußeren Seite derselben.

Diese Maske ist ein kreisförmiges Stük Metall von gleichem Durchmesser, und beinah von derselben Dike, wie die innere. Die innere Seite desselben, Fig. 5, ist eine vollkommene Fläche; 1, ein Loch, gerade so weit, als nöthig, um die Achse aufzunehmen; 2, 3, 4, siehe Fig. 6, sind Röhren, welche an der Außenseite dieser Maske hineingehen, und an der inneren sich öffnen. Die Oeffnungen sind durch die drei kleineren Kreise in Fig. 5 dargestellt, und so angebracht, daß, wenn man die äußere und innere Maske |4| auf einander legt, dem Mittelpunkte eines jeden der Locher 2, 3, 4 der inneren Maske gegenüber eine Oeffnung zum Vorscheine kommt. 2 ist die Dampfröhre, durch welche der Dampf aus dem Kessel in die Maschine gelangt; 3 ist die Ableitungsröhre, durch welche der Dampf aus der Maschine in den Verdichter, oder, wo kein solcher gebraucht wird, in die Luft geleitet wird; 4 ist eine Röhre, durch welche irgend ein Verlust oder Ueberschuß an Wasser in dem Ringe ersezt oder beseitiget werden kann: wenn die Maschine im Gange ist, wird sie durch einen Sperrhahn geschlossen erhalten.

Ein Ende der Achse geht, nachdem es durch den Kern durchgegangen ist, in beiden Masten durch i. Die innere Maske wird zunächst an dem Gesichte, die äußere zunächst an der inneren aufgezogen, und beide werden dicht auf das Gesicht hin mittelst am Rüken der äußeren Maske angebrachter Schrauben so fest auf einander gedrükt, daß sie sowohl unter sich, als mit dem Gesichte luftdicht schließen, wozu ein unbedeutender Druk hinreicht, in dem die entgegengesezten Flächen auf einander geschliffen wurden. Die äußere Maske erhält, mit Rüksicht auf Fig. 1, eine solche Lage, daß die Röhren 2 und 3 horizontal werden, oder gegen den Halbmesser 2, oder die aufsteigende Seite des Tausches hingekehrt sind (in dieser Lage erscheint sie auch in Fig. 6), und sie bleibt immer in Ruhe. Die innere Maske ist, hinsichtlich der äußeren, so gestellt, daß die Röhren 2, 3, 4 der lezteren mit den mit eben diesen Zahlen bezeichneten Löchern der erstem in Verbindung stehen, und folglich eine Verbindung zwischen denn Röhren in der äußeren Maske, und dem Gesichte herstellen. Sie ist in Fig. 4 in dieser Lage gezeichnet.

Auf diese Weise dienen demnach die Löcher in der inneren Maske zu demselben Zweke, wie die Röhren in der |5| äußeren, welche mit korrespondiren den Zahlen bezeichnet sind.

Die innere Maske ist, mittelst des Hebels m, beweglich, jedoch, wenn die Maschine im Gange ist, nur in so fern, daß die Verbindung zwischen 2 und 3 in der äußeren Maske und in dem Gesichte nicht unterbrochen wird.

Die Querdurchschnitte beider Masken sind in Fig. 2 in ihren relativen Lagen dargestellt.

Alle Verbindungen und Gefüge des Tausches sind dampfdicht, so daß der Dampf, welcher durch die Dampfröhre eingeleitet wird, keinen anderen Ausgang, als bei der Ableitungsröhre findet.

Dieselben Buchstaben in Fig. 1 und 2 bezeichnen dieselben Theile. pp in Fig. 2 ist die Achse; qq sind die Lager; r ist ein an dem Ende der Achse angebrachter Winkelhebel, um die Speise-Pumpe, und, wo ein Verdichter zugegen ist, die Luftpumpe zu treiben.

Da die Klappen, und die Einrichtung, durch welche sie gestellt werden, bei allen Abschnitten des Ringes dieselben sind, so hat man nur zwei derselben, die eine offen, die andere geschlossen, mit Buchstaben bezeichnet.

Die Lager der Klappen sind besondere Metallstüke, welche zwischen den Enden eines jeden Abschnittes angebracht sind; auch kann ein Ende eines jeden Abschnittes, wenn es vollkommen eben geschliffen wird, als Lager dienen. Die Oeffnungen in denselben sind so weit, als die Höhlung des Ringes, welcher, dort wo die Klappe wirkt, zur Aufnahme derselben erweitert ist. Alle Klappen, f, sind einander gleich, und öffnen sich in derselben Richtung: ihre Zapfen bewegen sich frei in Röhrengehäusen, welche an dem Klappen-Lager auf der zunächst an der Achse gelegenen Seite befestigt sind. Die ganze Vorrichtung bei denselben besteht in Folgendem: a ist eine kleine hohle Hervorragung, oder eine Klappe, welche |6| auf dem Ringe aufgeschraubt ist, und mit der inneren Seite desselben in Verbindung steht. An einer seiner inneren Seiten ist ein Röhrengehäuse, an der gegenüberstehenden eine Verstopfungsbüchse: ein Ende der Spindel läuft in dem Röhrengehäuse, das andere geht durch die Verstopfungsbüchse bis an die äußere Oberfläche der Klappe. An diesem Ende ist der Hebel b, und an dem Mittelpunkte der Hebel c angebracht, welche beide mit der Spindel rechte Winkel bilden, und in entgegengesezter Richtung stehen. Mit dem Ende von c ist, mittelst eines beweglichen Gelenkes, die Stange d verbunden, und an dem Ende von b ist ein Gewicht e befestigt, das mehr als hinreicht, um f aufzuwiegen, und mittelst eines anderen beweglichen Gelenkes an dem anderen Ende von d damit verbunden, und an dem Mittelpunkte von f befestigt ist. Die Hebel sind so gestellt, daß f halb offen steht, wenn sie nach der Achse hinweisen. Es ist also offenbar, daß, während der Umdrehung des Tausches, zwei von den Klappen f, an der (hier durch die Pfeile angedeuteten) aufsteigenden Seite, durch da bloße Uebergewicht von e geschlossen seyn werden, alle übrigen aber offen seyn müßen, wie es in Fig. 1 gezeichnet ist. Um die Wirkung dieser Klappen noch leichter zu begreifen, wollen wir annehmen, daß ihre Bewegungen bloß durch die Schwere von e hervorgebracht würden: unten werden wir aber zeigen, daß diese Bewegungen mit noch größerer Genauigkeit mittelst des Fängers h und des Hebels m geregelt werden. Wir wollen auch gegenwärtig von den Klappen i und den Hebeln k Umgang nehmen, in dem sie nicht wesentlich nothwendig sind, und ihr Nuzen später, besonders angegeben werden soll.

Oben beschriebene Maschine ist aus Gußeisen, die Klappen und die innere Maske ausgenommen, (welche von Messing sind, wenn kein Queksilber gebraucht wird), und die |7| klappen nebst Zugehör und Hebel m, welche von geschlagenem Eisen sind.

Sie steht in einem Gehäuse von Stein, Bakstein, Elsen oder einem anderen Materials so eingeschlossen, daß der Tausch sich frei um seine Achse drehen kann, welche horizontal zu jeder Seite auf dem Gehäuse ruht, und beide Enden dieser Achse ragen zu jeder Seite über dasselbe hervor. Der Tausch muß genau abgewogen werden, so daß er sich in vollkommenem Gleichgewichte dreht, ehe Flüßigkeit in den Ring eingelassen wird.

Die Maschine, welche durch den Tausch in Bewegung gesezt wird, wird an dem der Fig. 1 zunächst stehenden Ende angebracht. Die zu dem Tausche gehörigen Pumpen werden an dem an dem anderen Ende befindlichen Winkelhebel angebracht.

Der Dampf wird auf die gewöhnliche Weise erzeugt und verdichtet; denn meine Erfindung hat weder Bezug, auf den Kessel noch auf den Verdichtungs-Apparat.

Die in der beigefügten Kupfertafel dargestellte Maschine ist von der Art, daß Wasser in dem Ringe gebraucht werden kann, und die Weise, nach welcher sie, unter dieser Bedingung, in Thätigkeit gesezt wird, folgende:

Der Ring wird beinahe zur Hälfte mit Wasser gefüllt, und dieses Wasser braucht niemals wieder herausgelassen zu werden. Nach dem der Tausch so gestellt wurde, daß zwei seiner Halbmesser vollkommen senkrecht stehen, wird m niedergedrükt, so daß 2 an der inneren Maske mit dem untersten Loche im Gesichte in Verbindung steht. Nun wird der Dampfhahn gedreht, und folglich strömt der Dampf durch die Röhre und das Loch 2 in die äußere und innere Maske, und durch das unterste Loch in dem Gesichte in den unteren Halbmesser, und, nach dem er der Oberfläche des Wassers in diesem Halbmesser seine eigene Temperatur mitgetheilt hat, drükt er dieses |8| Wasser nieder, fließt in den Ring ein, und verdichtet sich in dem Wasser solang, bis lezteres dadurch siedend wird, was sehr schnell geschieht. Wenn das Wasser siedet, muß m etwas gegen die aufsteigende Seite des Tausches gehoben werden, worauf der Dampf durch das Wasser auf dieser Seite allem aufsteigen wird, und da er eine verschlossene Klappe findet, das unter derselben befindliche Wasser abwärts drüken, und folglich an der entgegengesezten Seite in eben dem Verhältnisse aufwärts treiben wird, bis das Uebergewicht, welches diese Seite dadurch erhält, hinreichend ist, den Widerstand der an der Achse angebrachten, in Bewegung zu sezenden, Maschine zu überwältigen. Unmittelbar darauf wird der Tausch anfangen, sich zu drehen; m muß jezt in seine wirkende Lage, d.h. so gestellt werden, daß das Loch 2 so hoch zu stehen kommt, daß der Dampf gerade über der hinabgedrükten Oberfläche des Wassers, wie es der Druk des Dampfes zeigen wird, in den Ring einströmt.

Da der Dampf immer gleichförmig nachströmt, so wird das Wasser während der Umdrehungen des Tausches beinahe immer an derselben Stelle bleiben. Die Oberflächen desselben sind durch die punktirten Linien n und o angedeutet.

So wie der Tausch sich dreht, kommt nach und nach jedes Loch in dem Gesichte mit 2 an der inneren Maske in Verbindung.

Man muß nie vergessen, daß, wie vorher bemerkt wurde, die Lage der inneren Maske, wenn die Maschine in Thätigkeit ist, nie so sehr verändert wird, daß 2 und 3 an derselben gehindert würde, mit den correspondirenden Röhren in der äußeren Maske in Verbindung zu bleiben.

Aus dem Baue der Maschine erhellt, daß ein ganzes Loch in dem Gesichte, oder zwei Theile der Löcher, die einem ganze gleich sind, stets mit 2 in der inneren und äußeren |9| Maske in Verbindung bleiben, so daß der Dampf immer gleichförmig in den Ring einströmt: auf diese Weise wird die hinabgedrükte Oberfläche des Wassers gehindert, mit der geschlossenen aufsteigenden Klappe aufzusteigen, und folglich das Uebergewicht, welches dadurch entsteht, daß das Wasser an einer Seite des Tausches niedergedrükt wurde, immer unterhalten.

Die Löcher in dem Gesichte werden, so wie sie nach und nach von 2 zu 3 in der inneren Maske Uebergehen, durch den zwischen denselben enthaltenen Raum gedekt, und so wie sie mit 3 in Verbindung kommen, strömt der zwischen den zwei geschlossenen Klappen eingesperrte Dampf aus dem Ringe durch 3 in die Luft, oder in den Verdichter, wenn ein solcher angewendet wird; und, bis dasselbe Loch in dem Gesichte vor 3 vorüber gekommen ist, bleibt eine Verbindung mit der Luft oder mit dem Verdichter übrig, um den Dampf zu entladen.

Da auf diese Weise der Druk des Dampfes von jeder Klappe f entfernt würde, wird sie, sobald es bis dahin gekommen ist, durch die Schwere von e sich öffnen, so wie sie anfängt herabzusteigen, (siehe die Klappe f zum Theile geöffnet in Fig. 1,) und so der Wassersäule erlauben, auf dieser Seite des Tausches zu bleiben.

Das Wasser wird die Halbmesser füllen, so wie ihre Enden unter die höher stehende Oberfläche desselben, unter o, herabkommen, und wird dort bleiben, bis der Dampf dasselbe herausdrükt, beiläufig bei n; es kann aber weder in die Luft, noch in den Verdichter (wenn einer da ist) entweichen, wenn, ehe es noch in den Halbmesser eintritt, das Loch in dem Gesichte vor dem Loche 3 vorüber ist; denn sonst würde allerdings das Wasser durch das Loch in die Luft oder in den Verdichter ausströmen.

Auf diese Weise wird nun eine gleichförmige Umdrehungs-Bewegung |10| erzeugt, und so lang unterhalten, als der Dampf gleichmäßig in den Ring einströmt: ihre Kraft wird mit dem Uebergewichte des Wassers auf der einen Seite des Tausches über das auf der anderen Seite im Verhältnisse stehen.

Diese Kraft läßt sich leicht berechnen: sie ist gleich dem Gewichte einer senkrechten Wassersäule, deren Höhe dem Unterschiede zwischen den beiden Wasserständen, und deren Grundfläche der Fläche des Querdurchschnittes des Ringes gleich ist. Dieß ist der Druk auf die geschlossene Klappe.

Wir wollen nun zur Beschreibung der Fänge h und der Klappen i übergehen. Der Vorsprung g wird mit a in einem Stüke gegossen. h ist an einer Seite dieses Vorsprunges mittelst eines Stiftes befestigt, welcher der Stüzpunkt ist, auf welchem es sich bewegt. Durch die Schulter in der Nähe seines unteren Endes wird es ihm unmöglich, sich über einen Winkel von mehr als ungefähr 20 Graden zu schwingen, dieses Ende ist viel diker als das andere, und mehr als hinreichend schwer, um dasselbe aufzuwiegen. Nahe an der Spize seines dünneren Endes ist ein, ungefähr vier Zoll langer, Stift befestigt; ein anderer, ungefähr eben so langer, Stift ist an b innerhalb e befestigt. Diese beiden Stifte springen, wie die Figur zeigt, unter rechten Winkeln auf h und b hervor, und weisen, ersterer gegen das Auge, der andere nach der entgegengesehen Richtung. Der Stift auf b ruht in dem Einschnitte an dem dünnen Ende von h, sobald er gerade unter m ist, und hindert auf diese Weise, daß e auf f wirken kann; sobald aber der Fänger vor m vorüber ist, kommt der auf h befindliche Stift in Berührung mit dem unteren Ende der Querstange auf m, und ehe er noch vor der Spize desselben ganz vorüber ist, wird er soweit gegen den Ring hin getrieben, daß er den Stift auf b aus dem Einschnitte löst, worauf e alsogleich niederfällt, und f schließt.

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Die größere Schwere des runden Endes von h hält den Einschnitt zurük oder gegen den Ring hin, während dieser Theil des Tausches herabsteigt; eben diese bringt ihn auch wieder vorwärts, so daß er den auf b befindlichen Stift stüzen kann, wenn dieser Theil aufsteigt.

Wenn die Maschine mit ihrer schwersten last arbeitet, so kommt die herabgedrükte Wasserfläche dem untersten Theile des Ringes so nahe als möglich, ohne dem Dampfe einen Durchgang nach der anderen Seite des Tausches zu gestatten: je leichter die Last, desto ferner vom untersten Theile des Bodens wird die Wasserfläche sich befinden. Nun ist es aber sowohl zum Schließen von f, als zum Eintreten des Dampfes sehr förderlich, daß beides über einer so sehr niedergedrükten Wasserfläche geschieht, in dem sonst die Schnelligkeit der Maschine leiden, und die Oberfläche des Wassers zu sehr aufgetrieben werden könnte: denn, würden die Klappen f sich immer auf dem Punkte schließen, wo der Dampf in den Ring eintritt, so würde entweder obiger Nachtheil eintreten, wenn die Maschine mit leichter Last arbeitet, oder die Wassersäule müßte beschränkt, oder ein Theil des Wassers müßte aus dem Ringe ausgelassen werden.

Es ist offenbar, daß irgend eine Veränderung in der Lage von m den Schluß-Punkt von f verändern muß, in dem der Punkt verändert wird, in welchem der Stift auf h mit der Querstange an m zusammentrifft. Es ist gleichfalls offenbar, daß irgend eine Veränderung in der Lage der inneren Maske auf dieselbe Weise den Punkt verändern muß, bei welchem der Dampf in den Ring eingelassen wird. Ehe der Hälter auf die innere Maske aufgeschraubt wird, muß folgende Vorrichtung getroffen werden. Man lasse ein Loch in dem Gesichte (welches z.B. mit dem Halbmesser 2 in Verbindung steht) mit dem Raume zwischen 2 und 3 an der inneren Maske sich deken. Bei dieser Lage der Maske wird die Stellung von |12| f unmittelbar unter diesem Halbmesser der vortheilhafteste Punkt seyn, wo die Klappen f sich schließen sollen, in dem das bedekte Loch unmittelbar darauf mit dem Ableitungsloche 3 in Verbindung steht, und folglich, wenn sie dann nicht geschlossen wären, wenn der Dampf in den Halbmesser 1 tritt, dieser so lang verloren gehen würde, bis sie geschlossen werden, in dem er durch den Halbmesser 2 ausführe, ohne seine Kraft geäußert zu haben. Würden die Klappen tiefer, als bei dem Pfeile, geschlossen, das heißt, wenn eine bedeutende Menge Dampfes durch den Halbmesser 2 hereinträte, so würden sie durch den Druk wieder geöffnet, m muß daher in eine solche Lage gebracht werden, daß f auf diesem Punkte geschlossen werden muß. Und diese Richtung ist beinahe dieselbe, in welcher m in Fig. 1 erscheint. Der Hälter oder Reif wird dann, mittelst der Schrauben und Mütter, in Fig. 4, so fest angezogen, daß die Lage der inneren Maske bei jeder Bewegung von m verändert werden muß. Bei solcher Vorrichtung wird ein einfacher Druk auf m den Dampf nicht nur über der hinabgedrükten Oberfläche des Wassers einströmen, sondern auch die Klappen f auf dem vortheilhaftesten Punkte, in Hinsicht auf das Einströmen des Dampfes nämlich, sich schließen lassen. Es wird nicht schwer seyn, den Dampf diese Bewegung dadurch regeln zu lassen, daß er auf einen mit dem Hebel m verbundenen kleinen Stämpel drükt. Wo die Last stätig und gleichförmig ist, kann die innere Maske, der Hebel m, und der Fang-Apparat weg bleiben, wenn die Oeffnungen in der äußeren Maske von derselben Form und Größe, wie jene an der inneren sind, und beinahe so tief, als die Dike der Maske, gehen, und wenn man die Klappen f durch die Schwere von e regeln läßt. Wo Feuerungs-Materiale wohlfeil ist, können auch die Klappen i wegbleiben, wodurch sowohl die Auslagen bei Verfertigung der Maschine, als die Ausbesserungs-Kosten derselben |13| erspart werden, und sie selbst einfacher wird. Der einzige Nuzen der Klappen bei i ist der, daß kein Wasser bei o in die Halbmesser eintreten kann.

Ihr Bau und ihre Wirkung ist folgende:

Das Ende des Halbmessers, welches in den Ring ein, tritt, hat einen ungefähr 1 Zoll breiten Saum, auf welchem i sich schließt. Die Zapfen von i bewegen sich frei in Röhrengehäusen, welche an dem Saume angeschraubt sind.

Der Hebel k ist mit dem Hebel c durch die Stange verbunden, die man in Fig. 1 sieht, und welche an beiden Enden beweglich eingefügt ist. Durch den Mittelpunkt von k und durch das eingeschnittene Ende des kleinen Vorsprunges, läuft ein Stift. Der Vorsprung ist an dem Ringe befestigt, und bildet folglich eine Stüze für denselben. So wie die Klappe f, die zum Theile offen dargestellt ist, anfängt, sich zu öffnen, drükt das Ende von k gegen den Rüken von i, bis die Schwere desselben anfängt, sie zu schließen. Diese Schwere hält sie geschlossen, bis sie unter die horizontale Linie herabgestiegen ist, wo der Druk des Wassers sie hindert sich zu öffnen, bis der durch ihren Halbmesser hereintretende Dampf sie aufdrükt. 1 ist eine flache auf den Ring aufgeschraubte Kappe, durch welche die Klappen zugängig werden, wenn etwas an denselben auszubessern ist.

Der Tausch ist, wie wir oben gesagt haben, in einem Gehäuse eingeschlossen, um alle Verdichtung abzuhalten, wenn er in Thätigkeit, und alle Erkühlung, wenn er in Ruhe ist, in dem die erhizte Luft zunächst an seiner Oberfläche eingeschlossen wird. Um dieses Erkühlen noch mehr zu verspäten, ist die Ausdünstung durch Schluß-Klappen an den Dampf- und Abkühlungs-Röhren unmöglich gemacht. Unter solchen Vorsichts-Maßregeln bleibt das Wasser bis zum folgenden Tage nur wenige Grade unter dem Siedepunkte, und die Maschine ist folglich augenbliklich brauchbar.

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Meine Erfindung besteht in der oben genau beschriebenen Maschine, welche noch überdieß, wie unten sogleich angegeben wird, abgeändert werden kann; sie bildet, mittelst Dampfes und einer Flüßigkeit, eine Maschine, welche ans deren Bewegung mittheilt, oder, mit anderen Worten, eine Rad-Dampfmaschine.

Wenn kein Verdichter gebraucht wird, erspart man Feuerungs-Materiale dadurch, daß der Dampf aus der Ableitungs-Röhre seine Hize dem Wasser mittheilen muß, mit welchem der Kessel gespeist wird: doch dieß gehört nicht zu meiner Erfindung.

Der Durchmesser des Tausches darf, wo er Wasser in sich führt, nie kleiner seyn, als 23 Fuß, in dem die Maschine nur mit einem Dampf-Druke von nicht weniger als 10 Pfd. auf ein Quadrat-Zoll in Thätigkeit gesezt werden kann; dieser Durchmesser braucht aber nimmer mehr vergrößert zu werden, in dem man die allenfalls nöthige größere Kraft durch Erweiterung des Ringes erlangen kann. Nur um eine sehr große Kraft zu erhalten, könnte es allenfalls vortheilhaft seyn, den Durchmesser des Tausches zu vergrößern.

In Fig. 1 ist der Durchschnitt des Ringes kreisförmig: bei größerer Kraft wird er vierekig, bei noch größerer länglich seyn können, damit die Breite der Klappen an ihren Zapfen nie größer als 18 Zoll seyn darf, um ihre Wirkung beschränken zu können.

Wenn man Queksilber statt des Wassers im Ringe ans wendet, bleibt der Bau der Maschine, dem Principe nach, derselbe: der Durchmesser darf aber dann, auch für die größte Kraft, wo man einen Verdichter anwendet, nie größer seyn, als 6 Fuß, in dem die große specifische Schwere des Queksilbers schon bei einer Säule von 30 Zoll dem Dampfe den erfoderlichen Druk mittheilt, und der Durch, schnitt des Ringes muß immer länglich seyn, in dem er in |15| dieser Form am wenigsten Queksilber nöthig hat. Mehrere Theile der Maschine können in diesem Falle weggelassen werden: z.B. die Klappen i, weil, bei einer Säule von 30 Zoll, die Halbmesser zur horizontalen Linie herabsteigen, ehe noch ihre Enden die Oberfläche des Queksilbers erreichen, und die Temperatur desselben überall gleich ist. Auch die innere Maske kann wegbleiben, (die äußere behält die oben angegebene Form) weil der Schluß-Punkt der Klappen hier nie verändert zu werden braucht, in dem eine, verhältnißmäßig zum Durchmesser des Tausches so niedrige, Säule dem Dampfe den Eintritt in den Ring beinahe so hoch oben, als die horizontale Linie der Halbmesser selbst, gestattet, ohne daß ein Halbmesser in das Queksilber eher herabsteigen müßte, als bis vorläufig seine Verbindung mit Loch 3 aufgehoben wurde. Aus demselben Grunde, (der Kürze der Säule nämlich) können die Halbmesser bis auf 5 oder 4 vermindert werden. Auch die Röhre 4 kann wegbleiben, da kein Queksilber verloren geht. Die Menge Queksilbers darf offenbar nicht größer seyn, als nöthig ist, um eine Säule von 30–34 Zoll von demselben zu erhalten, ohne seine untere Oberfläche so tief herabzudrüken, daß der Dampf durch das Queksilber entweichen könnte. Statt des obigen Gehäuses kann der Tausch mit seiner Maske und mit seinem Dampfrohre, wenn Queksilber gebraucht wird, in einem dampfdichten Gehäuse aus Gußeisen eingeschlossen seyn: wenn dann der Dampf sogleich in dasselbe, und von da in das Dampfrohr geleitet wird, so ist alle Verdichtung des Dampfes in dem Ringe vermieden. Man wird einsehen, daß, wo Queksilber gebraucht wird, die Maschine außerordentlich dicht seyn muß: wo der Raum sehr beschränkt ist, kann der Tausch in dem Kessel selbst sich drehen, der in dieser Hinsicht oben mit einem Vorsprunge versehen ist: dieß ist die wohlfeilste Methode. Die Spindeln mäßen in den lezten |16| beiden Fällen in Verstopfungs-Büchsen laufen. Es ist offenbar, daß man sich nur einer Flüßigkeit in dem Ringe bedienen kann, und daß, da Schwere und Flüßigkeit die einzigen in dieser Hinsicht brauchbaren Eigenschaften des Wassers und des Queksilbers sind, auch andere Flüßigkeiten, welche diese Eigenschaften bei der Hize des siedenden Wassers besizen und erhalten, statt derselben angewendet werden können.

Diese oben beschriebene Maschine ist folgender Abänderungen fähig:

Die Zahl der Klappen in dem Ringe kann, von vier aufwärts, abgeändert werden: in eben demselben Verhältnisse auch die Zahl der damit correspondirenden Halbmesser und Löcher im Gesichte.

Die die Klappen f regelnden Gewichte können auch innenwendig in dem Ringe angebracht seyn, wo ein Vorsprung zu ihrer Bedekung angebracht ist.

Dieselben Klappen können durch Gewichte geregelt werden, welche an einem Ende des Zapfens der Klappe angebracht sind, wo dieses Ende durch eine Verstopfungs-Büchse an die Außenseite des Ringes hervortritt; sie können auch Schieber-Klappen seyn.

Der Schluß dieser Klappen kann auch (statt der Fänge und Hälter, wie sie oben, angegeben wurden) durch einen Stift auf den Hebel b bewerkstelliget werden, der in eine gekrümmte Furche (an der Seite des Gehäuses und an der aufsteigenden Seite des Tausches) eingreift, ehe noch die Schwere des Gewichtes e anfängt, auf die Klappe zu wirken. Der Stift drükt auf diese Weise auf die obere Seite der Krummen, und macht, daß die Klappe sich schließt; und wenn die Schwere des Gewichtes e auf die Klappe wirkt, stüzt die untere Krumme der Furche den Stift, und macht, daß die Klappe sich allmählich schließt. Diese gekrümmte Furche muß, |17| wenn eine innere Maske da ist, an dem Hebel m, statt an der Querstange auf demselben, angebracht seyn.

Die beigefügten Zeichnungen sind nach keinem besonderen Maßstabe entworfen, in dem die Dimensionen der Maschine nach der verschiedenen Kraft, die sie äußern soll, nothwendig sehr verschieden seyn müßen. Die Kraft selbst kann auf zwei verschiedene Weisen modificirt werden, entweder dadurch, daß man den Durchmesser des Tausches ändert, oder die Weite des Ringes. Bei den wohlbekannten Grundsäzen des Drukes der Flüßigkeiten kann es nicht schwer fallen, die Dimensionen für eine Maschine von dem oben angegebenen Baue zu finden, welche mit einer bestimmten Kraft wirken, und von einem bestimmten Druke in Thätigkeit gesezt werden soll. Die gehörigen Dimensionen für die verschiedenen einzelnen Theile werden sich aus der Betrachtung der Zweke ergeben, zu welchen jeder derselben verwendet wird.

Aus obiger Beschreibung wird es ferner erhellen, daß meine Erfindung vorzüglich in der einfachen und kräftigen Methode, den Dampf in dieselbe einzuführen, und aus derselben wieder abzuleiten, besteht; und daß folglich, ungeachtet aller kleinen Abänderungen an einzelnen Theilen, die Erfindung immer dieselbe bleibt.

Die Vortheile, welche aus der außerordentlichen Einfachheit des Baues dieser Maschine und der beinahe gänzlichen Vermeidung aller Reibung entstehen, sind zu auffallend, als daß sie hier besonders aufgezahlt werden dürften.

Bemerkungen der Patentträger.

Die Wichtigkeit der Erfindung einer wirksamen und wohlfeilen Rad-Dampfmaschine wird wohl nicht bestritten werden können, wenn man bedenkt, daß die nach dem Grundsaze der Abwechslung erbaute Dampfmaschine ungefähr die Hälfte der Kraft des Dampfes verschlingt, und dieß selbst dann noch, |18| wo sie durch den meisterhaftesten Bau und durch bewunderswerthe Kunst in ihrer Anwendung und Benüzung zu dem erwünschten Zweke den höchsten Grad von Vollendung erreicht zu haben scheint. Dieser Verlust an Kraft entsteht vorzüglich durch Reibung, und durch den Wechsel in der Bewegung: daher scheint eine Maschine, welche ursprünglich eine stätige radförmige Bewegung erhält, das beßte Mittel, diesem Uebel abzuhelfen. Man hat bisher eine große Anzahl solcher Maschinen ausgedacht: keine derselben hat jedoch einen so entschiedenen Vorzug vor jenen, die nach dem Grundsaze der abwechselnden Bewegung gebaut sind, daß sie in der Anwendung einen Vorzug verdiente. Der Fehler an denselben ist vorzüglich der Reibung der Theile, oder der Genauigkeit und Zartheit, mit welcher sie gearbeitet werden müßen, und daher auch den hohen Verfertigungs- und Ausbesserungs-Kosten zuzuschreiben. Obige Beschreibung wird es einleuchtend machen, daß diese Hindernisse hier endlich besiegt sind, und daß die in derselben dargestellte Maschine in Hinsicht auf glüklichen Erfolg es kühn mit den Dampfmaschinen mit abwechselnder Bewegung aufnehmen darf.

Die ersten Gestehungs-Kosten der Rad-Dampfmaschine sind, in Vergleichung mit jener in abwechselnder Bewegung, (wenn Wasser gebraucht wird) bei gleicher Kraft um vieles geringer.

Dieß wird daraus erhellen, wenn man bedenkt, daß die Klappen die einzigen Theile sind, welche, so wie ihre Lager, die Masken, und das Gesicht, welche alle dampfdicht seyn müßen, Genauigkeit bei ihrer Verfertigung fodern; sie werden aber schon dadurch allem dampfdicht, daß sie eine vollkommen ebene Fläche erhalten, welche ihnen auf einer Schleifbank leicht gegeben werden kann; daß alle übrigen Theile des Tausches, mit Ausnahme der Achse, schon in dem rohen Zustande, in welchem sie aus dem Guße kommen, zusammengefügt |19| werden können, und daß bei dem Zusammenfügen derselben weit weniger Umständlichkeit Statt hat. Die Größe, die die Maschine nöthig hat, wo sie Wasser führt, wird von geringem Belange in Hinsicht auf Kosten zu seyn scheinen, wenn man weiß, daß der Ring und die Halbmesser eines Troges von 28 Fuß im Durchmesser für 10 Pfund Sterling 10 Schill, die Tonne, zu Worcester gegossen, und nach London geliefert wurden.

Der Unterschied bei dieser Vergleichung der ersten Gestehungs-Kosten nimmt im Verhältniße der Kraft zu, und fällt, wo sie einmal bis zur Kraft von 50 Pferden und darüber steigt, gar sehr zu Gunsten der Rad-Dampfmaschine aus, in dem die einzige bedeutende Vergrößerung der Maschine, die zur Vermehrung der Kraft nöthig ist, die Fläche des Querdurchschnittes des Ringes betrifft.

Die Gestehungs-Kosten einer solchen Maschine, bei welcher man Queksilber als Flüßigkeit anwendet, kommen jener einer Dampf-Maschine mit abwechselnder Bewegung beinahe gleich, und betragen, bei einer Stärke von ungefähr zehn Pferden, mehr: Ersparung an Dampf und an Ausbesserungs-Kosten wird sie aber an allen jenen Pläzen zu einer höchst wohlfeilen Maschine machen, wo Feuerungs-Materiale und Arbeitslohn theuer sind. Wenn man ferner die Aufrichtungs-Ausbesserungs- und Betreibungs-Kosten beider Maschinen unter einander vergleicht, so fällt das Resultat offenbar zu Gunsten der Rad-Dampfmaschine aus.

Die einzige Reibung, welche bei dem Betriebe der Rad-Maschine, ohne Verdichter, Statt hat, ist – die der Flüßigkeit in dem Ringe, – des Gesichtes gegen die Maske – der Stifte gegen die Querstangen auf m- und der Achse selbst: alle diese sind aber höchst unbedeutend. Beweis hierüber liefert die im vorigen Dezember zum Versuche erbaute (Wasser) Maschine bei den HHn. Hague und Topham's zu |20| London, Spitalfields: sie wurde mit einem Druke von drei Achtel Pfund auf einen Quadrat-Zoll in Bewegung erhalten. Ihr Gewicht ist ungefähr 3 Tonnen.

Ihre Dimensionen sind:

Durchmesser des Tausches 15 Fuß 0 Zoll,
– – der Achse 0 Fuß 4 Zoll,
– – des Gesichtes und der Maske 1 Fuß 0 Zoll.

Da die Flache des Querdurchschnittes des Ringes 78 Quadrat-Zoll beträgt, so ist dieser Druk weniger als 30 Pfd. gegen die geschlossene Klappe. Die Reibung des Wassers im Ringe wurde als unbedeutende Kleinigkeit befunden, in dem der Tausch mit einem Druke von 1 1/2 Pfund auf das Quadrat-Zoll sich 10 mal in einer Minute umdrehte (eine Schnelligkeit von 420 Fuß), und es wahrscheinlich ist, daß ein Theil dieses Drukes zum Austreiben des Dampfes durch die Halbmesser verwendet werden mußte.

Um den zur Ueberwindung der lezterwähnten Reibung noch nöthigen Druk zu schäzen, muß man sich nur erinnern, daß das Wasser beinahe immer stehen bleibt, also nur wenig oder gar keine vis inertiae zu überwinden ist. Der noch nöthige Druk beträgt also den Unterschied zwischen dem Druke, der nöthig ist, die niedergedrükte Oberfläche des Wassers auf einem gewißen Punkte zu erhalten, wenn die Maschine in Ruhe steht, und zwischen demjenigen, den man nöthig hat, dieselbe auf demselben Punkte zu erhalten, wenn die Maschine in voller Thätigkeit ist: dieser Unterschied ist gewiß unbedeutend.

Es ist allgemein bekannt, daß die weitesten Röhren in unseren tiefen Bergwerken nur einige Zolle Aufsaz brauchen, um die Reibung des Wassers in der Pampröhre, oder in dem Raume über dem Stämpel zu überwinden. Die Reibung des Gesichtes an der Maske wurde unbedeutend gefunden. Wenn man nun den Bau dieser Maschine betrachtet, und bedenkt, daß beinahe alle Reibung beseitigt, und |21| das, was davon noch übrig ist, zunächst an der Achse sich befindet, daß die Kraft stäts an dem Ende des Hebels angebracht ist, und beide sich in den möglich vortheilhaftesten Lagen befinden; so wird es einleuchtend, daß das nothwendige Resultat hievon bedeutende Ersparung an Feuerungs-Materiale seyn muß.

Aus dem Baue dieser Maschine folgt auch der wichtige Vortheil, daß sie ohne Verdichter arbeiten kann, und zwar bei ungefähr halbem Druke des Kessels, welchen eine abwechselnde Maschine von derselben Stärke bei gleicher Menge von Feuerungs-Materiale fodert.

Die verlangte Geschwindigkeit der Maschine, (wo man Wasser bei derselben braucht) ist ungefähr 400 Fuß in der Minute; dieß ist etwas mehr, als die äußerste Schnelligkeit einer abwechselnden Dampf-Maschine, nämlich 345 Fuß, während der Stämpel durch den Mittelpunkt des Cylinders läuft, wenn seine mittlere Geschwindigkeit 220 Fuß beträgt. Erstere verhält sich zu der anderen, wie der Umfang des Kreises zu seinem doppelten Durchmesser. Diese Geschwindigkeit der Maschine ist aber, (wo Queksilber angewendet wird) geringer.

Es ist allgemein bekannt, daß, in Hinsicht auf die abwechselnde Dampf-Maschine, die Geschwindigkeit derselben nicht leicht ohne bedeutenden Verlust an Kraft, und ohne Zerstörung ihrer Theile über obige 220 Fuß während Einer Minute gebracht werden kann, und daß, hinsichtlich auf das Wasser-Rad, die Geschwindigkeit des Umfanges desselben nicht ohne gleichen Verlust an Kraft über 330 Fuß in einer Minute zu treiben ist. Die Ursachen dieser Beschränkung der Geschwindigkeit scheinen, bei den abwechselnden Dampf-Maschinen, die Reibung und die abwechselnden Bewegungen ihrer Theile, und, bei den Wasser-Rädern, theils das Zurükfahren des Rades vor der Kraft mit beschleunigter |22| Geschwindigkeit, theils der Verlust an Wasser aus den Eimern, durch die Centrifugal-Kraft, die dasselbe erhält, zu seyn. Bei obiger Rad-Dampfmaschine kann aber keine dieser Beschränkungen der Geschwindigkeit eintreten; alle Reibung ist beinahe beseitigt, die Bewegung ist beinahe gleichförmig radförmig, und das Wasser in dem Ringe fährt nicht vor der Kraft zurük: da dasselbe beinahe immer auf derselben Stelle bleibt, so erlangt es auch keine Centrifugal-Kraft.

Die oben erwähnte, zum Versuche aufgestellte Maschine drehte sich auf 688 Fuß in einer Minute bei einem Druke von ungefähr 3 1/2 Pfund auf ein Quadrat-Zoll; ein bedeutender Theil dieses Drukes mußte durch die Einschließung oder die Drahtzüge des Dampfes auf seinem Durchgange durch die Halbmesser entstanden seyn. Wenn man irgend einen Verdacht hegen könnte, daß diese Geschwindigkeit, wegen des Drukes, der zur Ueberwindung der Reibung des Wassers in dem Ringe erfodert würde, zu hoch angegeben wäre, so beliebe man sich zu erinnern, daß in einer Pumpe von 12 Zoll im Durchmesser, die das Wasser 20 Faden hoch mit einer Geschwindigkeit von einem Fuß in jeder Secunde zieht, die Reibung des Wassers auf dieser ganzen Streke nur 2 1/2 Pfund, oder 1/50 Pfund auf ein Quadrat-Zoll beträgt, und daß diese Reibung in dem einfachen Verhältniße des Durchmessers und der Tiefe, und in dem doppelten der Geschwindigkeit steht.

Die Maschinen dieser Art, welche Wasser führen, schiken sich am beßten für große Kraftanwendung, und, je größer sie sind, desto mehr erspart man an denselben in Hinsicht auf Gestehungs-Kosten und Feuerungs-Materials, verglichen mit schwächern.

Mit dem Baue solcher Maschinen von ungeheuer großer Kraft hat es keine Schwierigkeit, da bei der langsamen Bewegung des Tausches auf seiner Achse keine besonders große Stärke des Materiales erfoderlich ist. Die Form selbst (ein Rad) |23| und die Form des Ringes und der Halbmesser (Röhren) können in Hinsicht auf Starke und Dichtheit nicht schiklicher gedacht werden.

Tausche von 40 Fuß im Durchmesser sind keinesweges unausführbar. Der Bau und die besondere Wirkung von Flugrädern scheint allerdings es nothwendig zu machen, die Durchmesser derselben innerhalb dieser Gränzen zu beschränken; es ist aber offenbar, daß zwischen Flugrädern und den Tauschen, vorzüglich in Hinsicht auf ihre Wirkung, nur wenig Analogie Statt hat.

Die Kraft der lezteren ist also eben so wenig beschrankt, als die der abwechselnden Dampf-Maschinen. Es könnte scheinen, daß die radförmige Bewegung derselben sie zum Wasserschöpfen untauglich macht; sie taugen indessen weit besser, als eine Dampf-Maschine mit abwechselnder Bewegung, um eine Dreistoß-Pumpe (three throw pump) zu treiben, und es ist bekannt, daß eine solche Pumpe, bei gleicher an derselben angebrachter Kraft, mehr Wasser fördert, als eine gewöhnliche Hebepumpe, in dem das Wasser in ihr ununterbrochen durch die Röhren strömt, während an der Hebepumpe der Strom unterbrochen wird, und die vis inertiae der ganzen Wassersäule bei jedem Zuge überwunden werden muß. Aus eben diesem Grunde hat erstere Pumpe auch den Vortheil von Zugröhren mit kleinerem Durchmesser, als an der lezteren.

Die Tausche mit Queksilber schiken sich am beßten für kleinere Kräfte, und je kleiner sie sind, desto mehr Vortheil gewähren sie in Hinsicht auf Reibung und Ersparung an Feuerungs-Materiale, im Vergleiche mit abwechselnden Dampf-Maschinen von gleicher Stärke.

Es muß jedem einsichtsvollen Leser sich von selbst aufdringen, daß es für Dampfbothe keine geeignetere Vorrichtung geben kann, als diese Maschine mit Queksilber, in dem sie in |24| einem hohen Grade Raum- und Feuerungs-Material ersparung in sich vereinigt, und die starken und ungleichen Nisse an dem Schiffe und die unangenehme zitternde Bewegung, welche die gegenwärtigen Dampf-Maschinen an denselben hervorbringen, beseitiget.

Der bedeutende Verlust an Kraft, welcher durch die an abwechselnden Dampf-Maschinen auf Dampf-Bothen nothwendig werdende Verkürzung der Länge des Streiches hervorgeht, und der Schaden, den sie an Schiffen durch ihre abwechselnden Bewegungen verursachen, sind Nachtheile von solcher Wichtigkeit, daß eine wirksame und ökonomische Rad-Maschine höchstes Bedürfniß wird, zumal, da der beengte Raum auf Dampf-Böthen jede Ersparung an Brenn-Materiale doppelt vorteilhaft macht.

Diese Maschine, sie mag mit Wasser oder mit Queksilber gefüllt seyn, läßt sich auch sehr bequem ausführen, in dem ihr Bau höchst einfach ist, und das Aufsezen, Treiben und Ausbessern derselben wenig Geschiklichkeit fodert. Dieß ist vorzüglich bei den Queksilber-Maschinen der Fall, die wenig Raum einnehmen, eben so wenig Mühe als Geschiklichkeit bei dem Aufstellen und Ausbessern derselben erfodern, und noch überdieß einen Gewinn auf der Mauth gewähren: man erhält nämlich von der zu 1 Shill. 8 Den. auf das Pfund Queksilber gesezten Mauth 1 Shill. 1 Den. bei der Ausfuhr zurükbezahlt, und der Einfuhrs-Zoll auf Queksilber beträgt in den meisten übrigen Staaten weniger als der Rest der engl. Mauth nach Abzuge des zurükbezahlten 1 Shill. 1 Den.

Eine solche Maschine (mit Wasser in dem Ringe) wird nun auf der Fawdon Steinkohlen-Grube, bei Newcastle, gebaut: ihr Tausch hat 28 Fuß im Durchmesser, und der Ring, dessen Durchschnitt kreisförmig ist, einen Fuß.

Eine andere, mit Queksilber, ist beinahe fertig, und |25| wird in Kürze in Vinestreet, Nr. 1, Waterloo-road, near the Southend of Waterloo-bridge im Umtriebe seyn. Das Patent gilt für die vereinigten Königreiche und für die Colonien: für Frankreich ward ein Brevet d'importation genommen.

Die gegenwärtigen Besizer des Patentes, die HHn. I. und T. Masterman zu London, Nr. 68, Old-Broad-street ertheilen, unter billigen Bedingungen, Licenzen sowohl auf die Verfertigung, als auf die Anwendung dieser Maschinen, und sind auch geneigt, ihre Patent-Rechte zu verkaufen.

Eine kleine Schrift, in welcher die Vortheile, die diese Maschine gewahrt, aufgezählt, und vergleichende Tabellen der Kraft und des Bedarfs an Feuerungs Materials zwischen, dieser und der abwechselnden Dampf-Maschine vorgelegt sind, ist so eben erschienen, und bei den HHn. Underwood in Fleetstreet zu haben.

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