Titel: Noch etwas über Gas aus Oelsamen. Von Hrn. Dan. Wilson, Esqu.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XXXIV./Miszelle 22 (S. 264–265)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009034_22

Noch etwas über Gas aus Oelsamen.55) Von Hrn. Dan. Wilson, Esqu.

„Wir hören, baß die eben so wichtige als ökonomische Gas-Bereitung aus Oelsamen, bedeutende Fortschritte macht. Hr. Wilson leitet nun den Bau seines Apparates in Frankreich, der daselbst nicht eingeführt werden durfte.“

„Hr. Theod. Paul, Sohn des seel. gelehrten Hrn. Nikol. Paul aus Genf, (dessen Verbesserungen an Lampen und Reflectoren wir dem Publikum mittheilten) war mehrere Monate bei uns, um sich zur Uebernahme der Gasbeleuchtung in Lyon auszubilden, und ist jezt nach Frankreich zurükgekehrt.“

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„Nach diesem neuen und vorzüglichen Verfahren kann alles Gas aus den Saamen gewonnen werden, während, nach dem älteren, bei aller Mühe und Ausgabe, die das Quetschen und Pressen derselben verursachte, noch immer vieles zur Gasbildung taugliches Materiale in den Oelkuchen zurükbleibt. Hr. Wilson hat dieß auf die genügenöste Weise dadurch erwiesen, daß er aus den Oelkuchen selbst noch Gas bereitete.“

„Wir leben daher der sicheren Hoffnung, daß diese große Vereinfachung in der Oelgas-Erzeugung, die wir für eine höchst wichtige Entdekung halten, in allen jenen Ländern eingeführt werden wird, wo die Kultur der Oelpflanzen betrieben wird: wir halten sie um so weniger für einen Rükschritt in der Kunst, wie man sie zu nennen beliebte, als sie Vielmehr wirklich als ein höchst bedeutender Fortschritt in der Kunst Licht aus Oel zu erhalten, betrachtet werden muß.“

„Die auf diese Weise gewonnene Kohle dient statt der Cokes oder anderer Materialien, die man gegenwärtig in die Retorten bringen muß, um während der Entwikelung des Gases aus dem Oele immer neu sich entwikelnde Oberflächen zu erhalten. Vor dieser wichtigen Entdekung war die Kunst der Oelgas-Gewinnung vielmehr in einer Art von Stillstand, in dem das Oel, statt Gas zu gewähren, Kohle in den Retorten absezte, und nur sehr wenig Gas lieferte.“ (In Gill's techn. Reposit. Sept. 1822. S. 154.)

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Wir haben die erste Nachricht hierüber aus Gill's techn. Reposit. 1 Bd. S. 237 im polytechn. Journale Bd. 8. S. 262 mitgetheilt. Im Juli-Heft des Tilloch'schen philosoph. Journal. S. 69 nannte man (aus Unkunde oder Privat-Interesse), dieses Verfahren einen Rükschritt in der Kunst der Gasbeleuchtung Hr. Wilson theilt nun hierüber obige wörtlich übersezte Bemerkung mit. Ich habe seit der Zeit dieser von mir gemachten Erfindung das Oelgas aus Oelsamen und Oelkuchen wohlfeil und darzustellen, (polyt. Journal Bd. 6. S. 309.) größere Versuche angestellt, die in Hinsicht großer Ergiebigkeit und Leuchtkraft des aus ausgepreßten und unausgepreßten Oelsamen gewonnenen Gases, nichts zu wünschen übrig ließen. Gegenwärtig lasse ich zu diesem Behuf einen größern Apparat, zur Beleuchtung einiger Horsäle der hiesigen polytechnischen Lehranstalt, verfertigen, der mich in Stand sezt, den Lesern dieses Journals verläßliche Berechnungen über die Beleuchtungs-Kosten dieses Gases mitzutheilen. D.

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