Titel: Eis-Fabriken in Ostindien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XXXIV./Miszelle 34 (S. 269)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009034_34

Eis-Fabriken in Ostindien.

Gegen Ende Novembers wird in stark salpeteriger folglich kalter Erde ein 6 bis 7 Fuß tiefes Loch gegraben, und die ausgegrabene Erde nach allen vier Seiten hin, um das Loch sowohl tiefer zu machen, als die heißen Winde abzuhalten, aufgehäuft. Das Loch selbst wird, wenn es fertig ist, 3 bis 4 Fuß hoch mit trokenem Hirsestroh ausgefüllt, und auf dieses eine beliebige Zahl flacher 3 bis 4 Zoll tiefer Schusseln aus gebranntem unglasirtem Thone gestellt. Diese Schüsseln müßen neu seyn, damit sie recht poriös sind, und den überflüssigen Wasserstoff leicht nach allen Seiten durchziehen lassen. Beym Eintritte der Nacht werden sie mit Wasser gefüllt, welches dann binnen zwei Stunden friert. Dieses Verfahren wird des Nachts 3 bis 4 mal wiederholt, und auf diese Weise werden von 8 Uhr Nachts bis zu Sonnenaufgang 3 bis 400 Pfund Eis erzeugt. Während ein Arbeiter die Schüsseln mit gefrornen Wasser herausnimmt, sezt ein anderer neugefüllte ein. Die Schüsseln werden zerbrochen, das Eis wird herausgenommen, mit lauwarmen Wasser befeuchtet und zu größeren oder kleineren Massen geformt, die sodann in den Eiskeller gebracht werden. Aus Akermanns Repository of Arts etc. September 1822. S. 17858)

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Unsere Salpetersiedereien könnten in eisarmen Wintern und heißen Sommern leicht auf ähnliche Weise Eis bereiten. A. d. Ueb.

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