Titel: Copal- oder Bernstein-Oelfirniß.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XI./Miszelle 11 (S. 125)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009011_11

Copal- oder Bernstein-Oelfirniß.

Man seze Lein-, Mohn- oder Wallnuß-Oel der Sonne aus, um es zu troknen, und zwar 3 Wochen lang oder länger auf Wasser in flachen bleiernen Gesäßen, bis es weiß gebleicht ist, und zum Mahlen oder zu dem sogleich anzuführenden Zweke taugt.

Man gebe Copal oder Bernstein in eine Florentiner Oelflasche oder in ein anderes dazu geeignetes Gefäß, oder in eine Retorte, und halte dieses Gefäß (damit man es nicht so leicht bricht, in einer hölzernen Zange) über hell brennendes Feuer (jedoch mit aller Aufmerksamkeit, damit der Copal oder der Bernstein nicht überhizt wird) bis die weißen und sauren Dämpfe aufhören, aufzusteigen. Dann muß dieses Gefäß in ein erhiztes Sandbad, und in demselben so lang verweilen, bis es die Temperatur von einem der obigen Oele erhalten hat, welches in ein ähnliches Gefäß gethan, und in demselben Sandbade erhizt wurde, und dann dem Copal zugesezt wird. Wenn beide Ingredienzen nicht gleiche Temperatur hätten, würden sie gerinnen, und sich nicht gehörig vermengen. Wo man diese Mischung anwenden will, kann sie durch Erwärmung und etwas Terpentinöl (das in einem besonderen Gefäße im Sandbade aus obigem Grunde erhizt, und dann zugesezt wird), verdünnt werden. Der Verfasser verdankt diese Bemerkungen über Copal- und Bernstein-Oelfirniß dem seel. Hrn. Rich. Hand, einst berühmtem Glasmahler zu Pimlico. (Ebendaher. S. 359.)

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