Titel: Ueber den chinesischen Bergreiß, den man im Trokenen bauen kann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. XLIII./Miszelle 12 (S. 253–254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/mi010043_12
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Ueber den chinesischen Bergreiß, den man im Trokenen bauen kann.

Cavaliere Rosa zu Brescia theilt in dem neuesten Hefte der Biblioteca italiana, December 1822. (das am 7. Februar in Mailand erschien) S. 422 eine interessante Nachricht über seinen ersten Versuch mit dem Anbaue dieser Reißart, die viel schmakhafter und nahrhafter als der gewöhnliche Wasserreiß ist, dem Publicum mit. Er erhielt aus 6 Körnern, die Graf Marcantonio Fé ihm aus Wien schikte, und wovon nur 4 keimten, 2680 Körner, welche er im Jahr 1821 baute, und aus welchen er so viel erntete, daß er im vorigen Jahre einen Versuch im Großen anstellen konnte, und bereits aus 7 1/2 Pfund (das Pfund zu 24 Loth), die er anbaute, 345 Pfund gewann, obschon nur die Hälfte reif ward. Er bestellte den Aker, wie dieser bei dem Baue des Mais bestellt werden muß, mit dreimaligem Umpflügen und gleicher Menge und Art von Dünger. Er legte am 25. April die Körner mit dem Sezholze 2 Zoll weit im Verbande, je zwei und zwei in Ein Loch, und überzog die Beete mit dem Rechen. Die Körner wurden 12 Stunden lang geweicht, ehe sie gelegt wurden. Am 5. Mai wurden die Beete zum erstenmale begossen, und am 18. schoß der Reiß hervor. Am 10. Junius wurde zum erstenmale gejätet, und zum zweitenmale begossen, und beides am 28. Junius wiederholt. Am 15. Julius zeigten sich die ersten Aehren, und am 30. stand das ganze Feld in Achren. Nun wurde zum drittenmale gejätet, und zum viertenmale begossen. Am 9. August färbten sich die Aehren. Am 27. und 31. wurde geerntet. Den Anbau in freiem Wurfe fand Cav. Rosa nicht so vortheilhaft.

Da diese Reißart im Brescianischen nicht gleichzeitig reift, und die Hälfte unreif in den Aehren zurük bleibt, so würde der Anbau dieser trefflichen Pflanze in Hopfenländern schwerlich vortheilhaft seyn; in Weinländern jedoch, wo der Mais gedeiht, wird auch der chinesische Bergreiß gedeihen können, und schon dadurch unendlichen Gewinn der Menschheit in den wärmeren Ländern bringen, daß er die, wie eine stehende Pest wirkenden, Reiß-Sümpfe beseitigen wird.

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