Titel: [Methode zur Beseitigung des oftmaligen Aufbrechens des Pflasters und Fahrgeleises auf Straßen.]
Autor: Williams, John
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. LVIII. (S. 337–338)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/ar010058

LVIII. Methode zur Beseitigung des oftmaligen Aufbrechens des Pflasters und Fahrgeleises auf Straßen, Gassen und öffentlichen Wegen, um Röhren einzulegen und herauszunehmen, worauf Joh. Williams, Buchhändler am Cornhill, in der City of London, dd. 18. October 1822 ein Patent erhielt.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures and Agriculture. März 1823. N. CCL. S. 204.

Um das oftmalige Aufbrechen des Pflasters bei dem Einlegen und Ausnehmen der Röhren zu vermeiden, lege ich Unterwege von verschiedener Größe, Figur, Lage und von verschiedenen Materialien an, und um diese anlegen zu können, schlage ich vor, die Erde, über die die Straße hinläuft, in gehöriger, d.i. zehn Fuß, Tiefe aufzugraben, und dann eine Lage Ziegelsteine, andere Steine oder Eisen, beinahe horizontal oder vielmehr etwas gewölbt, fünf Fuß breit auf die Sohle dieses Grabens zu legen und Abzüge anzubringen, die in die Wasserleitung laufen; ferner zu jeder Seite eine fünf Fuß hohe Mauer aufzuführen, und diese zu überwölben, so daß der dadurch entstehende Gang in der Mitte 7 1/2 Fuß hoch wird; in jeder dieser senkrechten Mauern, alle 20 Fuß, 9 Zoll weite Oeffnungen zu lassen, und drei Fuß von der Basis dieser Oeffnungen Röhren gegen die Straßen, an deren Enden Gitter-Thüren angebracht sind, die man von Innen öffnen kann. Aehnliche Oeffnungen müssen auch oben an dem Gewölbe, in Entfernungen von 100 Fuß zu 100 Fuß, gelassen werden, um dem Lichte und der Luft Zugang |338| zu gestatten, und 5 Fuß hohe, und 3 Fuß weite Gänge an jeder Seite der Mauer, wo diese Oeffnungen sich befinden, angebracht werden. In diese Unterwege kann man von der Seite durch Thüren und Gänge, wo es immer nöthig ist, aus den Häusern und Gebäuden in den Straßen und Gassen gelangen, so wie in Keller, die unter den Straßen gelegen sind. Die Hauptröhren werden auf eiserne Ständer, oder auf irgend eine andere Weise, aufgelegt, und die Abzugs-Röhren zum Dienste des Publicums durch die Röhren oder Oeffnungen in den Seitenmauern geführt. Diese Unterwege können auch doppelt, oder parallel neben einander, der eine für Wasser- der andere für Gas-Röhren, oder in irgend einer erfoderlichen Anzahl geführt werden, und zwar mit oder ohne Verbindungs-Thüren aus einem in den anderen. Aus diesen Unterwegen und Gängen kann man auch, wenn man will, in die Kanäle und Abzüge, oder in die Brunnen gelangen, um sie mit Röhren auszulegen oder auszubessern, und überhaupt wegen jeder Ursache, wegen welcher man bisher das Pflaster aufreißen mußte156).

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Wie man auf so etwas Triviales, in jeder besseren Stadt des südlichen Continentes seit Jahrhunderten allgemein Bekanntes und Gebrauchtes, ein Patent nehmen kann, läßt sich leicht begreifen; wie man es aber geben kann, dieß ließe sich schwerer erklären, wenn man nicht wüßte, daß die Schreiber, die Patente ertheilen, von allem was Technologie betrifft, ex officio nichts wissen dürfen. Wir haben dieses Patent bloß als ein Muster der Patente des lezten Jahres hier mitgetheilt, damit unsere Leser sich an den Patent-Pilzen erlustigen mögen. A. d. Ueb.

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