Titel: Hölzerne Wagen-Federn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. XVII./Miszelle 15 (S. 119)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/mi010017_15

Hölzerne Wagen-Federn.

Herr Robert Paul ließ sich im November 1821 ein Patent auf hölzerne Wagenfedern ertheilen, welches im Londoner Journal of Arts N. XXI. S. 127 im Auszuge erklärt wird. Die Form dieser Federn weicht nur wenig von jener geraden Feder ab, die man an sogenannten Gigs oder Dennet-Gigs findet. Herr Paul schlägt dazu Lanzenholz (lance wood) vor, obschon jedes andere Holz hiezu verwendet werden kann. Dieses Holz wird in dünne Streifen oder Platten geschnitten, von welchen mehrere mittelst eiserner um dieselben gewundener Stangen zusammen gehalten, und im Mittelpuncte mittelst eines starken, durch alle Platten laufenden, Bolzens befestigt werden. Auch können mehrere Streifen mittelst Stiften und Hälter, ohngefähr wie die Stahlfedern, verbunden werden. Herr Paul schlägt vor, die Mittelpuncte derselben an Blöken zu befestigen, welche entweder auf dem Gestelle des Wagens oder auf dem Körper desselben angebracht seyn können: die Enden der längsten Platte oder des längsten Streifen sind mit Eisen beschuht, um den Körper des Wagens an der Feder oder die Feder an dem Gestelle befestigen zu können. Je nachdem die Feder mehr oder minder stark seyn soll, braucht man 2 bis 5 solcher Platten oder Streifen, von welchen die längste oben auf gelegt werden muß, um das Eindringend der Nässe zu hindern, welche das Holz schwellen und Reibung erzeugen würde. Herr Paul trägt auf die Oberfläche dieser Holzstreifen eine Mischung von Firniß und Reisblei auf, welche, nachdem sie troken geworden ist, glatt gerieben werden muß, und bringt bei der Zusammenbindung derselben zwischen jedes Paar eine Mischung von Reißblei, Seife und Oel, zur Verminderung der Reibung.

Das Londoner Journal of Arts zweifelt, ob diese Erfindung neu ist. Wir können versichern, daß sie in Deutschland, bis auf die angegebenen Mischungen zur Verminderung der Reibung, seit vielen Jahren bekannt und benuzt ist.

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