Titel: Ueber jene Art Blei zu löthen, die man das Einbrennen nennt (Burning-to).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XI./Miszelle 27 (S. 130–131)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009011_27
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Ueber jene Art Blei zu löthen, die man das Einbrennen nennt (Burning-to).

Diese Methode ist vorzüglich bei Blei-Kesseln in Vitriolöl-Fabriken, Kupfervitriol-Fabriken, Alaunsiedereien etc., wo das gewöhnlich Zinn enthaltende Schlagloch angegriffen wird, höchst nüzlich, in dem diese dem Feuer unmittelbar ausgesezten bleiernen Kessel sehr leicht schmelzen oder zerrinnen, wenn sie troken werden, oder Krystalle sich an denselben an sezen, welche die freie Einwirkung der Flüßigkeit auf das Blei hindern. Wenn nun der Kessel an einer Stelle geschmolzen oder zerronnen ist, wird diese Stelle in vierekiger oder regelmäßiger Form ausgeschnitten, und ein anderes Stük Blei so vorgerichtet, daß es die ausgeschnittene Stelle genau ausfüllt. Dieses Stük wird nun mit einem unterhalb desselben angebrachten Lager von feuchtem Sande gestüzt, und in seiner gehörigen Lage erhalten. Man macht hierauf oben in dem feuchten Sande, rings um die zu vereinigenden Kanten, eine kleine Rinne, in dem man einen 1 Zoll breiten hölzernen Stab über eine dieser Spalten legt, und den Sand darnach modelt, eben dieß an der zweiten Spalte wiederholt u.s.f. bis eine vierekige Rinne rings umher fertig ist. Dann gießt man das geschmolzene Blei so lang in diese Rinne, bis man glaubt, daß das Blei des Kessels mit jenem des einzubrennenden Stükes zusammengeschmolzen, und gehörig vereinigt ist. Nach dem Erkalten wird der erhabene Wulst an der inneren Seite des Kessels geebnet, und die Operation ist vollendet. Es ist wohl kaum nöthig zu bemerken, daß immer geschmolzenes Blei genug bei Handen seyn müße, um das aus der Rinne abfließende wieder zu ersezen. Eben so kann man zur Bereitung der Flußspath-Säure den Gefäßen bleierne Böden geben, wenn man dieselben in feuchten Sand einsezt, mit Sand füllt, und ein Stük Holz von der Dike des künftigen Bodens zwischen den unteren Rand des Topfes, und den feuchten Sand legt, dann wegzieht, und die dadurch entstehende Höhlung mit Blei ausfüllt. (Von Hrn. Gill in dessen technical Repository. Juli 1822. S. 61.)

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