Titel: Künstlicher Eisenglanz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. LXXXVI./Miszelle 5 (S. 492–493)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009086_5

Künstlicher Eisenglanz.

Man nimmt gleiche Theile schwefelsaures Eisen und hydrochlorsaure Soda (gemeines Kochsalz) und mischt sie durch Reiben in einem Mörser |493| genau unter einander, trägt diese Mischung in einen stachen Tiegel oder eine Schale ein, und sezt sie der Rothglühhize aus: es weiden sich viele Dämpfe entwikeln, und die Masse wird anfangen zu fließen. Wenn keine Dampfe mehr aufsteigen, hebt man das Gefäß aus dem Feuer, und läßt es abkühlen. Man wird eine veilchenbraune Masse mit sehr schimmernden Schuppen, die dem Glimmer ähnlich sind, und dem Eisenglanze vollkommen gleichen, in dem Gefäße finden. Diese Masse wird nun in Wässer aufgelöst, theils um die schwefelsaure Soda zu entfernen, welche sich durch Zersezung der beiden angewendeten Salze bildete, theils um die leichteren Theile des nicht krystallisirten Oxides herüber zu waschen, die ein treffliches Polierpulver geben. Das Feuer darf weder zu lang anhalten, noch zu stark seyn; denn sonst wird das Pulver schwarz, sehr hart, und bringt keine gute Wirkung hervor: je mehr es sich der violetten Farbe nähert, desto besser. Die glimmerartigen Schuppen, welche sich zu Boden sezen, nachdem der staubige pulverartige Theil herübergewaschen ist, geben ein vortreffliches Wezpulver für die Abziehriemen der Barbiermesser, wenn man den Riemen vorläufig mit etwas Fett einreibt und dann das Pulver darauf aufträgt. Hr. Gill empfiehlt dasselbe aus eigener, langer Erfahrung.

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