Titel: Analyse des Tutenag, oder Pakfong, oder chinesischen Weißkupfererzes. Von Herrn A. Fyfe M. D. Vorleser über Chemie zu Edinburgh.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XXXIV./Miszelle 31 (S. 267–268)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009034_31

Analyse des Tutenag, oder Pakfong, oder chinesischen Weißkupfererzes. Von Herrn A. Fyfe M. D. Vorleser57) über Chemie zu Edinburgh.

Unsere bisherige Kenntniß über das Tutenag oder Paksong der Chinesen ist so gut wie keine. Nach Keer besteht es aus Kupfer, Zink |268| und Eisen. De Gucyne läugnet das Daseyn des Zinks in demselben, und nach ihm ist es ein Gemenge von Eisen, Blei und Wißmuth. Nach Engeström besteht es aus Kupfer, Nikel und Zink, und hält von lezterem 7/16, während die ersteren sich wie 5 zu 7 verhalten. Dr. Howison brachte ein Beken von Tutenag aus China nach England, das beinahe so weiß wie Silber ist, und so stark klingt, daß wenn er das Beken in einer Hand hält, und mit den Fingern der andern Hand darauf klopft, der Klang auf eine englische Meile weit gehört wird. Seine Politur ist sehr schön, und wird nicht leicht matt. Dieses Tutenag ist hammerbar und wirb nur in der Weißglühehize sehr brüchig. Es laßt sich unter vorsichtiger Behandlung durch Walzen streken, und zu einem Drahte von der Dike einer feinen Nadel ziehen. In Berührung der atmosphärischen Luft geschmolzen brennt es mit weißer Flamme, wie Zink, und oxidirt sich. Seine spezifische Schwere bei 59° Fahrenh. ist 8,432. Das Resultat der Analyse von 5 Granen dieser Composition ist:

Kupfer 40,4 oder 2,02
Zink 25,4 1,27
Nikel 31,6 1,58
Eisen 2,6 0,13
––––– –––––
100,0 5,00

Wie die Chineser dieses Tutenag bereiten, weiß man nicht: man glaubt allgemein, es wird aus einem Erze geschmolzen, das diese Bestandtheile enthält, und Dr. Howison versicherte dieses Erz zu Calcutta bei Dr. Dinwiddi gesehen zu haben. Das Beken des Dr. Howison kostete in China ein Viertel seines Gewichtes in Silber; die Ausfuhr der Geräthe aus Tutenag ist in China verboten. Herr Gill ladet die Fabrikanten ein, nach dieser Analyse Tutenag zu bereiten, das bei vielen Geräthen die Stelle des Silbers vertreten kann. (Aus dem Edinburgh Philosophical Journal Nr. XIII. Julius 1822 in Gill's Technical Repos. August 1822. S. 83. in einem Auszuge.)

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Wir haben in Deutschland in den größeren Städten Seiltänzer Gaukler, Deklamatoren, Fastenprediger, aber keine Vorleser über gemeinnüzige Wissenschaften für Künstler und Gewerbe, keine Lecturers, die in England so häufig sind und so sehr das Wohl dieses |268| Landes förderten. Dafür haben wir Universitäten und Akademien, wird man sagen. England hat deren auch ein halb Duzend, aber alle seine Universitäten haben ihm nicht so viel genüzt, als diese Lecturers oder Vorleser. A. d. Ueb.

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