Titel: Marechaux's, nähere Nachrichten über die Romershausen'sche Extractions-Pressen.
Autor: Marechaux, Peter Ludwig
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. LXXIV. (S. 415–439)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/ar010074

LXXIV. Nähere Nachrichten über die Romershausenschen Extractions-Pressen. Vom Professor Marechaux in München.

(Nachtrag zu dem im 5. Bde. S. 385. befindlichen Aufsaze „über die Fortschritte in dem Verfahren, die Extractivstoffe der Vegetabilien vermischt oder abgesondert zu erhalten.“)

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.

In jenem Aufsaze schilderte ich, mit raschen Zügen, die Fortschritte, die von den ersten Zeiten an, bis zu unseren Tagen hin, in der Kunst gemacht worden sind, den Vegetabilien ihre Extractiv-Stoffe zu entziehen, und schloß mit der Realschen Presse, und einigen zu eben diesem Zweke bestimmten Erfindungen des Herrn Doctors Romershausen in Aeken.

Ich werde hier einen darin aufgenommenen Irrthum berichtigen; – mein damaliges Urtheil über die Dampf-Kaffee-Maschine auf nunmehrige eigene Erfahrung begründen, – und die Zeichnungen einiger Extractiv-Pressen, mit einer vollständigeren Beschreibung derselben nachtragen.

Ich konnte zu jener Zeit nicht einsehen, warum Herr Doctor Romershausen die Verbesserung der Realschen Presse aufgegeben hatte,185) und indem ich die Zeichnung des Beschikungs-Gefäßes |416| seiner großen im 4. Hefte des IV. Bandes dieses Journals beschriebenen Dampfpresse benuzte, zeigte ich, wie man diese sehr leicht durch Anbringung eines Stiefels mit seinem Kolben, zwischen jenem Beschikungs-Gefäße und dem Dampfkessel, in eine hydromechanische Extractions-Presse, sowohl zu kalten als zu warmen Extracten einrichten könnte. Ich habe nunmehr über diesen Punct befriedigende Aufschlüsse bekommen.

Als der Erfinder sich den Nuzen seiner Erfindungen durch ein Patent zu sichern bemühete, wollte die technische Commission des Ministerii aus der Ansicht, daß das, dieser hydromechanischen Extractions-Presse zum Grunde liegende, Princip nicht ganz neu wäre, das Patent nicht ausdrüklich auf diese Constructionen extendiren, und er sah sich daher genöthigt, sie dem allgemeinen Begriffe Luftpresse zu subsumiren, und so sämmtliche Vorrichtungen, wie er sie für die besonderen pharmaceutischen und gewerklichen Zweke am geeignetsten fand, auszugeben. Hierin liegt also der Grund meiner irrigen Vermuthung, daß er den Gedanken, die Realsche Presse zu vervollkommnen, bald wieder aufgegeben hatte.

Die Priorität des Gedankens, die hydromechanische Presse zur Extraction anzuwenden, und durch einen Drukkolben die Flüßigkeit von Unten, durch die auszulangende Substanz, hinauf zu treiben, gehört daher dem Doctor Romershausen, der auch wirklich schon viele solche Maschinen abgesezt hat und täglich noch absezet.

Wir erfahren aus jenem Umstande, daß die Gesezgebung für die Erfindungs-Patente in Preußen schwieriger ist, als im Oesterreichischen. Es ist dort nicht genug, daß der Erfinder eine Modification des bereits vorhandenen nachweise; diese Modification muß wenigstens von der Art seyn, daß sie nicht eine leichte Anwendung des schon Bekannten sey, und gerade in diesem Falle befand sich freilich die bloße Umwandlung der Realschen Presse in eine mit einem Drukkolben versehene Maschine. Da man schon längst an den hydraulischen Pressen solche Vorkehrungen angebracht hatte, so war keine große Anstrengung des Geistes nöthig, um ihre Construction dahin zu ändern, und es wurde für den Erfinder eine Nothwendigkeit, mit einem an Vorkehrungen dieser Art noch nicht angewendeten Princip aufzutreten.

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Diese größere Strenge der preußischen Gesezgebung kann unter den dortigen Umständen auf keine Weise getadelt werden. Ich finde sie vielmehr in einem Lande nothwendig, in welchem die Industrie, größten Theils wenigstens, frei gegeben worden ist. Das Feld liegt hier vor Jedem offen. Wer die nöthigen Kenntnisse, die erforderliche Kunstfertigkeit nachweisen kann, bekömmt, ohne Weiteres, nach Zahlung seines Gewerbscheines die Erlaubniß zur Arbeit. Die Concurrenz treibt schon hier mächtig zum Besseren an: wogegen in den österreichisch-kaiserlichen Staaten das seit mehreren Jahrhunderten nach und nach ausgeartete Zunftwesen, auf seinen bleiernen Füßen, sich noch immer fortbewegt. Der träge Körper bedarf doch von Außenher einen Sporn. Diesen findet nun der Thätigere in dem kaiserlichen Erfindungs-Patent. Alles was in den kaiserlichen Staaten noch nicht verfertigt, was anderswo anders verfertigt wird, oder was nur immer als Verbesserung des Bestehenden betrachtet werden kann, kann bis auf fünfzehn Jahr hinauf das ausschließliche Eigenthum des Bewerbers werden. Wie mächtig dieser Sporn wirkt, sieht man an den zahlreichen Privilegien, die seit Bekanntmachung dieses kaiserlichen Edicts jährlich ertheilt werden.

Von der hydromechanischen Extractionspresse, wie Dr. Romershausen sie nennt, und zur Verfertigung kalter Extracte eingerichtet hat, sieht man Fig. 1 die Zeichnung.

aa, ist der Drukkolben mit seiner Kolbenstange und seinem Handgriffe. Der Kolben wird mit einem weißgahren Reh- oder Hirsch-Leder umwunden; – eine leicht zu erneuernde Liederung. Nach Gebrauch der Pumpe thut man gut, ihn heraus zu ziehn, damit das Leder trokne.

bb, ist der Pumpen-Stiefel.

c. ist das Gefäß, welches das Wasser zur Pumpe hergibt. Der Verfasser nennt es das Infundir-Gefäß; – eine Benennung, die beibehalten werden mag, weil nichts, bei Beschreibung einer Maschine, widriger ist, als allgemeine Ausdrüke, womit man die verschiedenen Theile derselben bezeichnen muß, und die, da sie auf tausend andere Formen und Vorkehrungen gleichgut angewendet werden können, dem Geiste nichts Bestimmtes vorlegen, über die Beschreibung ein oft undurchdringliches Dunkel verbreiten, oder zur größeren Klarheit weitläufige Umschreibungen |418| nothwendig machen: Der Hahn x an diesem Gefäße dient zur Ablassung des Wassers, nach vollendeter Operation.

dd' kleine Röhre, die bei d nahe am Boden des Gefässes a reicht, und bei d' sich durch das Infundir-Gefäß nach Außenhin rechtwinklich biegt, und sich in dem Pumpenstiefel öffnet.

Diese Wasserleitungs-Röhre ist sehr sinnreich angelegt. Sobald der Kolben a über den Punct d' hinausgekommen ist, folgt das Wasser, und füllt den Raum unter dem Kolben. Es bedarf also keines Ventils, um den Rüktrit des Wassers aus dem Kolben in das Gefäß c zu verhindern. Der Bau der Maschine wird dadurch vereinfacht und dauerhafter.

e, kleine Quer-Röhre, wovon das eine Ende sich in dem Gefäß c, und das andere in dem Pumpenstiefel öffnet. Wenn der Kolben, in seiner Bewegung, über d' gekommen ist, so ergießt sich, durch die Quer-Röhre e, das Wasser, welches sich etwa über dem Kolben sammeln könnte, wenn dieser hinunter gedrükt wird. Ihre Entfernung von dem Puncte d' wird also durch die Länge des Kolbens bestimmt, wobei zu bemerken, daß jedes Steigen des Kolbens weiter über d' hinaus für die Wirkung der Pumpe verloren ist, indem zu dieser Wirkung nur das Wasser in dem Stiefel, unter der Mündung d' des Rohrs dd' dient; alles darüberstehende würde durch das Hinunterdrüken des Kolbens in c zurük getrieben werden. Das Wasser in diesem Gefäße darf höchstens nur bis nahe an diese Röhre reichen.

ff' Rohr, dessen beide Enden nach Oben gebogen sind. Das eine Ende f öffnet sich in dem Boden des Pumpenstiefels, und das andere f' in dem Boden des Beschikungs-Gefäßes. Durch diese Röhre wird das Wasser aus dem Pumpenstiefel in dieses Gefäß gedrükt.

gg' Beschikungs-Gefäß mit seinem Dekel in g'. So nennt der Verfasser das Gefäß, worein die auszuziehenden Stoffe kommen.

h. Ventil: es läßt das Wasser aus der Mündung f' der Röhre ff' in das Beschikungs-Gefäss gg'.

ii siebförmig gebildeter Boden, mit einer kleinen Handhabe um ihn herausheben zu können. Er ist beweglich, damit das Ventil reparirt werden könne, wenn es Noth thut.

kk Deksieb mit seinen beiden kleinen, in gleicher Entfernung |419| vom Boden durchlöcherten, Säulen. Sie sind oben, der Solidität wegen, durch einen Querstreifen, b mit einander verbunden. Diese Vorrichtung wird von hinreichend starkem verzinntem Eisen verfertigt.

Zwischen ii und diesem Deksieb wird, auf eine Leinwand oder ein Wollentuch der Pflanzenstoff gelegt, dessen Extract man verlangt. Es darf kaum erinnert werden, daß diese Stoffe nicht bloß schleimig seyn müssen; diese lösen sich unmittelbar im Wasser auf, geben aber keinen Extract.

Auch müssen diese Stoffe nicht zu fein verpulvert werden, damit sie, nach der Zusammendrükung derselben, nicht eine zu compacte Masse bilden, die dem Wasser den Durchzug zu sehr erschwert.

Es ist gut, wenn man sie in einem Mörsel mit der zur Extraction dienenden Flüßigkeit etwas zerreibt. Sie werden alsdann vollkommener durchdrungen.

Auf die Substanz selbst legt man ein Filtrirtuch, und auf dieses ein Fließpapier. Man sorgt, daß die Ränder des Filtrums etwas um das Deksieb umgebogen werden, damit der Schluß vollkommener sey, und nichts Trübes zwischen dem Rande des Deksiebes und den Seitenwänden des Gefäßes durchgehe.

Der zu extrahirende Stoff darf nicht unter einem Zolle, und nicht über 3 Zoll hoch seyn; es sey denn in Maschinen von größeren Dimensionen, wo die Höhe desselben mehr betragen kann.

Es ist gut, obgleich nicht durchaus nothwendig, daß das Deksieb anliege. Ein zu starkes Andrüken ist aber nicht nöthig, weil die Substanz ohnehin durch das hinzukommende Wasser anschwillt.

l, starker eiserner Bolzen, der durch die Seitenwände des Beschikungs-Gefäßes, und die in den Säulchen des Deksiebes befindlichen Löcher durchgeht, und das Emporheben des zu extrahirenden Stoffes verhindert.

Diese Maschine ist auf eine etwas niedrige Bank, nach Ansicht der Zeichnung, befestigt.

Will man vermittelst derselben einen Extract bereiten, so drükt man die Kolbenstange nur langsam und allmählig nieder, und wiederholt dieses einigemal, bis sich über dem Deksieb etwas Extract zeigt.

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Nun läßt man die verschloßene Vorrichtung, wenn es die Umstände erlauben, einige Zeit ruhig stehn; arbeitet man mit Alkohol, 1/2 Stunde, und 1 Stunde, wenn Wasser angewendet wird. Man erschöpft alsdann die Substanz mit weniger Flüssigkeit.

Nach dieser Zeit fährt man mit langsamen Niederdrüken des Kolbens fort. Die Erfahrung ist auch hier die beßte Führerin. Der größere oder geringere Widerstand muß leiten. In keinem Falle darf bei der mächtigen Kraft, welche diese Maschine gewährt, die Operation übertrieben werden.

Von Zeit zu Zeit versucht man, wie sich der Extract verhält, und hört nur mit der Arbeit auf, wenn die Substanz vollends erschöpft ist, wobei es auf den Farbstoff, der die Flüßigkeit noch mit sich führt, es sey denn, daß man gerade diesen verlangt, nicht ankömmt.

Zeigt sich der Stoff erschöpft, so kann man noch, wenn Alkohol zur Extraction angewendet wurde, den in der Substanz zurükgebliebenen, Alkohol fast bis auf den lezten Tropfen heraustreiben. Zu diesem Zweke verfährt man folgendermaßen: Man leert das Infundir-Gefäß vermittelst seines Hahnes, gießt etwas Wasser hinein, und sezt die Pumpe in Bewegung. Das Wasser treibt den Alkohol hinauf aus der Substanz, und tritt in dessen Stelle. Man erkennt an der Trübung der Flüßigkeit, wenn sich Wasser damit vermischt.

Jezt ist die Operation beendigt. Man nimmt den Rükstand heraus, und gibt einige rasche Pumpenstöße, welche die vollkommene Reinigung der Maschine bewirken.

Der Doctor Romershausen bestimmt diese Pumpe vorzüglich zu kalten Extracten. Ich glaube, daß sie zu Extracten mit siedendem Wasser ebenfalls mit Nuzen verwendet werden könnte, und beziehe mich auf das, was ich in meiner ersten Abhandlung über diesen Gegenstand, Seite 403 etc. gesagt habe; es sey denn, daß man schon aus Erfahrung wüßte, daß siedendes Wasser auf die Liederung nachtheilig wirke, was mir indeß nicht bekannt ist.

Die Form dieser Vorkehrung modificirt H. Dr. Romershausen auf 2 verschiedene Arten. Er meint die Einrichtung Fig. 2 wäre für |421| kleine Arbeiten vorzüglich bequem und vortheilhaft, und nennt sie Extractions-Presse mit Zirkulations-Pumpe.

Die Beschreibung, die ich von derselben in Händen habe, ist zu mangelhaft, als daß ich mir aus derselben, selbst mit Ansicht der Figur, einen vollkommenen deutlichen Begriff machen könnte. Diese Beschreibung ist folgende:

BB ein Gefäß, welches die zur Extraction anzuwendende Flüßigkeit enthält.“

A das Beschikungs-Gefäß, welches mit dem Dekel dd, und der Pumpe P ein Ganzes ausmacht.“

„Dasselbe wird wie GG' Fig. 1 beschikt, und zwischen die Seiher mm und bb die Substanz eingeschlossen, alsdann die Vorrichtung in das mit der Flüßigkeit versehene Gefäß BB eingesezt, so daß der Dekel dd oben schließt.“

„Bei dem Aufziehen der Pumpe P saugt der Kolben K durch die Seitenröhre O und das Ventil v Flüßigkeit bei r ein. Bei dem Niederdrüken schließt sich v und die Flüßigkeit wird durch w in die Substanz eingepreßt. Bei Fortsezung dieser Operation durchdringt der Extract die Substanz wiederholt und fortwährend, bis sie völlig ausgelaugt ist. Jezt hebt man die Vorrichtung A aus B heraus, so daß die Pumpe durch O Luft schöpfen kann, welche alsdann in die Substanz eintritt, und den lezten Rest fast bis zur Trokenheit austreibt.“

Diese Beschreibung dient allenfalls wohl, den Mechanismus der Maschine begreiflich zu machen, sie belehrt aber den Techniker nicht über den Bau derselben. Man sieht freilich, daß der Extract sich unter dem Deksieb b sammeln wird; man muß aber errathen, wie man es anfangen muß, daß kein Extract aus dem Gefäß, und kein Wasser in das Gefäß fließe; denn dieses steht umgekehrt, also mit einem Dekel bloß zugedekt in dem mit Wasser angefüllten Gefäße BB. Man sieht ferner nicht ein, warum unten, gegen den Boden des Gefäßes B, über der punctirten Linie, die andre sich befindet, die aus einer Reihe von kleinen Nullen besteht; wahrscheinlich sind dieses Oeffnungen wodurch der durchgepreßte Extract in das äußere Gefäß übergehet. Auch weiß man nicht, wie man es anfangen muß, um zu erfahren, ob die Substanz erschöpft ist, es sey denn, daß man jedesmal das innere Gefäß heraushöbe, um |422| mit dem Extract den Versuch zu wachen, was doch nicht denkbar ist. Endlich erräth man aus der Abbildung die Vorkehrung nicht, durch welche das Beschikungs-Gefäß A, dem Druke des Wassers in dem Infundir-Gefäße BB widersteht, es müßte denn der Bolzen C dazu dienen.

Indeß, wenn man dieses auch alles wüßte, so könnte ich zur Construction dieser Maschine nicht rathen, weil sie complicirt ist, und keine besondere Vortheile darbiethet, die der ersteren abgiengen. In allen Sachen, die dem Geschmake hauptsächlich ansprechen sollen, ist die Zierlichkeit ein Bedürfniß: im Gebiete der Gewerbe ist sie eine bloße Nebensache. Die erste Maschine hat deßhalb den Vorzug, weil sie nur ein Ventil hat, zu welchem man leicht kommen kann, wenn eine Reparatur erfoderlich seyn sollte; die andere hat nicht nur zwei Ventile, sondern man kann auch zu keinem von beiden kommen; alles ist verstekt und verlöthet.

Nichts hindert, daß die erste Maschine nicht eben so gut zu Arbeiten im Kleinen sauber, dauerhaft und bequem eingerichtet werden könne, indessen behauptet doch Romershausen, daß diese Presse Fig. 2. vorzüglich bequem und vortheilhaft sey, er wird daher wohl thun, selbst eine nähere Beschreibung derselben mitzutheilen.

Ueberhaupt würden aber diese Maschinen an Bequemlichkeit in der Handhabung sehr gewinnen, wenn sie, an einem Tische befestigt, mit einer gezahnten, von einer Kurbel in Bewegung gesezten, Kolbenstange versehen würden. Der etwas erhöhte Preis würde durch die Leichtigkeit der Behandlung weit überwogen werden.

In dem öfters angeführten Aufsaze, habe ich der Romershausenschen Dampfpressen erwähnt. Jezt habe ich 4 verschiedene Modifikationen derselben vor Augen.

Die eine, in sehr großem Formate, ist bereits in diesem polytechnischen Journale besonders abgezeichnet und beschrieben. (Band 4. Seite 420).

Fig. 3. zeigt eine solche Presse zu pharmaceutischen Zweken, überhaupt zu Arbeiten im Kleinen, aa, ist der Wasserkessel. Er muß stark genug seyn, um den Widerstand auszuhalten, den das Wasser findet, indem es durch die auszulaugenden |423| Stoffe durchgetrieben wird. Hierin liegt zugleich der Grund, warum auch hier diese Stoffe nicht zu fein verpulvert werden müssen. Anstatt des Sicherheits-Ventils dient der Hahn m, welcher, bei hoher Spannung der Dämpfe etwas geöffnet, die Wirkung derselben modificirt.

b, das Beschikungs-Gefäß.

cc, ein sehr fein durchlöchertes Blech, auf welchem die zu extrahirenden Stoffe liegen. Es hat in seiner Mitte einen kleinen Knopf, der zur Aushebung desselben dient.

ddd' das Deksieb. dd ist die fein durchlöcherte Scheibe, und d' eine kleine auf derselben senkrecht stehende Säule, die in verschiedenen Höhen mit Löchern durchgebohrt ist, um sie, nach Verschiedenheit der Höhe der Substanz, auf derselben befestigen zu können.

Zwischen den durchlöcherten Scheiben cc und dd liegt der auszulaugende Stoff. Das über demselben liegende Fließpapier muß auch hier etwas um das Blech umgebogen werden, folglich etwas größer zugeschnitten werden.

e Stift, der das Deksieb auf der Substanz fest hält.

f Dekel des Beschikungs-Gefäßes.

g Rohr, welches in den Wasserkessel fast bis auf den Boden desselben geht. Von der sorgfältigen Befestigung des Beschikungs-Gefäßes mit dem Dampfkessel, und dieses Rohrs mit beiden, hängt die Solidität dieser Maschine ab, wie von dem richtig gewählten Verhältniß des Durchmessers dieser Röhre zu dem des Gestells und Beschikungs-Gefäßes die gehörige Wirkung der Maschine.

h Röhre am Beschikungs-Gefäße zum Abfluße des Extractes, der sich über dem Deksiebe d sammelt.

i Ansaz-Rohr; vermittelst des senkrecht, nach Unten zu, gebogenen Ende desselben läßt sich der Extract in jedem beliebigen Gefäße sammeln.

k Flasche oder Gefäß zum Empfang des Extractes. Da der Extract fast siedend heiß heraus fließt, so erfodert die Vorsichtigkeit, daß die Flasche, wenn sie von Glas ist, etwas erwärmt werde.

ll, beiläufige Wasserhöhe in dem Gefäße a.

m, Hahn, um die Operation zu leiten. Oeffnet man ihn ganz, so hört die Maschine sogleich zu wirken auf. Oeffnet |424| man ihn mehr oder weniger, so modifizirt man nach Belieben die Wirksamkeit der Dämpfe.

n Oeffnung, mit einer Schraube versehen. Durch diese gießt man das Wasser, nach vollendeter Operation, aus dem Kessel.

oo Gestell, für die Maschine.

p Weingeist-Lampe.

Der Proceß ist folgender:

Es bilden sich nämlich über der Flüßigkeits-Fläche ll Dämpfe, welche auf dieselbe, in Verbindung mit der daselbst eingeschlossenen expandirten Luft, drüken. Die Flüßigkeit kann aber nirgend ausweichen, als durch die Röhre g, sie durchströmt also die zwischen dd und ce eingeschlossene Substanz, und entreißt ihr, in größter Schnelligkeit, alle extractive Bestandtheile, und fließt als Extract durch die Röhre h i ab.

Diese Maschine dient zugleich zu kleinen aromatischen Destillationen; wird nämlich die Röhre g aus dem Dampfkessel herausgeschroben, so durchdringen die nun freien Dämpfe die zwischen ce und dd eingeschloßene Substanz, entreißen ihr in großer Schnelligkeit alle flüchtigen Bestandtheile und das aromatische Destillat sammelt sich in k; zu dem Ende wird die Ansazröhre i durch eine Höhlung geleitet, und alle Fugen der Maschine werden verklebt.

Der Erfinder läßt diese Dampfpressen nach den verschiedenen Bedürfnissen der Gewerbe etc. in 9 verschiedenen Formen und Einrichtungen anfertigen; einige derselben sind mit Kühlungen andere mit gesonderten Beschikungsgefäßen etc. versehen; indeßen gibt die hier dargestellte zureichenden Aufschluß über diese sehr wirksame Extractionspresse.

Mit voller Sachkenntniß kann ich mich über die Romershausensche Caffee-Dampfpresse aussprechen. Frühe schon, und aus der bloßen Ansicht der Sache selbst, hatte ich für sie ein günstiges Vorurtheil gefaßt. Was ich darüber gesagt habe, kann ich nunmehr aus eigener Erfahrung bestätigen.

Ganz unerwartet bin ich dazu durch den Erfinder selbst in den Stand gesezt worden. Er wollte, auf eine für mich sehr schmeichelhafte Art, daß ich aus der unmittelbaren Anschauung dasjenige abnehmen sollte, was ich früher der Theorie |425| seines Caffee-Bereitungs-Processes abgewonnen hatte, und zum Vortheil dieser Erfindung schließen zu müßen glaubte. Ich benuze diese Gelegenheit, um demselben für diese Aufmerksamkeit meinen verbindlichsten Dank abzustatten.

Es braucht nicht hier wiederholt zu werden, daß diese Maschine auf demselben Prinzip beruht, als die Fig. 3. beschriebene Dampfpresse. Auch ist ihr Bau, im Aeußeren, dem Bau derselben vollkommen gleich, mit dem Unterschiede nur, daß sie bloß einen Hahn hat, und daß ihre Ablassungs-Röhre unmittelbar in das zum Empfang des abfließenden Caffees, bestimmte Gefäß ohne Zusaz-Rohr geht.

Die Maschine, die ich besize, ist in allen ihren Theilen sauber, gut und solid bearbeitet. Sie ist von einer solchen Größe, daß sich damit acht Tassen eines sehr starken Caffees, wie man ihn wohl kaum stärker genießen kann, bereiten lassen.

Dieser Caffee zeichnet sich vor dem, durch die bisherigen Methoden bereiteten, vorzüglich dadurch aus, daß er nicht nur auf dem Gaumen einen weit feineren aromatischen Geschmak zurükläßt, sondern auch viel weniger von dem eigentlichen Bitterstoff der Bohne enthält, und dabei, zu diesem feineren stärkeren Geschmak, ein Drittel an Bohnen weniger erfodert.

Wie die Extraction weiter vor sich geht, merkt man, daß das eigentliche Arom sich vermindert, und endlich nur der Bitterstoff übrig bleibt.

Die große Schnelligkeit womit dieser Auszug gebildet wird, und die große Flüchtigkeit und Auflöslichkeit des Aroms, lassen dem Wasser die Zeit nicht, sich auch mit dem Bitterstoff der Bohne zu sättigen, oder diesen zu erschöpfen. Die ersten Löffel voll sind so mit Arom beladen, daß man das Bittere kaum wahrnimmt. Das öligte schwimmt in sichtbaren Tropfen auf der Flüßigkeit. Die Bereitung ist so schnell, daß dieser flüchtige Stoff, im Extract concentrirt, nicht Zeit hat, sich zu verflüchtigen; das Wenige aber, was sich davon verflüchtiget, verbreitet im Zimmer einen so angenehmen und feinen Caffee-Geruch, daß es kaum ein andres Arom geben kann, welches ein Zimmer lieblicher parfümiren würde. Wenn daher dieser Caffee, auf dem Caffeetisch selbst bereitet wird, so genießt man zugleich seinen Geruch und seinen Geschmak.

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Die große Schnelligkeit womit der Caffee, vermittelst dieser Maschine verfertigt werden kann, gewährt der Hausfrau den Vortheil, ihn auf dem Caffee-Tisch selbst, im Beiseyn ihrer Gesellschaft, zu bereiten. Sie bekommt sehr bald die Fertigkeit, die nöthig ist, um mit der Maschine mit Anstand und Behendigkeit umzugehen; sie hat dabei nur wenig Beschäftigung mehr, als wenn sie eine Thee-Gesellschaft selbst bedient, und vermittelst einer Thee-Maschine dieses Getränk unmittelbar bereitet.

Wenn sie nicht das siedende Wasser aus einer Thee-Maschine, im Zimmer selbst, in den kleinen Dampfkessel laufen lassen will, was etwas umständlicher ist, weil dieses Wasser nur langsam durch die feinen Löcher des Siebes durchläuft, so kann sie die mit der erfoderlichen Quantität siedenden Wassers gefüllte und mit der bereits brennenden Weingeist-Lampe versehene Maschine auf ihren Tisch bringen lassen. Wenn nur der Hahn am Kessel offen ist, so schadet das Fortsieden des Wassers nicht.

Nun schüttet sie immer während die Lampe brennt, die erfoderliche Quantität gemahlenen Caffee in das Beschikungs-Gefäß. Diese muß sie nach einigen Versuchen so abgemessen haben, daß sie genau wisse, wie viele von ihren Caffee-Mäßchen sie nöthig hat, um die verschiedenen Räume zu füllen, die durch die Löcher in der Handhabe des Deksiebes bestimmt werden. Das lernet sie eben so leicht, als sie die Quantität Thee zu bestimmen lernet, die sie zu einer gewißen Anzahl Tassen in ihren Thee-Topf thun muß. Weiß sie einmal dieses, so hat sie nichts Weiteres zu thun, als diese Quantität Caffee in das Beschikungs-Gefäß zu schütten, eine rund geschnittene Scheibe-Fließpapier auf ihren Caffee zu legen, das Deksieb etwas drauf zu drüken, und den Stift durch die für denselben bestimmten Löcher zu steken. Dieses beschäftigt sie unter jenen Voraussezungen zwei bis drei Minuten. Das Fließpapier schneidet sie ungefähr nach der Größe des Deksiebes, so daß es um ein Strohhalm breit großer sey. Es legt sich dann um den Rand des Deksiebes etwas um, und verhindert, daß nicht etwa trüber Caffee zwischen den Rand des Deksiebs und den Wänden des Beschikungs-Gefäßes durchgehe.

Hat sie alles so eingerichtet, so braucht sie sich gar nicht mit der Bereitung des Caffees zu übereilen, und sie kann ohne alle Besorgniß das Wasser in den Kessel noch fortsieden lassen, bis |427| daß es ihr gefällt, ihren Caffee zu bereiten. Es verdunstet bloß etwas Wasser.

Findet sie nun für gut, ihren Caffee zu bereiten, so schließt sie bloß den Hahn, den sie bis dahin offen gelassen hatte. Da das Wasser immer siedend geblieben ist, so vergehn kaum vier Minuten, wenn das Beschikungsgefäß seine volle Ladung hat, bis der Caffee zu fließen anfängt; und dieses geht noch schneller, wenn die Quantität geringer ist, und man folglich nur einige Tassen haben will.

Wenn sie sieht, daß sie schon etwas mehr als die Hälfte der Portion, die sie für ihre Gesellschaft verlangt, in der Kanne beisammen hat, so löscht sie die Lampe. Der Dampf hat noch Drukkraft genug, und das Fehlende emporzutreiben.

Wenn sie nach vollendeter Operation den Hahn öffnet, muß sie weder die Hand noch das Gesicht über die Oeffnung halten; der Strom der hinaustretenden Dämpfe würde die Hand verlezen. Wird der Hahn, während die Lampe noch brennt, geöffnet, so bilden die mit großer Gewalt emportretenden Dämpfe einen Dampfstrom, der sich bis an die Deke des Zimmers erhebt, diese benezt, und wie ein kleiner Regen herunter fällt. Dabei ist freilich keine Gefahr, aber ein kleiner Schreken könnte für manches furchtsame Frauenzimmer damit verbunden seyn; es ist daher besser, dieses zu vermeiden, und man vermeidet es, wenn man die Lampe löscht, ehe die Bereitung des Caffees vollendet ist. Die Dämpfe verlieren unterdeßen einen Theil ihrer Wirksamkeit, und bei der Oeffnung geht dann alles ruhig zu.

Der Kaffee, der in wenigen Minuten fertig ist, kömmt in die Kanne so heiß, daß er bei dieser Wärme kaum getrunken werden kann. Diese Maschine sorgt also zugleich für die Verlängerung des Vergnügens; man darf sich nicht übereilen, um das Getränk noch warm zu genießen. Man hat es zugleich vollkommen klar. Welcher Caffee-Trinker hat nicht oft schon Ungedult empfunden, bei der Langsamkeit mit welcher der Caffee in den gewöhnlichen Filtrir-Maschinen durchläuft! Bei dem Gebrauche derselben, wie viel Umstände, um ihn gehörig warm zu erhalten! Dann muß der Caffee den Dienstbothen überlassen werden, und wie oft muß man sich nicht mit einem schwächeren Extract begnügen, weil ein Theil der Bohnen entwendet wurde! Vor allen |428| diesen Verdrießlichkeiten schüzet die Romershausensche Erfindung. Die männlichen Leser dieser, freilich an sich kleinlichen. Umstände werden gewiß um so geneigter seyn, sie dem Verfasser nachzusehn, wenn sie erwägen, daß sie hauptsächlich für das andere Geschlecht bestimmt sind, und sie werden sie nicht unnüz finden, wenn sie ihre Gefährtinnen zur Anschaffung dieser eben so einfachen als sinnreichen Maschine bewegen werden.

Jezt noch einige Worte für den Herrn Doctor Romershausen! Ich kann den Wunsch nicht unterdrüken, daß es ihm gefallen möge, sich mit irgend einer Laquirfabrike einzulassen. Wenn zu rein technischen Gegenständen die Einfachheit in der Form ein Kunsterfoderniß ist, so wird dagegen eine höhere Eleganz in den Formen, und im Aeußeren eine Hauptfoderung für alle Luxus-Artikel. Beide Eigenschaften sind, in unseren Tagen, eine unnachläßliche Bedingung, ohne welche die nüzlichste, für mehrere Haushaltungen bestimmte, Erfindung selten die gewünschte Aufnahme findet. Wer dürfte es wohl noch heutigen Tages wagen, Theemaschinen in ihrer uralten Form auf unsere Theetische zu bringen. Anfänglich waren sie ganz einfach, wie die Romershausenschen Caffee-Maschinen, bearbeitet. Nach und nach änderte der Geschmak ihre Gestalt. Holländische Silberschmiede fiengen an, sie für den holländischen Luxus in verschiedenen eleganteren Formen umzumodeln; Kupferschmiede versuchten, für die minder Begüterten, einige dieser Bildungen nachzumachen. Die Franzosen zogen sie endlich in das Gebiet ihrer lakirten Blechfabrikate, und aus ihren Fabriken wurde die Leichtigkeit die Eleganz ihrer Formen in die unsrigen verpflanzt. Auch solche Umwandlungen wird die Caffee-Maschine erfahren, und wer ist mehr berechtigt ihr, verschönert, in die große Welt Eingang zu verschaffen, als der Erfinder selbst? Sie muß auch, als Luxus-Artikel, unter dem nöthigen Hausgeräth einer höheren Haushaltung ihren Plaz und ihren Rang behaupten.

Der Doctor Romershausen fiel zufälliger Weise auf die Idee, anstatt der Wasser-Dämpfe, zur Extraction der Pflanzen-Stoffe den Druk der Luft anzuwenden, als er vermittelst des Drukes der Luft Queksilber reinigte. Der erste Versuch, den er damit aus die Pflanzenstoffe machte, gelang nach Wunsch, nur wurde es ihm nicht leicht, eine zugleich wohlfeile und solide Luft-Pumpen-Einrichtung |429| zu verfertigen, und die Schwierigkeiten waren hierin für ihn um so größer, je isolirter seine Lage war: Aber sein ausharrender Muth besiegte endlich alle Hinderniße.

Jezt besizen seine Luftpressen alle Eigenschaften, die man nur an solchen Apparaten wünschen kann, und sie werden zu pharmaceutischen kalten Extracten vorgezogen.

Er läßt sie von 6 verschiedenen Formen, und in verschiedenen Größen verfertigen.

Man sieht, Fig. 4, den Bau dieser Maschine.

aa' ist das Beschikungs-Gefäß; a ist derjenige Theil des Gefäßes, worein die zu extrahirenden Stoffe gethan werden, und a' ist der Raum worin sich der Extract sammelt.

bb ist das fein durchlöcherte Blech, worauf die vegetabilischen Substanzen kommen. Nachdem man darauf ein schikliches Filtrum gelegt hat. Dieses Sieb muß so eingerichtet werden, daß es abgehoben werden kann. Auf der Substanz selbst drükt man ein Deksieb mm fest an. Auf dieses Deksieb gießt man die zum Extract dienende Flüßigkeit.

c Hahn, der zum Ablassen des Extractes dient.

d Hahn, der geöffnet wird, wenn Luft in den Raum a' eingelassen werden muß, was nöthig ist, wenn man den Extract ablassen will.

ee Gefäß, worin sich der Stiefel der Luftpumpe befindet.

f Hahn, der die Communication des Gefäßes aa mit dem Gefäße ee öffnet oder verschließt.

gg Stiefel der Luftpumpe. Er muß von feinem Zinne seyn.

h Kolben-Stange mit ihrem Handgriffe, ihrem Kolben und ihrem nach Oben sich öffnenden Ventil.

i Ventil, welches sich nach Oben öffnet. kk Raum um den Pumpen-Stiefel.

Der Mechanismus ist folgender. Wenn der Kolben hinaufgezogen wird, indem der Hahn f verschlossen bleibt, so wird aus dem Raume kk die Luft herausgepumpt. Ist dieses geschehen, so öffnet man den Hahn f; die im Raume a' befindliche Luft vertheilet sich sogleich zwischen a und kk, und der Druk der Atmosphäre treibt von Oben nach Unten hin durch die Substanz die Flüßigkeit durch, bis das Gleichgewicht sich wieder herstellt. |430| Dann schließt man wieder den Hahn f, pumpt von Neuem und fährt so fort bis man an dem Extract sieht, daß die Substanz erschöpft ist.

Der Erfinder hat diese Vorkehrung auf 6 verschiedene Arten modificirt: Die wesentlichen Veränderungen bestehen darin, 1) daß die Beschikungs-Gefäße abgesondert sind, und auf das auszulerende Gefäß luftdicht angeschraubt werden; 2) daß die Kolben-Stange vermittelst eines Hebelwerkes bewegt werden kann; 3) daß die Pumpe sogleich den Extract selbst in ein Nebengefäß fördert, aus welchem es abfließt. Von den beiden ersten Modificationen ist keine Zeichnung nöthig, von der leztern geben Fig. 5 und 6 einen Begriff.

a Fig. 6. ist das Beschikungs-Gefäß.

bb das fein durchlöcherte Sieb, worauf die auszulaugenden Substanzen liegen;

cc der Kanal, der den Extract, welcher sich unter bb sammlet, dem Stiefel der Pumpe zuführet. Ueber dem Ende c dieses Kanals öffnet sich, nach Oben hin, ein Ventil;

dd die Pumpe mit ihrem Stiefel, und ihrem Kolben. Der Kolben bei dieser Einrichtung hat kein Ventil.

e Gefäß, worin der gebildete Extract vermittelst der Pumpe dd hinüber geführt wird,

ff Röhre, durch welche der Extract aus dem Stiefel der Pumpe dd in das Gefäß e gepreßt wird. Das Ende f ist mit einem Ventil versehen, welches sich nach Oben öffnet.

Wird der Kolben in die Höhe gezogen, so verdünt sich die wenige Luft, die unter bb und im Kanale cc vorhanden ist, sie vertheilt sich durch Oeffnung des Ventils c in diesem Raume und dem inneren Raume des Stiefels, und entweicht bei'm Niederdruke des Kolbens durch f. Der Extract fangt an zu fließen. Durch fortgesezte Bewegung des Kolbens vermehrt sich der Extract, so daß er nunmehr selbst in den Stiefel steigt, und durch die Röhre ff in das Gefäß e getrieben wird, worin er sich nach und nach sammelt.

Eine auf diese Art zu Arbeiten im Großen eingerichtete Luftpresse sieht man Fig. 6.

a ist das Beschikungs-Gefäß. Dieses Gefäß ist von starkem |431| mit Eisen beschlagenen Eichenholz angefertigt, und durch einen luftdichten Anstrich verwahrt.

bb Eine durchlöcherte Stellscheibe mit ihrem Knopfe; sie kann herausgehoben werden. Auf dieser Scheibe breitet man etwas Stroh, auf welches dann die auszuziehenden Substanzen gelegt werden.

cc Dekboden, welchen man an diese Substanzen fest andrukt. Er ist durchlöchert. Unter demselben legt man ein grobes Beuteltuch. In dem oberen Raum gießt man die Flüssigkeiten, wonach die Extraktion geschehen soll.

d Dekel, der die ganze Vorrichtung verschließt.

e Metallene Kugel welche für die Extracte dient, die sogleich zu völliger Klarheit filtrirt werden sollen. Sie ist fein durchlöchert, und mit einem groben Flanel und Fließpapier rings umwunden. Die Enden dieses Seihetuchs werden an der Röhre, die sich an dieser Kugel befindet, festgebunden; welche alsdann in die dazu passende Bodenöffnung f eingesezt wird.

f Metalröhre, die durch den Boden des Beschikungsgefässes a geht. In diese stekt man, vermittelst ihrer kurzen Röhre, die durchlöcherte Kugel e, wenn man sich derer bedienen will. – Durch Sie fließt der Extract aus dem Gefäße a. Sie hat unten einen Hahn, der dazu dient, das zur Reinigung der Maschine gebrauchte Wasser ablaufen zu lassen. Er wird sorgfältig verschlossen während der Operation, und muß luftdicht schließen.

gg Röhre, welche den Extract nach dem Pumpen-Stiefel führt, sie hat bei g ein Ventil, das sich nach Oben schließt, und in der vorliegenden Figur nicht gezeichnet ist.

h ist das Gefäß, worin wie in Figur 7 der Pumpen-Stiefel angebracht ist. Diese Pumpe, mit zwei sorgfältig eingeschliffenen Regelventilen und einem der Wirkung vegetabilischer Säuren nicht ausgesezten Stiefel von feinem Zinne, steht durch die Boden-Röhre gg mit dem Beschikungs-Gefäße aa in Verbindung. Anfänglich wird durch sie das Beschikungs-Gefäß von seiner Luft größtentheils entleert, dann folgt der Extract, der vermittelst der Pumpe hinaufgezogen, und in das Gefäß b hineingetrieben wird.

|432|

i Gefäß, in welches der Extract, aus dem Gefäße h herab fließt.

Auch für diese Luftpreßen müssen die auszuziehenden Substanzen gröblich verkleinert, oder hinreichend zerquetscht werden. Man thut in den meisten Fällen wohl, (z.B. bei Ausziehung der Gerbe- und Farbestoffe) sie vor der vollständigen Extraction mit der Flüßigkeit zu infundiren, und zu völliger Anfeuchtung einige Stunden stehen zu lassen. Auch ist es vortheilhaft, im Laufe der Extraction einige Aufgüße mit heißem Wasser zu machen, um sowohl alle kalt- als warmlöslichen Bestandtheile zu gewinnen.

Man thut wohl, die Pumpenbewegung von Zeit zu Zeit durch kleine Zwischenpausen zu unterbrechen, und sezt diese Operation so lange fort, und erneuert dabei den Aufguß so oft, bis daß der aus h ablaufende Extract die Erschöpfung der Substanz anzeigt. Um sehr conzentrirte Extracte zu erlangen, gießt man das in i abgefloßene wiederholte über cc auf.

Die Luftpreße hat vor anderen Extractions-Mitteln den entschiedenen Vorzug, daß die in den feinsten Theilen enthaltene Luft, da sie kein Gegengewicht mehr findet, die kleinsten Bläschen zerplazt, und dem Wasser das Eindringen gestattet oder erleichtert. Was bei der Realschen und der Romershausenschen hydromechanischen Extractionspreße nicht, bei der Dampfpresse aber nur in gewißem Grade geschieht. Uebrigens ist die Beschikungsweise, wie die Reinigungs-Weise dieser Preße sehr bequem.

Es kann noch hier bemerkt werden, daß bereits im Jahre 1820 das preusische Ministerium zur allgemeinen Einführung der neuen Extraction-Weise in den Apotheken einige Schritte gethan, und zur Prüfung sämmtlicher bisher bekannt gewordenen Extractions-Methoden, eine Commission ernannt hat, indem dasselbe gegenwärtig mit Abfaßung einer neuen Pharmacopoe beschäftigt ist.

Uebrigens dürfte die Mannigfaltigkeit der hier angewendeten Kräfte den Eingang dieser Maschinen in das Gewerbsleben mehr erschweren als erleichteren. Wo eine Wahl statt finden muß, ohne genaue Kenntniß der Resultate, nimmt man leicht, |433| sich zu entscheiden, Anstand, und wartet auf den Ausspruch der Erfahrung.

Eine Fabrik, die sich bloß mit Extracten beschäftiget, die siedendes Wasser erfodern, darf kein Bedenken tragen, die Dampfpreße anzulegen. Sie empfiehlt sich durch Einfachheit in ihrem Mechanismus, und folglich durch größere Solidität. Hier ist kein Pumpenwerk, hier sind keine Ventile; beide sind oft Reparaturen ausgesezt. Wenn die Dampfpreße zu Arbeiten im Großen mit einem Sicherheit-Ventil versehen ist, so wird die Unachtsamkeit gewöhnlicher Arbeiter nicht mehr bedenklich.

Bedarf der Gewerbe-Treibende bloß kaltes oder lauliges Wasser zu seinen Extracten, so ist die Luftpresse besonders zu empfehlen. Ihre Manipulation macht wenige Schwierigkeiten. Die Extracte aber werden hier nur durch wiederholten Aufguß den Grad der Concentration erreichen, den ihnen die Dampf- und die hydromechanische Extractions-Presse sogleich geben, weil der Druk der Atmosphäre sich immer gleich bleibt, und nicht nach Umständen gesteigert werden kann; allein zu den meisten Fällen ist er hinreichend. Der Erfinder benuzt diese Presse zur Bereitung der zu seiner häuslichen Bierbrauerei dienenden Extracte etc.

Verlangt man aber eine Vorkehrung, vermittelst welcher Extracte sowohl mit kaltem als mir siedendem Wasser versezt werden können, so dient dazu die hydromechanische Presse, auch hat Herr Doctor Romershausen sein Magazin bereits mit solchen Pressen, die zu beiden Zweken dienen, versehen.

Bei einer anderen Gelegenheit, werde ich die Leser dieser Zeitschrift mit andern Apparaten, welche Doctor Romershausen zu verschiedenen anderen Zweken bereitet hat, und wovon einige in öffentlichen Zeitschriften angezeigt worden sind, bekannt machen. Er wird mich besonders verpflichten, wenn er mir die Zeichnung und Beschreibung seiner neuen Luftsäulen-Maschine zukommen lassen wollte.

–––––––––

Da es den meisten Lesern dieses Journals angenehm seyn muß, die verschiedenen, von Dr. Romershausen erfundenen Neuen gewerblichen Apparate und Maschinen, so wie dessen mathematische |434| und physikalische Instrumente nebst ihren Preisen; um welche diese Apparate, Modelle oder Zeichnungen nebst Beschreibung von ihm zu beziehen sind, so lasse ich das neueste Verzeichniß derselben dieser Abhandlung beidruken.

A. Maschinen zur kalten Extraction.

I. Durch Atmosphärendruk wirkend.

a) Zu 1 bis 4 Berl. Quart 1 Fried. d'or.
b) Zu 12 do do 2 Friedr. d'or.
c) Zu 18 do do 2 1/2 Fried, d'or.

Die Pumpen von feinem engl. Zinn, die Gefässe vom stärksten doppelt verzinnten Pontonblech mit dauerhaftem Anstrich.

d) Zu 1 Anker Berl. Maaß 3 Fried. d'or.
e) Zu 1 1/2 do do 3 1/2 Friedr. d'or.
f) Zu 1 Eimer do 4 Friedr. d'or.

Die Beschikungsgefäße von starkem mit Eisen beschlagenem Eichenholz etc.

II. Durch mechanische Compression der infundirten Flüssigkeit in die Substanz, nach Art der hydromechanischen Presse, höchst mächtig in Verbindung mit der Leere wirkend.

a) Zu 3 bis 14 Cub. Zoll Substanz 1 Friedr. d'or.
b) Zu 14 bis 24 do do 1 1/2 Friedr. d'or.
c) Zu 24 bis 40 do do 2 Friedr. d'or.
d) Zu 40 bis 80 do do 3 Friedr. d'or

III. Maschinen mit Zirkulationspumpe, welche das Extract so lange im Kreislauf durch die auszuziehende Substanz führt, bis dieselbe vollkommen erschöpft ist.

a) Zu 3 bis 14 Cub. Zoll Substanz 1 Friedr. d'or.
b) Zu 14 bis 24 do do 1 1/2 Friedr. d'or.
c) Zu 24 bis 40 do do 2 Friedr. d'or.
d) Zu 40 bis 80 do do 2 1/2 Friedr. d'or.

Anmerk. Die Maschinen No. II. und III. sind vom stärksten doppelt verzinntem und sauber polirtem englischen Pontonblech gefertigt; die Drukpumpen und Kolben von feinem Zinn mit sorgfältig eingeschliffenen Kegelventilen; – ganz von Zinn kosten dieselben die Hälfte des Preises mehr.

B. Apparate zur warmen Extraction.

IV. Dampfpressen, selbstthätig wirkend.

a) Zu 3 bis 14 Cub. Zoll Substanz 1 1/2 Friedr. d'or.
b) Zu 14 bis 24 do do 2 Friedr. d'or.
c) Zu 24 bis 40 do do 2 1/2 Friedr. d'or.
d) Zu 40 bis 80 do do 3 Friedr. d'or.
|435|

Die Dampfkessel sind von starkem wohlverzinnten Kupfer verfertigt, – mit sauber geschliffenen Hähnen und bis zu c mit Spirituslampen-Vorrichtungen versehen.

Eben diese Maschinen, zugleich mit einer zwekmässigen Vorrichtung verbunden zur vortheilhaftesten Gewinnung der ätherisch-öligen Bestandtheile der Vegetabilien auf dem Wege der Destillation nebst Kühlapparat und Zubehör, kosten jede 1 Friedrichsd'or mehr.

Anmerk. Die Maschinen Nr. III. und IV. sind vorzüglich im Apothekergebrauch: erstere dient besonders zur Bereitung kalter geistiger Tincturen etc. und leztere zur augenbliklichen höchst vollendeten Darstellung warmer Infusionen anstatt der seitherigen Digest. und Decoct. Das angegebene Maß bezieht sich auf die zu extrahirende Substanz, indem dabei angenommen ist, daß z.B. 1 Pfund gröblich gepulverte Pommeranzenschale (cort. aurant flav.) ohngefähr 30 Cub. Zoll Raum einnimmt. Da die Operation sehr schnell wiederholt werden kann, so ist keine bedeutende Größe dieser Maschinen erfoderlich.

C. Extractionspressen für häusliche Zweke.

V. Caffeemaschinen.

1) Durch Luftdruk und Pumpe wirkend.

a) Zu 1 bis 3 Portionen 4 Rthlr.
b) Zu 3 bis 5 Portionen 5 Rthlr.
c) Zu 5 bis 8 Portionen 7 Rthlr.

2) Mit Zirkulationspumpe wie No. III. von vortrefflicher Wirksamkeit – vorzüglich auch auf Reisen bequem.

a) Zu 1 bis 3 Portionen 1 Friedr. d'or
b) Zu 3 bis 6 Portionen 1 1/2 Friedr. d'or.
c) Zu 5 bis 8 Portionen 2 Friedr. d'or.

Eben diese Maschinen, mit Spirituslampe zum Kochen des Wassers und zur Warmhaltung des Getränkes versehen, kosten 1 Rthlr. mehr.

3) Damfpressen selbstthätig durch den Druk der Dämpfe wirkend – mit Spirituslampe und Caffeegefäss.

a) Zu 1 bis 3 Portionen 1 Friedr. d'or.
b) Zu 1 bis 5 Portionen 1 1/2 Friedr. d'or.
c) Zu 3 bis 8 Portionen 2 Friedr. d'or.

Sämmtlichen Maschinen wird eine ausführliche Anleitung zum Gebrauch nebst Zeichnung beigegeben, sie ersparen nicht allein an Caffee, sondern liefern auch ein so aromatisch feines und vollkommnes Getränk als auf keinem andern Wege bereitet werden kann. Die Maschinen unter 1 und 2 dienen zugleich zur häuslichen Liqueurbereitung.

VI. Ein vollständiges häusliches Braugeräthe, womit ohne die lästige Malzbereitung in Zeit von 1 Stunde 2 bis 3 Anker eines köstlichen, sehr billigen, völlig reinen und wie Wein haltbaren Bieres dargestellt wird, nebst einer Schrift über die Bereitung der weißen |436| und braunen Biere dieser Art.

4 Friedr. d'or.

Dieselbe Maschine dient auch in Gast- und Caffeehäusern zur vortheilhaftesten Bereitung des Caffees etc. im Großen.

VII. Ein vollständiger Extractions Apparat für Liqueurfabriken, womit ohne Digestion und mögliche Verflüchtigung bei bedeutender Material- und Zeitersparung die aromatischen Bestandtheile der Kräuter, Gewürze etc. in den feinsten und concentrirtesten Extracten gewonnen werden.

VIII. Modelle der großen Dampfpresse für Fabrikanlagen zur Gewinnung der Gerde- und Farbestoffe, Hopfenextraction in Bierbrauereien etc. (vergl. dieses Journal B. IV. H. 4.) nebst Anleitung zur Anlage

4 Friedr. d'or.

D. Andere gewerbliche Apparate und Maschinen meiner Erfindung.

IX. Der neue Oelraffinerie-Apparat, selbsthätig im verschlossenen Raume mit einer Kraft von mehrern tausend Pfunden wirkend. Ein vollständiger Mustersaz desselben in natürlicher Größe nebst Anleitung zur Anlage und vorbereitender chemischen Behandlung[Stelle unleserlich] Oele, des Thrans etc.

8 Friedr. d'or.

X. Der Dampfapparat zur Bierbrauerei, welcher sowohl den Zukerstoff des Malzes durch eine verbesserte Einmaischung zu weit höherm Ertrag entwikelt, als auch die aromatisch vollkommenste Extraktion des Hopfens bewirkt, und endlich das gekochte Bier selbstthätig bis zu jeder beliebigen Höhe oder Entfernung auf das Kühlschiff hebt. – Vollständige Anleitung zur Anlage und praktischen Behandlung dieser Brauerei nebst Kupfern.

4 Friedr. d'or.

XI. Der neue Branntwein-Brennapparat welcher auf einfachstem Wege, bei einmaliger Destillation, unmittelbar aus der Maische starken fuselfreien Spiritus gewinnt, und mit einer jeden bereits bestehenden Brennerei bei geringen Kosten verbunden werden kann; nebst einem allgemeinen höchst vortheilhaftem Veredlungsapparat der Brantweine, durch Destillation und Extraction der aromatisch- und ätherisch-öligen Bestandtheile der Vegetabilien für Liqueurfabriken. Anleitung zur Anlage und zum Betriebe nebst Kupfern

6 Friedr d'or.

XII. Ein Dampfapparat zur Oelschlägerei wodurch das Brandigtwerden der Saamen in den Wärmpfannen völlig vermieden und Feuermaterial ersparrt wird. – Anleitung zur Anlage etc.

2 Friedr. d'or.

XIII. Ein neuer Abdampfapparat zur Eindikung pharmazeutischer Extracte etc. Die Erwärmung geschieht durch den Kreislauf des kochenden Wassers, welches den erfoderlichen gleichförmigen Wärmegrad unterhalt. – Anleitung nebst Zeichnung.

1/2 Friedr. d'or.

XIV. Ein neuer allgemeiner Filtrirapparat für Fabriken etc. Die Flüssigkeit durchdringt das Filtrum im verschlossenen Raume und mit |437| beliebiger Kraft von Unten nach Oben, zur Verhütung des Verschleimens. – Angabe der Anlage nebst Zeichnung und einem Mustersaz in natürlicher Größe.

6 Friedr. d'or.

XV. Ein Destillirapparat unter vermindertem Atmosphärendruk. – Schrift nebst Zeichnungen

1/2 Fried. d'or.

E. Hydraulische Maschinen zum Gebrauche der Gewerbe, Fabriken und Bergwerke.

XVI. Eine höchst einfache selbstthätige Pumpe zur Hebung aller heißen und kochenden Flüssigkeiten, ohne Kolben und Ventille. – Beschreibung nebst Modell zur Anlage.

3 Friedr. d'or.

Ohne Modell

1 Friedr. d'or.

XVII. Die Luftsäulenmaschine, nach dem Prinzip des Heronsbrunnens mit selbstthätiger Steuerung für Bergwerke. – Schrift nebst Zeichnungen

1 Friedr. d'or.

XVIII. Die Wassersäulenmaschine mit Kreisbewegung. Schrift nebst Zeichnung

1/2 Friedr. d'or.

XIX. Ein neues Kunstrad – für Bergwerke, Wasserkünste und Mühlwerke, welches das Gefall des Wassers zu vermehrter Kraft gleichsam erhöhet. – Schrift nebst Zeichnung

1/2 Friedr. d'or.

XX. Die Dampfpumpe für Fabriken etc. wie auch als selbstthätige Wasserhebungsmaschine für Wasserbauten etc. und fahrbar zum Gebrauch bei Feuersprizen etc. Schrift nebst Zeichnung

1 Friedr. d'or.

XXI. Die pneumatische Maschine, als Gebläse für Schmelz- und Hüttenwerke, Schmiede und Metallarbeiter-Löthrohr für Glasbläser etc. Schrift nebst Zeichnung

1 Friedr. d'or.

XXII. Der Dampfhebel zur kostenfreien selbstthätigen Hebung des Wassers für Fabriken, Brauereien, Branntweinbrennereien etc. Zeichnung nebst Anleitung zur Anlage.

1 Fried. d'or.

XXIII. Die Schießpulverpumpe zur augenbliklichen Hebung bedeutender Wassermassen. Vorzüglich zur Sicherung großer Gebäude bei Feuersgefahr, wie auch für Schiffe etc. Anleitung zur Anlage nebst Zeichnung

1/2 Friedr. d'or.

F. Apparate zum Steindruk und zur Poligraphie für Kaufleute, Geschäftsmänner und Freunde der Kunst.

XXIV. Ein vollständiger poligraphischer Apparat, womit jede gewöhnliche Handschrift oder Zeichnung in Zeit von einer Stunde über hundertmal vervielfältigt und sauber abgedrukt werden kann, nebst Drukplatte, Farbewalze, Tusche etc. und ausführlicher Anleitung über das Verfahren und die Behandlung dieser Maschine, wie über das Gesammte des Steindruks.

Der Apparat mit Walze und Drukschraube von polirtem |438| Stahl (mit diesem Apparat sind viele der hier angeführten Zeichnungen und Beschreibungen gedrukt)

8 Friedr. d'or.

Derselbe mit Holzschraube und Reiber

6 Friedr. d'or.

XXV. Beschreibung und Zeichnung einer neuen vorzüglich zwekmässigen lithographischen Presse für grössere Institute

2 Rthlr.

G. Neue mathematische und physikalische Instrumente.

XXVI. Das Diastimeter für das praktische Forst- und Bauwesen – mit Spiegelvorrichtung und Stativ zur Distanz-Höhen- und Flächenmessung nebst Schrift

3 1/2 Fried. d'or.

XXVII. Dasselbe Instrument in größerm Masstabe

5 1/2 Friedr. d'or.

XXVIII. Das Diastimeter in Form eines Fernrohres zur militairischen Distanzmessung nebst Schrift.

a) Von Papier-Maché 8 Rthlr.
b) Von Messing mit gravirter Scale 5 Fried d'or.

XXIX. Das Spiegeldiopter für praktische Feldmesser, Baumeister, Taxatoren und Forstmänner, nebst ausführlicher durch Zeichnungen erläuterter Anleitung für minder Geübte.

a) Mit gewöhnlichen Glasspiegeln 1 Fried. d'or.
b) Mit englischen Metallspiegeln sehr
sauber gearbeitet in Futteral

2 Friedr. d'or.

Anmerk. Dieses einem kleinen Fernrohr gleichende Instrument ersezt mit hohen und wesentlichen Vorzügen bei ökonomischen Messungen die kostbaren Instrumente und gewahrt eine Leichtigkeit und Genauigkeit in der Arbeit, welche nichts zu wünschen übrig läßt. Vergl. Allg.: Anz. d. Deutsch. Jahrg. 1822. No. 169.

XXX. Das militairische Spiegeldiopter zur mathematisch genauen Bestimmung und Festhaltung der Richtungen bei dem Manövriren, vorzüglich zu den Abstekungen der Artillerie – und zu Aufnahmen im Felde geeignet, nebst Schift in Futteral 5 Zoll lang und 1 Zoll im Durchmesser.

a) Mit Glasspiegeln 1 Friedr. d'or.
b) Mit feinen Metallspiegeln 2 Fried, d'or.

XXXI. Das Spiegelniveau, ein neues vorzüglich bequemes und sicheres Instrument zum Nivelliren.

Ohne Stativ zu freiem Handgebrauch 2 Friedr. d'or.
Mit Stativ und Vorrichtung zur Horizontal-
und Verticalbewegung

3 1/2 Friedr. d'or.

XXXII. Die Kreisrechenscheibe, welche auf einen Blik für einen beliebigen Durchmesser die Peripherie, das Quadrat im Kreise, die Kreisfläche, die Kugelfläche und den Kugelinhalt ohne weitere Rechnung angibt, verbunden mit der Reduction des Decimal- und Duodecimal-Masses für practische Forst- und Baubediente-Künstler und Handwerker

1 Friedr. d'or.

|439|

XXXIII. Eine neue vorzüglich dauerhafte und bequeme, die torricellische Leere hervorbringende Luftpumpe, – nebst Compressions Apparat zu Gasarten, und Knallgasgebläse. – Zeichnung und Beschreibung derselben zur Anfertigung für Mechaniker

1 Fried. d'or.

XXXIV. Ein neuer Luftreinigungs- und Verbesserungs-Apparat für Lazarethe und Krankenhäuser etc. Zeichnung nebst Beschreibung 16 Gr.

Die Emballage beträgt bei einzelnen kleinern Maschinen, Modellen und Instrumenten. 16 Gr. bei grössern wird sie besonders berechnet und nachgenommen.

Bei allen Bestellungen aber welche beachtet werden sollen, wird der Betrag entweder pränummerando und portofrei erwartet; oder bei der Absendung von der Post entnommen, wogegen bei Beziehung mit der Post, die geringste Posttaxe höchsten Ortes bewilligt ist. Man bedient sich der Adreße: „An Hrn. Dr. Elard Romershausen zu Aken an der Elbe ohnweit Göthen im Regierungsbezirk Magdeburg.“

D.

|415|

Dieses ist nach der öffentlichen Aeusserung des Dr. Romershausens (Luftpresse I. Heft Zerbst 1818. S. XI.) vorzüglich aus dem Grunde nicht geschehen, weil die Realsche Presse für den allgemeineren Gebrauch zu unbequem ist; sie wirkt durch den Druk einer senkrechten Wassersäule, welche schon bei einiger Höhe an einem bestimmten Orte feststehen muß und beschwerlich zu beschiken ist. Dagegen sind die von ihm angegebenen Extractionspressen sämmtlich wie andere Geräthe beweglich und leichter zu behandeln. Ueberhaupt muß man aber Romershausen's hydromechanische Extractions-Presse nicht mit der Realschen verwechseln, indem sie nicht durch den Druk einer Wassersäule, sondern durch einen kleinen Drukkolben wirkt, mithin mehr Aehnlichkeit mit der Bramaschen zu mechanischen Zweken bestimmten Wasserpresse hat. D.

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