Titel: Ueber eine Methode Spargel zu treiben, welche Hr. Wilh. Roß, Gärtner bei Edw. Ellice, Esqu. zu Wyke-House bei Brentford befolgt, nebst einigen Bemerkungen über Spargeltreiberei überhaupt. Von Joseph Sabine, Esq. F. R. S. und Secr.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XXXIV./Miszelle 4 (S. 258–259)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009034_4

Ueber eine Methode Spargel zu treiben, welche Hr. Wilh. Roß, Gärtner bei Edw. Ellice, Esqu. zu Wyke-House bei Brentford befolgt, nebst einigen Bemerkungen über Spargeltreiberei überhaupt. Von Joseph Sabine, Esq. F. R. S. und Secr.

Das gewöhnliche Aussehen des getriebenen Spargels, wie er im Dezember, Januar und Hornung aus den Tisch kommt, ist ein hinlänglicher Beweis der fehlerhaften Behandlung bei seiner Wartung. Die Prüfung des Verfahrens, nach welchem Herr Thom. Hogg die Früh-Erdäpfel trieb (es ist in den Transactions of the Horticultural Society beschrieben), brachte mich zuerst auf die Idee, daß man nach demselben Grundsaze auch frühe Spargel ziehen könne, in dem man nämlich die Wurzeln der Pflanzen auf eine Unterlage bringt, welche sich nicht in einem Zustande von Gährung befindet, und die zum Treiben derselben nöthige Wärme den Beeten nur durch eine Einfassung an den Seiten verschafft: denn mir schien der schwache und ärmliche Zustand der getriebenen Spargel nur von der unmittelbaren Einwirkung des Düngers auf die Wurzeln herzurühren.

Meine Ansichten finden sich, wie ich glaube, durch den herrlichen Erfolg des Verfahrens des Herrn Wilh. Roß bestätigt, welcher im Jänner die stärksten Spargel hatte, die ich jemals in dieser Jahreszeit gesehen habe, und der auch der Gesellschaft im lezten Februar Muster hievon eingesandt hat. Die Gruben, in welchen er im Sommer seinen Nachwuchs von Ananas hielt, hatten zu unterst eine Lage von Laub ungefähr 18 Zoll hoch, und darauf eine Schichte Lohe von derselben Tiefe; |259| sie waren beinahe kalt, als die Ananasse herausgenommen wurden. In eine dieser Gruben streute er über die ganze Oberfläche der alten Lohe eine Menge Spargel-Wurzeln aus, die er wieder sechs Zoll hoch mit Lohe bedekte, und legte überall an der Seite umher heißen Dünger, den er von Zeit zu Zeit erneute, und wodurch er einen hinreichenden Grad von Warme unterhielt. Dieß geschah in der Mitte Dezembers, und fünf Wochen später stand der Spargel zum Schneiden reif da. Sobald die Triebe zum Vorscheine kamen, nahm er den ganzen Tag Ueber die Gläser ab, gab so viele reine Luft als möglich, und ertheile dadurch seinen Spargeln, die beinahe so dik waren, als wenn sie zu guter Jahreszeit in freiem Grunde gestanden wären, eine gute natürliche Farbe.

Ich bemerkt dem Hrn. Roß, daß ich glaubte, es wäre noch besser wenn die Wurzeln in Erde statt in Lohe standen wären; er gab mir zwar Recht, gestand aber, daß er dessen ungeachtet die Unterlage von 18 Zoll Lohe beibehalten werde, in dem, wie er Ueberzeugt sey, diese der Wärme weit mehr Zugang gestattet; daß er aber auf jeden Fall ein Lohbeet, dem kalten Dungerbeete des Hrn. Hogg vorzieht, in dem Lezteres, wo es längere Zeit gelegen ist, zu dicht wird, als daß die Hize dasselbe durchbringen könnte.

Um des Erfolges jedoch sicher zu seyn, muß man gute Spargelwurzeln im Vorrath haben: die gewöhnliche Methode, sie aus alten erschöpften Gartenbeeten zu nehmen, ist schlecht. Nenn sie im Garten nichts ehr taugen, taugen sie noch weniger zum Treiben. Junge vierjährige aus Samen gezogene Wurzeln sind weit besser; sie sind zwar kostbar, wenn sie alle Jahre gekauft werden sollen; allem, wo an Raum genug im Garten hat, kann man leicht alle Jahre Spargel säen, und sich dadurch den Nachwuchs sichern. (Aus den Transactions of the London Horticultural Society in dem Repository of Arts, Manufactures et Agriculture. April 1822. Ar, 239. S. 305.)

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