Titel: Wie man Knospen von Obstbäumen im lebenden Zustande in weite Entfernungen senden kann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. XXXIV./Miszelle 5 (S. 259)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009034_5

Wie man Knospen von Obstbäumen im lebenden Zustande in weite Entfernungen senden kann.

Der Hr. Präsident Th. Andr. Knight, theilte in den Transactions of the London Horticultural Society, (abgedrukt in dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. Oktober 1822. S. 290) folgendes von Hrn. Karl Monck, und ihm erprobte Verfahren mit. „Man schneidet die Blattstiele der Knospen sehr kurz ab, und wikelt dann den jungen Zweig in ein doppelt zusammengelegtes Kohlblatt, das man an je dem Ende zusammen bindet, und in einen Brief legt. Es ist besser, die untere Seite des Kohlblattes einwärts zu lehren, da der junge Zweig hiedurch (die untere Fläche ist die Ausdünstungs-Fläche des Blattes) die nöthige Feuchtigkeit erhält, welche durch die obere, beinahe undurchdringliche, Fläche des Blattes zurükgehalten wird. Gewöhnlich erhielt ich die Knospen von Hrn. Monck zu Belsay-Castleerst in 5–6 Tagen, wo der Blattstiel schon öfters von der Knospe losging, und die Rinde nicht mehr leicht von dem Holze abgezogen werden konnte. Man ließ dieses daher daran, schnitt es aber so dünn als möglich zu, vorzüglich denjenigen Theil, der sich über der Knospe befand; und, da der Abgang des Blattstieles die gewöhnliche Methode der Befestigung der Knospe unmöglich machte, so mußte dich an dem über ihr befindlichen Aste oder Theile desselben so lang bleiben, bis die Knospe in ihre gehörige Lage gebracht war. Hierauf wurde sie mit einem sehr scharfen Messer davon getrennt, und die Knospe schlug beinahe immer eben so glüklich an, als wenn sie frisch vom Baume gekommen wäre.“

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: