Titel: Smithson's Verbesserung an Lampen.
Autor: Smithson, Jakob
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. IX. (S. 53–54)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/ar010009

IX. Ueber einige Verbesserungen an Lampen. Von Jakob Smithson. Esqu.

Aus den Annals of Philosophy. November 1822. S. 363.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Es ist zu bedauern, daß diejenigen, welche sich mit Förderung der Wissenschaften beschäftigen, Verbesserungen an ihren Apparaten und an ihrer Verfahrungs-Weise, von welchen sie doch selbst Vortheil ziehen, bloß aus dem Grunde nicht bekannt machen, weil sie es nicht der Mühe werth finden. Was indessen dem Menschen nur immer nüzen kann, und mag es noch so geringfügig scheinen, soll zum Gebrauche mitgetheilt werden.

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Ueber Lampendochte. Die langen Dochte, deren man sich gewöhnlich bei Lampen bedient, sind in mehr dann einer Hinsicht unbequem; sich nehmen viel Raum weg in der Lampe, die ihretwegen größer seyn muß, machen häufig Schmuz etc. und sind überhaupt nicht in jener Länge nöthig, in welcher man sie verfertigt.

Sie lassen sich sehr gut durch eine Röhre Fig. 23 Tab. I. ersezen, in welche man ein Stük Baumwollendocht von beinahe derselben Länge, oder einige Baumwolle, Fig. 22 stekt, und an deren Ende man ein hinlängliches Stük Docht oder Baumwolle anbringt, welches von der darunter befindlichen Baumwolle Nahrung erhält, und, wenn es verbrannt ist, leicht beseitigt werden kann. Eben so läßt sich ein loser Dochtring an den Urgand'schen Lampen anbringen, wodurch die lange Röhre zur Aufnahme des Dochtes unter derselben wegfällt, und hie Lampe bequemer wird.

Ueber Wachslampen. Oel taugt zu kleinen Lampen-Versuchen und auf Reisen durchaus nicht. Ich bediene mich statt desselben des Wachses. Meine Dochte bestehen aus einem einzelnen Baumwollenfaden, der durch geschmolzenes Wachs durchgezogen wurde. Dieser Docht kommt in einen Dochthälter oder Brenner aus verzinntem Eisenbleche, der, wie Fig. 24 geschnitten, und wie Fig. 25 gebogen ist. Diesen Dochthälter seze ich in eine Porzellan-Schale von 1,65 Zoll im Durchmesser, und 0,6 Tiefe, und drüke Wachsstüke in dieselbe. Man muß sorgfältig Acht geben, daß, so oft die Lampe angezündet wird, Stükchen Wachs um den Docht angedrükt werden, so daß dieser alsogleich Nahrung erhält; denn dieß ist das große Geheimniß bei dem Brennen des Wachses. Ist der Docht verbrannt, so wird das Wachs bis an den Grund des Dochthälters mit einem Stifte durchstochen, und ein neuer Docht eingesezt. Ich bediene mich solcher Wachslampen, mit sehr dikem Dochte, auch zum Löthrohre. Die beßte Weise, Wachslampen auszulöschen, ist, frisches Wachs an den Docht zu thun, und dann denselben auszublasen; dieß erhält den Docht ganz, und viel besser als die gewöhnlichen Lichtscheren oder Löscher, gegen welche sich gar viel sagen läßt.

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