Titel: Bericht des Hrn. Hachette über einen amerikanischen Pflug.
Autor: Hachette, Jean N.
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. XXVII. (S. 165–167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/ar010027

XXVII. Bericht des Herrn Hachette über einen amerikanischen Pflug, welchen Herr Barnet, Consul der vereinigten amerikanischen Staaten der Société d'Encouragement pour l' industrie nationale nach Paris sandte. Im Namen einer Special-Commission.

Im Auszuge aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement pour l' Industrie nationale. N. CCXVIII. S. 259.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Die Commissäre ersuchten Hrn. Benoist zu Villejuif mit dem der Gesellschaft überschikten Pfluge auf seinen Gütern Versuche anzustellen, welche derselbe auch am 13. Juni 1822 in |166| Gesellschaft des Hrn. Guillaume an einem umzubrechenden Kleefelde unternahm.

Der amerikanische Pflug des Hrn. Barret unterscheidet sich von dem schottischen, welchen Hr. Leblanc auf Taf. 29 und 30 seines Recueil abgebildet hat, darin, daß der Grindel und die Sterzen von Holz sind, während sie an dem schottischen Pfluge von Gußeisen sind. An beiden ist die Schar und das Streichbrett von Gußeisen, und lezteres endet sich nach Außen in eine gewölbte, ununterbrochene Fläche.

Man sah bei dem Versuche, daß dieser Pflug den Rasen rein schnitt und umkehrte, und die Pferde nicht ermüdete.

Man brachte hierauf diesen Pflug und zwei andere Pflüge mir Rädern, deren Hr. Beneist sich gewöhnlich bediente, und wovon einer ein gemeiner Landpflug, der andere aber von Hrn. Guillaume gebaut war, auf ein bereits einmal umgeakertes Kornfeld. Dieses Feld war ziemlich eben und rein, und das Dynamometer zeigte so wenig Wechsel in seiner Spannung, daß man diese als Mittel-Durchschnitt annehmen konnte. Man fand bei wiederholten Versuchen:

1. die Last am Pfluge des Hrn. Guillaume, der von 2 Pferden gezogen wurde, zwischen 110 und 120 Kilogrammen.

2. die Last am Landpfluge des Hrn. Benoist, dessen Streichbrett glatt war und sich recht gut von der Erde reinigte, (was weder an dem Pfluge des Hrn. Guillaume noch an dem amerikanischen der Fall war) zwischen 130–140 Kilogrammen.

3. die Last des amerikanischen zwischen 180 und 190 Kilogrammen. Die Tiefe der Furche war an allen 3 Pflügen ungefähr ein Decimeter; die Breite derselben, die an den beiden Räderpflügen 3 Decimeter betrug, maß an dem amerikanischen nur 22 Decimeter. Die Commissaire glaubten, daß die größere Last an dem amerikanischen Pfluge theils von der Art denselben zu führen, theils von der Unregelmäßigkeit seiner Bewegungen abhängt, die man nur durch lange Uebung vermeiden lernt. Ein solcher Pflug kostet in Amerika 75 Franken oder 14 Piaster.

Fig. 31 Tab. IV. zeigt diesen Pflug im Aufrisse von der dem Streichbrette gegenüberstehenden Seite.

Fig. 32 ist der Grundriß desselben.

Fig. 33 der Aufriß der Schar und des Streichbrettes.

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Fig. 34 Ansicht des Streichbrettes von Hinten, mit der von demselben beschriebenen Krummen.

Fig. 35 Grundriß des Hauptes oder Körpers des Pfluges.

a ist der Grindel. bb die Sterzen, gleichfalls aus Holz. c das Sech, dessen Griff durch ein Loch im Grindel läuft, wo es mittelst eines Keiles d und eines Ringes e befestigt ist. f Streichbrett aus Gußeisen, welches mittelst zweier Bolzen befestigt ist, und außen in einer einzigen gekrümmten ununterbrochenen Fläche sich endet. g, Schar, gleichfalls aus Gußeisen, und mittelst zweier Bolzen am Streicheisen befestigt. h Pflughaupt oder Körper des Pfluges. i, Band von Eifert, das auf dem Grindel aufgeschraubt ist, und das Pflughaupt mit dem Streichbrette verbindet. k Querstange von Eisen zu größerer Befestigung des Bandes und Verbindung desselben mit der Ferse des Pflughauptes. l ein Stük Eisen an dem vorderen Ende des Grindels, kerbenförmig ausgeschnitten, um das Gespann in der nöthigen Höhe daran befestigen zu können: hiedurch kann die ziehende Kraft vertical oder horizontal, nach der Tiefe und Breite der Furchen, angebracht und der Pflug gehoben und gesenkt werden.

Die Commission verspricht den Durchschnitt und Grundriß des Streichbrettes f, als den wichtigsten Theil dieses Pfluges, in einem der nächsten Hefte des Bulletin nachzutragen.

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