Titel: Schuz-Apparat gegen den der Gesundheit der Nadelmacher und Schleifer so gefährlichen Staub.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. XVII./Miszelle 10 (S. 117–118)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/mi010017_10

Schuz-Apparat gegen den der Gesundheit der Nadelmacher und Schleifer so gefährlichen Staub.

Bekanntlich befinden die sogenannten Spizer unter den Nadelmachern, und auch jene Schleifer, die troken schleifen müßen, sich immerdar in einer Staubwolke von feinen Sand- und Eisentheilchen. Weniger bekannt ist es aber, daß dieser Staub der Gesundheit so nachtheilig ist, daß nur wenige dieser Arbeiter ein Alter von 30–35 Jahren erreichen. Ein Arzt zu Redditch, wo die großen englischen Nadel-Fabriken sind, versichert, daß er während seiner vieljährigen Praxis auch nicht einen Spizer 40 Jahre alt werden sah.

Diese traurigen Erfahrungen veranlaßten Hrn. Abraham folgenden Schuz-Apparat gegen die während des Schleifens sich losreisenden Sand- und Eisentheile, die der Arbeiter einathmet, und die ihn lungensüchtig machen, auszudenken. Dieser Apparat hatte den beßten Erfolg, und er erhielt für denselben von der Londoner Society for Encouragement etc. auf die vielen vortheilhaften Zeugnisse, die hierüber eingegangen sind, die goldene Medaille. Der Schleif-Apparat, vor welchem die Arbeiter stehen, ist seiner ganzen Höhe nach durch einen Rahmen oder einen Schirm aus grober Leinwand senkrecht in zwei Theile getheilt. Dieser über dem Schleifsteine aufgestellte Schirm läßt nur so viel Raum, als zur Bewegung des ersteren und seines Tretschemels nöthig ist. In der Leinwand ist eine Oeffnung von 1 1/2 Zoll gerade über dem Schleifsteine angebracht, und durch diese Oeffnung zieht der während des Schleifens oder Spizens entstandene Sandstaub ab, indem die durch die Bewegung des Schleifsteines entstandene Zugluft ihn durch dieselbe durchreißt. Um die feineren, gerade aufsteigenden, Stahltheilchen gleichfalls von den Werkzeugen des Athemholens zu entfernen, bringt Hr. Abraham zwischen dem Schirme und dem Arbeiter Magnete an, welche diese Theilchen auffangen, und zur größeren Sicherheit hat erselbst den Hals und die Gegend um dem Munde an den Arbeitern mit Magneten umgeben. |118| (Vergl. Bulletin de la Soc. d'Encouragement. N. CCXVIII. S. 242 und Sheffield-Iris, im Bulletin. N. CXLII. S. 75, wo in derselben Absicht ein Blasebalg angewendet ist, und auch nach Hrn. Molard, Schleifsteine aus Eisen oder Gußeisen empfohlen wurden.)

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