Titel: Reiß-Leim oder Kleister.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XI./Miszelle 17 (S. 126–127)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009011_17

Reiß-Leim oder Kleister.

Hr. Gill lernte schon vor mehreren Jahren die Mühseligkeiten der Anwendung des Tragakanth-Gummi bei dem Einleimen des Seiden-Papieres, |127| (auf welchem die Briefe mit Watt's Copier-Maschine copirt werden) in das Copier-Buch kennen: der Gummi ward schimmelig, und die Copien wurden los, lange bevor das Copier-Buch voll ward, welches, durch die immer neu hinzukommenden Copien zugleich auch stäts feucht blieb. Er las zufällig in Thunberg's Reisen durch Japan, und fand darin häufig eines Reiß-Leimes oder Kleisters erwähnt, der, in so fern die Reißkörner härter als die Weizenkörner sind, ihm besser zu seyn schien. Er machte Versuch mit Reiß-Mehl, mischte dasselbe mit kalten Wasser in einem Gefäße, und sott es gelinde über dem Feuer. Er erhielt auf der Stelle einen sehr feinen und haltbaren Kleister oder Leim, der zum Aufkleben des Papieres herrlich taugte, und vollkommen weiß war. Man darf jedoch auf einmal von diesem Kleister nicht mehr verfertigen, als man in kurzer Zeit verbraucht, weil er wegen des vielen Zukerstoffes, den er enthält, bei warmer Luft leicht sauer wird.

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