Titel: Ueber die Bereitung des französischen Knochen-Leims.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XI./Miszelle 22 (S. 128)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009011_22

Ueber die Bereitung des französischen Knochen-Leims.

Theilt Hr. Gill a. a. D. S. 417 aus Silliman's Journal of Science etc. the Arts folgende Notiz mit: „Hr. Robert zu Paris verfertigt diesen Leim aus Knochen, welche zu sonst nichts, als zur Bereitung des Phosphors, Ammoniums, der thierischen Kohle, Beinasche, oder als Dünger gebraucht werden können, aus Abfällen von Lämmer- und Kälber-Beinen, welche die Ebenisten wegwerfen, nachdem, so viel durch Kochen nur immer möglich ist, Gallerte und Fett davon abgeschieden wurde. Wenn er Ochsen-Köpfe bekommt, so zieht er zuerst die Zahne an denselben aus, (die zur Ammonium-Bereitung aufbewahrt werden, in dem sie mehr als jedes andere Bein von diesem flüchtigem Kali liefern), und zerschlägt sodann die Köpfe so, daß er, so viel möglich, regelmäßige Formen aus denselben erhält, und dadurch, eine Oberfläche von 20–30 Zollen bekommt. Diese Knochenstüke werden in Kochsalzsäure, die bis auf 6° mit Wasser verdünnt ist, eingeweicht, so daß vier Theile Flüßigkeit auf einen Theil Knochen kommen. In dieser werden sie in offenen Gefäßen bis zur gänzlichen Auflösung des phosphorsauren Kalkes gelassen, wo dann der gallertartige Theil der Knochen in der ursprünglichen Größe und Gestalt derselben, und vollkommen weich zurük bleibt, was gewöhnlich binnen sechs bis acht Tagen geschieht. Die Gallerte wirb sodann herausgenommen, man laßt das Wasser ablaufen, und bringt sie hierauf, um alle Ueberreste des Fettes und der Säure zu beseitigen, die den Leim verderben würden, auf kurze Zeit in siedendes Wasser, reibt sie mit reinem Leinen ab, und wascht sie in häufig aufströmendem kalten Wasser, um sie weiß und vollkommen durchscheinend zu machen: dann läßt man sie im Schatten troknen. Diese Gallerte gibt einen Leim von der beßten Qualität. Der innere Theil der Schaf-Beine gibt eine Art häutigen Leim, der sich so gut, wie Hausenblase, bei Verfertigung seidener Waaren brauchen läßt18)).

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Durch Mittheilung dieser genauen Verfahrungsweise, den Leim der Knochen rein darzustellen, ist nun zu erwarten, daß auch in Deutschland dieser sich durch so gute Eigenschaften auszeichnende Knochen-Leim von Sachverständigen dargestellt werde; an bedeuten dem Absaz kann es nicht fehlen. D.

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