Titel: [ohne Titel]
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XXXIV./Miszelle 15 (S. 262)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009034_15

Ueber die Anwendung der Cykloide und Epicikloide auf die Zähne der Räder, und über Verminderung der Reibung überhaupt haben nun mehrere Mühlen-Baumeister und Eisengießer in einem Schreiben an Herrn Gill in dessen Repository September 1822 S. 211 ihren Beifall und ihren Dank bezeigt. Es freut den Uebersezer, daß diese Männer von Metier übrigens ganz seine in einer Note des polytechnischen Journals IX. Bd. S. 83 geäußerte Ansicht theilen, daß nämlich Zeichnungen, Patronen, unerläßlich sind, wo diese unentbehrlichen Verbesserungen an unsern Räderwerken jene allgemeinen Vortheile gewahren sollen, die sie erzeugen müßen, sobald man sie anwendet. Herr Gill versichert diese Zeichnungen zu liefern, und wir werden sie dann gleichfalls mittheilen. Er fügt in demselben Hefte S. 189 seinen frühern Bemerkungen über Verminderung der Reibung noch einige andere bei. So empfiehlt er die kegelförmigen Spizen der stählernen Spindeln, wie es z.B. die Nadelmacher thun, deren Schleifsteine sich mehr als 700mal in einer Minute drehen, in Hohllunderholz laufen zu lassen, oder, wie die Messerschmiede, in den Enden der Zinken der Hirschgeweihe. Der berühmte Mechaniker Brunel empfahl das lignum vitae 52) als vorzüglich zur Verminderung der Reibung dienlich. Die Metallknopfmacher, deren Polirmühlen beinahe so schnell laufen müssen, als die Schleifsteine der Nadelmacher, lassen die Hälse der Spindeln in, nach denselben gegossenen zinnernen Büchsen (collars of pewter)53) laufen, die so genau passen, daß durchaus kein Staub dazwischen kommen kann. Sie laufen darin, selbst wenn die Doke einen Zentner schwer ist, Jahre lang sehr gut. Wenn diese Doken von Stahl sind, werden sie erst im weichen Zustande rauh abgedreht, dann gehärtet und so temperirt, daß sie gerade für einen harten Drehemeisel recht sind, und hierauf vollends ausgedreht. Auf diese Weise umgeht man alle Gefahr des Werfens und Springens, der man bei der gewöhnlichen Befertigungsweise derselben ausgesezt ist. Herr Gill glaubt indessen, daß es am beßten ist, die Spizen der Spindel vollkommen hart, und mit Demant oder Rubinen drehen zu lassen, wie Herr J. Barton auf der königl. Münze thut.

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Lignum sanctum, Pockholz, Fanzosenholz, welches neuerlich die franz. Maschinisten als die beßten Zapfenlager empfahlen. A. d. Ueb.

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Pewter heißt im Englischen sowohl Zinn, als eine Mischung von Zinn und Blei, und Zinn und Spießglanz. A. d. Ueb.

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