Titel: Verbesserte Methode, nach welcher man auf dem festen Lande Gold, Silber, Stahl und Messing poliert.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1822, Band 9, Nr. LXXXVI./Miszelle 7 (S. 493–494)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj009/mi009086_7

Verbesserte Methode, nach welcher man auf dem festen Lande Gold, Silber, Stahl und Messing poliert.

Hr. Gill hörte von dem seel. Hrn. Nik. Paul aus Genf, daß man daselbst mittelst eines Rades oder einer Scheibe aus 16 Theilen Zinn und einem Theile Zink poliert, auf dessen flache Seite man Juwelier-Roth oder scharlachrothes Eisen-Oxid aufträgt, und dann in der Oberfläche des Rades mit Agath abschleift: auf diese Weise erhalt das Gold und Silber den sogenannten schwarzen Glanz. Man sagte ihm, daß auch Stahl und Messing auf eine beinahe ähnliche Weise poliert wird. Die Scheibe wird mit Eisensafran, Crocus, oder sogenanntem Putty, (Kolkothar) dessen sich die Glasschleifer zum Polieren bedienen, oder mit einer Mischung aus |494| Zinn- und Blei-Oxid versehen, und die zu polierenden Stüke werben mittelst eines Stükes Kalk, der auf Zapfen steht, so gestüzt, daß sie sich nach allen Seiten hin drehen, und vollkommen an die Scheibe anhalten lassen: die Scheibe wird von einem Gehülfen gedreht, so daß der Arbeiter beide Hände vollkommen frei hat. Auf diese Weise werden die Gold-Silber-Stahl- und Messingflächen, die man an den Genfer-Uhren und Musiktabatieren etc. wegen ihres spiegelnden Glanzes so sehr bewundert, sehr schnell und leicht und wohlfeil poliert. Wir wollen hoffen, sagt Hr. Gill, daß auch die Uhrmacher unserer Insel dieses leichtere und bequemere Verfahren anwenden, und ihre, wenn gleich sehr sinnreichen, doch höchst langsamen und langweiligen, Polier-Methoden aufgeben werden170). (Ebendas.)

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Sollte es möglich seyn, daß man in England unsere Polier-Werke noch nicht kennt? A. d. Ueb.

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